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Version vom 23. Oktober 2026, 19:34 Uhr
GOALS - Gruppenorientiertes Aufgaben-Lösungs-System[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Konzept und Grundpfeiler der Zusammenarbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Die Grundlage für diesen Artikel ist die GOALS-Präsentation „GOAL-System“. GOALS steht für Gruppenorientiertes Aufgaben-Lösungs-System. Es ist ein Organisationsansatz innerhalb von foodsharing, mit dem Bezirke Aufgaben auf mehrere Arbeitsgruppen verteilen können. Menschen können sich gezielt dort einbringen, wo ihre Interessen, Stärken und zeitlichen Möglichkeiten liegen. Passende technische Berechtigungen unterstützen die eigenständige Arbeit dieser Gruppen.
Die Grundlage bilden demokratische Partizipation, Subsidiarität, Transparenz sowie maximale Freiheit und Gestaltungsraum unter Achtung der Individualität. Aus diesen Grundsätzen ergeben sich die organisatorischen und technischen Lösungen.
GOALS ist freiwillig und kann nach Bedarf genutzt werden. Es ist eine von mehreren Möglichkeiten, die Zusammenarbeit innerhalb von foodsharing zu organisieren. Der Ansatz erhebt keinen Anspruch, die Organisationsstruktur von foodsharing insgesamt zu sein oder überall eingeführt werden zu müssen.
Ausgangspunkt und Ziele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Viele Aufgaben eines Bezirks waren technisch eng an die Botschafterinnenrolle gebunden. Auch wenn andere Menschen bei einzelnen Themen unterstützen wollten, konnten fehlende Berechtigungen ihre Mitarbeit erschweren. Zugleich mussten Botschafterinnen zahlreiche unterschiedliche Aufgaben abdecken.
GOALS ermöglicht eine gezieltere Verteilung dieser Aufgaben. Arbeitsgruppen erhalten einen überschaubaren Aufgabenbereich und die dafür vorgesehenen Funktionen. Dadurch können mehr Menschen Verantwortung übernehmen, ohne sämtliche Aufgaben einer Botschafter*innenrolle übernehmen zu müssen.
Der Ansatz soll die Zusammenarbeit auf mehrere Schultern verteilen, Ansprechpersonen sichtbar machen und Raum für eigene Ideen schaffen. Menschen können Erfahrungen sammeln und sich bei Interesse für weitere Aufgaben qualifizieren. Die gemeinsame Arbeit und die Wertschätzung ihrer Beiträge sollen ihre Verbundenheit mit foodsharing stärken.
Die vier Grundpfeiler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Demokratische Partizipation und Konsent[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Menschen sollen die Zusammenarbeit mitgestalten können, von der sie betroffen sind. Dazu brauchen sie verständliche Informationen und eine angemessene Gelegenheit, Vorschläge einzubringen, Fragen zu stellen und Einwände zu äußern.
Konsent bedeutet, nach einer Lösung zu suchen, gegen die kein schwerwiegender, begründeter Einwand besteht. Nicht jede Person muss einen Vorschlag für die bestmögliche Lösung halten. Entscheidend ist, ob er mit Blick auf das gemeinsame Ziel tragbar ist. Einwände helfen dabei, Probleme zu erkennen und Vorschläge zu verbessern.
Beteiligung soll auch für Personen möglich sein, die nicht regelmäßig an Treffen teilnehmen können. Wesentliche Informationen und Ergebnisse müssen deshalb nachvollziehbar zugänglich sein. Schweigen gilt nicht automatisch als Zustimmung.
Dieser Grundpfeiler beschreibt die angestrebte Zusammenarbeit. Für formale Wahlen und andere ausdrücklich geregelte Entscheidungen gelten die jeweils vorgesehenen Verfahren.
Subsidiarität[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Aufgaben und Entscheidungen sollen möglichst dort bearbeitet werden, wo die betroffenen Menschen und die notwendige Erfahrung zusammenkommen. Eine Arbeitsgruppe soll ihren vereinbarten Aufgabenbereich eigenständig gestalten können.
Andere Gruppen können den Austausch von Wissen und Erfahrungen ermöglichen. Überregionale Arbeitsgruppen, sofern vorhanden, dienen ausschließlich diesem Austausch. Sie greifen nicht in örtliche Aufgaben oder Entscheidungen ein und haben keine Weisungsbefugnis gegenüber lokalen Gruppen. Im Sinne der Subsidiarität bleiben Zuständigkeit und Entscheidungsverantwortung bei den jeweiligen örtlichen Gruppen.
Wenn eine Frage mehrere Arbeitsbereiche betrifft, stimmen sich die Beteiligten miteinander ab. Subsidiarität verbindet eigenständiges Handeln mit Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung.
Transparenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Es soll erkennbar sein, welche Gruppe welche Aufgaben übernimmt, wer ansprechbar ist und wie Entscheidungen zustande kommen. Dazu gehören nachvollziehbare Aufgabenbeschreibungen, zugängliche Arbeitsstände und die Dokumentation wesentlicher Ergebnisse.
Die Anzeige von AG-Administratorinnen in der Bezirksübersicht unterstützt diese Orientierung. Hilfreich ist auch, sichtbar zu machen, in welcher Rolle die einzelnen Personen die Admintätigkeit übernommen haben und welche Aufgaben sie übernehmen. Nicht jede Person mit Adminrechten muss sich um alle Aufgaben einer AG kümmern; die Administratorinnen können diese untereinander aufteilen. Darüber hinaus braucht es eine verständliche Kommunikation über Zuständigkeiten, Vorschläge und vereinbarte Abläufe.
Transparenz berücksichtigt den Schutz persönlicher Informationen. Vertrauliche Meldungen und persönliche Konflikte gehören in die dafür vorgesehenen geschützten Verfahren.
Maximale Freiheit und Gestaltungsraum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
GOALS soll Menschen und Gruppen möglichst viel Raum geben, ihre Zusammenarbeit passend zu ihren Bedürfnissen zu gestalten. Unterschiedliche Interessen, Erfahrungen und zeitliche Möglichkeiten werden respektiert.
Bezirke können diejenigen Aufgabenbereiche nutzen, für die vor Ort Bedarf und Bereitschaft bestehen. Sie müssen weder alle Module gleichzeitig einführen noch die konkrete Ausgestaltung eines anderen Bezirks übernehmen.
Was in einer großen Stadt gut funktioniert, kann für einen kleinen oder neu entstehenden Bezirk unpassend sein. Örtliche Erfahrungen können anderen als Anregung dienen. Daraus entsteht keine allgemeine Vorgabe.
Dieser Gestaltungsraum besteht im Rahmen der geltenden Grundlagen von foodsharing und der jeweiligen Zuständigkeiten. Bei Auswirkungen auf andere Gruppen ist eine gemeinsame Abstimmung erforderlich.

Aufbau und Arbeitsweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Modular[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
GOALS teilt Aufgabenbereiche in einzelne Arbeitsgruppen auf. Für bestimmte Gruppen sieht die Plattform passende Berechtigungen vor, die deren Administrator*innen die Bearbeitung ihrer Aufgaben ermöglichen.
Es kann auch Arbeitsgruppen ohne technische Berechtigungen geben, wenn diese für die Erfüllung der zugeteilten Aufgabe nicht erforderlich sind.
Die Verbindung zwischen Aufgabe und Berechtigung soll eigenständiges Arbeiten erleichtern. Eine Gruppe braucht dafür einen verständlichen Auftrag und eine gemeinsame Vorstellung davon, wie sie zusammenarbeitet.
Optional und flexibel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Ein Bezirk kann einzelne Module nach Bedarf nutzen und seine Struktur schrittweise entwickeln. Entscheidend sind die Aufgaben vor Ort und die Menschen, die sie übernehmen möchten.
Auch für Bezirke ohne Botschafter*innen beschreibt die Präsentation die Möglichkeit, einzelne Arbeitsgruppen zum Aufbau der Zusammenarbeit zu nutzen. Welche Einrichtung und Unterstützung dafür erforderlich ist, richtet sich nach den vorgesehenen Verfahren.
Befähigung und fachliche Unterstützung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]
Foodsaver sollen sich entsprechend ihren Interessen und Kapazitäten einbringen können. Eine klar umrissene Aufgabe kann den Einstieg erleichtern und ermöglichen, Verantwortung schrittweise zu übernehmen.
Überregionale Fachgruppen können lokale Gruppen durch Schulungen, Materialien und Erfahrungsaustausch unterstützen. So lässt sich Wissen weitergeben, während die Gruppen ihre Aufgaben vor Ort eigenständig bearbeiten.
