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Die Grundlage für diesen Artikel ist die [https://docs.google.com/presentation/d/1Ul3hc0pJVxjnGgz3hXD-jAXg1eXRjSRe2wI9ATruu24/edit GOALS-Präsentation „GOAL-System“]. GOALS steht für '''Gruppenorientiertes Aufgaben-Lösungs-System'''. Es ist ein Organisationsansatz innerhalb von foodsharing, mit dem Bezirke Aufgaben auf mehrere Arbeitsgruppen verteilen können. Menschen können sich gezielt dort einbringen, wo ihre Interessen, Stärken und zeitlichen Möglichkeiten liegen. Passende technische Berechtigungen unterstützen die eigenständige Arbeit dieser Gruppen. | Die Grundlage für diesen Artikel ist die [https://docs.google.com/presentation/d/1Ul3hc0pJVxjnGgz3hXD-jAXg1eXRjSRe2wI9ATruu24/edit GOALS-Präsentation „GOAL-System“]. | ||
'''Gruppenorientiertes Aufgaben-Lösungs-System''' | |||
== GOALS - Konzept und Grundpfeiler der Zusammenarbeit == | |||
GOALS steht für '''Gruppenorientiertes Aufgaben-Lösungs-System'''. Es ist ein Organisationsansatz innerhalb von foodsharing, mit dem Bezirke Aufgaben auf mehrere Arbeitsgruppen verteilen können. Menschen können sich gezielt dort einbringen, wo ihre Interessen, Stärken und zeitlichen Möglichkeiten liegen. Passende technische Berechtigungen unterstützen die eigenständige Arbeit dieser Gruppen. | |||
Die Grundlage bilden demokratische Partizipation, Subsidiarität, Transparenz sowie maximale Freiheit und Gestaltungsraum unter Achtung der Individualität. Aus diesen Grundsätzen ergeben sich die organisatorischen und technischen Lösungen. | Die Grundlage bilden demokratische Partizipation, Subsidiarität, Transparenz sowie maximale Freiheit und Gestaltungsraum unter Achtung der Individualität. Aus diesen Grundsätzen ergeben sich die organisatorischen und technischen Lösungen. | ||
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'''GOALS ist freiwillig und kann nach Bedarf genutzt werden'''. Es ist eine von mehreren Möglichkeiten, die Zusammenarbeit innerhalb von foodsharing zu organisieren. Der Ansatz erhebt keinen Anspruch, die Organisationsstruktur von foodsharing insgesamt zu sein oder überall eingeführt werden zu müssen. | '''GOALS ist freiwillig und kann nach Bedarf genutzt werden'''. Es ist eine von mehreren Möglichkeiten, die Zusammenarbeit innerhalb von foodsharing zu organisieren. Der Ansatz erhebt keinen Anspruch, die Organisationsstruktur von foodsharing insgesamt zu sein oder überall eingeführt werden zu müssen. | ||
== Ausgangspunkt und Ziele == | |||
Viele Aufgaben eines Bezirks waren technisch eng an die Botschafter''innenrolle gebunden. Auch wenn andere Menschen bei einzelnen Themen unterstützen wollten, konnten fehlende Berechtigungen ihre Mitarbeit erschweren. Zugleich mussten Botschafter''innen zahlreiche unterschiedliche Aufgaben abdecken. | Viele Aufgaben eines Bezirks waren technisch eng an die Botschafter''innenrolle gebunden. Auch wenn andere Menschen bei einzelnen Themen unterstützen wollten, konnten fehlende Berechtigungen ihre Mitarbeit erschweren. Zugleich mussten Botschafter''innen zahlreiche unterschiedliche Aufgaben abdecken. | ||
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Dieser Gestaltungsraum besteht im Rahmen der geltenden Grundlagen von foodsharing und der jeweiligen Zuständigkeiten. Bei Auswirkungen auf andere Gruppen ist eine gemeinsame Abstimmung erforderlich. | Dieser Gestaltungsraum besteht im Rahmen der geltenden Grundlagen von foodsharing und der jeweiligen Zuständigkeiten. Bei Auswirkungen auf andere Gruppen ist eine gemeinsame Abstimmung erforderlich. | ||
<drawio filename="GOALS:Die vier Grundpfeiler" editmode="inline" alignment="center" alt="Die vier Grundpfeiler wirken gemeinsam und ohne Rangfolge." /> | |||
== Aufbau und Arbeitsweise == | |||
=== Modular === | |||
GOALS teilt Aufgabenbereiche in einzelne Arbeitsgruppen auf. Für bestimmte Gruppen sieht die Plattform passende Berechtigungen vor, die deren Administrator*innen die Bearbeitung ihrer Aufgaben ermöglichen. | |||
Arbeitsgruppen können auch ohne zusätzliche technische Berechtigungen Teil von GOALS sein, wenn diese für ihre Aufgaben nicht erforderlich sind. Ein Beispiel dafür wäre die AG Wahlen. | |||
Die Verbindung zwischen Aufgabe und Berechtigung soll eigenständiges Arbeiten erleichtern. Eine Gruppe braucht dafür einen verständlichen Auftrag und eine gemeinsame Vorstellung davon, wie sie zusammenarbeitet. | |||
=== Freiwillige Anwendung und örtliche Vielfalt === | |||
GOALS ist ein Organisationsansatz unter mehreren. Bezirke und Gruppen entscheiden im Rahmen ihrer Zuständigkeiten selbst, ob und wie sie ihn nutzen. Arbeitsgruppen entstehen nach dem jeweiligen Bedarf und den Möglichkeiten der Beteiligten. | |||
Die vier Grundpfeiler bilden den gemeinsamen Rahmen. Innerhalb dieses Rahmens sind unterschiedliche Lösungswege ausdrücklich vorgesehen. Gemeinsame Vorgaben beschränken sich auf das notwendige Minimum, damit Bezirke und Gruppen ihre Zusammenarbeit entsprechend ihren Bedürfnissen gestalten können. | |||
Was in einem Bezirk funktioniert, muss ein anderer nicht übernehmen. Örtliche Erfahrungen, Beispiele und Empfehlungen bieten Orientierung. Einzelne örtliche Lösungen dürfen anderen Bezirken oder Gruppen nicht unter Berufung auf GOALS aufgezwungen werden. | |||
=== Optional und flexibel === | |||
Ein Bezirk kann einzelne Module nach Bedarf nutzen und seine Struktur schrittweise entwickeln. Entscheidend sind die Aufgaben vor Ort und die Menschen, die sie übernehmen möchten. | |||
Auch für Bezirke ohne Botschafter*innen beschreibt die Präsentation die Möglichkeit, einzelne Arbeitsgruppen zum Aufbau der Zusammenarbeit zu nutzen. Welche Einrichtung und Unterstützung dafür erforderlich ist, richtet sich nach den vorgesehenen Verfahren. | |||
=== Befähigung und fachliche Unterstützung === | |||
Foodsaver sollen sich entsprechend ihren Interessen und Kapazitäten einbringen können. Eine klar umrissene Aufgabe kann den Einstieg erleichtern und ermöglichen, Verantwortung schrittweise zu übernehmen. | |||
Überregionale Fachgruppen können lokale Gruppen durch Schulungen, Materialien und Erfahrungsaustausch unterstützen. So lässt sich Wissen weitergeben, während die Gruppen ihre Aufgaben vor Ort eigenständig bearbeiten. | |||
<drawio filename="GOALS:Aufgabenbereiche und örtlicher Bedarf" editmode="inline" alignment="center" alt="Aufgabenbereiche können freiwillig und nach örtlichem Bedarf genutzt werden. Die Übersicht zeigt keine Weisungshierarchie." /> | |||
== Arbeitsgruppen für Aufgabenbereiche == | |||
Die Arbeitsgruppen und ihre konkrete Ausgestaltung richten sich nach dem örtlichen Bedarf, dem vereinbarten Auftrag und den jeweils geltenden Verfahren. | |||
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|[[GOALS:Begrüßungsteam|Begrüßungsteam]] | |||
|Neue Foodsaver begrüßen, Orientierung auf der Plattform geben und mit örtlichen Besonderheiten vertraut machen. | |||
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|[[GOALS:Fairteilerteam|Fairteilerteam]] | |||
|Als Ansprechpersonen für allgemeine Informationen über Fairteiler dienen, neue Standorte prüfen und Fragen zu Fairteilern bearbeiten. Dafür müssen sie nicht selbst für einzelne Fairteiler verantwortlich sein. | |||
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|[[GOALS:Betriebskoordination|Betriebskoordination]] | |||
|Neue Kooperationen abstimmen, Betriebsverantwortliche unterstützen und die geltenden Vorgaben für Kooperationen berücksichtigen. | |||
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|[[GOALS:Lokale Meldebearbeitung|Lokale Meldebearbeitung]] | |||
|Meldungen im vorgesehenen Verfahren bearbeiten. Sanktionen als letztes Mittel. | |||
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|[[GOALS:Lokale Schiedsstelle|Lokale Schiedsstelle]] | |||
|Die vorgesehene Revisionsfunktion wahrnehmen. | |||
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|[[GOALS:Lokale Mediation|Lokale Mediation]] | |||
|Die Kommunikation zwischen Konfliktparteien unterstützen und eine gemeinsame Verständigung ermöglichen. Voraussetzung ist das Einverständnis aller Beteiligten. | |||
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|[[GOALS:Verwaltung|Verwaltung und foodsaverorganisation]] | |||
|Aufgaben wie die Verifizierung und die Erstellung von Ausweisen übernehmen, soweit die entsprechenden Funktionen verfügbar und zugeordnet sind. | |||
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|[[GOALS:Öffentlichkeitsarbeit|Öffentlichkeitsarbeit]] | |||
|Die Sichtbarkeit des Bezirks unterstützen und als Ansprechpersonen für die Öffentlichkeitsarbeit dienen. | |||
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|[[GOALS:Abstimmungen|Abstimmungen]] | |||
|Bezirksweite Umfragen und Abstimmungen vorbereiten, verständlich formulieren und durchführen. | |||
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|[[GOALS:Moderation|Moderation]] | |||
|Die Kommunikation im Forum begleiten und die dafür bereitgestellten Moderationsfunktionen nutzen. | |||
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|[[GOALS:Wahlen|Wahlen]] | |||
|Wahlen organisatorisch begleiten und die vorgesehenen Wahlmodalitäten berücksichtigen. | |||
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|[[GOALS:Vorstand|Vorstand und Vernetzung örtlicher Vereine]] | |||
|Einen bestehenden örtlichen Vereinsvorstand sichtbar machen und den Austausch zwischen Vereinen unterstützen. | |||
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Eine Vorstands-AG auf der Plattform schafft für sich genommen keinen Vereinsvorstand. Ebenso sind Mediation, Meldebearbeitung und Schiedsstelle unterschiedliche Aufgabenbereiche mit jeweils eigenen Verfahren. | |||
== Die Rolle der Botschafter*innen == | |||
Botschafter*innen unterstützen die organisatorische Zusammenarbeit und die Vernetzung zwischen den Arbeitsgruppen. Sie können ihre Erfahrung weitergeben, Menschen beim Einstieg in Aufgaben begleiten und Kontakte zu anderen Bezirken oder überregionalen Gruppen vermitteln. | |||
Wenn Aufgaben auf Arbeitsgruppen verteilt werden, verändert sich die Zusammenarbeit: Die Gruppen übernehmen ihre vereinbarten Aufgaben eigenständig, während Botschafter*innen die Abstimmung und das Zusammenspiel unterstützen. Botschafter*innen dürfen auch selbst in GOALS-AGs aktiv sein. | |||
Die in der Präsentation beschriebene hierarchiefreie Ausrichtung bedeutet, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Unterschiedliche Aufgaben und technische Berechtigungen begründen keine allgemeine Weisungsbefugnis über andere Arbeitsgruppen. | |||
== | == Technische Berechtigungen und inhaltliche Zuständigkeit == | ||
Für bestimmte Aufgaben erhalten AG-Administrator*innen zusätzliche Funktionen auf der Plattform. Dazu können Benachrichtigungen, Bearbeitungsmöglichkeiten oder der Zugriff auf eine aufgabenbezogene Übersicht gehören. | |||
Diese Rechte dienen der Erfüllung des jeweiligen Auftrags. '''Die technische Möglichkeit, eine Änderung vorzunehmen, ersetzt keine inhaltliche Zuständigkeit.''' Auch eine Adminrolle begründet für sich genommen keine zusätzlichen Stimmrechte. | |||
Technische Berechtigungen dürfen nicht genutzt werden, um vereinbarte Entscheidungswege zu umgehen. Das schützt sowohl die beteiligten Gruppen als auch Menschen mit weitreichenden Rechten davor, zu Änderungen außerhalb der zuständigen Verfahren gedrängt zu werden. | |||
Bei Aufgaben mit Zugang zu persönlichen Daten sind eine passende Einweisung und ein vertrauensvoller Umgang mit diesen Informationen erforderlich. | |||
== | == Nutzung im Bezirk == | ||
Am Anfang steht die gemeinsame Frage, welche Aufgaben Unterstützung brauchen und welche Menschen sich daran beteiligen möchten. Darauf aufbauend kann der Bezirk passende Arbeitsbereiche auswählen und deren Aufgaben beschreiben. | |||
Ein möglicher Ablauf ist: | |||
# '''Bedarf klären:''' Welche Aufgaben fallen an, und wo fehlen Kapazitäten oder zugängliche Beteiligungsmöglichkeiten? | |||
# '''Beteiligung ermöglichen:''' Interessierte und betroffene Personen erhalten Informationen und Gelegenheit zur Mitgestaltung. | |||
# '''Aufgaben vereinbaren:''' Zuständigkeiten, Ansprechpersonen und Schnittstellen zu anderen Gruppen werden nachvollziehbar beschrieben. | |||
# '''Vorgesehene Verfahren durchführen:''' Soweit für eine Funktion Wahlen oder weitere Voraussetzungen gelten, werden diese berücksichtigt. | |||
# '''Technische Einrichtung veranlassen:''' Die benötigten Gruppen und Funktionen werden über den dafür vorgesehenen Weg eingerichtet. | |||
# '''Zusammenarbeit überprüfen:''' Die Beteiligten betrachten gemeinsam, ob die Aufgabenverteilung verständlich ist und zum Bedarf passt. | |||
Nach gemeinsamer Abstimmung im Bezirk können passende Bezirksoptionen ausgewählt und Arbeitsgruppen über „AG-Anlegen“ eingerichtet werden. Über die Bezirksoptionen lässt sich beispielsweise die technische Unterstützung für Meldungen oder Mediationen aktivieren: Auf den Profilen der Stammfoodsaver des Bezirks wird dafür ein entsprechender Knopf bereitgestellt. | |||
Für Administrator*innen gehören unter anderem das Betriebsverantwortlichen-Quiz, der Zugang zum AG-Postfach und die Zustimmung zum vertrauensvollen Umgang mit Daten zu den vorgesehenen Voraussetzungen. Bei lokaler Meldebearbeitung, lokaler Schiedsstelle und Verwaltung sind außerdem eine Wahl und besondere Verfahren zur Verwaltung der Mitgliedschaften zu berücksichtigen. | |||
== | == Austausch und Weiterentwicklung == | ||
Mit GOALS befassen sich zwei Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten: | |||
{| class="wikitable" | |||
|+ | |||
!Arbeitsgruppe | |||
!Schwerpunkte | |||
|- | |||
|Organisationsstruktur - GOALS | |||
|Gestaltung, Ausarbeitung und Weiterentwicklung des Organisationsansatzes GOALS. | |||
|- | |||
|Organisationsstruktur - On the road to GOALS | |||
|Austausch, Verständnisfragen, gemeinsames Lernen sowie Schulungsmaterialien und Schulungsangebote. | |||
|} | |||
<drawio filename="GOALS:Austausch und weiterentwicklung" editmode="inline" alignment="center" alt="*Austausch und Konzeptentwicklung haben unterschiedliche Aufgaben und stehen miteinander in Verbindung*" /> | |||
Die Austauschgruppe sammelt Erfahrungen und offene Fragen. Anregungen zur Weiterentwicklung von GOALS gibt sie an die GOALS-AG weiter. Sie entscheidet nicht über die Organisationsweise anderer Gruppen oder Bezirke. | |||
Die Arbeit am GOALS-Konzept begründet keinen allgemeinen Gestaltungsanspruch für alle Organisationsweisen innerhalb von foodsharing. Die freiwillige Nutzung und der örtliche Gestaltungsraum bleiben grundlegende Bestandteile des Ansatzes. | |||
Aktuelle Version vom 26. Oktober 2026, 17:51 Uhr
Wiki-Artikel-Typ: 2 (Info-Artikel)
Die Grundlage für diesen Artikel ist die GOALS-Präsentation „GOAL-System“.
Gruppenorientiertes Aufgaben-Lösungs-System
GOALS - Konzept und Grundpfeiler der Zusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
GOALS steht für Gruppenorientiertes Aufgaben-Lösungs-System. Es ist ein Organisationsansatz innerhalb von foodsharing, mit dem Bezirke Aufgaben auf mehrere Arbeitsgruppen verteilen können. Menschen können sich gezielt dort einbringen, wo ihre Interessen, Stärken und zeitlichen Möglichkeiten liegen. Passende technische Berechtigungen unterstützen die eigenständige Arbeit dieser Gruppen.
Die Grundlage bilden demokratische Partizipation, Subsidiarität, Transparenz sowie maximale Freiheit und Gestaltungsraum unter Achtung der Individualität. Aus diesen Grundsätzen ergeben sich die organisatorischen und technischen Lösungen.
GOALS ist freiwillig und kann nach Bedarf genutzt werden. Es ist eine von mehreren Möglichkeiten, die Zusammenarbeit innerhalb von foodsharing zu organisieren. Der Ansatz erhebt keinen Anspruch, die Organisationsstruktur von foodsharing insgesamt zu sein oder überall eingeführt werden zu müssen.
Ausgangspunkt und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Viele Aufgaben eines Bezirks waren technisch eng an die Botschafterinnenrolle gebunden. Auch wenn andere Menschen bei einzelnen Themen unterstützen wollten, konnten fehlende Berechtigungen ihre Mitarbeit erschweren. Zugleich mussten Botschafterinnen zahlreiche unterschiedliche Aufgaben abdecken.
GOALS ermöglicht eine gezieltere Verteilung dieser Aufgaben. Arbeitsgruppen erhalten einen überschaubaren Aufgabenbereich und die dafür vorgesehenen Funktionen. Dadurch können mehr Menschen Verantwortung übernehmen, ohne sämtliche Aufgaben einer Botschafter*innenrolle übernehmen zu müssen.
Der Ansatz soll die Zusammenarbeit auf mehrere Schultern verteilen, Ansprechpersonen sichtbar machen und Raum für eigene Ideen schaffen. Menschen können Erfahrungen sammeln und sich bei Interesse für weitere Aufgaben qualifizieren. Die gemeinsame Arbeit und die Wertschätzung ihrer Beiträge sollen ihre Verbundenheit mit foodsharing stärken.
Die vier Grundpfeiler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Demokratische Partizipation und Konsent[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Menschen sollen die Zusammenarbeit mitgestalten können, von der sie betroffen sind. Dazu brauchen sie verständliche Informationen und eine angemessene Gelegenheit, Vorschläge einzubringen, Fragen zu stellen und Einwände zu äußern.
Konsent bedeutet, nach einer Lösung zu suchen, gegen die kein schwerwiegender, begründeter Einwand besteht. Nicht jede Person muss einen Vorschlag für die bestmögliche Lösung halten. Entscheidend ist, ob er mit Blick auf das gemeinsame Ziel tragbar ist. Einwände helfen dabei, Probleme zu erkennen und Vorschläge zu verbessern.
Beteiligung soll auch für Personen möglich sein, die nicht regelmäßig an Treffen teilnehmen können. Wesentliche Informationen und Ergebnisse müssen deshalb nachvollziehbar zugänglich sein. Schweigen gilt nicht automatisch als Zustimmung.
Dieser Grundpfeiler beschreibt die angestrebte Zusammenarbeit. Für formale Wahlen und andere ausdrücklich geregelte Entscheidungen gelten die jeweils vorgesehenen Verfahren.
Subsidiarität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Aufgaben und Entscheidungen sollen möglichst dort bearbeitet werden, wo die betroffenen Menschen und die notwendige Erfahrung zusammenkommen. Eine Arbeitsgruppe soll ihren vereinbarten Aufgabenbereich eigenständig gestalten können.
Andere Gruppen können den Austausch von Wissen und Erfahrungen ermöglichen. Überregionale Arbeitsgruppen, sofern vorhanden, dienen ausschließlich diesem Austausch. Sie greifen nicht in örtliche Aufgaben oder Entscheidungen ein und haben keine Weisungsbefugnis gegenüber lokalen Gruppen. Im Sinne der Subsidiarität bleiben Zuständigkeit und Entscheidungsverantwortung bei den jeweiligen örtlichen Gruppen.
Wenn eine Frage mehrere Arbeitsbereiche betrifft, stimmen sich die Beteiligten miteinander ab. Subsidiarität verbindet eigenständiges Handeln mit Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung.
Transparenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Es soll erkennbar sein, welche Gruppe welche Aufgaben übernimmt, wer ansprechbar ist und wie Entscheidungen zustande kommen. Dazu gehören nachvollziehbare Aufgabenbeschreibungen, zugängliche Arbeitsstände und die Dokumentation wesentlicher Ergebnisse.
Die Anzeige von AG-Administratorinnen in der Bezirksübersicht unterstützt diese Orientierung. Hilfreich ist auch, sichtbar zu machen, in welcher Rolle die einzelnen Personen die Admintätigkeit übernommen haben und welche Aufgaben sie übernehmen. Nicht jede Person mit Adminrechten muss sich um alle Aufgaben einer AG kümmern; die Administratorinnen können diese untereinander aufteilen. Darüber hinaus braucht es eine verständliche Kommunikation über Zuständigkeiten, Vorschläge und vereinbarte Abläufe.
Transparenz berücksichtigt den Schutz persönlicher Informationen. Vertrauliche Meldungen und persönliche Konflikte gehören in die dafür vorgesehenen geschützten Verfahren.
Maximale Freiheit und Gestaltungsraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
GOALS soll Menschen und Gruppen möglichst viel Raum geben, ihre Zusammenarbeit passend zu ihren Bedürfnissen zu gestalten. Unterschiedliche Interessen, Erfahrungen und zeitliche Möglichkeiten werden respektiert.
Bezirke können diejenigen Aufgabenbereiche nutzen, für die vor Ort Bedarf und Bereitschaft bestehen. Sie müssen weder alle Module gleichzeitig einführen noch die konkrete Ausgestaltung eines anderen Bezirks übernehmen.
Was in einer großen Stadt gut funktioniert, kann für einen kleinen oder neu entstehenden Bezirk unpassend sein. Örtliche Erfahrungen können anderen als Anregung dienen. Daraus entsteht keine allgemeine Vorgabe.
Dieser Gestaltungsraum besteht im Rahmen der geltenden Grundlagen von foodsharing und der jeweiligen Zuständigkeiten. Bei Auswirkungen auf andere Gruppen ist eine gemeinsame Abstimmung erforderlich.
Aufbau und Arbeitsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Modular[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
GOALS teilt Aufgabenbereiche in einzelne Arbeitsgruppen auf. Für bestimmte Gruppen sieht die Plattform passende Berechtigungen vor, die deren Administrator*innen die Bearbeitung ihrer Aufgaben ermöglichen.
Arbeitsgruppen können auch ohne zusätzliche technische Berechtigungen Teil von GOALS sein, wenn diese für ihre Aufgaben nicht erforderlich sind. Ein Beispiel dafür wäre die AG Wahlen.
Die Verbindung zwischen Aufgabe und Berechtigung soll eigenständiges Arbeiten erleichtern. Eine Gruppe braucht dafür einen verständlichen Auftrag und eine gemeinsame Vorstellung davon, wie sie zusammenarbeitet.
Freiwillige Anwendung und örtliche Vielfalt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
GOALS ist ein Organisationsansatz unter mehreren. Bezirke und Gruppen entscheiden im Rahmen ihrer Zuständigkeiten selbst, ob und wie sie ihn nutzen. Arbeitsgruppen entstehen nach dem jeweiligen Bedarf und den Möglichkeiten der Beteiligten.
Die vier Grundpfeiler bilden den gemeinsamen Rahmen. Innerhalb dieses Rahmens sind unterschiedliche Lösungswege ausdrücklich vorgesehen. Gemeinsame Vorgaben beschränken sich auf das notwendige Minimum, damit Bezirke und Gruppen ihre Zusammenarbeit entsprechend ihren Bedürfnissen gestalten können.
Was in einem Bezirk funktioniert, muss ein anderer nicht übernehmen. Örtliche Erfahrungen, Beispiele und Empfehlungen bieten Orientierung. Einzelne örtliche Lösungen dürfen anderen Bezirken oder Gruppen nicht unter Berufung auf GOALS aufgezwungen werden.
Optional und flexibel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Ein Bezirk kann einzelne Module nach Bedarf nutzen und seine Struktur schrittweise entwickeln. Entscheidend sind die Aufgaben vor Ort und die Menschen, die sie übernehmen möchten.
Auch für Bezirke ohne Botschafter*innen beschreibt die Präsentation die Möglichkeit, einzelne Arbeitsgruppen zum Aufbau der Zusammenarbeit zu nutzen. Welche Einrichtung und Unterstützung dafür erforderlich ist, richtet sich nach den vorgesehenen Verfahren.
Befähigung und fachliche Unterstützung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Foodsaver sollen sich entsprechend ihren Interessen und Kapazitäten einbringen können. Eine klar umrissene Aufgabe kann den Einstieg erleichtern und ermöglichen, Verantwortung schrittweise zu übernehmen.
Überregionale Fachgruppen können lokale Gruppen durch Schulungen, Materialien und Erfahrungsaustausch unterstützen. So lässt sich Wissen weitergeben, während die Gruppen ihre Aufgaben vor Ort eigenständig bearbeiten.
Arbeitsgruppen für Aufgabenbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Arbeitsgruppen und ihre konkrete Ausgestaltung richten sich nach dem örtlichen Bedarf, dem vereinbarten Auftrag und den jeweils geltenden Verfahren.
| Begrüßungsteam | Neue Foodsaver begrüßen, Orientierung auf der Plattform geben und mit örtlichen Besonderheiten vertraut machen. |
| Fairteilerteam | Als Ansprechpersonen für allgemeine Informationen über Fairteiler dienen, neue Standorte prüfen und Fragen zu Fairteilern bearbeiten. Dafür müssen sie nicht selbst für einzelne Fairteiler verantwortlich sein. |
| Betriebskoordination | Neue Kooperationen abstimmen, Betriebsverantwortliche unterstützen und die geltenden Vorgaben für Kooperationen berücksichtigen. |
| Lokale Meldebearbeitung | Meldungen im vorgesehenen Verfahren bearbeiten. Sanktionen als letztes Mittel. |
| Lokale Schiedsstelle | Die vorgesehene Revisionsfunktion wahrnehmen. |
| Lokale Mediation | Die Kommunikation zwischen Konfliktparteien unterstützen und eine gemeinsame Verständigung ermöglichen. Voraussetzung ist das Einverständnis aller Beteiligten. |
| Verwaltung und foodsaverorganisation | Aufgaben wie die Verifizierung und die Erstellung von Ausweisen übernehmen, soweit die entsprechenden Funktionen verfügbar und zugeordnet sind. |
| Öffentlichkeitsarbeit | Die Sichtbarkeit des Bezirks unterstützen und als Ansprechpersonen für die Öffentlichkeitsarbeit dienen. |
| Abstimmungen | Bezirksweite Umfragen und Abstimmungen vorbereiten, verständlich formulieren und durchführen. |
| Moderation | Die Kommunikation im Forum begleiten und die dafür bereitgestellten Moderationsfunktionen nutzen. |
| Wahlen | Wahlen organisatorisch begleiten und die vorgesehenen Wahlmodalitäten berücksichtigen. |
| Vorstand und Vernetzung örtlicher Vereine | Einen bestehenden örtlichen Vereinsvorstand sichtbar machen und den Austausch zwischen Vereinen unterstützen. |
Eine Vorstands-AG auf der Plattform schafft für sich genommen keinen Vereinsvorstand. Ebenso sind Mediation, Meldebearbeitung und Schiedsstelle unterschiedliche Aufgabenbereiche mit jeweils eigenen Verfahren.
Die Rolle der Botschafter*innen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Botschafter*innen unterstützen die organisatorische Zusammenarbeit und die Vernetzung zwischen den Arbeitsgruppen. Sie können ihre Erfahrung weitergeben, Menschen beim Einstieg in Aufgaben begleiten und Kontakte zu anderen Bezirken oder überregionalen Gruppen vermitteln.
Wenn Aufgaben auf Arbeitsgruppen verteilt werden, verändert sich die Zusammenarbeit: Die Gruppen übernehmen ihre vereinbarten Aufgaben eigenständig, während Botschafter*innen die Abstimmung und das Zusammenspiel unterstützen. Botschafter*innen dürfen auch selbst in GOALS-AGs aktiv sein.
Die in der Präsentation beschriebene hierarchiefreie Ausrichtung bedeutet, Menschen auf Augenhöhe zu begegnen. Unterschiedliche Aufgaben und technische Berechtigungen begründen keine allgemeine Weisungsbefugnis über andere Arbeitsgruppen.
Technische Berechtigungen und inhaltliche Zuständigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Für bestimmte Aufgaben erhalten AG-Administrator*innen zusätzliche Funktionen auf der Plattform. Dazu können Benachrichtigungen, Bearbeitungsmöglichkeiten oder der Zugriff auf eine aufgabenbezogene Übersicht gehören.
Diese Rechte dienen der Erfüllung des jeweiligen Auftrags. Die technische Möglichkeit, eine Änderung vorzunehmen, ersetzt keine inhaltliche Zuständigkeit. Auch eine Adminrolle begründet für sich genommen keine zusätzlichen Stimmrechte.
Technische Berechtigungen dürfen nicht genutzt werden, um vereinbarte Entscheidungswege zu umgehen. Das schützt sowohl die beteiligten Gruppen als auch Menschen mit weitreichenden Rechten davor, zu Änderungen außerhalb der zuständigen Verfahren gedrängt zu werden.
Bei Aufgaben mit Zugang zu persönlichen Daten sind eine passende Einweisung und ein vertrauensvoller Umgang mit diesen Informationen erforderlich.
Nutzung im Bezirk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Am Anfang steht die gemeinsame Frage, welche Aufgaben Unterstützung brauchen und welche Menschen sich daran beteiligen möchten. Darauf aufbauend kann der Bezirk passende Arbeitsbereiche auswählen und deren Aufgaben beschreiben.
Ein möglicher Ablauf ist:
- Bedarf klären: Welche Aufgaben fallen an, und wo fehlen Kapazitäten oder zugängliche Beteiligungsmöglichkeiten?
- Beteiligung ermöglichen: Interessierte und betroffene Personen erhalten Informationen und Gelegenheit zur Mitgestaltung.
- Aufgaben vereinbaren: Zuständigkeiten, Ansprechpersonen und Schnittstellen zu anderen Gruppen werden nachvollziehbar beschrieben.
- Vorgesehene Verfahren durchführen: Soweit für eine Funktion Wahlen oder weitere Voraussetzungen gelten, werden diese berücksichtigt.
- Technische Einrichtung veranlassen: Die benötigten Gruppen und Funktionen werden über den dafür vorgesehenen Weg eingerichtet.
- Zusammenarbeit überprüfen: Die Beteiligten betrachten gemeinsam, ob die Aufgabenverteilung verständlich ist und zum Bedarf passt.
Nach gemeinsamer Abstimmung im Bezirk können passende Bezirksoptionen ausgewählt und Arbeitsgruppen über „AG-Anlegen“ eingerichtet werden. Über die Bezirksoptionen lässt sich beispielsweise die technische Unterstützung für Meldungen oder Mediationen aktivieren: Auf den Profilen der Stammfoodsaver des Bezirks wird dafür ein entsprechender Knopf bereitgestellt.
Für Administrator*innen gehören unter anderem das Betriebsverantwortlichen-Quiz, der Zugang zum AG-Postfach und die Zustimmung zum vertrauensvollen Umgang mit Daten zu den vorgesehenen Voraussetzungen. Bei lokaler Meldebearbeitung, lokaler Schiedsstelle und Verwaltung sind außerdem eine Wahl und besondere Verfahren zur Verwaltung der Mitgliedschaften zu berücksichtigen.
Austausch und Weiterentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Mit GOALS befassen sich zwei Arbeitsgruppen mit unterschiedlichen Schwerpunkten:
| Arbeitsgruppe | Schwerpunkte |
|---|---|
| Organisationsstruktur - GOALS | Gestaltung, Ausarbeitung und Weiterentwicklung des Organisationsansatzes GOALS. |
| Organisationsstruktur - On the road to GOALS | Austausch, Verständnisfragen, gemeinsames Lernen sowie Schulungsmaterialien und Schulungsangebote. |
Die Austauschgruppe sammelt Erfahrungen und offene Fragen. Anregungen zur Weiterentwicklung von GOALS gibt sie an die GOALS-AG weiter. Sie entscheidet nicht über die Organisationsweise anderer Gruppen oder Bezirke.
Die Arbeit am GOALS-Konzept begründet keinen allgemeinen Gestaltungsanspruch für alle Organisationsweisen innerhalb von foodsharing. Die freiwillige Nutzung und der örtliche Gestaltungsraum bleiben grundlegende Bestandteile des Ansatzes.