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von LeanderG

Utopie-Bezirk bei foodsharing

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Utopie hat manchmal einen schlechten Ruf. Sie wird als unmögliches Wunschdenken abgetan. Trotzdem möchten wir in diesem Artikel einen utopischen, das heißt “optimalen” Bezirk beschreiben. Dabei geht es darum, eine Orientierung zu geben, wohin Bezirke versuchen können, sich zu entwickeln. Kein Bezirk ist perfekt, und das ist in Ordnung. Aber wir alle können uns auf den Weg machen, unsere Bezirke entsprechend der Vision und Mission von foodsharing auszurichten, um gemeinsam mehr zu erreichen. Eine Utopie kann dabei helfen. Nicht als Endziel, sondern als Kompass, der eine Richtung vorgibt.

Bezirke haben unterschiedliche Voraussetzungen, die es leichter oder schwerer machen können, bestimmte Ziele zu erreichen. In größeren Bezirken ist es leichter, viele verschiedene AGs und Projekte umzusetzen. In kleineren Bezirken fällt die Koordination und der persönliche Austausch leichter. Aber für einen Utopie-Bezirk braucht es keine perfekten Rahmenbedingungen - die gibt es nirgendwo. Es geht vielmehr darum, das Beste aus dem zu machen, was da ist.

Wie also sähe foodsharing aus, wenn wir unsere eigenen Prinzipien vollständig leben? Was ist möglich, wenn wir als Community an einem Strang ziehen?

Und damit: Willkommen in Utopia!

Zusammenarbeit als Team[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In unserem Utopie-Bezirk wird im Team zusammengearbeitet und Entscheidungen werden gemeinsam getroffen. Damit das gut gelingt, kennen die Aktiven ihre gegenseitigen Stärken und Schwächen und unterstützen sich darin solidarisch. Wie in jedem Bezirk gibt es auch hier natürlich mal Meinungsverschiedenheiten und Konflikte, aber diese werden als Chance gesehen, die Positionen der anderen besser zu verstehen und einen Kompromiss zu finden, der für alle funktioniert.

Die kontinuierliche Einarbeitung von Neuen in unsere Arbeitsprozesse spielt dafür eine wichtige Rolle. Die meisten Aufgaben werden in verschiedenen, meist niedrigschwelligen Arbeitsgruppen erledigt, in die man bei Interesse nach und nach eingearbeitet wird. Dadurch gibt es zu jedem Thema mehrere Personen, die sich damit auskennen und sich gegenseitig unterstützen können.

Rollen wie Admin-Posten oder Botschafter:innen werden durch demokratische Wahlen mit Personen besetzt, die diese Positionen im Sinne der Gemeinschaft nutzen. Dabei wird keine Rolle allein übernommen, sodass es für alle möglich ist, sich auch mal eine Auszeit zu nehmen und so lange vertreten zu werden. Da bei den regelmäßig stattfindenden Bezirkstreffen transparent über getroffene Entscheidungen berichtet wird, sind alle Aktiven darüber im Bilde, was gerade im Bezirk passiert. Wichtige Entscheidungen werden aber ohnehin von der gesamten Community getroffen, entweder bei den Bezirkstreffen oder online durch bezirksweite Abstimmungen.

Bei foodsharing engagieren sich viele Freiwillige, die aufgrund ihrer verschiedensten Lebenssituationen unterschiedliche zeitliche Möglichkeiten mitbringen. Deshalb sind sehr unterschiedliche Level der Mitarbeit möglich. Auch kleinere Beiträge werden wertgeschätzt, sodass Menschen mit wenig Zeit ebenso Aufgaben bei foodsharing übernehmen können, ohne Druck zu verspüren, mehr leisten zu müssen.

Themen und Projekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben den üblichen Lebensmittelrettungen arbeitet der Bezirk an vielfältigen Projekten, die über die reine Symptombekämpfung unseres kaputten Ernährungssystems hinausgehen:

So wird z.B. in großen Kochaktionen die Gemeinschaft gestärkt. In Gemeinschaftsgärten oder durch die Unterstützung solidarischer Landwirtschaft werden Alternativen zur aktuell vorherrschenden Agrar- und Lebensmittelindustrie greifbar. Der Bezirk pflegt gute Kontakte zur örtlichen Verwaltung und anderen zivilgesellschaftlichen Organisationen und bringt so immer wieder eine kritische und konstruktive Perspektive auf unser Ernährungssystem ein.

Statt nur im Einzelhandel Lebensmittelreste zu retten, wird an jedem Schritt der Lieferkette angesetzt: vom Anbau über Verarbeitung, Groß- und Einzelhandel bis hin zu den Privathaushalten. Dabei geht es nicht nur darum, Reste zu retten, sondern möglichst zu verhindern, dass diese überhaupt entstehen. So werden nicht nur Fairteiler betrieben, über die Reste weitergegeben werden können, sondern durch Bildungsarbeit auch darüber aufgeklärt, wie man Überschüsse Zuhause direkt vermeidet. Lebensmittelunternehmen werden beraten, wie sie ihre Überproduktion eindämmen können, statt dort nur Reste zu retten.

Für all das werden immer wieder neue und kreative Aktionsformen und Projekte erprobt. Um dabei das Rad nicht ständig neu zu erfinden, steht der Bezirk natürlich im dichten Austausch mit anderen Bezirken.

Wirken über die Bezirksgrenzen hinaus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unser Utopie-Bezirk dreht sich nicht nur um sich selbst, sondern ist mit anderen (Nachbar-)Bezirken vernetzt. So kann man aus Situationen in anderen Bezirken lernen und gute eigene Ideen weitergeben.

Denn allen ist klar, dass kein Bezirk allein unser gesamtes Ernährungssystem gerechter machen kann. Daher bringen sich einige auch in den überregionalen Strukturen von foodsharing ein und werden dabei von ihrem Bezirk unterstützt. Auf diese Weise bringt der Bezirk foodsharing als Ganzes weiter.

'Artikel von: Zukunftsvision   (Kontakt)