Zuletzt bearbeitet vor 4 Wochen
von SophiaH

Polka:Foodsharing und Politik: Unterschied zwischen den Versionen

K Schützte „Foodsharing und Politik“ ([Bearbeiten=Nur Administratoren erlauben] (unbeschränkt) [Verschieben=Nur Administratoren erlauben] (unbeschränkt)) [kaskadierend]
SophiaH (Diskussion | Beiträge)
KKeine Bearbeitungszusammenfassung
Markierung: Quelltext-Bearbeitung 2017
 
(40 dazwischenliegende Versionen von 6 Benutzern werden nicht angezeigt)
Zeile 1: Zeile 1:
Im Folgenden verstehen wir unter politisch nur jene Veranstaltungen/Räume/Initiativen/etc., die die gleichen Themen wie foodsharing behandeln. Das bedeutet, dass diese Initiativen etc. explizit die Themen Nachhaltigkeit oder Lebensmittelverschwendung behandeln sollen. Alle anderen politischen Initiativen (wie z.B. Mahnwachen) sind wundervoll und können persönlich unterstützt werden, aber nicht im Namen von foodsharing. (Keine Flyer auslegen, keine Poster aufhängen, etc.)
{{SEITENTITEL: foodsharing und Politik }}
{{Wiki-Artikel-Typ|Typ=2 (Info-Artikel)}}'''foodsharing ist politisch!'''


Seit 2012 setzt sich foodsharing gegen Lebensmittelverschwendung ein: Unsere [https://wiki.foodsharing.de/Vision_und_Mission Vision] ist es, diese Verschwendung zu beenden und so foodsharing letztendlich überflüssig zu machen.


Die Lebensmittelverschwendung erfolgt auf vielen verschiedenen Ebenen: Von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zur Endverbraucher*in landen noch genießbare Lebensmittel in der Tonne: Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, werden aussortiert, es wird unachtsam mit ihnen umgegangen oder sie werden durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen. Damit werden auch die Energie, Zeit und Ressourcen, die in den Lebensmitteln stecken, einfach entsorgt. Der [https://www.google.com/url?q=https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf&sa=D&source=docs&ust=1779559743806441&usg=AOvVaw1FfUZ_Qr50-Sw5M0cGkOU7 WWF schätzt], dass so insgesamt zehn Prozent aller Treibhausgasemissionen auf Lebensmittelverschwendung zurückgehen.


=='''Veranstaltungen'''==
Lebensmittelverschwendung ist damit ein strukturelles Problem. Solange wir bei foodsharing, aber auch anderen Organisationen Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass diese im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht – im Gegenteil, wir sorgen dafür, dass das Problem bei den Verursachenden weniger gegenwärtig ist. Deshalb müssen wir hinterfragen, welche Strukturen oder Verhaltensweisen zu dem Problem führen. Wir bei foodsharing können durch unser Handeln, z. B. indem wir beim Fairteilen auf die Ursachen der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen, ein Bewusstsein in der Gesellschaft für die strukturellen Probleme schaffen und überlegen, wie eine Lösung aussehen könnte.


Wir wollen, dass Lebensmitteln in unserer Gesellschaft wieder ihr gerechter Wert zugeschrieben wird. Nur wenn wir gemeinsam als Community daran arbeiten, erfüllen wir unsere Mission und kommen unserer Vision ein Stück näher.


== Unsere Forderungen ==
Wir möchten die Lebensmittelverschwendung an der Wurzel packen. Doch dafür braucht es mehr als das bloße Retten von übriggebliebenen Lebensmitteln aus Betrieben oder Aufklärung von Konsument*innen. Stattdessen muss sich politisch etwas bewegen: Wir benötigen verbindliche Reduktionsziele für die Verschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Außerdem müssen aktuell bestehende Handelsnormen überdacht und gelockert werden sowie Organisationen, die Lebensmittel retten oder Bildung rund um das Thema Ernährung anbieten, gestärkt werden. Dafür und für vieles mehr setzt sich foodsharing auf politischer Ebene ein. Der folgende Abschnitt des Wiki-Artikels bietet eine Übersicht über einige der aktuellen Missstände und mögliche Lösungsansätze, für die wir uns engagieren. Wenn ihr mehr über die zugrunde liegenden Zahlen und Studien wissen möchtet, dann schaut in den Wiki-Artikel [[Polka:Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage|„Zahlen bitte – Lebensmittelverschwendung: Die Datenlage“]].
=== Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ===
<u>Das Problem:</u>
Lebensmittelverschwendung findet entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zum Endverbrauch statt. Die Politik adressiert allerdings aktuell nur die Verbraucher*innen mit Aufklärungskampagnen wie „Zu gut für die Tonne“ und den Handel mit freiwilligen „Verpflichtungen“. Das Wegwerfen von noch genießbaren Waren in Lebensmittelbetrieben wird aktuell nicht sanktioniert. Dazu kommt, dass ein großer Teil der Lebensmittelverschwendung von der Politik nicht berücksichtigt wird, da er in der Wertschöpfungskette vor dem Handel liegt: Verschiedene Handelsstandards und Qualitätsanforderungen, die bestimmte Ansprüche z. B. an das Aussehen von Obst und Gemüse stellen, führen dazu, dass gute und sehr wohl genießbare Lebensmittel überhaupt nicht in den Handel gelangen.
So werden genießbare Lebensmittel noch auf dem Hof vernichtet. Ein Bericht vom WWF aus dem Jahr 2022 zeigt, dass die Lebensmittelverluste in der Landwirtschaft deutlich höher sind als bisher angenommen. Auf dieser Datenbasis hat die Deutsche Umwelthilfe berechnet, dass in der Landwirtschaft 16,5 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr verschwendet werden, anstatt der 0,2 Millionen Tonnen, die vom Agrarministerium in Deutschland kommuniziert werden.
Da diese nicht geernteten Produkte nach der geltenden EU-Regelung nicht als “Lebensmittel” definiert sind, werden sie auch nicht erfasst.
<u>Mögliche Lösungsansätze:</u>
foodsharing fordert, dass Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette mittels verpflichtender Regelungen reduziert wird. Dabei muss eine besondere Berücksichtigung den Vor-Handels-Verlusten gelten. Die EU-Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken ist ein erster guter Ansatz dafür: Sie verbietet schädliche Handelspraktiken wie z. B. kurzfristige Bestellungsstornierungen oder einseitige Änderungen von Lieferbedingungen durch einen einzelnen Vertragspartner. Allerdings geht die Richtlinie nicht weit genug; beispielsweise greift sie nicht bei der Problematik von ästhetischen Standards im Handel. Hier muss dringend nachgebessert werden, denn dort besteht noch Potenzial zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung.
=== Steuerliche Anreize für Lebensmittelspenden ===
<u>Das Problem:</u>
Wenn Supermärkte Lebensmittel spenden möchten, stellt das für sie einen zusätzlichen Aufwand dar: Sie müssen die Lebensmittel sortieren, lagern und mit Organisationen wie z. B. der Tafel Abholtermine festlegen. Zudem müssen in Deutschland für gespendete Lebensmittel Steuern gezahlt werden. Eine Ausnahme dabei ist, wenn die Unternehmen nachweisen können, dass die Lebensmittel zu dem Zeitpunkt der Spende einen finanziellen Wert von 0 Euro innehaben. Eine Lebensmittelspende ist also mit einem zusätzlichen Personal- sowie Verwaltungsaufwand verbunden, weshalb es für Betriebe im Arbeitsalltag einfacher sein kann, Lebensmittel zu entsorgen, anstatt sie zu spenden.
<u>Mögliche Lösungsansätze:</u>
Ein möglicher Lösungsansatz kommt aus unserem Nachbarland Frankreich: Dort gilt für Supermärkte ab einer bestimmten Betriebsgröße ein Wegwerfverbot, sodass sie ihre aussortierten Lebensmittel zur Spende anbieten müssen. Damit die Lebensmittelspende attraktiv ist, können die Supermärkte sogar 60 Prozent des Einkaufspreises der Lebensmittel von der Steuer absetzen.  Um die kostenfreie Weitergabe von Lebensmitteln zusätzlich zu erleichtern, könnte zur Dokumentation von Lebensmittelspenden das vereinfachte Lieferscheinverfahren angewandt werden. Dieses Verfahren dient zur Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und ist unbürokratischer als das übliche Verfahren.
=== Mehr Rechtssicherheit für Lebensmittelrettungsorganisationen ===
<u>Das Problem:</u>
Seit 30 Jahren sind die Tafeln nun schon in Deutschland aktiv, foodsharing feierte 2022 sein zehnjähriges Jubiläum und zahlreiche kleinere Organisationen engagieren sich bei der Lebensmittelrettung. An Initiativen zur Lebensmittelrettung mangelt es also nicht – und trotzdem landet in Supermärkten immer noch aussortierte, aber genießbare Ware im Müll. Das liegt auch an rechtlichen Unsicherheiten bei der Weitergabe von Lebensmitteln, wie z. B. Haftungsrisiken.
Zunächst einmal gilt für jede Person, dass sie nur sichere Lebensmittel weitergeben darf – unabhängig davon, ob sie gewerblich oder privat handelt. Wer allerdings regelmäßig Lebensmittel weitergibt, egal ob gegen Geld oder kostenfrei, gilt rechtlich als Lebensmittelunternehmer. Lebensmittelunternehmer haben weitere Pflichten, wie beispielsweise die Kennzeichnung von Allergenen in Lebensmitteln oder die Dokumentationspflicht von Warenein- und -ausgängen. foodsharing und auch Fairteiler werden aktuell teilweise als Lebensmittelbetriebe eingestuft, wodurch zusätzliche Haftungsrisiken für die Weitergabe von Lebensmitteln entstehen.
<u>Mögliche Lösungsansätze:</u>
Wir fordern bundesweit einheitlich geltende politische Rahmenbedingungen, die die Weitergabe von Lebensmitteln rechtlich absichern. Ein Vorbild dafür ist das „Gute-Samariter-Gesetz“, welches in Italien gilt und Lebensmittelrettungsorganisationen wie die Tafel rechtlich als Endverbraucherin einstuft, ohne dass die Hygienestandards darunter leiden. Ein ähnliches Gesetz wäre auch für Deutschland denkbar und wird von der Tafel und foodsharing bereits gefordert.
=== Anpassungen des Mindesthaltbarkeitsdatums ===
<u>Das Problem:</u>
Gerade in privaten Haushalten kommt es immer wieder zu Missverständnissen bezüglich  des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Das MHD ist allerdings keine Haltbarkeitskennzeichnung, sondern lediglich eine Qualitätsgarantie für die Produkteigenschaften. In etwa der Hälfte aller Fälle prüfen Privatpersonen aber nicht, ob das Lebensmittel noch genießbar wäre: 45,7 Prozent aller entsorgten Lebensmittel mit Wegwerfgrund „MHD überschritten“ werden in ungeöffneter Verpackung entsorgt. Das Verbrauchsdatum (VD) beschreibt dagegen die Lebensmittelsicherheit. Lebensmittel, die das VD überschritten haben, sollten nicht mehr verzehrt und dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden.
Die Vergabe des MHD liegt im Ermessen des Herstellers. So kann es sein, dass gleichartige Produkte verschiedener Hersteller unterschiedliche Mindesthaltbarkeitsangaben aufweisen. Das ist für die Konsumierenden oft intransparent. Beispielsweise kann ein Hersteller ein kurzes MHD angeben, um bei den Verbraucher*innen mehr Frische zu suggerieren oder seine Warenströme besser leiten zu können. Auch bei saisonal verkaufter Ware wie Weihnachtsschokolade wird das MHD zeitlich so begrenzt, dass die Produkte in der nächsten Saison nicht mehr verkauft werden können.
<u>Mögliche Lösungsansätze:</u>
Wir setzen uns dafür ein, dass das MHD für Produkte mit sehr langer Haltbarkeit wie z. B. Reis oder Nudeln abgeschafft wird.
Für Produkte, die weiterhin MHD-pflichtig sind, muss die Willkürlichkeit bei der Festlegung des MHD aufgehoben werden, sodass die Vergabe nur noch nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgt. Zusätzlich dazu sollten die aktuellen EU-Datumskennzeichnungsregeln überarbeitet werden, um Missverständnisse auf Seiten der Verbraucher*innen bezüglich der Bedeutung von MHD und VD zu vermeiden. Die beiden Arten der Datumskennzeichnung sollten durch ein Piktogramm visualisiert und/oder durch eine differenzierte Wortwahl deutlich zu unterscheiden sein.
Die EU hat bereits angekündigt, die Vergabe des MHD zu überarbeiten und wägt aktuell mehrere Optionen dazu ab.
=== Ernährungsbildung & die Wertschätzung von Lebensmitteln verbindlich stärken ===
<u>Das Problem:</u>
Essgewohnheiten und der Umgang mit Lebensmitteln werden bereits im frühen Alter maßgeblich geprägt. Ernährungsbildung muss deshalb bereits in der Kita beginnen, sodass die Wertschätzung von Lebensmitteln innerhalb der Gesellschaft gefördert wird. Das Bewusstsein der nächsten Generation bezüglich des Umgangs mit Ressourcen muss geschärft werden, um diese zum nachhaltigen Handeln zu befähigen.
<u>Mögliche Lösungsansätze:</u>
Wir setzen uns dafür ein, dass die Ernährungsbildung im Lehrplan aller Bundesländer verankert und dabei das Thema Lebensmittelverschwendung besonders berücksichtigt wird. Außerdem muss der Zusammenhang von Klima- und Umweltschutz mit unserer Ernährung vermittelt werden. Dazu wünschen wir uns Weiterbildungen für Lehrkräfte, Bildungsbeauftragte und Erzieher*innen. Die [https://www.foodsharing-akademie.org/ foodsharing-Akademie] stellt bereits Materialien zu dem Thema bereit und hilft dabei, Wissen über Lebensmittel und deren Wertschätzung zu vermitteln.
== foodsharing und Parteipolitik ==
=== Unsere Grundsätze zur politischen Arbeit ===
foodsharing arbeitet unabhängig von politischen Parteien und Konfessionen. Unsere Handlungen haben einen politischen Hintergrund, aber wir unterstützen aktiv keine Parteien.
Parteipolitische oder religiöse Überzeugungen der einzelnen Freiwilligen betrachten wir als deren Privatsache.
Im Rahmen von foodsharing dulden wir keine diskriminierenden, rassistischen, sexistischen, diffamierenden und menschenverachtenden Vorgehensweisen oder Äußerungen. foodsharing kooperiert daher nicht mit Parteien, Organisationen, Betrieben oder Einzelpersonen, die öffentlich rassistische, antisemitische, sexistische oder sonstige menschenverachtende Positionen vertreten.
foodsharing als der Nachhaltigkeit verpflichtete Umweltbewegung betrachtet eine drastische Reduzierung der Lebensmittelverschwendung als eine ethische, ökologische und klimapolitische Notwendigkeit.
foodsharing setzt sich deshalb für ein ressourcenschonendes, zukunftsfähiges Ernährungssystem und eine umfassende Eindämmung der Emission von Treibhausgasen ein.
=== Was bedeutet das in der Praxis? ===
Die politische Tätigkeit im Rahmen von foodsharing muss sich auf Veranstaltungen und Initiativen beschränken, welche die gleichen Themen wie foodsharing behandeln, vor allem ökologische Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung mit allen klimatischen und ethischen Auswirkungen.
Alle anderen politischen Initiativen können persönlich unterstützt und beworben werden, aber nicht im Namen von foodsharing. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei foodsharing-Veranstaltungen oder in foodsharing-Räumlichkeiten keine Flyer ausgelegt und keine Poster aufgehängt werden dürfen, die von diesen anderen Initiativen stammen.
Um mehr Aufmerksamkeit für die Ideen und Grundsätze von foodsharing zu erreichen, treten wir mit vielen Menschen in den Dialog. Sofern eine Organisation oder Partei nicht den foodsharing Grundsätzen widerspricht, ist auch ein Austausch mit politischen Entscheidungsträger*innen möglich.  
=== Dos and Don’ts ===
Die folgenden Beispiele dienen als Orientierungshilfe:
{| class="wikitable"
{| class="wikitable"
|-
|-
! Was !! Ja/Nein !! Begründung
! style="" | Ja !! style="" | Nein
|-
|-
| Sollen wir einen Infostand bei der Veranstaltung einer Partei (Beispiel “Die Grünen”) machen?
| style="" | Infostand bei Straßenfesten, Stadtteilfesten u.Ä. || style="" | Infostand bei Parteiveranstaltungen
|| Nein
||
Ein Infostand bei einer Veranstaltung würde eine gewisse Zugehörigkeit vermitteln.
|-
|-
| Wir werden angefragt, bei einer Veranstaltung einer Partei als ExpertIn foodsharing vorzustellen und zum Thema Lebensmittelverschwendung zu berichten.
| style="" | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von FridaysForFuture, ProVeg|| style="" | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von Pegida, Querdenken, Deutsche Wohnen &Co enteignen
|| Ja
||
Da wir hier lediglich für einen externen Vortrag und nicht während der gesamten Veranstaltung anwesend sind, wird eine Zugehörigkeit nicht vermittelt.
|-
|-
|  
| style="" | Foodsaver bringen Lebensmittel zu oder retten Lebensmittel bei einer Partei, einer politischen oder einer kirchlichen Initiative || style="" | Foodsaver:innen retten Lebensmittel bei Parteien, politischen oder kirchlichen Initiativen oder bringen Lebensmittel dorthin, wenn diese gegen die oben genannten Grundsätze verstoßen.
Straßenfeste, Stadtteilfeste und ähnliche Veranstaltungen
|| Ja
||
Da solche Veranstaltungen selten einen politischen oder religiösen Hintergrund haben und offen für alle sind, sind sie sehr willkommen!
(Achtung: Wenn es  Essensverkaufsstände/KuchenspendenStände gibt und ihr LM verteilen wollt, klärt dies vorher ab, da es sonst unschön auffallen könnte, wenn ihr dazu in Konkurrenz tretet. Ein Infostand sollte kein Problem sein. Ansonsten könnt ihr bei den Ständen nach dem Fest noch Lebensmittel retten, wenn etwas übrigbleibt.)
|-
|-
| Wir werden gebeten, zu einer Feier/Demo etc. einer Partei Lebensmittel zu bringen (ohne dass wir dabei genannt oder gezeigt werden oder als foodsharing auftreten).
| style="" | Foodsaver treten als Expert*innen über foodsharing und Lebensmittelverschwendung bei einer Veranstaltung einer Partei oder Organisation auf - außer die Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. || style="" | Foodsaver rufen im Namen von foodsharing und auf der foodsharing-Plattform zur Teilnahme an einer politischen Veranstaltung auf, die nichts mit Nachhaltigkeit oder Lebensmittelverschwendung zu tun hat.  
|| Ja (unter Vorbehalt)
||  
Prinzipiell wollen wir nicht als kostenloses Cateringunternehmen verstanden werden, darum sollte man sich genau überlegen, bei welchen Anfragen man sich diesbezüglich die Mühe macht. In diesem Fall würdest Du als Privatperson und nicht im Namen von foodsharing auftreten.  
|-
|-
| Wir werden gebeten, zu einer Feier/Demo etc. einer Partei Lebensmittel zu bringen. Als Dank möchte man uns erwähnen und wir dürfen Flyer auslegen.
| style="" | Foodsaver bringen Flyer, Poster etc mit Inhalten von foodsharing in Umlauf.
|| Nein
||  
Inhaltliche Positionen der Parteien zum Thema Lebensmittelverschwendung werden durch Foodsaver kommuniziert, verglichen und kommentiert.
Prinzipiell wollen wir nicht als kostenloses Cateringunternehmen verstanden werden, außerdem würde man hier wieder eine gewisse Parteienzugehörigkeit vermuten.
Foodsaver führen Hintergrundgespräche zu den Themen Lebensmittelverschwendung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in parteipolitischen Kontexten, z.B. mit Abgeordneten, außer die betreffende Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze.  
| style="" | Foodsaver werben im Namen oder im Rahmen von foodsharing für einzelne Parteien.
|-
|-
|  
|In eine Bürgersprechstunde eines Politiker/einer Polikterin gehen und für foodsharing-Themen und -Positionen werben.  
Wir haben die Möglichkeit, einen Infostand bei einer politischen Initiative ohne parteipolitischen Hintergrund (Kost-Nix-Laden, etc.) zu besetzen.
 
|| Ja (unter Vorbehalt)
Teilnahme an Podiumsdiskussionen.
||
 
Bitte besprecht immer ganz genau, welche Initiativen “unterstützenswert” sind und welche foodsharing in ein extremes/negatives Licht rücken könnten. Informiert euch genau, wer im Hintergrund der Initiativen steht bzw. diese finanziert (Hanfparade wird z.B. von der Piratenpartei unterstützt).
'''Initiativ''' Politiker:innen per E-Mail anschreiben, um foodsharing-Forderungen einzubringen oder um ein persönliches Gespräch zu bitten.
|Während eines Wahlkampfs erscheint foodsharing im direkten Kontext mit einer kandidierenden Person, z. B. durch öffentlichkeitswirksame Spenden für einen Fairteiler von Kandidierenden im Wahlkampf.
(Hintergrund: Wir wollen uns vor Instrumentalisierung durch eine politische Partei für den eigenen Wahlkampf schützen. '''Insbesondere in Wahlkampfzeiten sollten öffentlichkeitswirksame Auftritte mit Politiker*innen vermieden werden''').
|-
|-
|  
|Politiker*innen verschiedener Parteien zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen wie einer Eröffnung eines Fairteilers einladen.
Wir haben die Möglichkeit, einen Infostand bei einer politischen Initiative mit parteipolitischem Hintergrund zu besetzen.
 
|| Nein
Bürgermeister*in und hochrangige Verwaltungsvertreter*innen zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen.
||
|Politiker*innen von Parteien, welche gegen oben genannte Grundsätze verstoßen, zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen.
Ein Infostand bei einer Veranstaltung würde eine gewisse Zugehörigkeit vermitteln.
 
|-
Nur Politiker*innen einer einzigen Partei zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen einladen (da unsere politische Unabhängigkeit angezweifelt werden könnte).  
|
Ich möchte privat meine geretteten Lebensmittel zu einer großen Partei/einer politischen oder kirchlichen Initiative bringen.
|| Ja
||
Jedem Foodsaver ist selber überlassen, was er mit den geretteten Lebensmitteln macht. Bitte dann aber als Privatperson auftreten und nicht im Namen von foodsharing, also auch keine Flyer verteilen und keine Betriebe nennen.  
|}
|}
Falls du dir unsicher bist, wende dich per Mail an: politik@foodsharing.network.
== Arbeitsgruppe Politische Kampagnen ==
In der Arbeitsgruppe Politische Kampagnen (AG PolKA) treffen sich engagierte Foodsaver*innen auf überregionaler Ebene, um gemeinsam politische Arbeit zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise:
* Vorbereitung öffentlichkeitswirksamer Kampagnen,  z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung
* Forderungen und Stellungnahmen zu politischen Themen ausarbeiten
* Petitionen gegen Lebensmittelverschwendung und für mehr Lebensmittelwertschätzung anstoßen und begleiten
* Wahlprüfsteine vor Bundestags- oder Europawahlen vorbereiten: Wahlprüfsteine sind Fragen, die den zur Wahl stehenden Parteien geschickt werden und die diese beantworten – die Antworten werden von uns gegenübergestellt und in der Community bzw. öffentlich geteilt, um zu vergleichen, welche Parteien sich für unsere Anliegen in welcher Form einsetzen
* Lobbyarbeit mit unseren Bündnispartner*innen für mehr Lebensmittelwertschätzung und die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette


Die Protokolle können auf der foodsharing Plattform im Europaforum [https://foodsharing.de/region?bid=741&sub=forum&tid=175788 gelesen] und [https://foodsharing.de/region?bid=741&sub=forum&tid=175789 diskutiert] werden.


=='''Fair-Teiler'''==
=== Wie kann ich zu politischer Arbeit beitragen? ===
Du kannst ganz einfach:


* foodsharing-Kampagnen in deinem Bezirk organisieren, z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung
* an Demonstrationen teilnehmen, die inhaltlich mit den foodsharing-Forderungen zur ökologischen Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung übereinstimmen
* Petitionen unterschreiben und weiterverbreiten
* mit den Abgeordneten aus deinem Wahlkreis einen Termin vereinbaren und mit ihnen über Lebensmittelverschwendung und die foodsharing-Forderungen sprechen – beachte dafür den Leitfaden für Gespräche mit Menschen aus der Politik und sprich dich mit den Botschaftenden deines Bezirks ab
* dich innerhalb der [https://foodsharing-staedte.org/de/ideenkatalog foodsharing-Städte] vernetzen und in deinem Bezirk durch Dialoge, z. B. mit dem Gemeinde- oder Stadtrat sowie der Verwaltung gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen


{| class="wikitable"
Du möchtest dich aktiv in die überregionale politische Arbeit von foodsharing einbringen? Du bist in der AG PolKa herzlich willkommen! Bewirb dich für die AG und erzähle etwas von deiner Motivation.
|-
 
! Wo? !! Ja/Nein !! Begründung
Wende dich bei Fragen an [mailto:politik@foodsharing.network politik@foodsharing.network].
|-
 
|
=== Was wollen wir damit erreichen? ===
In Partei-Räumlichkeiten
Lebensmittelverschwendung ist ein strukturelles Problem. Sie entsteht, weil Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, aussortiert werden, weil unachtsam mit ihnen umgegangen wird oder weil sie durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen werden. Solange wir Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass die Lebensmittel im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht. Deshalb wünschen wir uns einen politischen Diskurs: Welche Strukturen oder Verhaltensweisen führen zu dem Problem? Wo können wir Bewusstsein für solche Missstände schaffen? Und wie könnte eine Lösung aussehen? Wir möchten diesen Diskurs nach innen in unsere foodsharing-Community und nach außen in die Öffentlichkeit und die Politik tragen. Denn so sensibilisieren wir für das zugrunde liegende Problem und können es so wirklich an der Wurzel packen.  
||
 
Nein
== Arbeit in Bündnissen ==
||
foodsharing ist Teil von mehreren Bündnissen, die sich für eine Wende hin zu einer nachhaltigen Ernährung einsetzen:
Dieses würde eine parteipolitische Zugehörigkeit vermitteln und diese wollen wir absolut nicht.
 
|-
'''[https://buendnislebensmittelrettung.de/ueber-uns/ Bündnis Lebensmittelrettung]'''
|
 
In Räumen mit politischer Gesinnung und parteipolitischem Hintergrund.
Das Bündnis Lebensmittelrettung wurde 2018 von foodsharing mitgegründet, um sich politisch für eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette einzusetzen. Das Bündnis plant Kampagnen und Aktionen, führt Gespräche mit Abgeordneten und Ministeriumsmitarbeitenden und stellt [https://buendnislebensmittelrettung.de/unsere-forderungen/ Forderungen] zur aktuellen Politik. Weitere bekannte Mitglieder sind: WWF, Deutsche Umwelthilfe und To Good To Go.
||
 
Nein
'''[https://www.wir-haben-es-satt.de/ueber-uns/traegerkreis Wir haben es satt Bündnis]'''
||
 
Dieses würde eine parteipolitische Zugehörigkeit vermitteln und diese wollen wir absolut nicht.
Das Bündnis setzt sich zusammen aus Landwirt*innen, Naturschutzorganisationen und weiteren Gruppen mit Bezug zu Landwirtschaft und Ernährung. Jedes Jahr wird zum Auftakt der Agrarmesse „Grüne Woche“ in Berlin eine Demonstration organisiert, die auch foodsharing als Teil des Trägerkreises unter dem Motto „Wir haben Lebensmittelverschwendung satt“ unterstützt. Das Bündnis setzt sich für eine ökologische und bäuerliche Landwirtschaft ein.  
|-
 
|
'''[https://www.klima-allianz.de/ueber-uns/das-buendnis Klima-Allianz]'''
In Räumen mit politischer Gesinnung, ohne parteipolitischen Hintergrund (Kost-Nix-Laden)
 
||
Die Klima-Allianz ist ein breites gesellschaftliches Bündnis, in dem Organisationen mit Schwerpunkt Umwelt, Sozialem, Religion und Bildung vertreten sind. Es setzt sich ein für sozial gerechte Klimapolitik auf allen Ebenen. Als Mitgliedsorganisation arbeitet foodsharing an Stellungnahmen und Forderungen mit und bringt unsere Perspektive auf das Thema Ernährung ein.
Ja
 
||
== Quellen ==
In diesen Einrichtungen können gerne Fair-Teiler aufgestellt werden, da diese keinen parteipolitischen Hintergrund haben.
BMEL (2023a): Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.zugutfuerdietonne.de/strategie (letzter Zugriff: 25.02.2023)
|-
 
|
BMEL (2023b): Schutz gegen unlautere Handelspraktiken. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/DE/themen/internationales/aussenwirtschaftspolitik/handel-und-export/utp-richtlinie.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)
In Räumen der Kirchen oder Gemeindezentren
 
||
BMEL (2022): Über den Umgang mit Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/Flyer-Poster/Flyer-MHD.pdf?__blob=publicationFile&v=10 (letzter Zugriff: 25.02.2023)
Ja
 
||
BMEL (2020): Handel unterzeichnet Erklärung: Lebensmittelverschwendung reduzieren. Pressemitteilung 102/2020 vom 19. Jun 2020. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/102-lebensmittelverschwendung.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)
Ja, sofern die Möglichkeit des Zugangs für Menschen jeglicher Glaubensrichtungen besteht und sofern am Fair-Teiler beschrieben wird, dass foodsharing selbst eine nicht-kirchliche Organisation ist. [[media:Aushang Fair-Teiler.pdf|Aushang Fair-Teiler.pdf ]]
 
|-
BMF (2021): Fragen und Antworten zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung von Sachspenden. Bundesministerium der Finanzen (BMF), Berlin. Online unter: https://bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/2021-03-23-FAQ-sachspenden.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)
|
 
In Räumen von staatlich anerkannten Hochschulen in kirchlicher Trägerschaft (Kirchliche Hochschulen)  
BVL (o.J.): Pflichten als Lebensmittelunternehmer. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Braunschweig. Online unter: https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/04_AntragstellerUnternehmen/13_FAQ/FAQ_Pflichten/FAQ_Pflichten_node.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)
||
 
Ja
DUH (2023): Ackern für die Tonne. Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Radolfzell. Online unter: https://www.duh.de/ackern-fuer-die-tonne/ (letzter Zugriff: 23.02.2023)
||
 
Ja, sofern die Möglichkeit des Zugangs für Menschen jeglicher Glaubensrichtungen besteht und sofern am Fair-Teiler beschrieben wird, dass foodsharing selbst eine nicht-kirchliche Organisation ist. [[media:Aushang Fair-Teiler.pdf|Aushang Fair-Teiler.pdf ]]
Eckert K.-H. (2021): Umsatzsteuerliche Erleichterungen für Sachspenden. BBK 2021 Seite 409 - 416. NWB Verlag, Herne. Online unter: https://www.nwb.de/rechnungswesen/umsatzsteuerliche-erleichterungen-fuer-sachspenden-25052021 (letzter Zugriff: 25.02.2023)
|-
 
|
EESC (2014): Gesetzliche Bestimmungen und die Verfahren der EU-Mitgliedstaaten bezüglich Lebensmittelspenden. Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss, Brüssel. Online unter: https://www.eesc.europa.eu/sites/default/files/resources/docs/qe-05-14-069-de-n.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)
Kirchlichen Schulen
 
||
European Commission (o.J.): Food law general requirements. European Commission, Brussel. Online unter: https://food.ec.europa.eu/horizontal-topics/general-food-law/food-law-general-requirements_en (letzter Zugriff: 25.02.2023)
Ja
||
Ja, sofern die Möglichkeit des Zugangs für Menschen jeglicher Glaubensrichtungen besteht und sofern am Fair-Teiler beschrieben wird, dass foodsharing selbst eine nicht-kirchliche Organisation ist. [[media:Aushang Fair-Teiler.pdf|Aushang Fair-Teiler.pdf ]]
|-
|
In Bildungseinrichtungen (Universitäten, VHS, etc)
||
Ja
||
In diesen Einrichtungen können gerne Fair-Teiler aufgestellt werden, da diese keinen parteipolitischen Hintergrund haben.
|-
|
In Beratungs- und Begegnungseinrichtungen
||
Ja
||
In diesen Einrichtungen können gerne Fair-Teiler aufgestellt werden, da diese keinen parteipolitischen Hintergrund haben.
|}


Herzberg R, Schmidt T, Keck M. Market power and food loss at the producer-retailer interface of fruit and vegetable supply chains in Germany. Sustain Sci. 2022;17(6):2253-2267. doi: 10.1007/s11625-021-01083-x. Epub 2022 Jan 15. PMID: 35069917; PMCID: PMC8760580.


=='''Öffentliche Foren (Foren auf foodsharing.de, Facebook-Gruppen)'''==
Hübsch H, Adlwarth W. (2017): "SYSTEMATISCHE ERFASSUNG VON LEBENSMITTELABFÄLLEN DER PRIVATEN HAUSHALTE IN DEUTSCHLAND" - Schlussbericht zur Studie. GfK SE, Nürnberg. Durchgeführt für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittelverschwendung/Studie_GfK.pdf?__blob=publicationFile&v=3 (letzter Zugriff: 25.02.2023)


L’ASSEMBLÉE NATIONALE (2018): JOURNAL OFFICIEL DE LA RÉPUBLIQUE FRANÇAISE. Année 2018. – no 29 A.N. (Q) Online unter: http://www2.assemblee-nationale.fr/static/15/questions/jo/jo_anq_201829.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)


{| class="wikitable"
Lebensmittelverband Deutschland (2018): Wie legen Hersteller das MHD fest? Lebensmittelverband Deutschland e. V., Berlin. Online unter: https://www.lebensmittelverband.de/de/aktuell/20180918-mindesthaltbarkeitsdatum-mhd-wie-legen-hersteller-es-fest (letzter Zugriff: 25.02.2023)
|-
! Was? !! Ja/Nein !! Begründung
|-
|
Aufruf zur Teilnahme an einer politischen Veranstaltung, die nichts mit Nachhaltigkeit oder Lebensmittelverschwendung zu tun hat oder parteipolitisch ist. Egal ob dies als Privatperson oder im Namen von foodsharing geschieht.
||
Nein
||
Dieses würde eine Zugehörigkeit vermitteln. Gerne kann dieses privat organisiert werden.
|-
|
Aufruf zur Teilnahme an religiösen Veranstaltungen (egal welcher Glaubensrichtung) im Namen von foodsharing oder als Privatperson.
||
Nein
||
Dieses würde eine religiöse Zugehörigkeit vermitteln.
|-
|
Aufruf zur privaten Teilnahme an allen o.g. (zb. über das Verwenden der Event-Funktion von foodsharing, oder Einladen über die Blog Seite).
||
Nein
||
Bitte privat organisieren, da auch bei einem Aufruf zur privaten Teilnahme der Eindruck einer Zugehörigkeit entstehen kann.
|}


Nolen N, Stockebrandt P. (2021): Kann eine Reform der Datumsangaben auf Lebensmitteln deren Verschwendung verringern? cepInput, Nr. 13 | 19. Oktober 2021. Centrum für Europäische Politik, Freiburg, Berlin. Online unter: https://www.cep.eu/fileadmin/user_upload/cep.eu/Studien/cepInput_Date_Marking_on_Food_Products/cepInput_Kann_eine_Reform_der_Datumsangaben_auf_Lebensmitteln_deren_Verschwendung_verringern.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)


=='''Stellungnahme'''==
Richtlinie (EU) 2019/633 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2019 über unlautere Handelspraktiken in den Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette. Online unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32019L0633&qid=1628586259953 (letzter Zugriff: 25.02.2023)


WWF (2022): Essen wir das Klima auf? World Wide Fund For Nature (WWF), Berlin. Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf (letzter Zugriff: 25.02.2023)


foodsharing ist  in erster Linie parteipolitisch neutral.  
ZEV (2023): Anti-Wegwerf-Gesetz in Frankreich. Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V., Kehl. Online unter: https://www.cec-zev.eu/de/themen/umwelt/anti-wegwerf-gesetz-in-frankreich/ (letzter Zugriff: 25.02.2023)


Unsere Handlungen haben einen politischen Hintergrund, allerdings lassen wir uns keiner politischen Partei zuordnen. Wir distanzieren uns von jeglichen Vorwürfen einer parteipolitischen Richtung oder einer Parteizugehörigkeit oder dem Vorwurf eine solche zu unterstützen. Ebenso distanzieren wir uns von jeglicher religiöser Zugehörigkeit. Falls diesbezüglich Aussagen getroffen werden, so ist das nicht in unserem Sinne.
----


Wir dulden in keinster Weise menschenverachtende, rassistische, diskriminierende, sexistische oder destruktive Vorgehensweisen (Siehe Verhaltensregeln: http://wiki.lebensmittelretten.de/Verhaltensregeln).
''Artikel von'': &nbsp; [[Arbeitsgruppen-Liste#PolKa_-_Politische_Kampagnen| politische Kampagnen]] &nbsp; (''[mailto:politik@foodsharing.network Kontakt]'')<br>​''Letzte Überarbeitung am 07.03.2023''
Prinzipiell ist für uns der religiöse oder parteipolitische Hintergrund der einzelnen Freiwilligen nicht relevant, treffen wir uns doch alle beim Thema Lebensmittelverschwendung.
Das bedeutet, foodsharing ist ein freier Aktionsgedanke im Rahmen des Gedankens für die Beendigung der Lebensmittelabfälle, mit dem Recht auf Essen für jeden Menschen, erlangt durch die Geburt auf dieser Welt.

Aktuelle Version vom 23. Mai 2026, 22:25 Uhr


Wiki-Artikel-Typ: 2 (Info-Artikel)

foodsharing ist politisch!

Seit 2012 setzt sich foodsharing gegen Lebensmittelverschwendung ein: Unsere Vision ist es, diese Verschwendung zu beenden und so foodsharing letztendlich überflüssig zu machen.

Die Lebensmittelverschwendung erfolgt auf vielen verschiedenen Ebenen: Von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zur Endverbraucher*in landen noch genießbare Lebensmittel in der Tonne: Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, werden aussortiert, es wird unachtsam mit ihnen umgegangen oder sie werden durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen. Damit werden auch die Energie, Zeit und Ressourcen, die in den Lebensmitteln stecken, einfach entsorgt. Der WWF schätzt, dass so insgesamt zehn Prozent aller Treibhausgasemissionen auf Lebensmittelverschwendung zurückgehen.

Lebensmittelverschwendung ist damit ein strukturelles Problem. Solange wir bei foodsharing, aber auch anderen Organisationen Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass diese im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht – im Gegenteil, wir sorgen dafür, dass das Problem bei den Verursachenden weniger gegenwärtig ist. Deshalb müssen wir hinterfragen, welche Strukturen oder Verhaltensweisen zu dem Problem führen. Wir bei foodsharing können durch unser Handeln, z. B. indem wir beim Fairteilen auf die Ursachen der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen, ein Bewusstsein in der Gesellschaft für die strukturellen Probleme schaffen und überlegen, wie eine Lösung aussehen könnte.

Wir wollen, dass Lebensmitteln in unserer Gesellschaft wieder ihr gerechter Wert zugeschrieben wird. Nur wenn wir gemeinsam als Community daran arbeiten, erfüllen wir unsere Mission und kommen unserer Vision ein Stück näher.

Unsere Forderungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wir möchten die Lebensmittelverschwendung an der Wurzel packen. Doch dafür braucht es mehr als das bloße Retten von übriggebliebenen Lebensmitteln aus Betrieben oder Aufklärung von Konsument*innen. Stattdessen muss sich politisch etwas bewegen: Wir benötigen verbindliche Reduktionsziele für die Verschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Außerdem müssen aktuell bestehende Handelsnormen überdacht und gelockert werden sowie Organisationen, die Lebensmittel retten oder Bildung rund um das Thema Ernährung anbieten, gestärkt werden. Dafür und für vieles mehr setzt sich foodsharing auf politischer Ebene ein. Der folgende Abschnitt des Wiki-Artikels bietet eine Übersicht über einige der aktuellen Missstände und mögliche Lösungsansätze, für die wir uns engagieren. Wenn ihr mehr über die zugrunde liegenden Zahlen und Studien wissen möchtet, dann schaut in den Wiki-Artikel „Zahlen bitte – Lebensmittelverschwendung: Die Datenlage“.

Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Problem:

Lebensmittelverschwendung findet entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zum Endverbrauch statt. Die Politik adressiert allerdings aktuell nur die Verbraucher*innen mit Aufklärungskampagnen wie „Zu gut für die Tonne“ und den Handel mit freiwilligen „Verpflichtungen“. Das Wegwerfen von noch genießbaren Waren in Lebensmittelbetrieben wird aktuell nicht sanktioniert. Dazu kommt, dass ein großer Teil der Lebensmittelverschwendung von der Politik nicht berücksichtigt wird, da er in der Wertschöpfungskette vor dem Handel liegt: Verschiedene Handelsstandards und Qualitätsanforderungen, die bestimmte Ansprüche z. B. an das Aussehen von Obst und Gemüse stellen, führen dazu, dass gute und sehr wohl genießbare Lebensmittel überhaupt nicht in den Handel gelangen.

So werden genießbare Lebensmittel noch auf dem Hof vernichtet. Ein Bericht vom WWF aus dem Jahr 2022 zeigt, dass die Lebensmittelverluste in der Landwirtschaft deutlich höher sind als bisher angenommen. Auf dieser Datenbasis hat die Deutsche Umwelthilfe berechnet, dass in der Landwirtschaft 16,5 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr verschwendet werden, anstatt der 0,2 Millionen Tonnen, die vom Agrarministerium in Deutschland kommuniziert werden.

Da diese nicht geernteten Produkte nach der geltenden EU-Regelung nicht als “Lebensmittel” definiert sind, werden sie auch nicht erfasst.

Mögliche Lösungsansätze:

foodsharing fordert, dass Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette mittels verpflichtender Regelungen reduziert wird. Dabei muss eine besondere Berücksichtigung den Vor-Handels-Verlusten gelten. Die EU-Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken ist ein erster guter Ansatz dafür: Sie verbietet schädliche Handelspraktiken wie z. B. kurzfristige Bestellungsstornierungen oder einseitige Änderungen von Lieferbedingungen durch einen einzelnen Vertragspartner. Allerdings geht die Richtlinie nicht weit genug; beispielsweise greift sie nicht bei der Problematik von ästhetischen Standards im Handel. Hier muss dringend nachgebessert werden, denn dort besteht noch Potenzial zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung.

Steuerliche Anreize für Lebensmittelspenden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Problem:

Wenn Supermärkte Lebensmittel spenden möchten, stellt das für sie einen zusätzlichen Aufwand dar: Sie müssen die Lebensmittel sortieren, lagern und mit Organisationen wie z. B. der Tafel Abholtermine festlegen. Zudem müssen in Deutschland für gespendete Lebensmittel Steuern gezahlt werden. Eine Ausnahme dabei ist, wenn die Unternehmen nachweisen können, dass die Lebensmittel zu dem Zeitpunkt der Spende einen finanziellen Wert von 0 Euro innehaben. Eine Lebensmittelspende ist also mit einem zusätzlichen Personal- sowie Verwaltungsaufwand verbunden, weshalb es für Betriebe im Arbeitsalltag einfacher sein kann, Lebensmittel zu entsorgen, anstatt sie zu spenden.

Mögliche Lösungsansätze:

Ein möglicher Lösungsansatz kommt aus unserem Nachbarland Frankreich: Dort gilt für Supermärkte ab einer bestimmten Betriebsgröße ein Wegwerfverbot, sodass sie ihre aussortierten Lebensmittel zur Spende anbieten müssen. Damit die Lebensmittelspende attraktiv ist, können die Supermärkte sogar 60 Prozent des Einkaufspreises der Lebensmittel von der Steuer absetzen.  Um die kostenfreie Weitergabe von Lebensmitteln zusätzlich zu erleichtern, könnte zur Dokumentation von Lebensmittelspenden das vereinfachte Lieferscheinverfahren angewandt werden. Dieses Verfahren dient zur Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und ist unbürokratischer als das übliche Verfahren.

Mehr Rechtssicherheit für Lebensmittelrettungsorganisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Problem:

Seit 30 Jahren sind die Tafeln nun schon in Deutschland aktiv, foodsharing feierte 2022 sein zehnjähriges Jubiläum und zahlreiche kleinere Organisationen engagieren sich bei der Lebensmittelrettung. An Initiativen zur Lebensmittelrettung mangelt es also nicht – und trotzdem landet in Supermärkten immer noch aussortierte, aber genießbare Ware im Müll. Das liegt auch an rechtlichen Unsicherheiten bei der Weitergabe von Lebensmitteln, wie z. B. Haftungsrisiken.

Zunächst einmal gilt für jede Person, dass sie nur sichere Lebensmittel weitergeben darf – unabhängig davon, ob sie gewerblich oder privat handelt. Wer allerdings regelmäßig Lebensmittel weitergibt, egal ob gegen Geld oder kostenfrei, gilt rechtlich als Lebensmittelunternehmer. Lebensmittelunternehmer haben weitere Pflichten, wie beispielsweise die Kennzeichnung von Allergenen in Lebensmitteln oder die Dokumentationspflicht von Warenein- und -ausgängen. foodsharing und auch Fairteiler werden aktuell teilweise als Lebensmittelbetriebe eingestuft, wodurch zusätzliche Haftungsrisiken für die Weitergabe von Lebensmitteln entstehen.

Mögliche Lösungsansätze:

Wir fordern bundesweit einheitlich geltende politische Rahmenbedingungen, die die Weitergabe von Lebensmitteln rechtlich absichern. Ein Vorbild dafür ist das „Gute-Samariter-Gesetz“, welches in Italien gilt und Lebensmittelrettungsorganisationen wie die Tafel rechtlich als Endverbraucherin einstuft, ohne dass die Hygienestandards darunter leiden. Ein ähnliches Gesetz wäre auch für Deutschland denkbar und wird von der Tafel und foodsharing bereits gefordert.

Anpassungen des Mindesthaltbarkeitsdatums[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Problem:

Gerade in privaten Haushalten kommt es immer wieder zu Missverständnissen bezüglich  des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Das MHD ist allerdings keine Haltbarkeitskennzeichnung, sondern lediglich eine Qualitätsgarantie für die Produkteigenschaften. In etwa der Hälfte aller Fälle prüfen Privatpersonen aber nicht, ob das Lebensmittel noch genießbar wäre: 45,7 Prozent aller entsorgten Lebensmittel mit Wegwerfgrund „MHD überschritten“ werden in ungeöffneter Verpackung entsorgt. Das Verbrauchsdatum (VD) beschreibt dagegen die Lebensmittelsicherheit. Lebensmittel, die das VD überschritten haben, sollten nicht mehr verzehrt und dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden.

Die Vergabe des MHD liegt im Ermessen des Herstellers. So kann es sein, dass gleichartige Produkte verschiedener Hersteller unterschiedliche Mindesthaltbarkeitsangaben aufweisen. Das ist für die Konsumierenden oft intransparent. Beispielsweise kann ein Hersteller ein kurzes MHD angeben, um bei den Verbraucher*innen mehr Frische zu suggerieren oder seine Warenströme besser leiten zu können. Auch bei saisonal verkaufter Ware wie Weihnachtsschokolade wird das MHD zeitlich so begrenzt, dass die Produkte in der nächsten Saison nicht mehr verkauft werden können.

Mögliche Lösungsansätze:

Wir setzen uns dafür ein, dass das MHD für Produkte mit sehr langer Haltbarkeit wie z. B. Reis oder Nudeln abgeschafft wird.

Für Produkte, die weiterhin MHD-pflichtig sind, muss die Willkürlichkeit bei der Festlegung des MHD aufgehoben werden, sodass die Vergabe nur noch nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgt. Zusätzlich dazu sollten die aktuellen EU-Datumskennzeichnungsregeln überarbeitet werden, um Missverständnisse auf Seiten der Verbraucher*innen bezüglich der Bedeutung von MHD und VD zu vermeiden. Die beiden Arten der Datumskennzeichnung sollten durch ein Piktogramm visualisiert und/oder durch eine differenzierte Wortwahl deutlich zu unterscheiden sein.

Die EU hat bereits angekündigt, die Vergabe des MHD zu überarbeiten und wägt aktuell mehrere Optionen dazu ab.

Ernährungsbildung & die Wertschätzung von Lebensmitteln verbindlich stärken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Problem:

Essgewohnheiten und der Umgang mit Lebensmitteln werden bereits im frühen Alter maßgeblich geprägt. Ernährungsbildung muss deshalb bereits in der Kita beginnen, sodass die Wertschätzung von Lebensmitteln innerhalb der Gesellschaft gefördert wird. Das Bewusstsein der nächsten Generation bezüglich des Umgangs mit Ressourcen muss geschärft werden, um diese zum nachhaltigen Handeln zu befähigen.

Mögliche Lösungsansätze:

Wir setzen uns dafür ein, dass die Ernährungsbildung im Lehrplan aller Bundesländer verankert und dabei das Thema Lebensmittelverschwendung besonders berücksichtigt wird. Außerdem muss der Zusammenhang von Klima- und Umweltschutz mit unserer Ernährung vermittelt werden. Dazu wünschen wir uns Weiterbildungen für Lehrkräfte, Bildungsbeauftragte und Erzieher*innen. Die foodsharing-Akademie stellt bereits Materialien zu dem Thema bereit und hilft dabei, Wissen über Lebensmittel und deren Wertschätzung zu vermitteln.

foodsharing und Parteipolitik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unsere Grundsätze zur politischen Arbeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

foodsharing arbeitet unabhängig von politischen Parteien und Konfessionen. Unsere Handlungen haben einen politischen Hintergrund, aber wir unterstützen aktiv keine Parteien.

Parteipolitische oder religiöse Überzeugungen der einzelnen Freiwilligen betrachten wir als deren Privatsache.

Im Rahmen von foodsharing dulden wir keine diskriminierenden, rassistischen, sexistischen, diffamierenden und menschenverachtenden Vorgehensweisen oder Äußerungen. foodsharing kooperiert daher nicht mit Parteien, Organisationen, Betrieben oder Einzelpersonen, die öffentlich rassistische, antisemitische, sexistische oder sonstige menschenverachtende Positionen vertreten.

foodsharing als der Nachhaltigkeit verpflichtete Umweltbewegung betrachtet eine drastische Reduzierung der Lebensmittelverschwendung als eine ethische, ökologische und klimapolitische Notwendigkeit.

foodsharing setzt sich deshalb für ein ressourcenschonendes, zukunftsfähiges Ernährungssystem und eine umfassende Eindämmung der Emission von Treibhausgasen ein.

Was bedeutet das in der Praxis?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die politische Tätigkeit im Rahmen von foodsharing muss sich auf Veranstaltungen und Initiativen beschränken, welche die gleichen Themen wie foodsharing behandeln, vor allem ökologische Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung mit allen klimatischen und ethischen Auswirkungen.

Alle anderen politischen Initiativen können persönlich unterstützt und beworben werden, aber nicht im Namen von foodsharing. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei foodsharing-Veranstaltungen oder in foodsharing-Räumlichkeiten keine Flyer ausgelegt und keine Poster aufgehängt werden dürfen, die von diesen anderen Initiativen stammen.

Um mehr Aufmerksamkeit für die Ideen und Grundsätze von foodsharing zu erreichen, treten wir mit vielen Menschen in den Dialog. Sofern eine Organisation oder Partei nicht den foodsharing Grundsätzen widerspricht, ist auch ein Austausch mit politischen Entscheidungsträger*innen möglich.  

Dos and Don’ts[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die folgenden Beispiele dienen als Orientierungshilfe:

Ja Nein
Infostand bei Straßenfesten, Stadtteilfesten u.Ä. Infostand bei Parteiveranstaltungen
Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von FridaysForFuture, ProVeg Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von Pegida, Querdenken, Deutsche Wohnen &Co enteignen
Foodsaver bringen Lebensmittel zu oder retten Lebensmittel bei einer Partei, einer politischen oder einer kirchlichen Initiative Foodsaver:innen retten Lebensmittel bei Parteien, politischen oder kirchlichen Initiativen oder bringen Lebensmittel dorthin, wenn diese gegen die oben genannten Grundsätze verstoßen.
Foodsaver treten als Expert*innen über foodsharing und Lebensmittelverschwendung bei einer Veranstaltung einer Partei oder Organisation auf - außer die Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. Foodsaver rufen im Namen von foodsharing und auf der foodsharing-Plattform zur Teilnahme an einer politischen Veranstaltung auf, die nichts mit Nachhaltigkeit oder Lebensmittelverschwendung zu tun hat.
Foodsaver bringen Flyer, Poster etc mit Inhalten von foodsharing in Umlauf.

Inhaltliche Positionen der Parteien zum Thema Lebensmittelverschwendung werden durch Foodsaver kommuniziert, verglichen und kommentiert.

Foodsaver führen Hintergrundgespräche zu den Themen Lebensmittelverschwendung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in parteipolitischen Kontexten, z.B. mit Abgeordneten, außer die betreffende Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze.

Foodsaver werben im Namen oder im Rahmen von foodsharing für einzelne Parteien.
In eine Bürgersprechstunde eines Politiker/einer Polikterin gehen und für foodsharing-Themen und -Positionen werben.

Teilnahme an Podiumsdiskussionen.

Initiativ Politiker:innen per E-Mail anschreiben, um foodsharing-Forderungen einzubringen oder um ein persönliches Gespräch zu bitten.

Während eines Wahlkampfs erscheint foodsharing im direkten Kontext mit einer kandidierenden Person, z. B. durch öffentlichkeitswirksame Spenden für einen Fairteiler von Kandidierenden im Wahlkampf.

(Hintergrund: Wir wollen uns vor Instrumentalisierung durch eine politische Partei für den eigenen Wahlkampf schützen. Insbesondere in Wahlkampfzeiten sollten öffentlichkeitswirksame Auftritte mit Politiker*innen vermieden werden).

Politiker*innen verschiedener Parteien zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen wie einer Eröffnung eines Fairteilers einladen.

Bürgermeister*in und hochrangige Verwaltungsvertreter*innen zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen.

Politiker*innen von Parteien, welche gegen oben genannte Grundsätze verstoßen, zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen.

Nur Politiker*innen einer einzigen Partei zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen einladen (da unsere politische Unabhängigkeit angezweifelt werden könnte).

Falls du dir unsicher bist, wende dich per Mail an: politik@foodsharing.network.

Arbeitsgruppe Politische Kampagnen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Arbeitsgruppe Politische Kampagnen (AG PolKA) treffen sich engagierte Foodsaver*innen auf überregionaler Ebene, um gemeinsam politische Arbeit zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise:

  • Vorbereitung öffentlichkeitswirksamer Kampagnen,  z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung
  • Forderungen und Stellungnahmen zu politischen Themen ausarbeiten
  • Petitionen gegen Lebensmittelverschwendung und für mehr Lebensmittelwertschätzung anstoßen und begleiten
  • Wahlprüfsteine vor Bundestags- oder Europawahlen vorbereiten: Wahlprüfsteine sind Fragen, die den zur Wahl stehenden Parteien geschickt werden und die diese beantworten – die Antworten werden von uns gegenübergestellt und in der Community bzw. öffentlich geteilt, um zu vergleichen, welche Parteien sich für unsere Anliegen in welcher Form einsetzen
  • Lobbyarbeit mit unseren Bündnispartner*innen für mehr Lebensmittelwertschätzung und die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette

Die Protokolle können auf der foodsharing Plattform im Europaforum gelesen und diskutiert werden.

Wie kann ich zu politischer Arbeit beitragen?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Du kannst ganz einfach:

  • foodsharing-Kampagnen in deinem Bezirk organisieren, z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung
  • an Demonstrationen teilnehmen, die inhaltlich mit den foodsharing-Forderungen zur ökologischen Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung übereinstimmen
  • Petitionen unterschreiben und weiterverbreiten
  • mit den Abgeordneten aus deinem Wahlkreis einen Termin vereinbaren und mit ihnen über Lebensmittelverschwendung und die foodsharing-Forderungen sprechen – beachte dafür den Leitfaden für Gespräche mit Menschen aus der Politik und sprich dich mit den Botschaftenden deines Bezirks ab
  • dich innerhalb der foodsharing-Städte vernetzen und in deinem Bezirk durch Dialoge, z. B. mit dem Gemeinde- oder Stadtrat sowie der Verwaltung gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen

Du möchtest dich aktiv in die überregionale politische Arbeit von foodsharing einbringen? Du bist in der AG PolKa herzlich willkommen! Bewirb dich für die AG und erzähle etwas von deiner Motivation.

Wende dich bei Fragen an politik@foodsharing.network.

Was wollen wir damit erreichen?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lebensmittelverschwendung ist ein strukturelles Problem. Sie entsteht, weil Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, aussortiert werden, weil unachtsam mit ihnen umgegangen wird oder weil sie durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen werden. Solange wir Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass die Lebensmittel im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht. Deshalb wünschen wir uns einen politischen Diskurs: Welche Strukturen oder Verhaltensweisen führen zu dem Problem? Wo können wir Bewusstsein für solche Missstände schaffen? Und wie könnte eine Lösung aussehen? Wir möchten diesen Diskurs nach innen in unsere foodsharing-Community und nach außen in die Öffentlichkeit und die Politik tragen. Denn so sensibilisieren wir für das zugrunde liegende Problem und können es so wirklich an der Wurzel packen.

Arbeit in Bündnissen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

foodsharing ist Teil von mehreren Bündnissen, die sich für eine Wende hin zu einer nachhaltigen Ernährung einsetzen:

Bündnis Lebensmittelrettung

Das Bündnis Lebensmittelrettung wurde 2018 von foodsharing mitgegründet, um sich politisch für eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette einzusetzen. Das Bündnis plant Kampagnen und Aktionen, führt Gespräche mit Abgeordneten und Ministeriumsmitarbeitenden und stellt Forderungen zur aktuellen Politik. Weitere bekannte Mitglieder sind: WWF, Deutsche Umwelthilfe und To Good To Go.

Wir haben es satt Bündnis

Das Bündnis setzt sich zusammen aus Landwirt*innen, Naturschutzorganisationen und weiteren Gruppen mit Bezug zu Landwirtschaft und Ernährung. Jedes Jahr wird zum Auftakt der Agrarmesse „Grüne Woche“ in Berlin eine Demonstration organisiert, die auch foodsharing als Teil des Trägerkreises unter dem Motto „Wir haben Lebensmittelverschwendung satt“ unterstützt. Das Bündnis setzt sich für eine ökologische und bäuerliche Landwirtschaft ein.

Klima-Allianz

Die Klima-Allianz ist ein breites gesellschaftliches Bündnis, in dem Organisationen mit Schwerpunkt Umwelt, Sozialem, Religion und Bildung vertreten sind. Es setzt sich ein für sozial gerechte Klimapolitik auf allen Ebenen. Als Mitgliedsorganisation arbeitet foodsharing an Stellungnahmen und Forderungen mit und bringt unsere Perspektive auf das Thema Ernährung ein.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

BMEL (2023a): Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.zugutfuerdietonne.de/strategie (letzter Zugriff: 25.02.2023)

BMEL (2023b): Schutz gegen unlautere Handelspraktiken. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/DE/themen/internationales/aussenwirtschaftspolitik/handel-und-export/utp-richtlinie.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)

BMEL (2022): Über den Umgang mit Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/Flyer-Poster/Flyer-MHD.pdf?__blob=publicationFile&v=10 (letzter Zugriff: 25.02.2023)

BMEL (2020): Handel unterzeichnet Erklärung: Lebensmittelverschwendung reduzieren. Pressemitteilung 102/2020 vom 19. Jun 2020. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/102-lebensmittelverschwendung.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)

BMF (2021): Fragen und Antworten zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung von Sachspenden. Bundesministerium der Finanzen (BMF), Berlin. Online unter: https://bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/2021-03-23-FAQ-sachspenden.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)

BVL (o.J.): Pflichten als Lebensmittelunternehmer. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Braunschweig. Online unter: https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/04_AntragstellerUnternehmen/13_FAQ/FAQ_Pflichten/FAQ_Pflichten_node.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)

DUH (2023): Ackern für die Tonne. Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Radolfzell. Online unter: https://www.duh.de/ackern-fuer-die-tonne/ (letzter Zugriff: 23.02.2023)

Eckert K.-H. (2021): Umsatzsteuerliche Erleichterungen für Sachspenden. BBK 2021 Seite 409 - 416. NWB Verlag, Herne. Online unter: https://www.nwb.de/rechnungswesen/umsatzsteuerliche-erleichterungen-fuer-sachspenden-25052021 (letzter Zugriff: 25.02.2023)

EESC (2014): Gesetzliche Bestimmungen und die Verfahren der EU-Mitgliedstaaten bezüglich Lebensmittelspenden. Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss, Brüssel. Online unter: https://www.eesc.europa.eu/sites/default/files/resources/docs/qe-05-14-069-de-n.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)

European Commission (o.J.): Food law general requirements. European Commission, Brussel. Online unter: https://food.ec.europa.eu/horizontal-topics/general-food-law/food-law-general-requirements_en (letzter Zugriff: 25.02.2023)

Herzberg R, Schmidt T, Keck M. Market power and food loss at the producer-retailer interface of fruit and vegetable supply chains in Germany. Sustain Sci. 2022;17(6):2253-2267. doi: 10.1007/s11625-021-01083-x. Epub 2022 Jan 15. PMID: 35069917; PMCID: PMC8760580.

Hübsch H, Adlwarth W. (2017): "SYSTEMATISCHE ERFASSUNG VON LEBENSMITTELABFÄLLEN DER PRIVATEN HAUSHALTE IN DEUTSCHLAND" - Schlussbericht zur Studie. GfK SE, Nürnberg. Durchgeführt für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittelverschwendung/Studie_GfK.pdf?__blob=publicationFile&v=3 (letzter Zugriff: 25.02.2023)

L’ASSEMBLÉE NATIONALE (2018): JOURNAL OFFICIEL DE LA RÉPUBLIQUE FRANÇAISE. Année 2018. – no 29 A.N. (Q) Online unter: http://www2.assemblee-nationale.fr/static/15/questions/jo/jo_anq_201829.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)

Lebensmittelverband Deutschland (2018): Wie legen Hersteller das MHD fest? Lebensmittelverband Deutschland e. V., Berlin. Online unter: https://www.lebensmittelverband.de/de/aktuell/20180918-mindesthaltbarkeitsdatum-mhd-wie-legen-hersteller-es-fest (letzter Zugriff: 25.02.2023)

Nolen N, Stockebrandt P. (2021): Kann eine Reform der Datumsangaben auf Lebensmitteln deren Verschwendung verringern? cepInput, Nr. 13 | 19. Oktober 2021. Centrum für Europäische Politik, Freiburg, Berlin. Online unter: https://www.cep.eu/fileadmin/user_upload/cep.eu/Studien/cepInput_Date_Marking_on_Food_Products/cepInput_Kann_eine_Reform_der_Datumsangaben_auf_Lebensmitteln_deren_Verschwendung_verringern.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)

Richtlinie (EU) 2019/633 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2019 über unlautere Handelspraktiken in den Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette. Online unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32019L0633&qid=1628586259953 (letzter Zugriff: 25.02.2023)

WWF (2022): Essen wir das Klima auf? World Wide Fund For Nature (WWF), Berlin. Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf (letzter Zugriff: 25.02.2023)

ZEV (2023): Anti-Wegwerf-Gesetz in Frankreich. Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V., Kehl. Online unter: https://www.cec-zev.eu/de/themen/umwelt/anti-wegwerf-gesetz-in-frankreich/ (letzter Zugriff: 25.02.2023)


Artikel von:   politische Kampagnen   (Kontakt)
Letzte Überarbeitung am 07.03.2023