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	<title>foodsharing - Benutzerbeiträge [de]</title>
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	<updated>2026-09-19T14:02:38Z</updated>
	<subtitle>Benutzerbeiträge</subtitle>
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		<id>https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Leitfaden_f%C3%BCr_Gespr%C3%A4che_mit_Menschen_aus_der_Politik&amp;diff=12969</id>
		<title>Polka:Leitfaden für Gespräche mit Menschen aus der Politik</title>
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		<updated>2026-09-17T13:33:11Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: Dokumente Handlungsmöglichkeiten lokale Ebene und Onepager verlinkt&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Wiki-Artikel-Typ|Typ=2 (Info-Artikel)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser Engagement bei foodsharing ist politisch. Der Austausch mit Menschen aus der Politik ermöglicht es uns, bestimmte Ziele zu erreichen, sei es die Räumlichkeit für einen Fairteiler, eine Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung gemeinsam mit der Stadtverwaltung oder Gesetzesänderungen auf Bundes- oder EU-Ebene. Politikgespräche erscheinen vielleicht zunächst einschüchternd, aber sie schaffen Sichtbarkeit für foodsharing und öffnen uns Türen zu Ressourcen und Netzwerken. Zur Vorbereitung für Gespräche mit Menschen aus der Politik möchten wir dir daher hier einen kleinen Leitfaden bereitstellen. Der Leitfaden führt dich Schritt für Schritt durch die Vorbereitung, den Ablauf und die Nachbereitung eines Gesprächs. Außerdem hilft er dir bei der Suche nach der richtigen Ansprechperson und zeigt dir, auf welcher Ebene du welche Themen anbringen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warum sollte ich Politikgespräche führen? ==&lt;br /&gt;
Egal auf welchem Level Entscheidungsträger:innen arbeiten, Gespräche führen lohnt sich gleich auf mehreren Ebenen. Schauen wir mal rein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Politiker:innen entscheiden/beschließen Gesetze immer aufgrund von zuvor eingeholten Infos. Durch Gespräche, in denen wir unsere Sicht einbringen, können wir auf diese Entscheidungen Einfluss nehmen.&lt;br /&gt;
# Wir schaffen mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit für foodsharing und Lebensmittelverschwendung/-wertschätzung.&lt;br /&gt;
# Durch Gespräche kannst du Zugang zu vielen Ressourcen bekommen: Fördermittel, Kontakte, Partnerschaften und Netzwerke, die euch auf verschiedene Weise nützlich sein können (z. B. Kontakte für Bildungsarbeit, Aufbau von Fairteilern, Nutzung von Räumlichkeiten, …).&lt;br /&gt;
# Mit solchen Gesprächen bekommst du viel Hintergrundwissen, das du sonst nicht bekommen würdest. Das bringt Klarheit darüber, wie foodsharing in den bestehenden politischen Rahmenbedingungen besser agieren kann.&lt;br /&gt;
# Für langfristige Ziele lohnt sich ein regelmäßiger Austausch, um dauerhaft als wichtige Initiative/wichtiges Thema wahrgenommen zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also viele gute Gründe, Gespräche mit Menschen aus der Politik zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Suche nach passenden Ansprechpersonen ==&lt;br /&gt;
Damit deine Anliegen und Botschaften auch bei der richtigen Person ankommen, ist es wichtig zu beachten, wer auf was Einfluss hat bzw. wer welche Entscheidungskompetenzen hat. Beispielsweise ist es sinnvoll, die Stadtverwaltung nach einer Räumlichkeit für ein foodsharing-Café zu fragen; Abgeordnete im EU-Parlament sollten stattdessen besser bezüglich EU-Regularien kontaktiert werden. Wir unterscheiden hierbei zwischen Ansprechpersonen auf regionaler Ebene, bundeslandweit, national und international.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regionale Ansprechpersonen ===&lt;br /&gt;
Ansprechpersonen für regionale Angelegenheiten sind alle Menschen, die auf kommunaler Ebene aktiv sind. Sie arbeiten oder engagieren sich in der Kommunalpolitik oder kommunalen Verwaltung. Dazu gehören: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgermeister:innen und Stadträt:innen bzw. Mitglieder des Gemeinderates:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haben einen direkten Einfluss auf kommunale Entscheidungen (Kommunalpolitik ist z. B. zuständig für die Abfallentsorgung) und können lokale Initiativen unterstützen.&lt;br /&gt;
* Sie können auch Anliegen eigeninitiativ in den Rat einbringen. Außerdem können sie dir Einblick in lokale Entscheidungsstrukturen geben.&lt;br /&gt;
* Sie können den Zugang zu kommunalen Ressourcen wie Räumlichkeiten erleichtern.&lt;br /&gt;
* Sie sind regional vernetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorsitzende, Referent:innen, Angestellte in passenden Stellen der Verwaltung (z.B. Kommunale Umwelt- und Sozialreferent:innen oder Nachhaltigkeits-, Strukturwandel- und Klimaschutzmanager:innen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Diese haben oft Interesse an foodsharing und dem Thema Lebensmittelverschwendung/-wertschätzung und sind mit hoher Wahrscheinlichkeit positiv gegenüber unseren Anliegen gestimmt. &lt;br /&gt;
* Sie können nützliche Kontakte vermitteln und innerhalb der Verwaltung unsere Themen verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eventuell gibt es zusätzlich auf der Ebene deines Landkreises passende Gesprächspartner:innen. Der Landkreis koordiniert einige Aufgaben der Kommunen im Kreis. Zu den Ansprechpersonen im Kreis gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mitglieder des Kreistages (entsprechen den Mitgliedern des Stadt-/Gemeinderates)&lt;br /&gt;
* Mitarbeitende in den Landratsämtern bzw. der Verwaltung des Kreistages (entspricht den Angestellten in der Verwaltung der Kommune). Auch der Landkreis kann Klimaschutzmanager:innen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf regionaler Ebene kann zum Beispiel über folgende Themen gesprochen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Strategie gegen Lebensmittelverschwendung auf kommunaler Ebene (z.B. Einberufung eines runden Tischs unter der Schirmherrschaft der Kommune)&lt;br /&gt;
* Unterstützung für den Aufbau von Fairteilern&lt;br /&gt;
* Gemeinsame Kampagnen mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung &lt;br /&gt;
* Sich der [https://foodsharing-staedte.org/de foodsharing-Städte Bewegung] anschließen&lt;br /&gt;
* Mehr Inspiration zu regionalen Projekten findest du auf der Seite der foodsharing-Städte Bewegung: https://foodsharing-staedte.org/de &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ansprechpersonen auf Ebene des Bundeslandes ===&lt;br /&gt;
Auf der Ebene deines Bundeslandes findest du Abgeordnete des Landtags oder auch Mitarbeitende von Ministerien als passende Ansprechpersonen für unsere Themen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitglieder der Landtage (MdL):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Landtagsabgeordnete haben Einfluss auf landesweite Gesetze und Förderprogramme.&lt;br /&gt;
* Sie können auf Landesebene für Gesetzesänderungen oder Förderungen im Bereich Lebensmittelverschwendung und Nachhaltigkeit eintreten.&lt;br /&gt;
* Besonders passend könnten hier MdL sein, die im Umwelt-, Ernährungs- oder Verbraucherschutzausschuss sitzen oder welche, die aus dem Wahlkreis bei euch vor Ort kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitarbeitende von Landesministerien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Passende Ministerien sind die für Umweltschutz, Ernährung, Soziales oder Verbraucherschutz. Diese Ministerien sind für Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen zuständig und könnten durch Förderprogramme oder andere Mittel Initiativen unterstützen.&lt;br /&gt;
* Ministerien sind in verschiedene Abteilungen und diese wiederum in Referate unterteilt. Auf der Website der Ministerien gibt es meist ein Organigramm, das du nutzen kannst, um dir einen Überblick darüber zu verschaffen. So findest du das Referat, das für dein Anliegen zuständig ist. Wenn du dir unsicher bist, kannst du in deinem Anschreiben auch um eine interne Weiterleitung an die zuständige Person bitten, falls du die falsche Ansprechperson kontaktiert hast. Es ist auch in Ordnung, zunächst an eine allgemeine Kontaktadresse zu schreiben und um Weiterleitung zu bitten. Die Wahrscheinlichkeit, dass du eine Rückmeldung bekommst, ist aber höher, wenn du die zuständige Person direkt anschreibst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Landesebene kann über folgende Themen gesprochen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mehr Bildung zu Lebensmittelwertschätzung an Schulen, da die Bundesländer für die Lehrpläne zuständig sind&lt;br /&gt;
* Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen auf Bundeslandebene&lt;br /&gt;
* Lebensmittelverschwendung auf Veranstaltungen des Bundeslands/ in der Landesverwaltung&lt;br /&gt;
* Strategien gegen Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf Bundeslandebene. Baden-Württemberg hat beispielsweise eine zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um die Weitergabe von geretteten Lebensmitteln geschaffen, die Organisationen wie foodsharing beratend zur Seite stehen kann. Ihr findet sie im Internet [https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unsere-themen/ernaehrung/lebensmittelretter/anlaufstelle hier.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nationale und internationale Ansprechpersonen ===&lt;br /&gt;
Über die lokale und Bundesland-Ebene hinaus gibt es auch Ansprechpersonen für die Bundes- oder internationale (Europa) Ebene. Falls du auf dieser Ebene Gespräche führen möchtest, dann ist ein Engagement in der AG Politische Kampagnen genau das richtige für dich. Für uns ist wichtig, zu wissen, wer im Namen von foodsharing unsere politischen Interessen vertritt. Bewirb dich in diesem Fall also gerne für die AG: Du findest sie in der Übersicht [https://foodsharing.de/groups?p=392 Arbeitsgruppen Überregional.] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier kommt trotzdem ein Überblick darüber, welche Ansprechpersonen es für diese Ebenen gibt und für welche Themen welche Ebene zuständig ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nationale Ebene (Deutschland) ====&lt;br /&gt;
Mitglieder des Bundestages (MdB):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bundestagsabgeordnete können sich für bundesweite Gesetzesänderungen und Förderprogramme einsetzen.&lt;br /&gt;
* Besonders relevant sind Abgeordnete, die im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz oder im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft tätig sind.&lt;br /&gt;
* Abgeordnete, die aus deinem Wahlkreis stammen, sind primär für dich zuständig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bundesministerien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV): Zuständig für Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen sowie für Fragen zu Verbraucher:innenschutz (Hygienestandards, …)&lt;br /&gt;
* Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH): Zuständig für Lebensmittelverschwendung, Landwirtschaft und eine nachhaltige Ernährung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parteipolitische Akteur:innen: Sprecher:innen für Umwelt- und Ernährungspolitik oder auch Verbraucher:innenschutz:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Diese Personen innerhalb der Parteien sind oft die treibenden Kräfte hinter Initiativen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung.&lt;br /&gt;
* Sie haben Wissen zu aktuellen Geschehnissen in ihrem Themenbereich und können wichtige Hintergrundinformationen dazu geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Themen werden auf nationaler Ebene behandelt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Messung von Lebensmittelabfällen&lt;br /&gt;
* Strategie gegen Lebensmittelverschwendung auf Bundesebene entlang der gesamten Wertschöpfungskette (z.B. Einberufung von runden Tischen zum Thema, Gesetze/Abkommen zu und mit einzelnen Sektoren, …)&lt;br /&gt;
* Beschluss über Wegwerfstopps für Supermärkte&lt;br /&gt;
* Allgemein die Übersetzung von EU-Recht in nationales Recht. Es muss mindestens das EU-Recht umgesetzt werden, dieses darf aber verschärft werden. Nationale Regeln dürfen das EU-Recht aber nicht aushebeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Internationale Ebene ====&lt;br /&gt;
Die Europäische Union setzt den größeren Rahmen für Regelungen auf der nationalen Ebene. Staaten können diese Regelungen verschärfen, aber nicht abschwächen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitglieder des europäischen Parlaments (MdEP)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Abgeordnete des europäischen Parlaments können sich für europaweite Gesetzesänderungen und Förderprogramme einsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitarbeiter:innen der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Setzen sich auf internationaler Ebene für die Themen Ernährung und Landwirtschaft ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Themen werden auf internationaler Ebene behandelt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Standards und Regelungen zu Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum&lt;br /&gt;
* Europäische Handelsnormen&lt;br /&gt;
* Rechtlicher Rahmen zur Haftung bei Weitergabe von Lebensmitteln &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Thematischer Hintergrund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einige Schlüsselfakten ===&lt;br /&gt;
Damit du gut vorbereitet in das Gespräch starten kannst, ist es immer gut, ein paar Schlüsselfakten zu Lebensmittelverschwendung zur Hand zu haben. Bitte lies dir zum Hintergrund die Wiki-Artikel [[Polka:Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage|“Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage”]] sowie [[Kontext und Selbstverständnis|“Kontext und Selbstverständnis”]] vorab durch. Hier sind ein paar wichtige Zahlen zum Merken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Insgesamt wird etwa ein Drittel aller produzierten Lebensmittel verschwendet ([https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/lebensmittelverschwendung/das-grosse-wegschmeissen WWF 2015]).&lt;br /&gt;
* Die Lebensmittelverschwendung ist für 10 Prozent aller Treibhausgasemissionen weltweit verantwortlich ([https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf WWF 2022])&lt;br /&gt;
* In Deutschland sind es mindestens 18 Millionen Tonnen pro Jahr, Verluste vor der Ernte sind in dieser Zahl noch gar nicht mit einberechnet ([https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/lebensmittelverschwendung/das-grosse-wegschmeissen WWF 2015]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unsere Forderungen ===&lt;br /&gt;
Das Bündnis Lebensmittelrettung, in dem foodsharing Mitglied ist, hat Forderungen für die Politik aufgestellt, wie Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette verringert werden kann. Diese Forderungen kannst du [https://buendnislebensmittelrettung.de/unsere-forderungen/ hier] nachlesen. Auf dieser [[Polka:Foodsharing und Politik#Unsere Forderungen - foodsharing ist politisch|Wiki-Seite]] gibt es zudem eine aufbereitete Version davon mit Hintergrundinformationen. Um zu entscheiden, welche der Forderungen du am besten auf welcher Ebene anbringst, kannst du folgende Übersicht verwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unterstützung von Strukturen bei euch direkt vor Ort, z. B. Fairteiler, Infostände oder Bildungsworkshops: lokale Ebene – mehr Ideen, worüber ihr mit Menschen bei euch vor Ort sprechen könnt, findet ihr auch im Dokument [https://foodsharing.de/uploads/PolKa/Handlungsm%C3%B6glichkeiten_lokale_Ebene.pdf “Handlungsmöglichkeiten auf lokaler Ebene”]&lt;br /&gt;
* Ernährungsbildung: Bundesland-Ebene&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette: lokale, Bundesland-, nationale und EU-Ebene&lt;br /&gt;
* Steuerliche Anreize für Lebensmittelspenden: nationale und EU-Ebene&lt;br /&gt;
* Anpassungen des Mindesthaltbarkeitsdatums: v. a. EU-Ebene&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ansprechpersonen bei foodsharing ==&lt;br /&gt;
Wenn du ein Gespräch auf lokaler Ebene führst, z.B. mit der Stadtverwaltung zum Aufbau eines Fairteilers, informiere in jedem Fall die Botschafter:innen (BOTs) in deinem Bezirk. So behalten diese einen Überblick darüber, welche Gespräche geführt werden und können dir ggf. auch Kontakte zu Personen vermitteln, die vorher schon etwas Ähnliches gemacht haben. So kannst du vielleicht sogar an einer Stelle anknüpfen, mit der eine andere Person schon einmal Kontakt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du ein Gespräch mit einer Person aus der überregionalen Politik oder Verwaltung führst (also z.B. Landtags-, Bundestags- oder Europaparlamentsabgeordneten bzw. mit Mitarbeitenden in den entsprechenden Ministerien), musst du gut über unser [[Kontext und Selbstverständnis|Selbstverständnis]] und [[Polka:Foodsharing und Politik#Unsere Forderungen - foodsharing ist politisch|unsere politischen Positionen]] informiert sein. Das ist umso wichtiger, je „wichtiger“ oder bekannter die Person ist, mit der du das Gespräch führst bzw. wenn dieses in der Öffentlichkeit oder sogar mit Pressebegleitung stattfindet. Dabei ist es auch zentral, über aktuelle Entwicklungen und Projekte in der foodsharing Community informiert zu sein. Trete in diesem Fall vorher mit den jeweils zuständigen überregionalen Arbeitsgruppen in Kontakt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Arbeitsgruppen eigenen sich für den Erfahrungsaustausch vorab:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;AG Politische Kampagnen&#039;&#039;&#039;, Mail an: politik@foodsharing.network: Die AG PolKa macht die überregionale politische Arbeit von foodsharing. Dort gibt es viele Erfahrungswerte zu Gesprächen mit Menschen aus der Politik, zu den Hintergründen der foodsharing Forderungen und zu aktuellen Kampagnen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;AG Fairteiler&#039;&#039;&#039;, Mail an: fairteiler@foodsharing.network: Die AG Fairteiler bietet einen Austausch rund um die Themen Aufbau von Fairteilern, rechtlichen Rahmenbedingungen, Kontakt zu Veterinärämtern und Hilfestellungen bei Problemen im Fairteilerbetrieb an. Hier kannst du dich über gelungene Beispiele aus anderen Bezirken informieren.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;AG Bildung und foodsharing Akademie&#039;&#039;&#039;, Mail an kontakt@foodsharing-akademie.org: Auf der Website der [https://www.foodsharing-akademie.org/ foodsharing Akademie] gibt es viele Bildungsmaterialien und Projektideen rund um das Thema Lebensmittelverschwendung und nachhaltige Ernährung(-ssysteme). Du kannst sie als Vorlage und Referenz nutzen, wenn du über unsere Bildungsarbeit berichten oder Unterstützung dafür anfragen möchtest.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;AG Presse&#039;&#039;&#039;, Mail an presse@foodsharing.network: Die AG Presse kümmert sich um die Pressearbeit bei foodsharing und hat Tipps zur Erstellung von Pressemitteilungen, Presseverteilern und Pressearbeit allgemein. Das ist relevant, wenn dein Austausch auch durch Pressearbeit begleitet wird.  	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wie bereite ich das Gespräch vor? ==&lt;br /&gt;
Nachdem wir uns die Ansprechpersonen und die wichtigsten Key-Facts angeschaut haben, schauen wir nun, wie ein solches Gespräch vorbereitet werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was sollte ich vor der Kontaktaufnahme vorbereiten? ===&lt;br /&gt;
Informiere dich zunächst über die allgemeinen Forderungen von foodsharing (Siehe oben) sowie über die politische Arbeit und die bisherigen Initiativen der Politiker:in – vielleicht gibt es schon gemeinsame Anknüpfungspunkte?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lege bestenfalls klar fest, ob du Unterstützung für eine einmalige Aktion, eine langfristige Partnerschaft oder eine politische Änderung anstrebst. Überlegt dir, was das ideale Ergebnis deines Gesprächs wäre und wie du darauf hinarbeiten kannst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie nehme ich Kontakt auf? ===&lt;br /&gt;
Kontaktiere die Ansprechperson am besten per Mail. Wenn du nach ein paar Tagen keine Rückmeldung erhalten hast, lohnt es sich, eine zweite Mail hinterher zu schicken oder - falls du eine Telefonnummer des Kontakts hast - anzurufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wie kann ein Gesprächstermin ablaufen? ==&lt;br /&gt;
Vor Beginn des Treffens hast du dir Gedanken darüber gemacht, was dein Ziel für den Termin ist bzw. welche konkreten Anliegen du mitbringst. Behalte dieses Ziel und deine Anliegen während deines Gesprächs im Auge und versuche, das Gespräch dorthin zu lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie dein Gespräch konkret abläuft, hängt unter anderem davon ab, ob du dein Gegenüber zum ersten Mal triffst. In diesem Fall kannst du dich an folgender Struktur orientieren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Kennenlernen&#039;&#039;&#039;: Stelle dich und foodsharing kurz vor. Erzähle auch etwas von deiner persönlichen Motivation, warum du bei foodsharing bist (z. B. wie es für dich war, als du das erste Mal verstanden hast, wie groß Lebensmittelverschwendung ist).&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Ziel des Gesprächs&#039;&#039;&#039;: Erkläre, warum du das Gespräch suchst und mit welchen Anliegen du kommst.&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Gemeinsame Faktenbasis&#039;&#039;&#039;: Je nachdem, wie viel dein:e Gesprächspartner:in bereits über die Problematik der Lebensmittelverschwendung weiß, kannst du mit aktuellen Zahlen und Fakten (z. B. die Keyfacts oben) oder anderen aktuellen Anliegen einsteigen. Jede Region hat eigene Besonderheiten – daher kannst du auch darauf eingehen, wie sich Lebensmittelverschwendung speziell auf die Gemeinde oder Region auswirkt.&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Deine Ziele und Anliegen&#039;&#039;&#039;: Nachdem ihr über das Problem der Lebensmittelverschwendung gesprochen und eine gemeinsame Basis geschaffen habt, kannst du nach Unterstützung für deine spezifischen Projekte fragen. Die Unterstützung kann dabei auch anders aussehen, als du sie dir ursprünglich vorgestellt hast und dich trotzdem an dein Ziel bringen. Höre dir dabei auch die Ansichten und eventuellen Bedenken der Menschen aus der Politik an. Das hilft, um gegenseitiges Verständnis zu schaffen und gemeinsam Lösungen oder Kompromisse zu finden. Auch wenn deine gesteckten Ziele nicht sofort erfüllt werden oder erfüllt werden können, trägt ein Gespräch mit Menschen aus der Politik dazu bei, dass wir als Initiative sichtbarer werden. Über diesen Kontakt können auch Kooperationen oder Unterstützungswege entstehen, die du vorher noch nicht im Sinn hattest. Frage deshalb auch nach Ideen, die dein:e Gesprächspartner:in hat, die dich weiterbringen könnten.&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Absprachen treffen&#039;&#039;&#039;: Haltet, am besten schriftlich, fest, welche Absprachen ihr trefft, z. B. wer sich um welche Aufgaben kümmert oder euch Kontakte weitergibt. Klärt auch, wann ihr wieder in Kontakt tretet bzw. ob ihr ein weiteres Treffen vereinbaren möchtet. Falls ihr eure Kontaktdaten noch nicht ausgetauscht habt, ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür.&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Verabschiedung&#039;&#039;&#039;: Findet einen schönen Gesprächsabschluss: Du kannst zum Beispiel erzählen, was du aus dem Gespräch mitnimmst und was du nun motiviert bist, als nächstes anzugehen. Bedanke dich für den Termin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als kurze Zusammenfassung haben wir auch einen [https://foodsharing.de/uploads/PolKa/Onepager_Gespr%C3%A4chsleitfaden.pdf One-Pager] erstellt, auf dem alle wichtigen Infos zu Gesprächen mit Menschen aus der Politik noch einmal zusammengefasst sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was passiert nach dem Gespräch? ==&lt;br /&gt;
Wenn sich Menschen aus der Politik die Zeit für ein Gespräch genommen haben, ist das eine kleine Dankesnachricht wert, gerade, wenn du den Kontakt weiter aufrechterhalten und weitere Schritte der Zusammenarbeit gehen möchtest. Falls du im Termin versprochen hast, Materialien nachzuliefern, kannst du auch das in deine Mail im Nachgang schreiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deinem Bezirk kannst du über das Forum von dem Gespräch berichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ihr eine Folgevereinbarung mit einer bestimmten Deadline getroffen habt, dann melde dich nach dieser Deadline bei deiner Gesprächsperson. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon kannst du nach einigen Monaten nach einem Folgegespräch fragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
​&#039;&#039;Artikel von&#039;&#039;:    [[Arbeitsgruppen-Liste#PolKa - Politische Kampagnen|politische Kampagnen]]   (&#039;&#039;[mailto:politik@foodsharing.network Kontakt]&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Letzte Überarbeitung am 14.09.2026&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>324039</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Foodsharing_und_Politik&amp;diff=12968</id>
		<title>Polka:Foodsharing und Politik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Foodsharing_und_Politik&amp;diff=12968"/>
		<updated>2026-09-16T12:36:44Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:foodsharing und Politik }}&lt;br /&gt;
{{Wiki-Artikel-Typ|Typ=2 (Info-Artikel)}}&#039;&#039;&#039;foodsharing ist politisch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2012 setzt sich foodsharing gegen Lebensmittelverschwendung ein: Unsere [https://wiki.foodsharing.de/Vision_und_Mission Vision] ist es, diese Verschwendung zu beenden und so foodsharing letztendlich überflüssig zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lebensmittelverschwendung erfolgt auf vielen verschiedenen Ebenen: Von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zur Endverbraucher*in landen noch genießbare Lebensmittel in der Tonne: Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, werden aussortiert, es wird unachtsam mit ihnen umgegangen oder sie werden durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen. Damit werden auch die Energie, Zeit und Ressourcen, die in den Lebensmitteln stecken, einfach entsorgt. Der [https://www.google.com/url?q=https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf&amp;amp;sa=D&amp;amp;source=docs&amp;amp;ust=1779559743806441&amp;amp;usg=AOvVaw1FfUZ_Qr50-Sw5M0cGkOU7 WWF schätzt], dass so insgesamt zehn Prozent aller Treibhausgasemissionen auf Lebensmittelverschwendung zurückgehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung ist damit ein strukturelles Problem. Solange wir bei foodsharing, aber auch anderen Organisationen Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass diese im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht – im Gegenteil, wir sorgen dafür, dass das Problem bei den Verursachenden weniger gegenwärtig ist. Deshalb müssen wir hinterfragen, welche Strukturen oder Verhaltensweisen zu dem Problem führen. Wir bei foodsharing können durch unser Handeln, z. B. indem wir beim Fairteilen auf die Ursachen der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen, ein Bewusstsein in der Gesellschaft für die strukturellen Probleme schaffen und überlegen, wie eine Lösung aussehen könnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wollen, dass Lebensmitteln in unserer Gesellschaft wieder ihr gerechter Wert zugeschrieben wird. Nur wenn wir gemeinsam als Community daran arbeiten, erfüllen wir unsere Mission und kommen unserer Vision ein Stück näher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unsere Forderungen ==&lt;br /&gt;
Wir möchten die Lebensmittelverschwendung an der Wurzel packen. Doch dafür braucht es mehr als das bloße Retten von übriggebliebenen Lebensmitteln aus Betrieben oder Aufklärung von Konsument*innen. Stattdessen muss sich politisch etwas bewegen: Wir benötigen verbindliche Reduktionsziele für die Verschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Außerdem müssen aktuell bestehende Handelsnormen überdacht und gelockert werden sowie Organisationen, die Lebensmittel retten oder Bildung rund um das Thema Ernährung anbieten, gestärkt werden. Dafür und für vieles mehr setzt sich foodsharing auf politischer Ebene ein. Der folgende Abschnitt des Wiki-Artikels bietet eine Übersicht über einige der aktuellen Missstände und mögliche Lösungsansätze, für die wir uns engagieren. Wenn ihr mehr über die zugrunde liegenden Zahlen und Studien wissen möchtet, dann schaut in den Wiki-Artikel [[Polka:Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage|„Zahlen bitte – Lebensmittelverschwendung: Die Datenlage“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung findet entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zum Endverbrauch statt. Die Politik adressiert allerdings aktuell nur die Verbraucher*innen mit Aufklärungskampagnen wie „Zu gut für die Tonne“ und den Handel mit freiwilligen „Verpflichtungen“. Das Wegwerfen von noch genießbaren Waren in Lebensmittelbetrieben wird aktuell nicht sanktioniert. Dazu kommt, dass ein großer Teil der Lebensmittelverschwendung von der Politik nicht berücksichtigt wird, da er in der Wertschöpfungskette vor dem Handel liegt: Verschiedene Handelsstandards und Qualitätsanforderungen, die bestimmte Ansprüche z. B. an das Aussehen von Obst und Gemüse stellen, führen dazu, dass gute und sehr wohl genießbare Lebensmittel überhaupt nicht in den Handel gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So werden genießbare Lebensmittel noch auf dem Hof vernichtet. Ein Bericht vom WWF aus dem Jahr 2022 zeigt, dass die Lebensmittelverluste in der Landwirtschaft deutlich höher sind als bisher angenommen. Auf dieser Datenbasis hat die Deutsche Umwelthilfe berechnet, dass in der Landwirtschaft 16,5 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr verschwendet werden, anstatt der 0,2 Millionen Tonnen, die vom Agrarministerium in Deutschland kommuniziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese nicht geernteten Produkte nach der geltenden EU-Regelung nicht als “Lebensmittel” definiert sind, werden sie auch nicht erfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing fordert, dass Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette mittels verpflichtender Regelungen reduziert wird. Dabei muss eine besondere Berücksichtigung den Vor-Handels-Verlusten gelten. Die EU-Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken ist ein erster guter Ansatz dafür: Sie verbietet schädliche Handelspraktiken wie z. B. kurzfristige Bestellungsstornierungen oder einseitige Änderungen von Lieferbedingungen durch einen einzelnen Vertragspartner. Allerdings geht die Richtlinie nicht weit genug; beispielsweise greift sie nicht bei der Problematik von ästhetischen Standards im Handel. Hier muss dringend nachgebessert werden, denn dort besteht noch Potenzial zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steuerliche Anreize für Lebensmittelabgaben ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Supermärkte Lebensmittel abgeben möchten, stellt das für sie einen zusätzlichen Aufwand dar: Sie müssen die Lebensmittel sortieren, lagern und mit Organisationen wie z. B. der Tafel Abholtermine festlegen. Zudem müssen in Deutschland für abgegebene Lebensmittel Steuern gezahlt werden. Eine Ausnahme dabei ist, wenn die Unternehmen nachweisen können, dass die Lebensmittel zu dem Zeitpunkt der Abgabe einen finanziellen Wert von 0 Euro innehaben. Eine Lebensmittelabgabe ist also mit einem zusätzlichen Personal- sowie Verwaltungsaufwand verbunden, weshalb es für Betriebe im Arbeitsalltag einfacher sein kann, Lebensmittel zu entsorgen, anstatt sie abzugeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein möglicher Lösungsansatz kommt aus unserem Nachbarland Frankreich: Dort gilt für Supermärkte ab einer bestimmten Betriebsgröße ein Wegwerfverbot, sodass sie ihre aussortierten Lebensmittel zur Abgabe anbieten müssen. Damit die Lebensmittelabgabe attraktiv ist, können die Supermärkte sogar 60 Prozent des Einkaufspreises der Lebensmittel von der Steuer absetzen.  Um die kostenfreie Weitergabe von Lebensmitteln zusätzlich zu erleichtern, könnte zur Dokumentation von Lebensmittelabgaben das vereinfachte Lieferscheinverfahren angewandt werden. Dieses Verfahren dient zur Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und ist unbürokratischer als das übliche Verfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr Rechtssicherheit für Lebensmittelrettungsorganisationen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 30 Jahren sind die Tafeln nun schon in Deutschland aktiv, foodsharing feierte 2022 sein zehnjähriges Jubiläum und zahlreiche kleinere Organisationen engagieren sich bei der Lebensmittelrettung. An Initiativen zur Lebensmittelrettung mangelt es also nicht – und trotzdem landet in Supermärkten immer noch aussortierte, aber genießbare Ware im Müll. Das liegt auch an rechtlichen Unsicherheiten bei der Weitergabe von Lebensmitteln, wie z. B. Haftungsrisiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst einmal gilt für jede Person, dass sie nur sichere Lebensmittel weitergeben darf – unabhängig davon, ob sie gewerblich oder privat handelt. Wer allerdings regelmäßig Lebensmittel weitergibt, egal ob gegen Geld oder kostenfrei, gilt rechtlich als Lebensmittelunternehmer. Lebensmittelunternehmer haben weitere Pflichten, wie beispielsweise die Kennzeichnung von Allergenen in Lebensmitteln oder die Dokumentationspflicht von Warenein- und -ausgängen. foodsharing und auch Fairteiler werden aktuell teilweise als Lebensmittelbetriebe eingestuft, wodurch zusätzliche Haftungsrisiken für die Weitergabe von Lebensmitteln entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir fordern bundesweit einheitlich geltende politische Rahmenbedingungen, die die Weitergabe von Lebensmitteln rechtlich absichern. Ein Vorbild dafür ist das „Gute-Samariter-Gesetz“, welches in Italien gilt und Lebensmittelrettungsorganisationen wie die Tafel rechtlich als Endverbraucherin einstuft, ohne dass die Hygienestandards darunter leiden. Ein ähnliches Gesetz wäre auch für Deutschland denkbar und wird von der Tafel und foodsharing bereits gefordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anpassungen des Mindesthaltbarkeitsdatums ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in privaten Haushalten kommt es immer wieder zu Missverständnissen bezüglich  des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Das MHD ist allerdings keine Haltbarkeitskennzeichnung, sondern lediglich eine Qualitätsgarantie für die Produkteigenschaften. In etwa der Hälfte aller Fälle prüfen Privatpersonen aber nicht, ob das Lebensmittel noch genießbar wäre: 45,7 Prozent aller entsorgten Lebensmittel mit Wegwerfgrund „MHD überschritten“ werden in ungeöffneter Verpackung entsorgt. Das Verbrauchsdatum (VD) beschreibt dagegen die Lebensmittelsicherheit. Lebensmittel, die das VD überschritten haben, sollten nicht mehr verzehrt und dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vergabe des MHD liegt im Ermessen des Herstellers. So kann es sein, dass gleichartige Produkte verschiedener Hersteller unterschiedliche Mindesthaltbarkeitsangaben aufweisen. Das ist für die Konsumierenden oft intransparent. Beispielsweise kann ein Hersteller ein kurzes MHD angeben, um bei den Verbraucher*innen mehr Frische zu suggerieren oder seine Warenströme besser leiten zu können. Auch bei saisonal verkaufter Ware wie Weihnachtsschokolade wird das MHD zeitlich so begrenzt, dass die Produkte in der nächsten Saison nicht mehr verkauft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns dafür ein, dass das MHD für Produkte mit sehr langer Haltbarkeit wie z. B. Reis oder Nudeln abgeschafft wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Produkte, die weiterhin MHD-pflichtig sind, muss die Willkürlichkeit bei der Festlegung des MHD aufgehoben werden, sodass die Vergabe nur noch nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgt. Zusätzlich dazu sollten die aktuellen EU-Datumskennzeichnungsregeln überarbeitet werden, um Missverständnisse auf Seiten der Verbraucher*innen bezüglich der Bedeutung von MHD und VD zu vermeiden. Die beiden Arten der Datumskennzeichnung sollten durch ein Piktogramm visualisiert und/oder durch eine differenzierte Wortwahl deutlich zu unterscheiden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EU hat bereits angekündigt, die Vergabe des MHD zu überarbeiten und wägt aktuell mehrere Optionen dazu ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernährungsbildung &amp;amp; die Wertschätzung von Lebensmitteln verbindlich stärken ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Essgewohnheiten und der Umgang mit Lebensmitteln werden bereits im frühen Alter maßgeblich geprägt. Ernährungsbildung muss deshalb bereits in der Kita beginnen, sodass die Wertschätzung von Lebensmitteln innerhalb der Gesellschaft gefördert wird. Das Bewusstsein der nächsten Generation bezüglich des Umgangs mit Ressourcen muss geschärft werden, um diese zum nachhaltigen Handeln zu befähigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns dafür ein, dass die Ernährungsbildung im Lehrplan aller Bundesländer verankert und dabei das Thema Lebensmittelverschwendung besonders berücksichtigt wird. Außerdem muss der Zusammenhang von Klima- und Umweltschutz mit unserer Ernährung vermittelt werden. Dazu wünschen wir uns Weiterbildungen für Lehrkräfte, Bildungsbeauftragte und Erzieher*innen. Die [https://www.foodsharing-akademie.org/ foodsharing-Akademie] stellt bereits Materialien zu dem Thema bereit und hilft dabei, Wissen über Lebensmittel und deren Wertschätzung zu vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== foodsharing und Parteipolitik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unsere Grundsätze zur politischen Arbeit ===&lt;br /&gt;
foodsharing arbeitet unabhängig von politischen Parteien und Konfessionen. Unsere Handlungen haben einen politischen Hintergrund, aber wir unterstützen aktiv keine Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parteipolitische oder religiöse Überzeugungen der einzelnen Freiwilligen betrachten wir als deren Privatsache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen von foodsharing dulden wir keine diskriminierenden, rassistischen, sexistischen, diffamierenden und menschenverachtenden Vorgehensweisen oder Äußerungen. foodsharing kooperiert daher nicht mit Parteien, Organisationen, Betrieben oder Einzelpersonen, die öffentlich rassistische, antisemitische, sexistische oder sonstige menschenverachtende Positionen vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing als der Nachhaltigkeit verpflichtete Umweltbewegung betrachtet eine drastische Reduzierung der Lebensmittelverschwendung als eine ethische, ökologische und klimapolitische Notwendigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing setzt sich deshalb für ein ressourcenschonendes, zukunftsfähiges Ernährungssystem und eine umfassende Eindämmung der Emission von Treibhausgasen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was bedeutet das in der Praxis? ===&lt;br /&gt;
Die politische Tätigkeit im Rahmen von foodsharing muss sich auf Veranstaltungen und Initiativen beschränken, welche die gleichen Themen wie foodsharing behandeln, vor allem ökologische Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung mit allen klimatischen und ethischen Auswirkungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle anderen politischen Initiativen können persönlich unterstützt und beworben werden, aber nicht im Namen von foodsharing. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei foodsharing-Veranstaltungen oder in foodsharing-Räumlichkeiten keine Flyer ausgelegt und keine Poster aufgehängt werden dürfen, die von diesen anderen Initiativen stammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um mehr Aufmerksamkeit für die Ideen und Grundsätze von foodsharing zu erreichen, treten wir mit vielen Menschen in den Dialog. Sofern eine Organisation oder Partei nicht den foodsharing Grundsätzen widerspricht, ist auch ein Austausch mit politischen Entscheidungsträger*innen möglich.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dos and Don’ts ===&lt;br /&gt;
Die folgenden Beispiele dienen als Orientierungshilfe:&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;&amp;quot; | Ja !! style=&amp;quot;&amp;quot; | Nein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Infostand bei Straßenfesten, Stadtteilfesten u.Ä. || style=&amp;quot;&amp;quot; | Infostand bei Parteiveranstaltungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von FridaysForFuture, ProVeg|| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von Pegida, Querdenken, Deutsche Wohnen &amp;amp;Co enteignen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver bringen Lebensmittel zu oder retten Lebensmittel bei einer Partei, einer politischen oder einer kirchlichen Initiative || style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver:innen retten Lebensmittel bei Parteien, politischen oder kirchlichen Initiativen oder bringen Lebensmittel dorthin, wenn diese gegen die oben genannten Grundsätze verstoßen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver treten als Expert*innen über foodsharing und Lebensmittelverschwendung bei einer Veranstaltung einer Partei oder Organisation auf - außer die Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. || style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver rufen im Namen von foodsharing und auf der foodsharing-Plattform zur Teilnahme an einer politischen Veranstaltung auf, die nichts mit Nachhaltigkeit oder Lebensmittelverschwendung zu tun hat. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver bringen Flyer, Poster etc mit Inhalten von foodsharing in Umlauf.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Inhaltliche Positionen der Parteien zum Thema Lebensmittelverschwendung werden durch Foodsaver kommuniziert, verglichen und kommentiert.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Foodsaver führen Hintergrundgespräche zu den Themen Lebensmittelverschwendung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in parteipolitischen Kontexten, z.B. mit Abgeordneten, außer die betreffende Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver werben im Namen oder im Rahmen von foodsharing für einzelne Parteien.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|In eine Bürgersprechstunde eines Politiker/einer Polikterin gehen und für foodsharing-Themen und -Positionen werben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilnahme an Podiumsdiskussionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Initiativ&#039;&#039;&#039; Politiker:innen per E-Mail anschreiben, um foodsharing-Forderungen einzubringen oder um ein persönliches Gespräch zu bitten.&lt;br /&gt;
|Während eines Wahlkampfs erscheint foodsharing im direkten Kontext mit einer kandidierenden Person, z. B. durch öffentlichkeitswirksame Spenden für einen Fairteiler von Kandidierenden im Wahlkampf.&lt;br /&gt;
(Hintergrund: Wir wollen uns vor Instrumentalisierung durch eine politische Partei für den eigenen Wahlkampf schützen. &#039;&#039;&#039;Insbesondere in Wahlkampfzeiten sollten öffentlichkeitswirksame Auftritte mit Politiker*innen vermieden werden&#039;&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Politiker*innen verschiedener Parteien zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen wie einer Eröffnung eines Fairteilers einladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgermeister*in und hochrangige Verwaltungsvertreter*innen zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen.&lt;br /&gt;
|Politiker*innen von Parteien, welche gegen oben genannte Grundsätze verstoßen, zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur Politiker*innen einer einzigen Partei zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen einladen (da unsere politische Unabhängigkeit angezweifelt werden könnte). &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Falls du dir unsicher bist, wende dich per Mail an: politik@foodsharing.network. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitsgruppe Politische Kampagnen ==&lt;br /&gt;
In der Arbeitsgruppe Politische Kampagnen (AG PolKA) treffen sich engagierte Foodsaver*innen auf überregionaler Ebene, um gemeinsam politische Arbeit zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vorbereitung öffentlichkeitswirksamer Kampagnen,  z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung &lt;br /&gt;
* Forderungen und Stellungnahmen zu politischen Themen ausarbeiten&lt;br /&gt;
* Petitionen gegen Lebensmittelverschwendung und für mehr Lebensmittelwertschätzung anstoßen und begleiten&lt;br /&gt;
* Wahlprüfsteine vor Bundestags- oder Europawahlen vorbereiten: Wahlprüfsteine sind Fragen, die den zur Wahl stehenden Parteien geschickt werden und die diese beantworten – die Antworten werden von uns gegenübergestellt und in der Community bzw. öffentlich geteilt, um zu vergleichen, welche Parteien sich für unsere Anliegen in welcher Form einsetzen&lt;br /&gt;
* Lobbyarbeit mit unseren Bündnispartner*innen für mehr Lebensmittelwertschätzung und die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Protokolle können auf der foodsharing Plattform im Europaforum [https://foodsharing.de/region?bid=741&amp;amp;sub=forum&amp;amp;tid=175788 gelesen] und [https://foodsharing.de/region?bid=741&amp;amp;sub=forum&amp;amp;tid=175789 diskutiert] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie kann ich zu politischer Arbeit beitragen? ===&lt;br /&gt;
Du kannst ganz einfach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* foodsharing-Kampagnen in deinem Bezirk organisieren, z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung&lt;br /&gt;
* an Demonstrationen teilnehmen, die inhaltlich mit den foodsharing-Forderungen zur ökologischen Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung übereinstimmen&lt;br /&gt;
* Petitionen unterschreiben und weiterverbreiten &lt;br /&gt;
* mit den Abgeordneten aus deinem Wahlkreis einen Termin vereinbaren und mit ihnen über Lebensmittelverschwendung und die foodsharing-Forderungen sprechen – beachte dafür den [[Polka:Leitfaden für Gespräche mit Menschen aus der Politik|Leitfaden für Gespräche mit Menschen aus der Politik]] und sprich dich mit den Botschaftenden deines Bezirks ab&lt;br /&gt;
* dich innerhalb der [https://foodsharing-staedte.org/de/ideenkatalog foodsharing-Städte] vernetzen und in deinem Bezirk durch Dialoge, z. B. mit dem Gemeinde- oder Stadtrat sowie der Verwaltung gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du möchtest dich aktiv in die überregionale politische Arbeit von foodsharing einbringen? Du bist in der AG PolKa herzlich willkommen! Bewirb dich für die AG und erzähle etwas von deiner Motivation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wende dich bei Fragen an [mailto:politik@foodsharing.network politik@foodsharing.network]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wollen wir damit erreichen? ===&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung ist ein strukturelles Problem. Sie entsteht, weil Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, aussortiert werden, weil unachtsam mit ihnen umgegangen wird oder weil sie durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen werden. Solange wir Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass die Lebensmittel im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht. Deshalb wünschen wir uns einen politischen Diskurs: Welche Strukturen oder Verhaltensweisen führen zu dem Problem? Wo können wir Bewusstsein für solche Missstände schaffen? Und wie könnte eine Lösung aussehen? Wir möchten diesen Diskurs nach innen in unsere foodsharing-Community und nach außen in die Öffentlichkeit und die Politik tragen. Denn so sensibilisieren wir für das zugrunde liegende Problem und können es so wirklich an der Wurzel packen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeit in Bündnissen ==&lt;br /&gt;
foodsharing ist Teil von mehreren Bündnissen, die sich für eine Wende hin zu einer nachhaltigen Ernährung einsetzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://buendnislebensmittelrettung.de/ueber-uns/ Bündnis Lebensmittelrettung]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis Lebensmittelrettung wurde 2018 von foodsharing mitgegründet, um sich politisch für eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette einzusetzen. Das Bündnis plant Kampagnen und Aktionen, führt Gespräche mit Abgeordneten und Ministeriumsmitarbeitenden und stellt [https://buendnislebensmittelrettung.de/unsere-forderungen/ Forderungen] zur aktuellen Politik. Weitere bekannte Mitglieder sind: WWF, Deutsche Umwelthilfe und To Good To Go. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://www.wir-haben-es-satt.de/ueber-uns/traegerkreis Wir haben es satt Bündnis]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis setzt sich zusammen aus Landwirt*innen, Naturschutzorganisationen und weiteren Gruppen mit Bezug zu Landwirtschaft und Ernährung. Jedes Jahr wird zum Auftakt der Agrarmesse „Grüne Woche“ in Berlin eine Demonstration organisiert, die auch foodsharing als Teil des Trägerkreises unter dem Motto „Wir haben Lebensmittelverschwendung satt“ unterstützt. Das Bündnis setzt sich für eine ökologische und bäuerliche Landwirtschaft ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://www.klima-allianz.de/ueber-uns/das-buendnis Klima-Allianz]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klima-Allianz ist ein breites gesellschaftliches Bündnis, in dem Organisationen mit Schwerpunkt Umwelt, Sozialem, Religion und Bildung vertreten sind. Es setzt sich ein für sozial gerechte Klimapolitik auf allen Ebenen. Als Mitgliedsorganisation arbeitet foodsharing an Stellungnahmen und Forderungen mit und bringt unsere Perspektive auf das Thema Ernährung ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
BMEL (2023a): Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.zugutfuerdietonne.de/strategie (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2023b): Schutz gegen unlautere Handelspraktiken. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/DE/themen/internationales/aussenwirtschaftspolitik/handel-und-export/utp-richtlinie.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2022): Über den Umgang mit Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/Flyer-Poster/Flyer-MHD.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=10 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2020): Handel unterzeichnet Erklärung: Lebensmittelverschwendung reduzieren. Pressemitteilung 102/2020 vom 19. Jun 2020. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/102-lebensmittelverschwendung.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMF (2021): Fragen und Antworten zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung von Sachspenden. Bundesministerium der Finanzen (BMF), Berlin. Online unter: https://bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/2021-03-23-FAQ-sachspenden.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BVL (o.J.): Pflichten als Lebensmittelunternehmer. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Braunschweig. Online unter: https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/04_AntragstellerUnternehmen/13_FAQ/FAQ_Pflichten/FAQ_Pflichten_node.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DUH (2023): Ackern für die Tonne. Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Radolfzell. Online unter: https://www.duh.de/ackern-fuer-die-tonne/ (letzter Zugriff: 23.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eckert K.-H. (2021): Umsatzsteuerliche Erleichterungen für Sachspenden. BBK 2021 Seite 409 - 416. NWB Verlag, Herne. Online unter: https://www.nwb.de/rechnungswesen/umsatzsteuerliche-erleichterungen-fuer-sachspenden-25052021 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EESC (2014): Gesetzliche Bestimmungen und die Verfahren der EU-Mitgliedstaaten bezüglich Lebensmittelspenden. Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss, Brüssel. Online unter: https://www.eesc.europa.eu/sites/default/files/resources/docs/qe-05-14-069-de-n.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
European Commission (o.J.): Food law general requirements. European Commission, Brussel. Online unter: https://food.ec.europa.eu/horizontal-topics/general-food-law/food-law-general-requirements_en (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herzberg R, Schmidt T, Keck M. Market power and food loss at the producer-retailer interface of fruit and vegetable supply chains in Germany. Sustain Sci. 2022;17(6):2253-2267. doi: 10.1007/s11625-021-01083-x. Epub 2022 Jan 15. PMID: 35069917; PMCID: PMC8760580.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübsch H, Adlwarth W. (2017): &amp;quot;SYSTEMATISCHE ERFASSUNG VON LEBENSMITTELABFÄLLEN DER PRIVATEN HAUSHALTE IN DEUTSCHLAND&amp;quot; - Schlussbericht zur Studie. GfK SE, Nürnberg. Durchgeführt für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittelverschwendung/Studie_GfK.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=3 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
L’ASSEMBLÉE NATIONALE (2018): JOURNAL OFFICIEL DE LA RÉPUBLIQUE FRANÇAISE. Année 2018. – no 29 A.N. (Q) Online unter: http://www2.assemblee-nationale.fr/static/15/questions/jo/jo_anq_201829.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverband Deutschland (2018): Wie legen Hersteller das MHD fest? Lebensmittelverband Deutschland e. V., Berlin. Online unter: https://www.lebensmittelverband.de/de/aktuell/20180918-mindesthaltbarkeitsdatum-mhd-wie-legen-hersteller-es-fest (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nolen N, Stockebrandt P. (2021): Kann eine Reform der Datumsangaben auf Lebensmitteln deren Verschwendung verringern? cepInput, Nr. 13 | 19. Oktober 2021. Centrum für Europäische Politik, Freiburg, Berlin. Online unter: https://www.cep.eu/fileadmin/user_upload/cep.eu/Studien/cepInput_Date_Marking_on_Food_Products/cepInput_Kann_eine_Reform_der_Datumsangaben_auf_Lebensmitteln_deren_Verschwendung_verringern.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtlinie (EU) 2019/633 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2019 über unlautere Handelspraktiken in den Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette. Online unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32019L0633&amp;amp;qid=1628586259953 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WWF (2022): Essen wir das Klima auf? World Wide Fund For Nature (WWF), Berlin. Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZEV (2023): Anti-Wegwerf-Gesetz in Frankreich. Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V., Kehl. Online unter: https://www.cec-zev.eu/de/themen/umwelt/anti-wegwerf-gesetz-in-frankreich/ (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Artikel von&#039;&#039;: &amp;amp;nbsp; [[Arbeitsgruppen-Liste#PolKa_-_Politische_Kampagnen| politische Kampagnen]] &amp;amp;nbsp; (&#039;&#039;[mailto:politik@foodsharing.network Kontakt]&#039;&#039;)&amp;lt;br&amp;gt;​&#039;&#039;Letzte Überarbeitung am 07.03.2023&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>324039</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Leitfaden_f%C3%BCr_Gespr%C3%A4che_mit_Menschen_aus_der_Politik&amp;diff=12965</id>
		<title>Polka:Leitfaden für Gespräche mit Menschen aus der Politik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Leitfaden_f%C3%BCr_Gespr%C3%A4che_mit_Menschen_aus_der_Politik&amp;diff=12965"/>
		<updated>2026-09-14T07:15:48Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Wiki-Artikel-Typ|Typ=2 (Info-Artikel)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser Engagement bei foodsharing ist politisch. Der Austausch mit Menschen aus der Politik ermöglicht es uns, bestimmte Ziele zu erreichen, sei es die Räumlichkeit für einen Fairteiler, eine Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung gemeinsam mit der Stadtverwaltung oder Gesetzesänderungen auf Bundes- oder EU-Ebene. Politikgespräche erscheinen vielleicht zunächst einschüchternd, aber sie schaffen Sichtbarkeit für foodsharing und öffnen uns Türen zu Ressourcen und Netzwerken. Zur Vorbereitung für Gespräche mit Menschen aus der Politik möchten wir dir daher hier einen kleinen Leitfaden bereitstellen. Der Leitfaden führt dich Schritt für Schritt durch die Vorbereitung, den Ablauf und die Nachbereitung eines Gesprächs. Außerdem hilft er dir bei der Suche nach der richtigen Ansprechperson und zeigt dir, auf welcher Ebene du welche Themen anbringen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warum sollte ich Politikgespräche führen? ==&lt;br /&gt;
Egal auf welchem Level Entscheidungsträger:innen arbeiten, Gespräche führen lohnt sich gleich auf mehreren Ebenen. Schauen wir mal rein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Politiker:innen entscheiden/beschließen Gesetze immer aufgrund von zuvor eingeholten Infos. Durch Gespräche, in denen wir unsere Sicht einbringen, können wir auf diese Entscheidungen Einfluss nehmen.&lt;br /&gt;
# Wir schaffen mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit für foodsharing und Lebensmittelverschwendung/-wertschätzung.&lt;br /&gt;
# Durch Gespräche kannst du Zugang zu vielen Ressourcen bekommen: Fördermittel, Kontakte, Partnerschaften und Netzwerke, die euch auf verschiedene Weise nützlich sein können (z. B. Kontakte für Bildungsarbeit, Aufbau von Fairteilern, Nutzung von Räumlichkeiten, …).&lt;br /&gt;
# Mit solchen Gesprächen bekommst du viel Hintergrundwissen, das du sonst nicht bekommen würdest. Das bringt Klarheit darüber, wie foodsharing in den bestehenden politischen Rahmenbedingungen besser agieren kann.&lt;br /&gt;
# Für langfristige Ziele lohnt sich ein regelmäßiger Austausch, um dauerhaft als wichtige Initiative/wichtiges Thema wahrgenommen zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also viele gute Gründe, Gespräche mit Menschen aus der Politik zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Suche nach passenden Ansprechpersonen ==&lt;br /&gt;
Damit deine Anliegen und Botschaften auch bei der richtigen Person ankommen, ist es wichtig zu beachten, wer auf was Einfluss hat bzw. wer welche Entscheidungskompetenzen hat. Beispielsweise ist es sinnvoll, die Stadtverwaltung nach einer Räumlichkeit für ein foodsharing-Café zu fragen; Abgeordnete im EU-Parlament sollten stattdessen besser bezüglich EU-Regularien kontaktiert werden. Wir unterscheiden hierbei zwischen Ansprechpersonen auf regionaler Ebene, bundeslandweit, national und international.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regionale Ansprechpersonen ===&lt;br /&gt;
Ansprechpersonen für regionale Angelegenheiten sind alle Menschen, die auf kommunaler Ebene aktiv sind. Sie arbeiten oder engagieren sich in der Kommunalpolitik oder kommunalen Verwaltung. Dazu gehören: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgermeister:innen und Stadträt:innen bzw. Mitglieder des Gemeinderates:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haben einen direkten Einfluss auf kommunale Entscheidungen (Kommunalpolitik ist z. B. zuständig für die Abfallentsorgung) und können lokale Initiativen unterstützen.&lt;br /&gt;
* Sie können auch Anliegen eigeninitiativ in den Rat einbringen. Außerdem können sie dir Einblick in lokale Entscheidungsstrukturen geben.&lt;br /&gt;
* Sie können den Zugang zu kommunalen Ressourcen wie Räumlichkeiten erleichtern.&lt;br /&gt;
* Sie sind regional vernetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorsitzende, Referent:innen, Angestellte in passenden Stellen der Verwaltung (z.B. Kommunale Umwelt- und Sozialreferent:innen oder Nachhaltigkeits-, Strukturwandel- und Klimaschutzmanager:innen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Diese haben oft Interesse an foodsharing und dem Thema Lebensmittelverschwendung/-wertschätzung und sind mit hoher Wahrscheinlichkeit positiv gegenüber unseren Anliegen gestimmt. &lt;br /&gt;
* Sie können nützliche Kontakte vermitteln und innerhalb der Verwaltung unsere Themen verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eventuell gibt es zusätzlich auf der Ebene deines Landkreises passende Gesprächspartner:innen. Der Landkreis koordiniert einige Aufgaben der Kommunen im Kreis. Zu den Ansprechpersonen im Kreis gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mitglieder des Kreistages (entsprechen den Mitgliedern des Stadt-/Gemeinderates)&lt;br /&gt;
* Mitarbeitende in den Landratsämtern bzw. der Verwaltung des Kreistages (entspricht den Angestellten in der Verwaltung der Kommune). Auch der Landkreis kann Klimaschutzmanager:innen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf regionaler Ebene kann zum Beispiel über folgende Themen gesprochen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Strategie gegen Lebensmittelverschwendung auf kommunaler Ebene (z.B. Einberufung eines runden Tischs unter der Schirmherrschaft der Kommune)&lt;br /&gt;
* Unterstützung für den Aufbau von Fairteilern&lt;br /&gt;
* Gemeinsame Kampagnen mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung &lt;br /&gt;
* Sich der [https://foodsharing-staedte.org/de foodsharing-Städte Bewegung] anschließen&lt;br /&gt;
* Mehr Inspiration zu regionalen Projekten findest du auf der Seite der foodsharing-Städte Bewegung: https://foodsharing-staedte.org/de &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ansprechpersonen auf Ebene des Bundeslandes ===&lt;br /&gt;
Auf der Ebene deines Bundeslandes findest du Abgeordnete des Landtags oder auch Mitarbeitende von Ministerien als passende Ansprechpersonen für unsere Themen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitglieder der Landtage (MdL):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Landtagsabgeordnete haben Einfluss auf landesweite Gesetze und Förderprogramme.&lt;br /&gt;
* Sie können auf Landesebene für Gesetzesänderungen oder Förderungen im Bereich Lebensmittelverschwendung und Nachhaltigkeit eintreten.&lt;br /&gt;
* Besonders passend könnten hier MdL sein, die im Umwelt-, Ernährungs- oder Verbraucherschutzausschuss sitzen oder welche, die aus dem Wahlkreis bei euch vor Ort kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitarbeitende von Landesministerien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Passende Ministerien sind die für Umweltschutz, Ernährung, Soziales oder Verbraucherschutz. Diese Ministerien sind für Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen zuständig und könnten durch Förderprogramme oder andere Mittel Initiativen unterstützen.&lt;br /&gt;
* Ministerien sind in verschiedene Abteilungen und diese wiederum in Referate unterteilt. Auf der Website der Ministerien gibt es meist ein Organigramm, das du nutzen kannst, um dir einen Überblick darüber zu verschaffen. So findest du das Referat, das für dein Anliegen zuständig ist. Wenn du dir unsicher bist, kannst du in deinem Anschreiben auch um eine interne Weiterleitung an die zuständige Person bitten, falls du die falsche Ansprechperson kontaktiert hast. Es ist auch in Ordnung, zunächst an eine allgemeine Kontaktadresse zu schreiben und um Weiterleitung zu bitten. Die Wahrscheinlichkeit, dass du eine Rückmeldung bekommst, ist aber höher, wenn du die zuständige Person direkt anschreibst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Landesebene kann über folgende Themen gesprochen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mehr Bildung zu Lebensmittelwertschätzung an Schulen, da die Bundesländer für die Lehrpläne zuständig sind&lt;br /&gt;
* Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen auf Bundeslandebene&lt;br /&gt;
* Lebensmittelverschwendung auf Veranstaltungen des Bundeslands/ in der Landesverwaltung&lt;br /&gt;
* Strategien gegen Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf Bundeslandebene. Baden-Württemberg hat beispielsweise eine zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um die Weitergabe von geretteten Lebensmitteln geschaffen, die Organisationen wie foodsharing beratend zur Seite stehen kann. Ihr findet sie im Internet [https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unsere-themen/ernaehrung/lebensmittelretter/anlaufstelle hier.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nationale und internationale Ansprechpersonen ===&lt;br /&gt;
Über die lokale und Bundesland-Ebene hinaus gibt es auch Ansprechpersonen für die Bundes- oder internationale (Europa) Ebene. Falls du auf dieser Ebene Gespräche führen möchtest, dann ist ein Engagement in der AG Politische Kampagnen genau das richtige für dich. Für uns ist wichtig, zu wissen, wer im Namen von foodsharing unsere politischen Interessen vertritt. Bewirb dich in diesem Fall also gerne für die AG: Du findest sie in der Übersicht [https://foodsharing.de/groups?p=392 Arbeitsgruppen Überregional.] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier kommt trotzdem ein Überblick darüber, welche Ansprechpersonen es für diese Ebenen gibt und für welche Themen welche Ebene zuständig ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Nationale Ebene (Deutschland) ====&lt;br /&gt;
Mitglieder des Bundestages (MdB):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bundestagsabgeordnete können sich für bundesweite Gesetzesänderungen und Förderprogramme einsetzen.&lt;br /&gt;
* Besonders relevant sind Abgeordnete, die im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz oder im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft tätig sind.&lt;br /&gt;
* Abgeordnete, die aus deinem Wahlkreis stammen, sind primär für dich zuständig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bundesministerien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV): Zuständig für Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen sowie für Fragen zu Verbraucher:innenschutz (Hygienestandards, …)&lt;br /&gt;
* Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH): Zuständig für Lebensmittelverschwendung, Landwirtschaft und eine nachhaltige Ernährung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parteipolitische Akteur:innen: Sprecher:innen für Umwelt- und Ernährungspolitik oder auch Verbraucher:innenschutz:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Diese Personen innerhalb der Parteien sind oft die treibenden Kräfte hinter Initiativen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung.&lt;br /&gt;
* Sie haben Wissen zu aktuellen Geschehnissen in ihrem Themenbereich und können wichtige Hintergrundinformationen dazu geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Themen werden auf nationaler Ebene behandelt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Messung von Lebensmittelabfällen&lt;br /&gt;
* Strategie gegen Lebensmittelverschwendung auf Bundesebene entlang der gesamten Wertschöpfungskette (z.B. Einberufung von runden Tischen zum Thema, Gesetze/Abkommen zu und mit einzelnen Sektoren, …)&lt;br /&gt;
* Beschluss über Wegwerfstopps für Supermärkte&lt;br /&gt;
* Allgemein die Übersetzung von EU-Recht in nationales Recht. Es muss mindestens das EU-Recht umgesetzt werden, dieses darf aber verschärft werden. Nationale Regeln dürfen das EU-Recht aber nicht aushebeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== Internationale Ebene ====&lt;br /&gt;
Die Europäische Union setzt den größeren Rahmen für Regelungen auf der nationalen Ebene. Staaten können diese Regelungen verschärfen, aber nicht abschwächen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitglieder des europäischen Parlaments (MdEP)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Abgeordnete des europäischen Parlaments können sich für europaweite Gesetzesänderungen und Förderprogramme einsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitarbeiter:innen der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Setzen sich auf internationaler Ebene für die Themen Ernährung und Landwirtschaft ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Themen werden auf internationaler Ebene behandelt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Standards und Regelungen zu Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum&lt;br /&gt;
* Europäische Handelsnormen&lt;br /&gt;
* Rechtlicher Rahmen zur Haftung bei Weitergabe von Lebensmitteln &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Thematischer Hintergrund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einige Schlüsselfakten ===&lt;br /&gt;
Damit du gut vorbereitet in das Gespräch starten kannst, ist es immer gut, ein paar Schlüsselfakten zu Lebensmittelverschwendung zur Hand zu haben. Bitte lies dir zum Hintergrund die Wiki-Artikel [[Polka:Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage|“Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage”]] sowie [[Kontext und Selbstverständnis|“Kontext und Selbstverständnis”]] vorab durch. Hier sind ein paar wichtige Zahlen zum Merken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Insgesamt wird etwa ein Drittel aller produzierten Lebensmittel verschwendet ([https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/lebensmittelverschwendung/das-grosse-wegschmeissen WWF 2015]).&lt;br /&gt;
* Die Lebensmittelverschwendung ist für 10 Prozent aller Treibhausgasemissionen weltweit verantwortlich ([https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf WWF 2022])&lt;br /&gt;
* In Deutschland sind es mindestens 18 Millionen Tonnen pro Jahr, Verluste vor der Ernte sind in dieser Zahl noch gar nicht mit einberechnet ([https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/lebensmittelverschwendung/das-grosse-wegschmeissen WWF 2015]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unsere Forderungen ===&lt;br /&gt;
Das Bündnis Lebensmittelrettung, in dem foodsharing Mitglied ist, hat Forderungen für die Politik aufgestellt, wie Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette verringert werden kann. Diese Forderungen kannst du [https://buendnislebensmittelrettung.de/unsere-forderungen/ hier] nachlesen. Auf dieser [[Polka:Foodsharing und Politik#Unsere Forderungen - foodsharing ist politisch|Wiki-Seite]] gibt es zudem eine aufbereitete Version davon mit Hintergrundinformationen. Um zu entscheiden, welche der Forderungen du am besten auf welcher Ebene anbringst, kannst du folgende Übersicht verwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unterstützung von Strukturen bei euch direkt vor Ort, z. B. Fairteiler, Infostände oder Bildungsworkshops: lokale Ebene – mehr Ideen, worüber ihr mit Menschen bei euch vor Ort sprechen könnt, findet ihr auch im Dokument “Handlungsmöglichkeiten auf lokaler Ebene”&lt;br /&gt;
* Ernährungsbildung: Bundesland-Ebene&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette: lokale, Bundesland-, nationale und EU-Ebene&lt;br /&gt;
* Steuerliche Anreize für Lebensmittelspenden: nationale und EU-Ebene&lt;br /&gt;
* Anpassungen des Mindesthaltbarkeitsdatums: v. a. EU-Ebene&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ansprechpersonen bei foodsharing ==&lt;br /&gt;
Wenn du ein Gespräch auf lokaler Ebene führst, z.B. mit der Stadtverwaltung zum Aufbau eines Fairteilers, informiere in jedem Fall die Botschafter:innen (BOTs) in deinem Bezirk. So behalten diese einen Überblick darüber, welche Gespräche geführt werden und können dir ggf. auch Kontakte zu Personen vermitteln, die vorher schon etwas Ähnliches gemacht haben. So kannst du vielleicht sogar an einer Stelle anknüpfen, mit der eine andere Person schon einmal Kontakt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du ein Gespräch mit einer Person aus der überregionalen Politik oder Verwaltung führst (also z.B. Landtags-, Bundestags- oder Europaparlamentsabgeordneten bzw. mit Mitarbeitenden in den entsprechenden Ministerien), musst du gut über unser [[Kontext und Selbstverständnis|Selbstverständnis]] und [[Polka:Foodsharing und Politik#Unsere Forderungen - foodsharing ist politisch|unsere politischen Positionen]] informiert sein. Das ist umso wichtiger, je „wichtiger“ oder bekannter die Person ist, mit der du das Gespräch führst bzw. wenn dieses in der Öffentlichkeit oder sogar mit Pressebegleitung stattfindet. Dabei ist es auch zentral, über aktuelle Entwicklungen und Projekte in der foodsharing Community informiert zu sein. Trete in diesem Fall vorher mit den jeweils zuständigen überregionalen Arbeitsgruppen in Kontakt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Arbeitsgruppen eigenen sich für den Erfahrungsaustausch vorab:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;AG Politische Kampagnen&#039;&#039;&#039;, Mail an: politik@foodsharing.network: Die AG PolKa macht die überregionale politische Arbeit von foodsharing. Dort gibt es viele Erfahrungswerte zu Gesprächen mit Menschen aus der Politik, zu den Hintergründen der foodsharing Forderungen und zu aktuellen Kampagnen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;AG Fairteiler&#039;&#039;&#039;, Mail an: fairteiler@foodsharing.network: Die AG Fairteiler bietet einen Austausch rund um die Themen Aufbau von Fairteilern, rechtlichen Rahmenbedingungen, Kontakt zu Veterinärämtern und Hilfestellungen bei Problemen im Fairteilerbetrieb an. Hier kannst du dich über gelungene Beispiele aus anderen Bezirken informieren.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;AG Bildung und foodsharing Akademie&#039;&#039;&#039;, Mail an kontakt@foodsharing-akademie.org: Auf der Website der [https://www.foodsharing-akademie.org/ foodsharing Akademie] gibt es viele Bildungsmaterialien und Projektideen rund um das Thema Lebensmittelverschwendung und nachhaltige Ernährung(-ssysteme). Du kannst sie als Vorlage und Referenz nutzen, wenn du über unsere Bildungsarbeit berichten oder Unterstützung dafür anfragen möchtest.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;AG Presse&#039;&#039;&#039;, Mail an presse@foodsharing.network: Die AG Presse kümmert sich um die Pressearbeit bei foodsharing und hat Tipps zur Erstellung von Pressemitteilungen, Presseverteilern und Pressearbeit allgemein. Das ist relevant, wenn dein Austausch auch durch Pressearbeit begleitet wird.  	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wie bereite ich das Gespräch vor? ==&lt;br /&gt;
Nachdem wir uns die Ansprechpersonen und die wichtigsten Key-Facts angeschaut haben, schauen wir nun, wie ein solches Gespräch vorbereitet werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was sollte ich vor der Kontaktaufnahme vorbereiten? ===&lt;br /&gt;
Informiere dich zunächst über die allgemeinen Forderungen von foodsharing (Siehe oben) sowie über die politische Arbeit und die bisherigen Initiativen der Politiker:in – vielleicht gibt es schon gemeinsame Anknüpfungspunkte?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lege bestenfalls klar fest, ob du Unterstützung für eine einmalige Aktion, eine langfristige Partnerschaft oder eine politische Änderung anstrebst. Überlegt dir, was das ideale Ergebnis deines Gesprächs wäre und wie du darauf hinarbeiten kannst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie nehme ich Kontakt auf? ===&lt;br /&gt;
Kontaktiere die Ansprechperson am besten per Mail. Wenn du nach ein paar Tagen keine Rückmeldung erhalten hast, lohnt es sich, eine zweite Mail hinterher zu schicken oder - falls du eine Telefonnummer des Kontakts hast - anzurufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wie kann ein Gesprächstermin ablaufen? ==&lt;br /&gt;
Vor Beginn des Treffens hast du dir Gedanken darüber gemacht, was dein Ziel für den Termin ist bzw. welche konkreten Anliegen du mitbringst. Behalte dieses Ziel und deine Anliegen während deines Gesprächs im Auge und versuche, das Gespräch dorthin zu lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie dein Gespräch konkret abläuft, hängt unter anderem davon ab, ob du dein Gegenüber zum ersten Mal triffst. In diesem Fall kannst du dich an folgender Struktur orientieren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Kennenlernen&#039;&#039;&#039;: Stelle dich und foodsharing kurz vor. Erzähle auch etwas von deiner persönlichen Motivation, warum du bei foodsharing bist (z. B. wie es für dich war, als du das erste Mal verstanden hast, wie groß Lebensmittelverschwendung ist).&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Ziel des Gesprächs&#039;&#039;&#039;: Erkläre, warum du das Gespräch suchst und mit welchen Anliegen du kommst.&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Gemeinsame Faktenbasis&#039;&#039;&#039;: Je nachdem, wie viel dein:e Gesprächspartner:in bereits über die Problematik der Lebensmittelverschwendung weiß, kannst du mit aktuellen Zahlen und Fakten (z. B. die Keyfacts oben) oder anderen aktuellen Anliegen einsteigen. Jede Region hat eigene Besonderheiten – daher kannst du auch darauf eingehen, wie sich Lebensmittelverschwendung speziell auf die Gemeinde oder Region auswirkt.&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Deine Ziele und Anliegen&#039;&#039;&#039;: Nachdem ihr über das Problem der Lebensmittelverschwendung gesprochen und eine gemeinsame Basis geschaffen habt, kannst du nach Unterstützung für deine spezifischen Projekte fragen. Die Unterstützung kann dabei auch anders aussehen, als du sie dir ursprünglich vorgestellt hast und dich trotzdem an dein Ziel bringen. Höre dir dabei auch die Ansichten und eventuellen Bedenken der Menschen aus der Politik an. Das hilft, um gegenseitiges Verständnis zu schaffen und gemeinsam Lösungen oder Kompromisse zu finden. Auch wenn deine gesteckten Ziele nicht sofort erfüllt werden oder erfüllt werden können, trägt ein Gespräch mit Menschen aus der Politik dazu bei, dass wir als Initiative sichtbarer werden. Über diesen Kontakt können auch Kooperationen oder Unterstützungswege entstehen, die du vorher noch nicht im Sinn hattest. Frage deshalb auch nach Ideen, die dein:e Gesprächspartner:in hat, die dich weiterbringen könnten.&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Absprachen treffen&#039;&#039;&#039;: Haltet, am besten schriftlich, fest, welche Absprachen ihr trefft, z. B. wer sich um welche Aufgaben kümmert oder euch Kontakte weitergibt. Klärt auch, wann ihr wieder in Kontakt tretet bzw. ob ihr ein weiteres Treffen vereinbaren möchtet. Falls ihr eure Kontaktdaten noch nicht ausgetauscht habt, ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür.&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Verabschiedung&#039;&#039;&#039;: Findet einen schönen Gesprächsabschluss: Du kannst zum Beispiel erzählen, was du aus dem Gespräch mitnimmst und was du nun motiviert bist, als nächstes anzugehen. Bedanke dich für den Termin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als kurze Zusammenfassung haben wir auch einen One-Pager erstellt, auf dem alle wichtigen Infos zu Gesprächen mit Menschen aus der Politik noch einmal zusammengefasst sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was passiert nach dem Gespräch? ==&lt;br /&gt;
Wenn sich Menschen aus der Politik die Zeit für ein Gespräch genommen haben, ist das eine kleine Dankesnachricht wert, gerade, wenn du den Kontakt weiter aufrechterhalten und weitere Schritte der Zusammenarbeit gehen möchtest. Falls du im Termin versprochen hast, Materialien nachzuliefern, kannst du auch das in deine Mail im Nachgang schreiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deinem Bezirk kannst du über das Forum von dem Gespräch berichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ihr eine Folgevereinbarung mit einer bestimmten Deadline getroffen habt, dann melde dich nach dieser Deadline bei deiner Gesprächsperson. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon kannst du nach einigen Monaten nach einem Folgegespräch fragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
​&#039;&#039;Artikel von&#039;&#039;:    [[Arbeitsgruppen-Liste#PolKa - Politische Kampagnen|politische Kampagnen]]   (&#039;&#039;[mailto:politik@foodsharing.network Kontakt]&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Letzte Überarbeitung am 14.09.2026&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>324039</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Leitfaden_f%C3%BCr_Gespr%C3%A4che_mit_Menschen_aus_der_Politik&amp;diff=12964</id>
		<title>Polka:Leitfaden für Gespräche mit Menschen aus der Politik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Leitfaden_f%C3%BCr_Gespr%C3%A4che_mit_Menschen_aus_der_Politik&amp;diff=12964"/>
		<updated>2026-09-14T07:15:16Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: Der Artikel wurde in der PolKa erarbeitet und jetzt zum ersten Mal veröffentlicht.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Wiki-Artikel-Typ|Typ=2 (Info-Artikel)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unser Engagement bei foodsharing ist politisch. Der Austausch mit Menschen aus der Politik ermöglicht es uns, bestimmte Ziele zu erreichen, sei es die Räumlichkeit für einen Fairteiler, eine Kampagne gegen Lebensmittelverschwendung gemeinsam mit der Stadtverwaltung oder Gesetzesänderungen auf Bundes- oder EU-Ebene. Politikgespräche erscheinen vielleicht zunächst einschüchternd, aber sie schaffen Sichtbarkeit für foodsharing und öffnen uns Türen zu Ressourcen und Netzwerken. Zur Vorbereitung für Gespräche mit Menschen aus der Politik möchten wir dir daher hier einen kleinen Leitfaden bereitstellen. Der Leitfaden führt dich Schritt für Schritt durch die Vorbereitung, den Ablauf und die Nachbereitung eines Gesprächs. Außerdem hilft er dir bei der Suche nach der richtigen Ansprechperson und zeigt dir, auf welcher Ebene du welche Themen anbringen kannst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Warum sollte ich Politikgespräche führen? ==&lt;br /&gt;
Egal auf welchem Level Entscheidungsträger:innen arbeiten, Gespräche führen lohnt sich gleich auf mehreren Ebenen. Schauen wir mal rein:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# Politiker:innen entscheiden/beschließen Gesetze immer aufgrund von zuvor eingeholten Infos. Durch Gespräche, in denen wir unsere Sicht einbringen, können wir auf diese Entscheidungen Einfluss nehmen.&lt;br /&gt;
# Wir schaffen mehr Sichtbarkeit und Aufmerksamkeit für foodsharing und Lebensmittelverschwendung/-wertschätzung.&lt;br /&gt;
# Durch Gespräche kannst du Zugang zu vielen Ressourcen bekommen: Fördermittel, Kontakte, Partnerschaften und Netzwerke, die euch auf verschiedene Weise nützlich sein können (z. B. Kontakte für Bildungsarbeit, Aufbau von Fairteilern, Nutzung von Räumlichkeiten, …).&lt;br /&gt;
# Mit solchen Gesprächen bekommst du viel Hintergrundwissen, das du sonst nicht bekommen würdest. Das bringt Klarheit darüber, wie foodsharing in den bestehenden politischen Rahmenbedingungen besser agieren kann.&lt;br /&gt;
# Für langfristige Ziele lohnt sich ein regelmäßiger Austausch, um dauerhaft als wichtige Initiative/wichtiges Thema wahrgenommen zu werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es gibt also viele gute Gründe, Gespräche mit Menschen aus der Politik zu führen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Suche nach passenden Ansprechpersonen ==&lt;br /&gt;
Damit deine Anliegen und Botschaften auch bei der richtigen Person ankommen, ist es wichtig zu beachten, wer auf was Einfluss hat bzw. wer welche Entscheidungskompetenzen hat. Beispielsweise ist es sinnvoll, die Stadtverwaltung nach einer Räumlichkeit für ein foodsharing-Café zu fragen; Abgeordnete im EU-Parlament sollten stattdessen besser bezüglich EU-Regularien kontaktiert werden. Wir unterscheiden hierbei zwischen Ansprechpersonen auf regionaler Ebene, bundeslandweit, national und international.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Regionale Ansprechpersonen ===&lt;br /&gt;
Ansprechpersonen für regionale Angelegenheiten sind alle Menschen, die auf kommunaler Ebene aktiv sind. Sie arbeiten oder engagieren sich in der Kommunalpolitik oder kommunalen Verwaltung. Dazu gehören: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgermeister:innen und Stadträt:innen bzw. Mitglieder des Gemeinderates:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Haben einen direkten Einfluss auf kommunale Entscheidungen (Kommunalpolitik ist z. B. zuständig für die Abfallentsorgung) und können lokale Initiativen unterstützen.&lt;br /&gt;
* Sie können auch Anliegen eigeninitiativ in den Rat einbringen. Außerdem können sie dir Einblick in lokale Entscheidungsstrukturen geben.&lt;br /&gt;
* Sie können den Zugang zu kommunalen Ressourcen wie Räumlichkeiten erleichtern.&lt;br /&gt;
* Sie sind regional vernetzt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorsitzende, Referent:innen, Angestellte in passenden Stellen der Verwaltung (z.B. Kommunale Umwelt- und Sozialreferent:innen oder Nachhaltigkeits-, Strukturwandel- und Klimaschutzmanager:innen)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Diese haben oft Interesse an foodsharing und dem Thema Lebensmittelverschwendung/-wertschätzung und sind mit hoher Wahrscheinlichkeit positiv gegenüber unseren Anliegen gestimmt. &lt;br /&gt;
* Sie können nützliche Kontakte vermitteln und innerhalb der Verwaltung unsere Themen verbreiten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eventuell gibt es zusätzlich auf der Ebene deines Landkreises passende Gesprächspartner:innen. Der Landkreis koordiniert einige Aufgaben der Kommunen im Kreis. Zu den Ansprechpersonen im Kreis gehören:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mitglieder des Kreistages (entsprechen den Mitgliedern des Stadt-/Gemeinderates)&lt;br /&gt;
* Mitarbeitende in den Landratsämtern bzw. der Verwaltung des Kreistages (entspricht den Angestellten in der Verwaltung der Kommune). Auch der Landkreis kann Klimaschutzmanager:innen haben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf regionaler Ebene kann zum Beispiel über folgende Themen gesprochen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Strategie gegen Lebensmittelverschwendung auf kommunaler Ebene (z.B. Einberufung eines runden Tischs unter der Schirmherrschaft der Kommune)&lt;br /&gt;
* Unterstützung für den Aufbau von Fairteilern&lt;br /&gt;
* Gemeinsame Kampagnen mit dem Abfallwirtschaftsbetrieb zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung &lt;br /&gt;
* Sich der [https://foodsharing-staedte.org/de foodsharing-Städte Bewegung] anschließen&lt;br /&gt;
* Mehr Inspiration zu regionalen Projekten findest du auf der Seite der foodsharing-Städte Bewegung: https://foodsharing-staedte.org/de &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ansprechpersonen auf Ebene des Bundeslandes ===&lt;br /&gt;
Auf der Ebene deines Bundeslandes findest du Abgeordnete des Landtags oder auch Mitarbeitende von Ministerien als passende Ansprechpersonen für unsere Themen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitglieder der Landtage (MdL):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Landtagsabgeordnete haben Einfluss auf landesweite Gesetze und Förderprogramme.&lt;br /&gt;
* Sie können auf Landesebene für Gesetzesänderungen oder Förderungen im Bereich Lebensmittelverschwendung und Nachhaltigkeit eintreten.&lt;br /&gt;
* Besonders passend könnten hier MdL sein, die im Umwelt-, Ernährungs- oder Verbraucherschutzausschuss sitzen oder welche, die aus dem Wahlkreis bei euch vor Ort kommen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitarbeitende von Landesministerien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Passende Ministerien sind die für Umweltschutz, Ernährung, Soziales oder Verbraucherschutz. Diese Ministerien sind für Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen zuständig und könnten durch Förderprogramme oder andere Mittel Initiativen unterstützen.&lt;br /&gt;
* Ministerien sind in verschiedene Abteilungen und diese wiederum in Referate unterteilt. Auf der Website der Ministerien gibt es meist ein Organigramm, das du nutzen kannst, um dir einen Überblick darüber zu verschaffen. So findest du das Referat, das für dein Anliegen zuständig ist. Wenn du dir unsicher bist, kannst du in deinem Anschreiben auch um eine interne Weiterleitung an die zuständige Person bitten, falls du die falsche Ansprechperson kontaktiert hast. Es ist auch in Ordnung, zunächst an eine allgemeine Kontaktadresse zu schreiben und um Weiterleitung zu bitten. Die Wahrscheinlichkeit, dass du eine Rückmeldung bekommst, ist aber höher, wenn du die zuständige Person direkt anschreibst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auf Landesebene kann über folgende Themen gesprochen werden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Mehr Bildung zu Lebensmittelwertschätzung an Schulen, da die Bundesländer für die Lehrpläne zuständig sind&lt;br /&gt;
* Öffentlichkeitsarbeit und Kampagnen auf Bundeslandebene&lt;br /&gt;
* Lebensmittelverschwendung auf Veranstaltungen des Bundeslands/ in der Landesverwaltung&lt;br /&gt;
* Strategien gegen Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette auf Bundeslandebene. Baden-Württemberg hat beispielsweise eine zentrale Anlaufstelle für Fragen rund um die Weitergabe von geretteten Lebensmitteln geschaffen, die Organisationen wie foodsharing beratend zur Seite stehen kann. Ihr findet sie im Internet [https://mlr.baden-wuerttemberg.de/de/unsere-themen/ernaehrung/lebensmittelretter/anlaufstelle hier.]&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Nationale und internationale Ansprechpersonen ===&lt;br /&gt;
Über die lokale und Bundesland-Ebene hinaus gibt es auch Ansprechpersonen für die Bundes- oder internationale (Europa) Ebene. Falls du auf dieser Ebene Gespräche führen möchtest, dann ist ein Engagement in der AG Politische Kampagnen genau das richtige für dich. Für uns ist wichtig, zu wissen, wer im Namen von foodsharing unsere politischen Interessen vertritt. Bewirb dich in diesem Fall also gerne für die AG: Du findest sie in der Übersicht [https://foodsharing.de/groups?p=392 Arbeitsgruppen Überregional.] &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hier kommt trotzdem ein Überblick darüber, welche Ansprechpersonen es für diese Ebenen gibt und für welche Themen welche Ebene zuständig ist. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Nationale Ebene (Deutschland)&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
Mitglieder des Bundestages (MdB):&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bundestagsabgeordnete können sich für bundesweite Gesetzesänderungen und Förderprogramme einsetzen.&lt;br /&gt;
* Besonders relevant sind Abgeordnete, die im Ausschuss für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz oder im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft tätig sind.&lt;br /&gt;
* Abgeordnete, die aus deinem Wahlkreis stammen, sind primär für dich zuständig. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bundesministerien:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und Verbraucherschutz (BMUV): Zuständig für Umwelt- und Nachhaltigkeitsfragen sowie für Fragen zu Verbraucher:innenschutz (Hygienestandards, …)&lt;br /&gt;
* Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH): Zuständig für Lebensmittelverschwendung, Landwirtschaft und eine nachhaltige Ernährung. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parteipolitische Akteur:innen: Sprecher:innen für Umwelt- und Ernährungspolitik oder auch Verbraucher:innenschutz:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Diese Personen innerhalb der Parteien sind oft die treibenden Kräfte hinter Initiativen zur Reduzierung von Lebensmittelverschwendung.&lt;br /&gt;
* Sie haben Wissen zu aktuellen Geschehnissen in ihrem Themenbereich und können wichtige Hintergrundinformationen dazu geben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Themen werden auf nationaler Ebene behandelt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Messung von Lebensmittelabfällen&lt;br /&gt;
* Strategie gegen Lebensmittelverschwendung auf Bundesebene entlang der gesamten Wertschöpfungskette (z.B. Einberufung von runden Tischen zum Thema, Gesetze/Abkommen zu und mit einzelnen Sektoren, …)&lt;br /&gt;
* Beschluss über Wegwerfstopps für Supermärkte&lt;br /&gt;
* Allgemein die Übersetzung von EU-Recht in nationales Recht. Es muss mindestens das EU-Recht umgesetzt werden, dieses darf aber verschärft werden. Nationale Regeln dürfen das EU-Recht aber nicht aushebeln. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
==== &#039;&#039;&#039;Internationale Ebene&#039;&#039;&#039; ====&lt;br /&gt;
Die Europäische Union setzt den größeren Rahmen für Regelungen auf der nationalen Ebene. Staaten können diese Regelungen verschärfen, aber nicht abschwächen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitglieder des europäischen Parlaments (MdEP)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Abgeordnete des europäischen Parlaments können sich für europaweite Gesetzesänderungen und Förderprogramme einsetzen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Mitarbeiter:innen der FAO (Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der UN)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Setzen sich auf internationaler Ebene für die Themen Ernährung und Landwirtschaft ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Themen werden auf internationaler Ebene behandelt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Standards und Regelungen zu Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum&lt;br /&gt;
* Europäische Handelsnormen&lt;br /&gt;
* Rechtlicher Rahmen zur Haftung bei Weitergabe von Lebensmitteln &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Thematischer Hintergrund ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Einige Schlüsselfakten ===&lt;br /&gt;
Damit du gut vorbereitet in das Gespräch starten kannst, ist es immer gut, ein paar Schlüsselfakten zu Lebensmittelverschwendung zur Hand zu haben. Bitte lies dir zum Hintergrund die Wiki-Artikel [[Polka:Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage|“Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage”]] sowie [[Kontext und Selbstverständnis|“Kontext und Selbstverständnis”]] vorab durch. Hier sind ein paar wichtige Zahlen zum Merken:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Insgesamt wird etwa ein Drittel aller produzierten Lebensmittel verschwendet ([https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/lebensmittelverschwendung/das-grosse-wegschmeissen WWF 2015]).&lt;br /&gt;
* Die Lebensmittelverschwendung ist für 10 Prozent aller Treibhausgasemissionen weltweit verantwortlich ([https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf WWF 2022])&lt;br /&gt;
* In Deutschland sind es mindestens 18 Millionen Tonnen pro Jahr, Verluste vor der Ernte sind in dieser Zahl noch gar nicht mit einberechnet ([https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/lebensmittelverschwendung/das-grosse-wegschmeissen WWF 2015]). &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unsere Forderungen ===&lt;br /&gt;
Das Bündnis Lebensmittelrettung, in dem foodsharing Mitglied ist, hat Forderungen für die Politik aufgestellt, wie Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette verringert werden kann. Diese Forderungen kannst du [https://buendnislebensmittelrettung.de/unsere-forderungen/ hier] nachlesen. Auf dieser [[Polka:Foodsharing und Politik#Unsere Forderungen - foodsharing ist politisch|Wiki-Seite]] gibt es zudem eine aufbereitete Version davon mit Hintergrundinformationen. Um zu entscheiden, welche der Forderungen du am besten auf welcher Ebene anbringst, kannst du folgende Übersicht verwenden:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Unterstützung von Strukturen bei euch direkt vor Ort, z. B. Fairteiler, Infostände oder Bildungsworkshops: lokale Ebene – mehr Ideen, worüber ihr mit Menschen bei euch vor Ort sprechen könnt, findet ihr auch im Dokument “Handlungsmöglichkeiten auf lokaler Ebene”&lt;br /&gt;
* Ernährungsbildung: Bundesland-Ebene&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette: lokale, Bundesland-, nationale und EU-Ebene&lt;br /&gt;
* Steuerliche Anreize für Lebensmittelspenden: nationale und EU-Ebene&lt;br /&gt;
* Anpassungen des Mindesthaltbarkeitsdatums: v. a. EU-Ebene&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Ansprechpersonen bei foodsharing ==&lt;br /&gt;
Wenn du ein Gespräch auf lokaler Ebene führst, z.B. mit der Stadtverwaltung zum Aufbau eines Fairteilers, informiere in jedem Fall die Botschafter:innen (BOTs) in deinem Bezirk. So behalten diese einen Überblick darüber, welche Gespräche geführt werden und können dir ggf. auch Kontakte zu Personen vermitteln, die vorher schon etwas Ähnliches gemacht haben. So kannst du vielleicht sogar an einer Stelle anknüpfen, mit der eine andere Person schon einmal Kontakt hatte.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn du ein Gespräch mit einer Person aus der überregionalen Politik oder Verwaltung führst (also z.B. Landtags-, Bundestags- oder Europaparlamentsabgeordneten bzw. mit Mitarbeitenden in den entsprechenden Ministerien), musst du gut über unser [[Kontext und Selbstverständnis|Selbstverständnis]] und [[Polka:Foodsharing und Politik#Unsere Forderungen - foodsharing ist politisch|unsere politischen Positionen]] informiert sein. Das ist umso wichtiger, je „wichtiger“ oder bekannter die Person ist, mit der du das Gespräch führst bzw. wenn dieses in der Öffentlichkeit oder sogar mit Pressebegleitung stattfindet. Dabei ist es auch zentral, über aktuelle Entwicklungen und Projekte in der foodsharing Community informiert zu sein. Trete in diesem Fall vorher mit den jeweils zuständigen überregionalen Arbeitsgruppen in Kontakt.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Folgende Arbeitsgruppen eigenen sich für den Erfahrungsaustausch vorab:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;AG Politische Kampagnen&#039;&#039;&#039;, Mail an: politik@foodsharing.network: Die AG PolKa macht die überregionale politische Arbeit von foodsharing. Dort gibt es viele Erfahrungswerte zu Gesprächen mit Menschen aus der Politik, zu den Hintergründen der foodsharing Forderungen und zu aktuellen Kampagnen.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;AG Fairteiler&#039;&#039;&#039;, Mail an: fairteiler@foodsharing.network: Die AG Fairteiler bietet einen Austausch rund um die Themen Aufbau von Fairteilern, rechtlichen Rahmenbedingungen, Kontakt zu Veterinärämtern und Hilfestellungen bei Problemen im Fairteilerbetrieb an. Hier kannst du dich über gelungene Beispiele aus anderen Bezirken informieren.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;AG Bildung und foodsharing Akademie&#039;&#039;&#039;, Mail an kontakt@foodsharing-akademie.org: Auf der Website der [https://www.foodsharing-akademie.org/ foodsharing Akademie] gibt es viele Bildungsmaterialien und Projektideen rund um das Thema Lebensmittelverschwendung und nachhaltige Ernährung(-ssysteme). Du kannst sie als Vorlage und Referenz nutzen, wenn du über unsere Bildungsarbeit berichten oder Unterstützung dafür anfragen möchtest.&lt;br /&gt;
* &#039;&#039;&#039;AG Presse&#039;&#039;&#039;, Mail an presse@foodsharing.network: Die AG Presse kümmert sich um die Pressearbeit bei foodsharing und hat Tipps zur Erstellung von Pressemitteilungen, Presseverteilern und Pressearbeit allgemein. Das ist relevant, wenn dein Austausch auch durch Pressearbeit begleitet wird.  	&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wie bereite ich das Gespräch vor? ==&lt;br /&gt;
Nachdem wir uns die Ansprechpersonen und die wichtigsten Key-Facts angeschaut haben, schauen wir nun, wie ein solches Gespräch vorbereitet werden kann. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was sollte ich vor der Kontaktaufnahme vorbereiten? ===&lt;br /&gt;
Informiere dich zunächst über die allgemeinen Forderungen von foodsharing (Siehe oben) sowie über die politische Arbeit und die bisherigen Initiativen der Politiker:in – vielleicht gibt es schon gemeinsame Anknüpfungspunkte?&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lege bestenfalls klar fest, ob du Unterstützung für eine einmalige Aktion, eine langfristige Partnerschaft oder eine politische Änderung anstrebst. Überlegt dir, was das ideale Ergebnis deines Gesprächs wäre und wie du darauf hinarbeiten kannst. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie nehme ich Kontakt auf? ===&lt;br /&gt;
Kontaktiere die Ansprechperson am besten per Mail. Wenn du nach ein paar Tagen keine Rückmeldung erhalten hast, lohnt es sich, eine zweite Mail hinterher zu schicken oder - falls du eine Telefonnummer des Kontakts hast - anzurufen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Wie kann ein Gesprächstermin ablaufen? ==&lt;br /&gt;
Vor Beginn des Treffens hast du dir Gedanken darüber gemacht, was dein Ziel für den Termin ist bzw. welche konkreten Anliegen du mitbringst. Behalte dieses Ziel und deine Anliegen während deines Gesprächs im Auge und versuche, das Gespräch dorthin zu lenken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie dein Gespräch konkret abläuft, hängt unter anderem davon ab, ob du dein Gegenüber zum ersten Mal triffst. In diesem Fall kannst du dich an folgender Struktur orientieren:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Kennenlernen&#039;&#039;&#039;: Stelle dich und foodsharing kurz vor. Erzähle auch etwas von deiner persönlichen Motivation, warum du bei foodsharing bist (z. B. wie es für dich war, als du das erste Mal verstanden hast, wie groß Lebensmittelverschwendung ist).&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Ziel des Gesprächs&#039;&#039;&#039;: Erkläre, warum du das Gespräch suchst und mit welchen Anliegen du kommst.&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Gemeinsame Faktenbasis&#039;&#039;&#039;: Je nachdem, wie viel dein:e Gesprächspartner:in bereits über die Problematik der Lebensmittelverschwendung weiß, kannst du mit aktuellen Zahlen und Fakten (z. B. die Keyfacts oben) oder anderen aktuellen Anliegen einsteigen. Jede Region hat eigene Besonderheiten – daher kannst du auch darauf eingehen, wie sich Lebensmittelverschwendung speziell auf die Gemeinde oder Region auswirkt.&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Deine Ziele und Anliegen&#039;&#039;&#039;: Nachdem ihr über das Problem der Lebensmittelverschwendung gesprochen und eine gemeinsame Basis geschaffen habt, kannst du nach Unterstützung für deine spezifischen Projekte fragen. Die Unterstützung kann dabei auch anders aussehen, als du sie dir ursprünglich vorgestellt hast und dich trotzdem an dein Ziel bringen. Höre dir dabei auch die Ansichten und eventuellen Bedenken der Menschen aus der Politik an. Das hilft, um gegenseitiges Verständnis zu schaffen und gemeinsam Lösungen oder Kompromisse zu finden. Auch wenn deine gesteckten Ziele nicht sofort erfüllt werden oder erfüllt werden können, trägt ein Gespräch mit Menschen aus der Politik dazu bei, dass wir als Initiative sichtbarer werden. Über diesen Kontakt können auch Kooperationen oder Unterstützungswege entstehen, die du vorher noch nicht im Sinn hattest. Frage deshalb auch nach Ideen, die dein:e Gesprächspartner:in hat, die dich weiterbringen könnten.&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Absprachen treffen&#039;&#039;&#039;: Haltet, am besten schriftlich, fest, welche Absprachen ihr trefft, z. B. wer sich um welche Aufgaben kümmert oder euch Kontakte weitergibt. Klärt auch, wann ihr wieder in Kontakt tretet bzw. ob ihr ein weiteres Treffen vereinbaren möchtet. Falls ihr eure Kontaktdaten noch nicht ausgetauscht habt, ist jetzt ein guter Zeitpunkt dafür.&lt;br /&gt;
# &#039;&#039;&#039;Verabschiedung&#039;&#039;&#039;: Findet einen schönen Gesprächsabschluss: Du kannst zum Beispiel erzählen, was du aus dem Gespräch mitnimmst und was du nun motiviert bist, als nächstes anzugehen. Bedanke dich für den Termin.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Als kurze Zusammenfassung haben wir auch einen One-Pager erstellt, auf dem alle wichtigen Infos zu Gesprächen mit Menschen aus der Politik noch einmal zusammengefasst sind. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was passiert nach dem Gespräch? ==&lt;br /&gt;
Wenn sich Menschen aus der Politik die Zeit für ein Gespräch genommen haben, ist das eine kleine Dankesnachricht wert, gerade, wenn du den Kontakt weiter aufrechterhalten und weitere Schritte der Zusammenarbeit gehen möchtest. Falls du im Termin versprochen hast, Materialien nachzuliefern, kannst du auch das in deine Mail im Nachgang schreiben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In deinem Bezirk kannst du über das Forum von dem Gespräch berichten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn ihr eine Folgevereinbarung mit einer bestimmten Deadline getroffen habt, dann melde dich nach dieser Deadline bei deiner Gesprächsperson. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Unabhängig davon kannst du nach einigen Monaten nach einem Folgegespräch fragen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Artikel von&#039;&#039;:    [[Arbeitsgruppen-Liste#PolKa - Politische Kampagnen|politische Kampagnen]]   (&#039;&#039;[mailto:politik@foodsharing.network Kontakt]&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Letzte Überarbeitung am 14.09.2026&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>324039</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Foodsharing_und_Politik&amp;diff=12953</id>
		<title>Polka:Foodsharing und Politik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Foodsharing_und_Politik&amp;diff=12953"/>
		<updated>2026-08-31T08:29:13Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:foodsharing und Politik }}&lt;br /&gt;
{{Wiki-Artikel-Typ|Typ=2 (Info-Artikel)}}&#039;&#039;&#039;foodsharing ist politisch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2012 setzt sich foodsharing gegen Lebensmittelverschwendung ein: Unsere [https://wiki.foodsharing.de/Vision_und_Mission Vision] ist es, diese Verschwendung zu beenden und so foodsharing letztendlich überflüssig zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lebensmittelverschwendung erfolgt auf vielen verschiedenen Ebenen: Von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zur Endverbraucher*in landen noch genießbare Lebensmittel in der Tonne: Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, werden aussortiert, es wird unachtsam mit ihnen umgegangen oder sie werden durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen. Damit werden auch die Energie, Zeit und Ressourcen, die in den Lebensmitteln stecken, einfach entsorgt. Der [https://www.google.com/url?q=https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf&amp;amp;sa=D&amp;amp;source=docs&amp;amp;ust=1779559743806441&amp;amp;usg=AOvVaw1FfUZ_Qr50-Sw5M0cGkOU7 WWF schätzt], dass so insgesamt zehn Prozent aller Treibhausgasemissionen auf Lebensmittelverschwendung zurückgehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung ist damit ein strukturelles Problem. Solange wir bei foodsharing, aber auch anderen Organisationen Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass diese im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht – im Gegenteil, wir sorgen dafür, dass das Problem bei den Verursachenden weniger gegenwärtig ist. Deshalb müssen wir hinterfragen, welche Strukturen oder Verhaltensweisen zu dem Problem führen. Wir bei foodsharing können durch unser Handeln, z. B. indem wir beim Fairteilen auf die Ursachen der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen, ein Bewusstsein in der Gesellschaft für die strukturellen Probleme schaffen und überlegen, wie eine Lösung aussehen könnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wollen, dass Lebensmitteln in unserer Gesellschaft wieder ihr gerechter Wert zugeschrieben wird. Nur wenn wir gemeinsam als Community daran arbeiten, erfüllen wir unsere Mission und kommen unserer Vision ein Stück näher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unsere Forderungen ==&lt;br /&gt;
Wir möchten die Lebensmittelverschwendung an der Wurzel packen. Doch dafür braucht es mehr als das bloße Retten von übriggebliebenen Lebensmitteln aus Betrieben oder Aufklärung von Konsument*innen. Stattdessen muss sich politisch etwas bewegen: Wir benötigen verbindliche Reduktionsziele für die Verschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Außerdem müssen aktuell bestehende Handelsnormen überdacht und gelockert werden sowie Organisationen, die Lebensmittel retten oder Bildung rund um das Thema Ernährung anbieten, gestärkt werden. Dafür und für vieles mehr setzt sich foodsharing auf politischer Ebene ein. Der folgende Abschnitt des Wiki-Artikels bietet eine Übersicht über einige der aktuellen Missstände und mögliche Lösungsansätze, für die wir uns engagieren. Wenn ihr mehr über die zugrunde liegenden Zahlen und Studien wissen möchtet, dann schaut in den Wiki-Artikel [[Polka:Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage|„Zahlen bitte – Lebensmittelverschwendung: Die Datenlage“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung findet entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zum Endverbrauch statt. Die Politik adressiert allerdings aktuell nur die Verbraucher*innen mit Aufklärungskampagnen wie „Zu gut für die Tonne“ und den Handel mit freiwilligen „Verpflichtungen“. Das Wegwerfen von noch genießbaren Waren in Lebensmittelbetrieben wird aktuell nicht sanktioniert. Dazu kommt, dass ein großer Teil der Lebensmittelverschwendung von der Politik nicht berücksichtigt wird, da er in der Wertschöpfungskette vor dem Handel liegt: Verschiedene Handelsstandards und Qualitätsanforderungen, die bestimmte Ansprüche z. B. an das Aussehen von Obst und Gemüse stellen, führen dazu, dass gute und sehr wohl genießbare Lebensmittel überhaupt nicht in den Handel gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So werden genießbare Lebensmittel noch auf dem Hof vernichtet. Ein Bericht vom WWF aus dem Jahr 2022 zeigt, dass die Lebensmittelverluste in der Landwirtschaft deutlich höher sind als bisher angenommen. Auf dieser Datenbasis hat die Deutsche Umwelthilfe berechnet, dass in der Landwirtschaft 16,5 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr verschwendet werden, anstatt der 0,2 Millionen Tonnen, die vom Agrarministerium in Deutschland kommuniziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese nicht geernteten Produkte nach der geltenden EU-Regelung nicht als “Lebensmittel” definiert sind, werden sie auch nicht erfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing fordert, dass Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette mittels verpflichtender Regelungen reduziert wird. Dabei muss eine besondere Berücksichtigung den Vor-Handels-Verlusten gelten. Die EU-Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken ist ein erster guter Ansatz dafür: Sie verbietet schädliche Handelspraktiken wie z. B. kurzfristige Bestellungsstornierungen oder einseitige Änderungen von Lieferbedingungen durch einen einzelnen Vertragspartner. Allerdings geht die Richtlinie nicht weit genug; beispielsweise greift sie nicht bei der Problematik von ästhetischen Standards im Handel. Hier muss dringend nachgebessert werden, denn dort besteht noch Potenzial zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steuerliche Anreize für Lebensmittelabgaben ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Supermärkte Lebensmittel abgeben möchten, stellt das für sie einen zusätzlichen Aufwand dar: Sie müssen die Lebensmittel sortieren, lagern und mit Organisationen wie z. B. der Tafel Abholtermine festlegen. Zudem müssen in Deutschland für abgegebene Lebensmittel Steuern gezahlt werden. Eine Ausnahme dabei ist, wenn die Unternehmen nachweisen können, dass die Lebensmittel zu dem Zeitpunkt der Abgabe einen finanziellen Wert von 0 Euro innehaben. Eine Lebensmittelabgabe ist also mit einem zusätzlichen Personal- sowie Verwaltungsaufwand verbunden, weshalb es für Betriebe im Arbeitsalltag einfacher sein kann, Lebensmittel zu entsorgen, anstatt sie abzugeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein möglicher Lösungsansatz kommt aus unserem Nachbarland Frankreich: Dort gilt für Supermärkte ab einer bestimmten Betriebsgröße ein Wegwerfverbot, sodass sie ihre aussortierten Lebensmittel zur Abgabe anbieten müssen. Damit die Lebensmittelabgabe attraktiv ist, können die Supermärkte sogar 60 Prozent des Einkaufspreises der Lebensmittel von der Steuer absetzen.  Um die kostenfreie Weitergabe von Lebensmitteln zusätzlich zu erleichtern, könnte zur Dokumentation von Lebensmittelabgaben das vereinfachte Lieferscheinverfahren angewandt werden. Dieses Verfahren dient zur Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und ist unbürokratischer als das übliche Verfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr Rechtssicherheit für Lebensmittelrettungsorganisationen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 30 Jahren sind die Tafeln nun schon in Deutschland aktiv, foodsharing feierte 2022 sein zehnjähriges Jubiläum und zahlreiche kleinere Organisationen engagieren sich bei der Lebensmittelrettung. An Initiativen zur Lebensmittelrettung mangelt es also nicht – und trotzdem landet in Supermärkten immer noch aussortierte, aber genießbare Ware im Müll. Das liegt auch an rechtlichen Unsicherheiten bei der Weitergabe von Lebensmitteln, wie z. B. Haftungsrisiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst einmal gilt für jede Person, dass sie nur sichere Lebensmittel weitergeben darf – unabhängig davon, ob sie gewerblich oder privat handelt. Wer allerdings regelmäßig Lebensmittel weitergibt, egal ob gegen Geld oder kostenfrei, gilt rechtlich als Lebensmittelunternehmer. Lebensmittelunternehmer haben weitere Pflichten, wie beispielsweise die Kennzeichnung von Allergenen in Lebensmitteln oder die Dokumentationspflicht von Warenein- und -ausgängen. foodsharing und auch Fairteiler werden aktuell teilweise als Lebensmittelbetriebe eingestuft, wodurch zusätzliche Haftungsrisiken für die Weitergabe von Lebensmitteln entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir fordern bundesweit einheitlich geltende politische Rahmenbedingungen, die die Weitergabe von Lebensmitteln rechtlich absichern. Ein Vorbild dafür ist das „Gute-Samariter-Gesetz“, welches in Italien gilt und Lebensmittelrettungsorganisationen wie die Tafel rechtlich als Endverbraucherin einstuft, ohne dass die Hygienestandards darunter leiden. Ein ähnliches Gesetz wäre auch für Deutschland denkbar und wird von der Tafel und foodsharing bereits gefordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anpassungen des Mindesthaltbarkeitsdatums ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in privaten Haushalten kommt es immer wieder zu Missverständnissen bezüglich  des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Das MHD ist allerdings keine Haltbarkeitskennzeichnung, sondern lediglich eine Qualitätsgarantie für die Produkteigenschaften. In etwa der Hälfte aller Fälle prüfen Privatpersonen aber nicht, ob das Lebensmittel noch genießbar wäre: 45,7 Prozent aller entsorgten Lebensmittel mit Wegwerfgrund „MHD überschritten“ werden in ungeöffneter Verpackung entsorgt. Das Verbrauchsdatum (VD) beschreibt dagegen die Lebensmittelsicherheit. Lebensmittel, die das VD überschritten haben, sollten nicht mehr verzehrt und dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vergabe des MHD liegt im Ermessen des Herstellers. So kann es sein, dass gleichartige Produkte verschiedener Hersteller unterschiedliche Mindesthaltbarkeitsangaben aufweisen. Das ist für die Konsumierenden oft intransparent. Beispielsweise kann ein Hersteller ein kurzes MHD angeben, um bei den Verbraucher*innen mehr Frische zu suggerieren oder seine Warenströme besser leiten zu können. Auch bei saisonal verkaufter Ware wie Weihnachtsschokolade wird das MHD zeitlich so begrenzt, dass die Produkte in der nächsten Saison nicht mehr verkauft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns dafür ein, dass das MHD für Produkte mit sehr langer Haltbarkeit wie z. B. Reis oder Nudeln abgeschafft wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Produkte, die weiterhin MHD-pflichtig sind, muss die Willkürlichkeit bei der Festlegung des MHD aufgehoben werden, sodass die Vergabe nur noch nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgt. Zusätzlich dazu sollten die aktuellen EU-Datumskennzeichnungsregeln überarbeitet werden, um Missverständnisse auf Seiten der Verbraucher*innen bezüglich der Bedeutung von MHD und VD zu vermeiden. Die beiden Arten der Datumskennzeichnung sollten durch ein Piktogramm visualisiert und/oder durch eine differenzierte Wortwahl deutlich zu unterscheiden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EU hat bereits angekündigt, die Vergabe des MHD zu überarbeiten und wägt aktuell mehrere Optionen dazu ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernährungsbildung &amp;amp; die Wertschätzung von Lebensmitteln verbindlich stärken ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Essgewohnheiten und der Umgang mit Lebensmitteln werden bereits im frühen Alter maßgeblich geprägt. Ernährungsbildung muss deshalb bereits in der Kita beginnen, sodass die Wertschätzung von Lebensmitteln innerhalb der Gesellschaft gefördert wird. Das Bewusstsein der nächsten Generation bezüglich des Umgangs mit Ressourcen muss geschärft werden, um diese zum nachhaltigen Handeln zu befähigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns dafür ein, dass die Ernährungsbildung im Lehrplan aller Bundesländer verankert und dabei das Thema Lebensmittelverschwendung besonders berücksichtigt wird. Außerdem muss der Zusammenhang von Klima- und Umweltschutz mit unserer Ernährung vermittelt werden. Dazu wünschen wir uns Weiterbildungen für Lehrkräfte, Bildungsbeauftragte und Erzieher*innen. Die [https://www.foodsharing-akademie.org/ foodsharing-Akademie] stellt bereits Materialien zu dem Thema bereit und hilft dabei, Wissen über Lebensmittel und deren Wertschätzung zu vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== foodsharing und Parteipolitik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unsere Grundsätze zur politischen Arbeit ===&lt;br /&gt;
foodsharing arbeitet unabhängig von politischen Parteien und Konfessionen. Unsere Handlungen haben einen politischen Hintergrund, aber wir unterstützen aktiv keine Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parteipolitische oder religiöse Überzeugungen der einzelnen Freiwilligen betrachten wir als deren Privatsache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen von foodsharing dulden wir keine diskriminierenden, rassistischen, sexistischen, diffamierenden und menschenverachtenden Vorgehensweisen oder Äußerungen. foodsharing kooperiert daher nicht mit Parteien, Organisationen, Betrieben oder Einzelpersonen, die öffentlich rassistische, antisemitische, sexistische oder sonstige menschenverachtende Positionen vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing als der Nachhaltigkeit verpflichtete Umweltbewegung betrachtet eine drastische Reduzierung der Lebensmittelverschwendung als eine ethische, ökologische und klimapolitische Notwendigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing setzt sich deshalb für ein ressourcenschonendes, zukunftsfähiges Ernährungssystem und eine umfassende Eindämmung der Emission von Treibhausgasen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was bedeutet das in der Praxis? ===&lt;br /&gt;
Die politische Tätigkeit im Rahmen von foodsharing muss sich auf Veranstaltungen und Initiativen beschränken, welche die gleichen Themen wie foodsharing behandeln, vor allem ökologische Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung mit allen klimatischen und ethischen Auswirkungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle anderen politischen Initiativen können persönlich unterstützt und beworben werden, aber nicht im Namen von foodsharing. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei foodsharing-Veranstaltungen oder in foodsharing-Räumlichkeiten keine Flyer ausgelegt und keine Poster aufgehängt werden dürfen, die von diesen anderen Initiativen stammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um mehr Aufmerksamkeit für die Ideen und Grundsätze von foodsharing zu erreichen, treten wir mit vielen Menschen in den Dialog. Sofern eine Organisation oder Partei nicht den foodsharing Grundsätzen widerspricht, ist auch ein Austausch mit politischen Entscheidungsträger*innen möglich.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dos and Don’ts ===&lt;br /&gt;
Die folgenden Beispiele dienen als Orientierungshilfe:&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;&amp;quot; | Ja !! style=&amp;quot;&amp;quot; | Nein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Infostand bei Straßenfesten, Stadtteilfesten u.Ä. || style=&amp;quot;&amp;quot; | Infostand bei Parteiveranstaltungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von FridaysForFuture, ProVeg|| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von Pegida, Querdenken, Deutsche Wohnen &amp;amp;Co enteignen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver bringen Lebensmittel zu oder retten Lebensmittel bei einer Partei, einer politischen oder einer kirchlichen Initiative || style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver:innen retten Lebensmittel bei Parteien, politischen oder kirchlichen Initiativen oder bringen Lebensmittel dorthin, wenn diese gegen die oben genannten Grundsätze verstoßen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver treten als Expert*innen über foodsharing und Lebensmittelverschwendung bei einer Veranstaltung einer Partei oder Organisation auf - außer die Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. || style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver rufen im Namen von foodsharing und auf der foodsharing-Plattform zur Teilnahme an einer politischen Veranstaltung auf, die nichts mit Nachhaltigkeit oder Lebensmittelverschwendung zu tun hat. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver bringen Flyer, Poster etc mit Inhalten von foodsharing in Umlauf.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Inhaltliche Positionen der Parteien zum Thema Lebensmittelverschwendung werden durch Foodsaver kommuniziert, verglichen und kommentiert.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Foodsaver führen Hintergrundgespräche zu den Themen Lebensmittelverschwendung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in parteipolitischen Kontexten, z.B. mit Abgeordneten, außer die betreffende Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver werben im Namen oder im Rahmen von foodsharing für einzelne Parteien.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|In eine Bürgersprechstunde eines Politiker/einer Polikterin gehen und für foodsharing-Themen und -Positionen werben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilnahme an Podiumsdiskussionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Initiativ&#039;&#039;&#039; Politiker:innen per E-Mail anschreiben, um foodsharing-Forderungen einzubringen oder um ein persönliches Gespräch zu bitten.&lt;br /&gt;
|Während eines Wahlkampfs erscheint foodsharing im direkten Kontext mit einer kandidierenden Person, z. B. durch öffentlichkeitswirksame Spenden für einen Fairteiler von Kandidierenden im Wahlkampf.&lt;br /&gt;
(Hintergrund: Wir wollen uns vor Instrumentalisierung durch eine politische Partei für den eigenen Wahlkampf schützen. &#039;&#039;&#039;Insbesondere in Wahlkampfzeiten sollten öffentlichkeitswirksame Auftritte mit Politiker*innen vermieden werden&#039;&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Politiker*innen verschiedener Parteien zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen wie einer Eröffnung eines Fairteilers einladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgermeister*in und hochrangige Verwaltungsvertreter*innen zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen.&lt;br /&gt;
|Politiker*innen von Parteien, welche gegen oben genannte Grundsätze verstoßen, zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur Politiker*innen einer einzigen Partei zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen einladen (da unsere politische Unabhängigkeit angezweifelt werden könnte). &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Falls du dir unsicher bist, wende dich per Mail an: politik@foodsharing.network. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitsgruppe Politische Kampagnen ==&lt;br /&gt;
In der Arbeitsgruppe Politische Kampagnen (AG PolKA) treffen sich engagierte Foodsaver*innen auf überregionaler Ebene, um gemeinsam politische Arbeit zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vorbereitung öffentlichkeitswirksamer Kampagnen,  z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung &lt;br /&gt;
* Forderungen und Stellungnahmen zu politischen Themen ausarbeiten&lt;br /&gt;
* Petitionen gegen Lebensmittelverschwendung und für mehr Lebensmittelwertschätzung anstoßen und begleiten&lt;br /&gt;
* Wahlprüfsteine vor Bundestags- oder Europawahlen vorbereiten: Wahlprüfsteine sind Fragen, die den zur Wahl stehenden Parteien geschickt werden und die diese beantworten – die Antworten werden von uns gegenübergestellt und in der Community bzw. öffentlich geteilt, um zu vergleichen, welche Parteien sich für unsere Anliegen in welcher Form einsetzen&lt;br /&gt;
* Lobbyarbeit mit unseren Bündnispartner*innen für mehr Lebensmittelwertschätzung und die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Protokolle können auf der foodsharing Plattform im Europaforum [https://foodsharing.de/region?bid=741&amp;amp;sub=forum&amp;amp;tid=175788 gelesen] und [https://foodsharing.de/region?bid=741&amp;amp;sub=forum&amp;amp;tid=175789 diskutiert] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie kann ich zu politischer Arbeit beitragen? ===&lt;br /&gt;
Du kannst ganz einfach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* foodsharing-Kampagnen in deinem Bezirk organisieren, z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung&lt;br /&gt;
* an Demonstrationen teilnehmen, die inhaltlich mit den foodsharing-Forderungen zur ökologischen Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung übereinstimmen&lt;br /&gt;
* Petitionen unterschreiben und weiterverbreiten &lt;br /&gt;
* mit den Abgeordneten aus deinem Wahlkreis einen Termin vereinbaren und mit ihnen über Lebensmittelverschwendung und die foodsharing-Forderungen sprechen – beachte dafür den Leitfaden für Gespräche mit Menschen aus der Politik und sprich dich mit den Botschaftenden deines Bezirks ab&lt;br /&gt;
* dich innerhalb der [https://foodsharing-staedte.org/de/ideenkatalog foodsharing-Städte] vernetzen und in deinem Bezirk durch Dialoge, z. B. mit dem Gemeinde- oder Stadtrat sowie der Verwaltung gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du möchtest dich aktiv in die überregionale politische Arbeit von foodsharing einbringen? Du bist in der AG PolKa herzlich willkommen! Bewirb dich für die AG und erzähle etwas von deiner Motivation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wende dich bei Fragen an [mailto:politik@foodsharing.network politik@foodsharing.network]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wollen wir damit erreichen? ===&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung ist ein strukturelles Problem. Sie entsteht, weil Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, aussortiert werden, weil unachtsam mit ihnen umgegangen wird oder weil sie durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen werden. Solange wir Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass die Lebensmittel im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht. Deshalb wünschen wir uns einen politischen Diskurs: Welche Strukturen oder Verhaltensweisen führen zu dem Problem? Wo können wir Bewusstsein für solche Missstände schaffen? Und wie könnte eine Lösung aussehen? Wir möchten diesen Diskurs nach innen in unsere foodsharing-Community und nach außen in die Öffentlichkeit und die Politik tragen. Denn so sensibilisieren wir für das zugrunde liegende Problem und können es so wirklich an der Wurzel packen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeit in Bündnissen ==&lt;br /&gt;
foodsharing ist Teil von mehreren Bündnissen, die sich für eine Wende hin zu einer nachhaltigen Ernährung einsetzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://buendnislebensmittelrettung.de/ueber-uns/ Bündnis Lebensmittelrettung]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis Lebensmittelrettung wurde 2018 von foodsharing mitgegründet, um sich politisch für eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette einzusetzen. Das Bündnis plant Kampagnen und Aktionen, führt Gespräche mit Abgeordneten und Ministeriumsmitarbeitenden und stellt [https://buendnislebensmittelrettung.de/unsere-forderungen/ Forderungen] zur aktuellen Politik. Weitere bekannte Mitglieder sind: WWF, Deutsche Umwelthilfe und To Good To Go. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://www.wir-haben-es-satt.de/ueber-uns/traegerkreis Wir haben es satt Bündnis]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis setzt sich zusammen aus Landwirt*innen, Naturschutzorganisationen und weiteren Gruppen mit Bezug zu Landwirtschaft und Ernährung. Jedes Jahr wird zum Auftakt der Agrarmesse „Grüne Woche“ in Berlin eine Demonstration organisiert, die auch foodsharing als Teil des Trägerkreises unter dem Motto „Wir haben Lebensmittelverschwendung satt“ unterstützt. Das Bündnis setzt sich für eine ökologische und bäuerliche Landwirtschaft ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://www.klima-allianz.de/ueber-uns/das-buendnis Klima-Allianz]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klima-Allianz ist ein breites gesellschaftliches Bündnis, in dem Organisationen mit Schwerpunkt Umwelt, Sozialem, Religion und Bildung vertreten sind. Es setzt sich ein für sozial gerechte Klimapolitik auf allen Ebenen. Als Mitgliedsorganisation arbeitet foodsharing an Stellungnahmen und Forderungen mit und bringt unsere Perspektive auf das Thema Ernährung ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
BMEL (2023a): Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.zugutfuerdietonne.de/strategie (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2023b): Schutz gegen unlautere Handelspraktiken. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/DE/themen/internationales/aussenwirtschaftspolitik/handel-und-export/utp-richtlinie.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2022): Über den Umgang mit Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/Flyer-Poster/Flyer-MHD.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=10 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2020): Handel unterzeichnet Erklärung: Lebensmittelverschwendung reduzieren. Pressemitteilung 102/2020 vom 19. Jun 2020. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/102-lebensmittelverschwendung.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMF (2021): Fragen und Antworten zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung von Sachspenden. Bundesministerium der Finanzen (BMF), Berlin. Online unter: https://bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/2021-03-23-FAQ-sachspenden.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BVL (o.J.): Pflichten als Lebensmittelunternehmer. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Braunschweig. Online unter: https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/04_AntragstellerUnternehmen/13_FAQ/FAQ_Pflichten/FAQ_Pflichten_node.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DUH (2023): Ackern für die Tonne. Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Radolfzell. Online unter: https://www.duh.de/ackern-fuer-die-tonne/ (letzter Zugriff: 23.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eckert K.-H. (2021): Umsatzsteuerliche Erleichterungen für Sachspenden. BBK 2021 Seite 409 - 416. NWB Verlag, Herne. Online unter: https://www.nwb.de/rechnungswesen/umsatzsteuerliche-erleichterungen-fuer-sachspenden-25052021 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EESC (2014): Gesetzliche Bestimmungen und die Verfahren der EU-Mitgliedstaaten bezüglich Lebensmittelspenden. Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss, Brüssel. Online unter: https://www.eesc.europa.eu/sites/default/files/resources/docs/qe-05-14-069-de-n.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
European Commission (o.J.): Food law general requirements. European Commission, Brussel. Online unter: https://food.ec.europa.eu/horizontal-topics/general-food-law/food-law-general-requirements_en (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herzberg R, Schmidt T, Keck M. Market power and food loss at the producer-retailer interface of fruit and vegetable supply chains in Germany. Sustain Sci. 2022;17(6):2253-2267. doi: 10.1007/s11625-021-01083-x. Epub 2022 Jan 15. PMID: 35069917; PMCID: PMC8760580.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübsch H, Adlwarth W. (2017): &amp;quot;SYSTEMATISCHE ERFASSUNG VON LEBENSMITTELABFÄLLEN DER PRIVATEN HAUSHALTE IN DEUTSCHLAND&amp;quot; - Schlussbericht zur Studie. GfK SE, Nürnberg. Durchgeführt für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittelverschwendung/Studie_GfK.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=3 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
L’ASSEMBLÉE NATIONALE (2018): JOURNAL OFFICIEL DE LA RÉPUBLIQUE FRANÇAISE. Année 2018. – no 29 A.N. (Q) Online unter: http://www2.assemblee-nationale.fr/static/15/questions/jo/jo_anq_201829.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverband Deutschland (2018): Wie legen Hersteller das MHD fest? Lebensmittelverband Deutschland e. V., Berlin. Online unter: https://www.lebensmittelverband.de/de/aktuell/20180918-mindesthaltbarkeitsdatum-mhd-wie-legen-hersteller-es-fest (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nolen N, Stockebrandt P. (2021): Kann eine Reform der Datumsangaben auf Lebensmitteln deren Verschwendung verringern? cepInput, Nr. 13 | 19. Oktober 2021. Centrum für Europäische Politik, Freiburg, Berlin. Online unter: https://www.cep.eu/fileadmin/user_upload/cep.eu/Studien/cepInput_Date_Marking_on_Food_Products/cepInput_Kann_eine_Reform_der_Datumsangaben_auf_Lebensmitteln_deren_Verschwendung_verringern.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtlinie (EU) 2019/633 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2019 über unlautere Handelspraktiken in den Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette. Online unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32019L0633&amp;amp;qid=1628586259953 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WWF (2022): Essen wir das Klima auf? World Wide Fund For Nature (WWF), Berlin. Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZEV (2023): Anti-Wegwerf-Gesetz in Frankreich. Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V., Kehl. Online unter: https://www.cec-zev.eu/de/themen/umwelt/anti-wegwerf-gesetz-in-frankreich/ (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Artikel von&#039;&#039;: &amp;amp;nbsp; [[Arbeitsgruppen-Liste#PolKa_-_Politische_Kampagnen| politische Kampagnen]] &amp;amp;nbsp; (&#039;&#039;[mailto:politik@foodsharing.network Kontakt]&#039;&#039;)&amp;lt;br&amp;gt;​&#039;&#039;Letzte Überarbeitung am 07.03.2023&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>324039</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Foodsharing_und_Politik&amp;diff=12944</id>
		<title>Polka:Foodsharing und Politik</title>
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		<updated>2026-08-27T06:03:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: Wort &amp;quot;Lebensmittelspende&amp;quot; durch &amp;quot;Lebensmittelabgabe&amp;quot; in den Forderungen ersetzt.&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:SEITENTITEL: foodsharing und Politik }}&lt;br /&gt;
{{Wiki-Artikel-Typ|Typ=2 (Info-Artikel)}}&#039;&#039;&#039;foodsharing ist politisch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2012 setzt sich foodsharing gegen Lebensmittelverschwendung ein: Unsere [https://wiki.foodsharing.de/Vision_und_Mission Vision] ist es, diese Verschwendung zu beenden und so foodsharing letztendlich überflüssig zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lebensmittelverschwendung erfolgt auf vielen verschiedenen Ebenen: Von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zur Endverbraucher*in landen noch genießbare Lebensmittel in der Tonne: Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, werden aussortiert, es wird unachtsam mit ihnen umgegangen oder sie werden durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen. Damit werden auch die Energie, Zeit und Ressourcen, die in den Lebensmitteln stecken, einfach entsorgt. Der [https://www.google.com/url?q=https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf&amp;amp;sa=D&amp;amp;source=docs&amp;amp;ust=1779559743806441&amp;amp;usg=AOvVaw1FfUZ_Qr50-Sw5M0cGkOU7 WWF schätzt], dass so insgesamt zehn Prozent aller Treibhausgasemissionen auf Lebensmittelverschwendung zurückgehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung ist damit ein strukturelles Problem. Solange wir bei foodsharing, aber auch anderen Organisationen Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass diese im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht – im Gegenteil, wir sorgen dafür, dass das Problem bei den Verursachenden weniger gegenwärtig ist. Deshalb müssen wir hinterfragen, welche Strukturen oder Verhaltensweisen zu dem Problem führen. Wir bei foodsharing können durch unser Handeln, z. B. indem wir beim Fairteilen auf die Ursachen der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen, ein Bewusstsein in der Gesellschaft für die strukturellen Probleme schaffen und überlegen, wie eine Lösung aussehen könnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wollen, dass Lebensmitteln in unserer Gesellschaft wieder ihr gerechter Wert zugeschrieben wird. Nur wenn wir gemeinsam als Community daran arbeiten, erfüllen wir unsere Mission und kommen unserer Vision ein Stück näher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unsere Forderungen ==&lt;br /&gt;
Wir möchten die Lebensmittelverschwendung an der Wurzel packen. Doch dafür braucht es mehr als das bloße Retten von übriggebliebenen Lebensmitteln aus Betrieben oder Aufklärung von Konsument*innen. Stattdessen muss sich politisch etwas bewegen: Wir benötigen verbindliche Reduktionsziele für die Verschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Außerdem müssen aktuell bestehende Handelsnormen überdacht und gelockert werden sowie Organisationen, die Lebensmittel retten oder Bildung rund um das Thema Ernährung anbieten, gestärkt werden. Dafür und für vieles mehr setzt sich foodsharing auf politischer Ebene ein. Der folgende Abschnitt des Wiki-Artikels bietet eine Übersicht über einige der aktuellen Missstände und mögliche Lösungsansätze, für die wir uns engagieren. Wenn ihr mehr über die zugrunde liegenden Zahlen und Studien wissen möchtet, dann schaut in den Wiki-Artikel [[Polka:Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage|„Zahlen bitte – Lebensmittelverschwendung: Die Datenlage“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung findet entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zum Endverbrauch statt. Die Politik adressiert allerdings aktuell nur die Verbraucher*innen mit Aufklärungskampagnen wie „Zu gut für die Tonne“ und den Handel mit freiwilligen „Verpflichtungen“. Das Wegwerfen von noch genießbaren Waren in Lebensmittelbetrieben wird aktuell nicht sanktioniert. Dazu kommt, dass ein großer Teil der Lebensmittelverschwendung von der Politik nicht berücksichtigt wird, da er in der Wertschöpfungskette vor dem Handel liegt: Verschiedene Handelsstandards und Qualitätsanforderungen, die bestimmte Ansprüche z. B. an das Aussehen von Obst und Gemüse stellen, führen dazu, dass gute und sehr wohl genießbare Lebensmittel überhaupt nicht in den Handel gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So werden genießbare Lebensmittel noch auf dem Hof vernichtet. Ein Bericht vom WWF aus dem Jahr 2022 zeigt, dass die Lebensmittelverluste in der Landwirtschaft deutlich höher sind als bisher angenommen. Auf dieser Datenbasis hat die Deutsche Umwelthilfe berechnet, dass in der Landwirtschaft 16,5 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr verschwendet werden, anstatt der 0,2 Millionen Tonnen, die vom Agrarministerium in Deutschland kommuniziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese nicht geernteten Produkte nach der geltenden EU-Regelung nicht als “Lebensmittel” definiert sind, werden sie auch nicht erfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing fordert, dass Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette mittels verpflichtender Regelungen reduziert wird. Dabei muss eine besondere Berücksichtigung den Vor-Handels-Verlusten gelten. Die EU-Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken ist ein erster guter Ansatz dafür: Sie verbietet schädliche Handelspraktiken wie z. B. kurzfristige Bestellungsstornierungen oder einseitige Änderungen von Lieferbedingungen durch einen einzelnen Vertragspartner. Allerdings geht die Richtlinie nicht weit genug; beispielsweise greift sie nicht bei der Problematik von ästhetischen Standards im Handel. Hier muss dringend nachgebessert werden, denn dort besteht noch Potenzial zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steuerliche Anreize für Lebensmittelabgaben ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Supermärkte Lebensmittel abgeben möchten, stellt das für sie einen zusätzlichen Aufwand dar: Sie müssen die Lebensmittel sortieren, lagern und mit Organisationen wie z. B. der Tafel Abholtermine festlegen. Zudem müssen in Deutschland für abgegebene Lebensmittel Steuern gezahlt werden. Eine Ausnahme dabei ist, wenn die Unternehmen nachweisen können, dass die Lebensmittel zu dem Zeitpunkt der Abgabe einen finanziellen Wert von 0 Euro innehaben. Eine Lebensmittelabgabe ist also mit einem zusätzlichen Personal- sowie Verwaltungsaufwand verbunden, weshalb es für Betriebe im Arbeitsalltag einfacher sein kann, Lebensmittel zu entsorgen, anstatt sie abzugeben.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein möglicher Lösungsansatz kommt aus unserem Nachbarland Frankreich: Dort gilt für Supermärkte ab einer bestimmten Betriebsgröße ein Wegwerfverbot, sodass sie ihre aussortierten Lebensmittel zur Abgabe anbieten müssen. Damit die Lebensmittelabgabe attraktiv ist, können die Supermärkte sogar 60 Prozent des Einkaufspreises der Lebensmittel von der Steuer absetzen.  Um die kostenfreie Weitergabe von Lebensmitteln zusätzlich zu erleichtern, könnte zur Dokumentation von Lebensmittelabgaben das vereinfachte Lieferscheinverfahren angewandt werden. Dieses Verfahren dient zur Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und ist unbürokratischer als das übliche Verfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr Rechtssicherheit für Lebensmittelrettungsorganisationen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 30 Jahren sind die Tafeln nun schon in Deutschland aktiv, foodsharing feierte 2022 sein zehnjähriges Jubiläum und zahlreiche kleinere Organisationen engagieren sich bei der Lebensmittelrettung. An Initiativen zur Lebensmittelrettung mangelt es also nicht – und trotzdem landet in Supermärkten immer noch aussortierte, aber genießbare Ware im Müll. Das liegt auch an rechtlichen Unsicherheiten bei der Weitergabe von Lebensmitteln, wie z. B. Haftungsrisiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst einmal gilt für jede Person, dass sie nur sichere Lebensmittel weitergeben darf – unabhängig davon, ob sie gewerblich oder privat handelt. Wer allerdings regelmäßig Lebensmittel weitergibt, egal ob gegen Geld oder kostenfrei, gilt rechtlich als Lebensmittelunternehmer. Lebensmittelunternehmer haben weitere Pflichten, wie beispielsweise die Kennzeichnung von Allergenen in Lebensmitteln oder die Dokumentationspflicht von Warenein- und -ausgängen. foodsharing und auch Fairteiler werden aktuell teilweise als Lebensmittelbetriebe eingestuft, wodurch zusätzliche Haftungsrisiken für die Weitergabe von Lebensmitteln entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir fordern bundesweit einheitlich geltende politische Rahmenbedingungen, die die Weitergabe von Lebensmitteln rechtlich absichern. Ein Vorbild dafür ist das „Gute-Samariter-Gesetz“, welches in Italien gilt und Lebensmittelrettungsorganisationen wie die Tafel rechtlich als Endverbraucherin einstuft, ohne dass die Hygienestandards darunter leiden. Ein ähnliches Gesetz wäre auch für Deutschland denkbar und wird von der Tafel und foodsharing bereits gefordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anpassungen des Mindesthaltbarkeitsdatums ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in privaten Haushalten kommt es immer wieder zu Missverständnissen bezüglich  des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Das MHD ist allerdings keine Haltbarkeitskennzeichnung, sondern lediglich eine Qualitätsgarantie für die Produkteigenschaften. In etwa der Hälfte aller Fälle prüfen Privatpersonen aber nicht, ob das Lebensmittel noch genießbar wäre: 45,7 Prozent aller entsorgten Lebensmittel mit Wegwerfgrund „MHD überschritten“ werden in ungeöffneter Verpackung entsorgt. Das Verbrauchsdatum (VD) beschreibt dagegen die Lebensmittelsicherheit. Lebensmittel, die das VD überschritten haben, sollten nicht mehr verzehrt und dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vergabe des MHD liegt im Ermessen des Herstellers. So kann es sein, dass gleichartige Produkte verschiedener Hersteller unterschiedliche Mindesthaltbarkeitsangaben aufweisen. Das ist für die Konsumierenden oft intransparent. Beispielsweise kann ein Hersteller ein kurzes MHD angeben, um bei den Verbraucher*innen mehr Frische zu suggerieren oder seine Warenströme besser leiten zu können. Auch bei saisonal verkaufter Ware wie Weihnachtsschokolade wird das MHD zeitlich so begrenzt, dass die Produkte in der nächsten Saison nicht mehr verkauft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns dafür ein, dass das MHD für Produkte mit sehr langer Haltbarkeit wie z. B. Reis oder Nudeln abgeschafft wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Produkte, die weiterhin MHD-pflichtig sind, muss die Willkürlichkeit bei der Festlegung des MHD aufgehoben werden, sodass die Vergabe nur noch nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgt. Zusätzlich dazu sollten die aktuellen EU-Datumskennzeichnungsregeln überarbeitet werden, um Missverständnisse auf Seiten der Verbraucher*innen bezüglich der Bedeutung von MHD und VD zu vermeiden. Die beiden Arten der Datumskennzeichnung sollten durch ein Piktogramm visualisiert und/oder durch eine differenzierte Wortwahl deutlich zu unterscheiden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EU hat bereits angekündigt, die Vergabe des MHD zu überarbeiten und wägt aktuell mehrere Optionen dazu ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernährungsbildung &amp;amp; die Wertschätzung von Lebensmitteln verbindlich stärken ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Essgewohnheiten und der Umgang mit Lebensmitteln werden bereits im frühen Alter maßgeblich geprägt. Ernährungsbildung muss deshalb bereits in der Kita beginnen, sodass die Wertschätzung von Lebensmitteln innerhalb der Gesellschaft gefördert wird. Das Bewusstsein der nächsten Generation bezüglich des Umgangs mit Ressourcen muss geschärft werden, um diese zum nachhaltigen Handeln zu befähigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns dafür ein, dass die Ernährungsbildung im Lehrplan aller Bundesländer verankert und dabei das Thema Lebensmittelverschwendung besonders berücksichtigt wird. Außerdem muss der Zusammenhang von Klima- und Umweltschutz mit unserer Ernährung vermittelt werden. Dazu wünschen wir uns Weiterbildungen für Lehrkräfte, Bildungsbeauftragte und Erzieher*innen. Die [https://www.foodsharing-akademie.org/ foodsharing-Akademie] stellt bereits Materialien zu dem Thema bereit und hilft dabei, Wissen über Lebensmittel und deren Wertschätzung zu vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== foodsharing und Parteipolitik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unsere Grundsätze zur politischen Arbeit ===&lt;br /&gt;
foodsharing arbeitet unabhängig von politischen Parteien und Konfessionen. Unsere Handlungen haben einen politischen Hintergrund, aber wir unterstützen aktiv keine Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parteipolitische oder religiöse Überzeugungen der einzelnen Freiwilligen betrachten wir als deren Privatsache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen von foodsharing dulden wir keine diskriminierenden, rassistischen, sexistischen, diffamierenden und menschenverachtenden Vorgehensweisen oder Äußerungen. foodsharing kooperiert daher nicht mit Parteien, Organisationen, Betrieben oder Einzelpersonen, die öffentlich rassistische, antisemitische, sexistische oder sonstige menschenverachtende Positionen vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing als der Nachhaltigkeit verpflichtete Umweltbewegung betrachtet eine drastische Reduzierung der Lebensmittelverschwendung als eine ethische, ökologische und klimapolitische Notwendigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing setzt sich deshalb für ein ressourcenschonendes, zukunftsfähiges Ernährungssystem und eine umfassende Eindämmung der Emission von Treibhausgasen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was bedeutet das in der Praxis? ===&lt;br /&gt;
Die politische Tätigkeit im Rahmen von foodsharing muss sich auf Veranstaltungen und Initiativen beschränken, welche die gleichen Themen wie foodsharing behandeln, vor allem ökologische Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung mit allen klimatischen und ethischen Auswirkungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle anderen politischen Initiativen können persönlich unterstützt und beworben werden, aber nicht im Namen von foodsharing. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei foodsharing-Veranstaltungen oder in foodsharing-Räumlichkeiten keine Flyer ausgelegt und keine Poster aufgehängt werden dürfen, die von diesen anderen Initiativen stammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um mehr Aufmerksamkeit für die Ideen und Grundsätze von foodsharing zu erreichen, treten wir mit vielen Menschen in den Dialog. Sofern eine Organisation oder Partei nicht den foodsharing Grundsätzen widerspricht, ist auch ein Austausch mit politischen Entscheidungsträger*innen möglich.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dos and Don’ts ===&lt;br /&gt;
Die folgenden Beispiele dienen als Orientierungshilfe:&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;&amp;quot; | Ja !! style=&amp;quot;&amp;quot; | Nein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Infostand bei Straßenfesten, Stadtteilfesten u.Ä. || style=&amp;quot;&amp;quot; | Infostand bei Parteiveranstaltungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von FridaysForFuture, ProVeg|| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von Pegida, Querdenken, Deutsche Wohnen &amp;amp;Co enteignen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver bringen Lebensmittel zu oder retten Lebensmittel bei einer Partei, einer politischen oder einer kirchlichen Initiative || style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver:innen retten Lebensmittel bei Parteien, politischen oder kirchlichen Initiativen oder bringen Lebensmittel dorthin, wenn diese gegen die oben genannten Grundsätze verstoßen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver treten als Expert*innen über foodsharing und Lebensmittelverschwendung bei einer Veranstaltung einer Partei oder Organisation auf - außer die Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. || style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver rufen im Namen von foodsharing und auf der foodsharing-Plattform zur Teilnahme an einer politischen Veranstaltung auf, die nichts mit Nachhaltigkeit oder Lebensmittelverschwendung zu tun hat. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver bringen Flyer, Poster etc mit Inhalten von foodsharing in Umlauf.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Inhaltliche Positionen der Parteien zum Thema Lebensmittelverschwendung werden durch Foodsaver kommuniziert, verglichen und kommentiert.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Foodsaver führen Hintergrundgespräche zu den Themen Lebensmittelverschwendung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in parteipolitischen Kontexten, z.B. mit Abgeordneten, außer die betreffende Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver werben im Namen oder im Rahmen von foodsharing für einzelne Parteien.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|In eine Bürgersprechstunde eines Politiker/einer Polikterin gehen und für foodsharing-Themen und -Positionen werben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilnahme an Podiumsdiskussionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Initiativ&#039;&#039;&#039; Politiker:innen per E-Mail anschreiben, um foodsharing-Forderungen einzubringen oder um ein persönliches Gespräch zu bitten.&lt;br /&gt;
|Während eines Wahlkampfs erscheint foodsharing im direkten Kontext mit einer kandidierenden Person, z. B. durch öffentlichkeitswirksame Spenden für einen Fairteiler von Kandidierenden im Wahlkampf.&lt;br /&gt;
(Hintergrund: Wir wollen uns vor Instrumentalisierung durch eine politische Partei für den eigenen Wahlkampf schützen. &#039;&#039;&#039;Insbesondere in Wahlkampfzeiten sollten öffentlichkeitswirksame Auftritte mit Politiker*innen vermieden werden&#039;&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Politiker*innen verschiedener Parteien zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen wie einer Eröffnung eines Fairteilers einladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgermeister*in und hochrangige Verwaltungsvertreter*innen zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen.&lt;br /&gt;
|Politiker*innen von Parteien, welche gegen oben genannte Grundsätze verstoßen, zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur Politiker*innen einer einzigen Partei zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen einladen (da unsere politische Unabhängigkeit angezweifelt werden könnte). &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Falls du dir unsicher bist, wende dich per Mail an: politik@foodsharing.network. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitsgruppe Politische Kampagnen ==&lt;br /&gt;
In der Arbeitsgruppe Politische Kampagnen (AG PolKA) treffen sich engagierte Foodsaver*innen auf überregionaler Ebene, um gemeinsam politische Arbeit zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vorbereitung öffentlichkeitswirksamer Kampagnen,  z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung &lt;br /&gt;
* Forderungen und Stellungnahmen zu politischen Themen ausarbeiten&lt;br /&gt;
* Petitionen gegen Lebensmittelverschwendung und für mehr Lebensmittelwertschätzung anstoßen und begleiten&lt;br /&gt;
* Wahlprüfsteine vor Bundestags- oder Europawahlen vorbereiten: Wahlprüfsteine sind Fragen, die den zur Wahl stehenden Parteien geschickt werden und die diese beantworten – die Antworten werden von uns gegenübergestellt und in der Community bzw. öffentlich geteilt, um zu vergleichen, welche Parteien sich für unsere Anliegen in welcher Form einsetzen&lt;br /&gt;
* Lobbyarbeit mit unseren Bündnispartner*innen für mehr Lebensmittelwertschätzung und die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Protokolle können auf der foodsharing Plattform im Europaforum [https://foodsharing.de/region?bid=741&amp;amp;sub=forum&amp;amp;tid=175788 gelesen] und [https://foodsharing.de/region?bid=741&amp;amp;sub=forum&amp;amp;tid=175789 diskutiert] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie kann ich zu politischer Arbeit beitragen? ===&lt;br /&gt;
Du kannst ganz einfach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* foodsharing-Kampagnen in deinem Bezirk organisieren, z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung&lt;br /&gt;
* an Demonstrationen teilnehmen, die inhaltlich mit den foodsharing-Forderungen zur ökologischen Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung übereinstimmen&lt;br /&gt;
* Petitionen unterschreiben und weiterverbreiten &lt;br /&gt;
* mit den Abgeordneten aus deinem Wahlkreis einen Termin vereinbaren und mit ihnen über Lebensmittelverschwendung und die foodsharing-Forderungen sprechen – beachte dafür den Leitfaden für Gespräche mit Menschen aus der Politik und sprich dich mit den Botschaftenden deines Bezirks ab&lt;br /&gt;
* dich innerhalb der [https://foodsharing-staedte.org/de/ideenkatalog foodsharing-Städte] vernetzen und in deinem Bezirk durch Dialoge, z. B. mit dem Gemeinde- oder Stadtrat sowie der Verwaltung gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du möchtest dich aktiv in die überregionale politische Arbeit von foodsharing einbringen? Du bist in der AG PolKa herzlich willkommen! Bewirb dich für die AG und erzähle etwas von deiner Motivation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wende dich bei Fragen an [mailto:politik@foodsharing.network politik@foodsharing.network]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wollen wir damit erreichen? ===&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung ist ein strukturelles Problem. Sie entsteht, weil Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, aussortiert werden, weil unachtsam mit ihnen umgegangen wird oder weil sie durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen werden. Solange wir Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass die Lebensmittel im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht. Deshalb wünschen wir uns einen politischen Diskurs: Welche Strukturen oder Verhaltensweisen führen zu dem Problem? Wo können wir Bewusstsein für solche Missstände schaffen? Und wie könnte eine Lösung aussehen? Wir möchten diesen Diskurs nach innen in unsere foodsharing-Community und nach außen in die Öffentlichkeit und die Politik tragen. Denn so sensibilisieren wir für das zugrunde liegende Problem und können es so wirklich an der Wurzel packen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeit in Bündnissen ==&lt;br /&gt;
foodsharing ist Teil von mehreren Bündnissen, die sich für eine Wende hin zu einer nachhaltigen Ernährung einsetzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://buendnislebensmittelrettung.de/ueber-uns/ Bündnis Lebensmittelrettung]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis Lebensmittelrettung wurde 2018 von foodsharing mitgegründet, um sich politisch für eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette einzusetzen. Das Bündnis plant Kampagnen und Aktionen, führt Gespräche mit Abgeordneten und Ministeriumsmitarbeitenden und stellt [https://buendnislebensmittelrettung.de/unsere-forderungen/ Forderungen] zur aktuellen Politik. Weitere bekannte Mitglieder sind: WWF, Deutsche Umwelthilfe und To Good To Go. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://www.wir-haben-es-satt.de/ueber-uns/traegerkreis Wir haben es satt Bündnis]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis setzt sich zusammen aus Landwirt*innen, Naturschutzorganisationen und weiteren Gruppen mit Bezug zu Landwirtschaft und Ernährung. Jedes Jahr wird zum Auftakt der Agrarmesse „Grüne Woche“ in Berlin eine Demonstration organisiert, die auch foodsharing als Teil des Trägerkreises unter dem Motto „Wir haben Lebensmittelverschwendung satt“ unterstützt. Das Bündnis setzt sich für eine ökologische und bäuerliche Landwirtschaft ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://www.klima-allianz.de/ueber-uns/das-buendnis Klima-Allianz]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klima-Allianz ist ein breites gesellschaftliches Bündnis, in dem Organisationen mit Schwerpunkt Umwelt, Sozialem, Religion und Bildung vertreten sind. Es setzt sich ein für sozial gerechte Klimapolitik auf allen Ebenen. Als Mitgliedsorganisation arbeitet foodsharing an Stellungnahmen und Forderungen mit und bringt unsere Perspektive auf das Thema Ernährung ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
BMEL (2023a): Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.zugutfuerdietonne.de/strategie (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2023b): Schutz gegen unlautere Handelspraktiken. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/DE/themen/internationales/aussenwirtschaftspolitik/handel-und-export/utp-richtlinie.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2022): Über den Umgang mit Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/Flyer-Poster/Flyer-MHD.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=10 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2020): Handel unterzeichnet Erklärung: Lebensmittelverschwendung reduzieren. Pressemitteilung 102/2020 vom 19. Jun 2020. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/102-lebensmittelverschwendung.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMF (2021): Fragen und Antworten zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung von Sachspenden. Bundesministerium der Finanzen (BMF), Berlin. Online unter: https://bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/2021-03-23-FAQ-sachspenden.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BVL (o.J.): Pflichten als Lebensmittelunternehmer. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Braunschweig. Online unter: https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/04_AntragstellerUnternehmen/13_FAQ/FAQ_Pflichten/FAQ_Pflichten_node.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DUH (2023): Ackern für die Tonne. Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Radolfzell. Online unter: https://www.duh.de/ackern-fuer-die-tonne/ (letzter Zugriff: 23.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eckert K.-H. (2021): Umsatzsteuerliche Erleichterungen für Sachspenden. BBK 2021 Seite 409 - 416. NWB Verlag, Herne. Online unter: https://www.nwb.de/rechnungswesen/umsatzsteuerliche-erleichterungen-fuer-sachspenden-25052021 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EESC (2014): Gesetzliche Bestimmungen und die Verfahren der EU-Mitgliedstaaten bezüglich Lebensmittelspenden. Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss, Brüssel. Online unter: https://www.eesc.europa.eu/sites/default/files/resources/docs/qe-05-14-069-de-n.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
European Commission (o.J.): Food law general requirements. European Commission, Brussel. Online unter: https://food.ec.europa.eu/horizontal-topics/general-food-law/food-law-general-requirements_en (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herzberg R, Schmidt T, Keck M. Market power and food loss at the producer-retailer interface of fruit and vegetable supply chains in Germany. Sustain Sci. 2022;17(6):2253-2267. doi: 10.1007/s11625-021-01083-x. Epub 2022 Jan 15. PMID: 35069917; PMCID: PMC8760580.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübsch H, Adlwarth W. (2017): &amp;quot;SYSTEMATISCHE ERFASSUNG VON LEBENSMITTELABFÄLLEN DER PRIVATEN HAUSHALTE IN DEUTSCHLAND&amp;quot; - Schlussbericht zur Studie. GfK SE, Nürnberg. Durchgeführt für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittelverschwendung/Studie_GfK.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=3 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
L’ASSEMBLÉE NATIONALE (2018): JOURNAL OFFICIEL DE LA RÉPUBLIQUE FRANÇAISE. Année 2018. – no 29 A.N. (Q) Online unter: http://www2.assemblee-nationale.fr/static/15/questions/jo/jo_anq_201829.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverband Deutschland (2018): Wie legen Hersteller das MHD fest? Lebensmittelverband Deutschland e. V., Berlin. Online unter: https://www.lebensmittelverband.de/de/aktuell/20180918-mindesthaltbarkeitsdatum-mhd-wie-legen-hersteller-es-fest (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nolen N, Stockebrandt P. (2021): Kann eine Reform der Datumsangaben auf Lebensmitteln deren Verschwendung verringern? cepInput, Nr. 13 | 19. Oktober 2021. Centrum für Europäische Politik, Freiburg, Berlin. Online unter: https://www.cep.eu/fileadmin/user_upload/cep.eu/Studien/cepInput_Date_Marking_on_Food_Products/cepInput_Kann_eine_Reform_der_Datumsangaben_auf_Lebensmitteln_deren_Verschwendung_verringern.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtlinie (EU) 2019/633 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2019 über unlautere Handelspraktiken in den Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette. Online unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32019L0633&amp;amp;qid=1628586259953 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WWF (2022): Essen wir das Klima auf? World Wide Fund For Nature (WWF), Berlin. Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZEV (2023): Anti-Wegwerf-Gesetz in Frankreich. Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V., Kehl. Online unter: https://www.cec-zev.eu/de/themen/umwelt/anti-wegwerf-gesetz-in-frankreich/ (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Artikel von&#039;&#039;: &amp;amp;nbsp; [[Arbeitsgruppen-Liste#PolKa_-_Politische_Kampagnen| politische Kampagnen]] &amp;amp;nbsp; (&#039;&#039;[mailto:politik@foodsharing.network Kontakt]&#039;&#039;)&amp;lt;br&amp;gt;​&#039;&#039;Letzte Überarbeitung am 07.03.2023&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>324039</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Foodsharing_und_Politik&amp;diff=12810</id>
		<title>Polka:Foodsharing und Politik</title>
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		<updated>2026-05-23T20:25:45Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{SEITENTITEL: foodsharing und Politik }}&lt;br /&gt;
{{Wiki-Artikel-Typ|Typ=2 (Info-Artikel)}}&#039;&#039;&#039;foodsharing ist politisch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2012 setzt sich foodsharing gegen Lebensmittelverschwendung ein: Unsere [https://wiki.foodsharing.de/Vision_und_Mission Vision] ist es, diese Verschwendung zu beenden und so foodsharing letztendlich überflüssig zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lebensmittelverschwendung erfolgt auf vielen verschiedenen Ebenen: Von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zur Endverbraucher*in landen noch genießbare Lebensmittel in der Tonne: Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, werden aussortiert, es wird unachtsam mit ihnen umgegangen oder sie werden durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen. Damit werden auch die Energie, Zeit und Ressourcen, die in den Lebensmitteln stecken, einfach entsorgt. Der [https://www.google.com/url?q=https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf&amp;amp;sa=D&amp;amp;source=docs&amp;amp;ust=1779559743806441&amp;amp;usg=AOvVaw1FfUZ_Qr50-Sw5M0cGkOU7 WWF schätzt], dass so insgesamt zehn Prozent aller Treibhausgasemissionen auf Lebensmittelverschwendung zurückgehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung ist damit ein strukturelles Problem. Solange wir bei foodsharing, aber auch anderen Organisationen Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass diese im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht – im Gegenteil, wir sorgen dafür, dass das Problem bei den Verursachenden weniger gegenwärtig ist. Deshalb müssen wir hinterfragen, welche Strukturen oder Verhaltensweisen zu dem Problem führen. Wir bei foodsharing können durch unser Handeln, z. B. indem wir beim Fairteilen auf die Ursachen der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen, ein Bewusstsein in der Gesellschaft für die strukturellen Probleme schaffen und überlegen, wie eine Lösung aussehen könnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wollen, dass Lebensmitteln in unserer Gesellschaft wieder ihr gerechter Wert zugeschrieben wird. Nur wenn wir gemeinsam als Community daran arbeiten, erfüllen wir unsere Mission und kommen unserer Vision ein Stück näher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unsere Forderungen ==&lt;br /&gt;
Wir möchten die Lebensmittelverschwendung an der Wurzel packen. Doch dafür braucht es mehr als das bloße Retten von übriggebliebenen Lebensmitteln aus Betrieben oder Aufklärung von Konsument*innen. Stattdessen muss sich politisch etwas bewegen: Wir benötigen verbindliche Reduktionsziele für die Verschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Außerdem müssen aktuell bestehende Handelsnormen überdacht und gelockert werden sowie Organisationen, die Lebensmittel retten oder Bildung rund um das Thema Ernährung anbieten, gestärkt werden. Dafür und für vieles mehr setzt sich foodsharing auf politischer Ebene ein. Der folgende Abschnitt des Wiki-Artikels bietet eine Übersicht über einige der aktuellen Missstände und mögliche Lösungsansätze, für die wir uns engagieren. Wenn ihr mehr über die zugrunde liegenden Zahlen und Studien wissen möchtet, dann schaut in den Wiki-Artikel [[Polka:Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage|„Zahlen bitte – Lebensmittelverschwendung: Die Datenlage“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung findet entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zum Endverbrauch statt. Die Politik adressiert allerdings aktuell nur die Verbraucher*innen mit Aufklärungskampagnen wie „Zu gut für die Tonne“ und den Handel mit freiwilligen „Verpflichtungen“. Das Wegwerfen von noch genießbaren Waren in Lebensmittelbetrieben wird aktuell nicht sanktioniert. Dazu kommt, dass ein großer Teil der Lebensmittelverschwendung von der Politik nicht berücksichtigt wird, da er in der Wertschöpfungskette vor dem Handel liegt: Verschiedene Handelsstandards und Qualitätsanforderungen, die bestimmte Ansprüche z. B. an das Aussehen von Obst und Gemüse stellen, führen dazu, dass gute und sehr wohl genießbare Lebensmittel überhaupt nicht in den Handel gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So werden genießbare Lebensmittel noch auf dem Hof vernichtet. Ein Bericht vom WWF aus dem Jahr 2022 zeigt, dass die Lebensmittelverluste in der Landwirtschaft deutlich höher sind als bisher angenommen. Auf dieser Datenbasis hat die Deutsche Umwelthilfe berechnet, dass in der Landwirtschaft 16,5 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr verschwendet werden, anstatt der 0,2 Millionen Tonnen, die vom Agrarministerium in Deutschland kommuniziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese nicht geernteten Produkte nach der geltenden EU-Regelung nicht als “Lebensmittel” definiert sind, werden sie auch nicht erfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing fordert, dass Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette mittels verpflichtender Regelungen reduziert wird. Dabei muss eine besondere Berücksichtigung den Vor-Handels-Verlusten gelten. Die EU-Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken ist ein erster guter Ansatz dafür: Sie verbietet schädliche Handelspraktiken wie z. B. kurzfristige Bestellungsstornierungen oder einseitige Änderungen von Lieferbedingungen durch einen einzelnen Vertragspartner. Allerdings geht die Richtlinie nicht weit genug; beispielsweise greift sie nicht bei der Problematik von ästhetischen Standards im Handel. Hier muss dringend nachgebessert werden, denn dort besteht noch Potenzial zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steuerliche Anreize für Lebensmittelspenden ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Supermärkte Lebensmittel spenden möchten, stellt das für sie einen zusätzlichen Aufwand dar: Sie müssen die Lebensmittel sortieren, lagern und mit Organisationen wie z. B. der Tafel Abholtermine festlegen. Zudem müssen in Deutschland für gespendete Lebensmittel Steuern gezahlt werden. Eine Ausnahme dabei ist, wenn die Unternehmen nachweisen können, dass die Lebensmittel zu dem Zeitpunkt der Spende einen finanziellen Wert von 0 Euro innehaben. Eine Lebensmittelspende ist also mit einem zusätzlichen Personal- sowie Verwaltungsaufwand verbunden, weshalb es für Betriebe im Arbeitsalltag einfacher sein kann, Lebensmittel zu entsorgen, anstatt sie zu spenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein möglicher Lösungsansatz kommt aus unserem Nachbarland Frankreich: Dort gilt für Supermärkte ab einer bestimmten Betriebsgröße ein Wegwerfverbot, sodass sie ihre aussortierten Lebensmittel zur Spende anbieten müssen. Damit die Lebensmittelspende attraktiv ist, können die Supermärkte sogar 60 Prozent des Einkaufspreises der Lebensmittel von der Steuer absetzen.  Um die kostenfreie Weitergabe von Lebensmitteln zusätzlich zu erleichtern, könnte zur Dokumentation von Lebensmittelspenden das vereinfachte Lieferscheinverfahren angewandt werden. Dieses Verfahren dient zur Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und ist unbürokratischer als das übliche Verfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr Rechtssicherheit für Lebensmittelrettungsorganisationen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 30 Jahren sind die Tafeln nun schon in Deutschland aktiv, foodsharing feierte 2022 sein zehnjähriges Jubiläum und zahlreiche kleinere Organisationen engagieren sich bei der Lebensmittelrettung. An Initiativen zur Lebensmittelrettung mangelt es also nicht – und trotzdem landet in Supermärkten immer noch aussortierte, aber genießbare Ware im Müll. Das liegt auch an rechtlichen Unsicherheiten bei der Weitergabe von Lebensmitteln, wie z. B. Haftungsrisiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst einmal gilt für jede Person, dass sie nur sichere Lebensmittel weitergeben darf – unabhängig davon, ob sie gewerblich oder privat handelt. Wer allerdings regelmäßig Lebensmittel weitergibt, egal ob gegen Geld oder kostenfrei, gilt rechtlich als Lebensmittelunternehmer. Lebensmittelunternehmer haben weitere Pflichten, wie beispielsweise die Kennzeichnung von Allergenen in Lebensmitteln oder die Dokumentationspflicht von Warenein- und -ausgängen. foodsharing und auch Fairteiler werden aktuell teilweise als Lebensmittelbetriebe eingestuft, wodurch zusätzliche Haftungsrisiken für die Weitergabe von Lebensmitteln entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir fordern bundesweit einheitlich geltende politische Rahmenbedingungen, die die Weitergabe von Lebensmitteln rechtlich absichern. Ein Vorbild dafür ist das „Gute-Samariter-Gesetz“, welches in Italien gilt und Lebensmittelrettungsorganisationen wie die Tafel rechtlich als Endverbraucherin einstuft, ohne dass die Hygienestandards darunter leiden. Ein ähnliches Gesetz wäre auch für Deutschland denkbar und wird von der Tafel und foodsharing bereits gefordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anpassungen des Mindesthaltbarkeitsdatums ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in privaten Haushalten kommt es immer wieder zu Missverständnissen bezüglich  des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Das MHD ist allerdings keine Haltbarkeitskennzeichnung, sondern lediglich eine Qualitätsgarantie für die Produkteigenschaften. In etwa der Hälfte aller Fälle prüfen Privatpersonen aber nicht, ob das Lebensmittel noch genießbar wäre: 45,7 Prozent aller entsorgten Lebensmittel mit Wegwerfgrund „MHD überschritten“ werden in ungeöffneter Verpackung entsorgt. Das Verbrauchsdatum (VD) beschreibt dagegen die Lebensmittelsicherheit. Lebensmittel, die das VD überschritten haben, sollten nicht mehr verzehrt und dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vergabe des MHD liegt im Ermessen des Herstellers. So kann es sein, dass gleichartige Produkte verschiedener Hersteller unterschiedliche Mindesthaltbarkeitsangaben aufweisen. Das ist für die Konsumierenden oft intransparent. Beispielsweise kann ein Hersteller ein kurzes MHD angeben, um bei den Verbraucher*innen mehr Frische zu suggerieren oder seine Warenströme besser leiten zu können. Auch bei saisonal verkaufter Ware wie Weihnachtsschokolade wird das MHD zeitlich so begrenzt, dass die Produkte in der nächsten Saison nicht mehr verkauft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns dafür ein, dass das MHD für Produkte mit sehr langer Haltbarkeit wie z. B. Reis oder Nudeln abgeschafft wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Produkte, die weiterhin MHD-pflichtig sind, muss die Willkürlichkeit bei der Festlegung des MHD aufgehoben werden, sodass die Vergabe nur noch nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgt. Zusätzlich dazu sollten die aktuellen EU-Datumskennzeichnungsregeln überarbeitet werden, um Missverständnisse auf Seiten der Verbraucher*innen bezüglich der Bedeutung von MHD und VD zu vermeiden. Die beiden Arten der Datumskennzeichnung sollten durch ein Piktogramm visualisiert und/oder durch eine differenzierte Wortwahl deutlich zu unterscheiden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EU hat bereits angekündigt, die Vergabe des MHD zu überarbeiten und wägt aktuell mehrere Optionen dazu ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernährungsbildung &amp;amp; die Wertschätzung von Lebensmitteln verbindlich stärken ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Essgewohnheiten und der Umgang mit Lebensmitteln werden bereits im frühen Alter maßgeblich geprägt. Ernährungsbildung muss deshalb bereits in der Kita beginnen, sodass die Wertschätzung von Lebensmitteln innerhalb der Gesellschaft gefördert wird. Das Bewusstsein der nächsten Generation bezüglich des Umgangs mit Ressourcen muss geschärft werden, um diese zum nachhaltigen Handeln zu befähigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns dafür ein, dass die Ernährungsbildung im Lehrplan aller Bundesländer verankert und dabei das Thema Lebensmittelverschwendung besonders berücksichtigt wird. Außerdem muss der Zusammenhang von Klima- und Umweltschutz mit unserer Ernährung vermittelt werden. Dazu wünschen wir uns Weiterbildungen für Lehrkräfte, Bildungsbeauftragte und Erzieher*innen. Die [https://www.foodsharing-akademie.org/ foodsharing-Akademie] stellt bereits Materialien zu dem Thema bereit und hilft dabei, Wissen über Lebensmittel und deren Wertschätzung zu vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== foodsharing und Parteipolitik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unsere Grundsätze zur politischen Arbeit ===&lt;br /&gt;
foodsharing arbeitet unabhängig von politischen Parteien und Konfessionen. Unsere Handlungen haben einen politischen Hintergrund, aber wir unterstützen aktiv keine Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parteipolitische oder religiöse Überzeugungen der einzelnen Freiwilligen betrachten wir als deren Privatsache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen von foodsharing dulden wir keine diskriminierenden, rassistischen, sexistischen, diffamierenden und menschenverachtenden Vorgehensweisen oder Äußerungen. foodsharing kooperiert daher nicht mit Parteien, Organisationen, Betrieben oder Einzelpersonen, die öffentlich rassistische, antisemitische, sexistische oder sonstige menschenverachtende Positionen vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing als der Nachhaltigkeit verpflichtete Umweltbewegung betrachtet eine drastische Reduzierung der Lebensmittelverschwendung als eine ethische, ökologische und klimapolitische Notwendigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing setzt sich deshalb für ein ressourcenschonendes, zukunftsfähiges Ernährungssystem und eine umfassende Eindämmung der Emission von Treibhausgasen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was bedeutet das in der Praxis? ===&lt;br /&gt;
Die politische Tätigkeit im Rahmen von foodsharing muss sich auf Veranstaltungen und Initiativen beschränken, welche die gleichen Themen wie foodsharing behandeln, vor allem ökologische Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung mit allen klimatischen und ethischen Auswirkungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle anderen politischen Initiativen können persönlich unterstützt und beworben werden, aber nicht im Namen von foodsharing. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei foodsharing-Veranstaltungen oder in foodsharing-Räumlichkeiten keine Flyer ausgelegt und keine Poster aufgehängt werden dürfen, die von diesen anderen Initiativen stammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um mehr Aufmerksamkeit für die Ideen und Grundsätze von foodsharing zu erreichen, treten wir mit vielen Menschen in den Dialog. Sofern eine Organisation oder Partei nicht den foodsharing Grundsätzen widerspricht, ist auch ein Austausch mit politischen Entscheidungsträger*innen möglich.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dos and Don’ts ===&lt;br /&gt;
Die folgenden Beispiele dienen als Orientierungshilfe:&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;&amp;quot; | Ja !! style=&amp;quot;&amp;quot; | Nein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Infostand bei Straßenfesten, Stadtteilfesten u.Ä. || style=&amp;quot;&amp;quot; | Infostand bei Parteiveranstaltungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von FridaysForFuture, ProVeg|| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von Pegida, Querdenken, Deutsche Wohnen &amp;amp;Co enteignen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver bringen Lebensmittel zu oder retten Lebensmittel bei einer Partei, einer politischen oder einer kirchlichen Initiative || style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver:innen retten Lebensmittel bei Parteien, politischen oder kirchlichen Initiativen oder bringen Lebensmittel dorthin, wenn diese gegen die oben genannten Grundsätze verstoßen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver treten als Expert*innen über foodsharing und Lebensmittelverschwendung bei einer Veranstaltung einer Partei oder Organisation auf - außer die Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. || style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver rufen im Namen von foodsharing und auf der foodsharing-Plattform zur Teilnahme an einer politischen Veranstaltung auf, die nichts mit Nachhaltigkeit oder Lebensmittelverschwendung zu tun hat. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver bringen Flyer, Poster etc mit Inhalten von foodsharing in Umlauf.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Inhaltliche Positionen der Parteien zum Thema Lebensmittelverschwendung werden durch Foodsaver kommuniziert, verglichen und kommentiert.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Foodsaver führen Hintergrundgespräche zu den Themen Lebensmittelverschwendung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in parteipolitischen Kontexten, z.B. mit Abgeordneten, außer die betreffende Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver werben im Namen oder im Rahmen von foodsharing für einzelne Parteien.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|In eine Bürgersprechstunde eines Politiker/einer Polikterin gehen und für foodsharing-Themen und -Positionen werben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilnahme an Podiumsdiskussionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Initiativ&#039;&#039;&#039; Politiker:innen per E-Mail anschreiben, um foodsharing-Forderungen einzubringen oder um ein persönliches Gespräch zu bitten.&lt;br /&gt;
|Während eines Wahlkampfs erscheint foodsharing im direkten Kontext mit einer kandidierenden Person, z. B. durch öffentlichkeitswirksame Spenden für einen Fairteiler von Kandidierenden im Wahlkampf.&lt;br /&gt;
(Hintergrund: Wir wollen uns vor Instrumentalisierung durch eine politische Partei für den eigenen Wahlkampf schützen. &#039;&#039;&#039;Insbesondere in Wahlkampfzeiten sollten öffentlichkeitswirksame Auftritte mit Politiker*innen vermieden werden&#039;&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Politiker*innen verschiedener Parteien zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen wie einer Eröffnung eines Fairteilers einladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgermeister*in und hochrangige Verwaltungsvertreter*innen zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen.&lt;br /&gt;
|Politiker*innen von Parteien, welche gegen oben genannte Grundsätze verstoßen, zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur Politiker*innen einer einzigen Partei zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen einladen (da unsere politische Unabhängigkeit angezweifelt werden könnte). &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Falls du dir unsicher bist, wende dich per Mail an: politik@foodsharing.network. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitsgruppe Politische Kampagnen ==&lt;br /&gt;
In der Arbeitsgruppe Politische Kampagnen (AG PolKA) treffen sich engagierte Foodsaver*innen auf überregionaler Ebene, um gemeinsam politische Arbeit zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vorbereitung öffentlichkeitswirksamer Kampagnen,  z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung &lt;br /&gt;
* Forderungen und Stellungnahmen zu politischen Themen ausarbeiten&lt;br /&gt;
* Petitionen gegen Lebensmittelverschwendung und für mehr Lebensmittelwertschätzung anstoßen und begleiten&lt;br /&gt;
* Wahlprüfsteine vor Bundestags- oder Europawahlen vorbereiten: Wahlprüfsteine sind Fragen, die den zur Wahl stehenden Parteien geschickt werden und die diese beantworten – die Antworten werden von uns gegenübergestellt und in der Community bzw. öffentlich geteilt, um zu vergleichen, welche Parteien sich für unsere Anliegen in welcher Form einsetzen&lt;br /&gt;
* Lobbyarbeit mit unseren Bündnispartner*innen für mehr Lebensmittelwertschätzung und die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Protokolle können auf der foodsharing Plattform im Europaforum [https://foodsharing.de/region?bid=741&amp;amp;sub=forum&amp;amp;tid=175788 gelesen] und [https://foodsharing.de/region?bid=741&amp;amp;sub=forum&amp;amp;tid=175789 diskutiert] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie kann ich zu politischer Arbeit beitragen? ===&lt;br /&gt;
Du kannst ganz einfach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* foodsharing-Kampagnen in deinem Bezirk organisieren, z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung&lt;br /&gt;
* an Demonstrationen teilnehmen, die inhaltlich mit den foodsharing-Forderungen zur ökologischen Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung übereinstimmen&lt;br /&gt;
* Petitionen unterschreiben und weiterverbreiten &lt;br /&gt;
* mit den Abgeordneten aus deinem Wahlkreis einen Termin vereinbaren und mit ihnen über Lebensmittelverschwendung und die foodsharing-Forderungen sprechen – beachte dafür den Leitfaden für Gespräche mit Menschen aus der Politik und sprich dich mit den Botschaftenden deines Bezirks ab&lt;br /&gt;
* dich innerhalb der [https://foodsharing-staedte.org/de/ideenkatalog foodsharing-Städte] vernetzen und in deinem Bezirk durch Dialoge, z. B. mit dem Gemeinde- oder Stadtrat sowie der Verwaltung gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du möchtest dich aktiv in die überregionale politische Arbeit von foodsharing einbringen? Du bist in der AG PolKa herzlich willkommen! Bewirb dich für die AG und erzähle etwas von deiner Motivation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wende dich bei Fragen an [mailto:politik@foodsharing.network politik@foodsharing.network]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wollen wir damit erreichen? ===&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung ist ein strukturelles Problem. Sie entsteht, weil Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, aussortiert werden, weil unachtsam mit ihnen umgegangen wird oder weil sie durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen werden. Solange wir Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass die Lebensmittel im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht. Deshalb wünschen wir uns einen politischen Diskurs: Welche Strukturen oder Verhaltensweisen führen zu dem Problem? Wo können wir Bewusstsein für solche Missstände schaffen? Und wie könnte eine Lösung aussehen? Wir möchten diesen Diskurs nach innen in unsere foodsharing-Community und nach außen in die Öffentlichkeit und die Politik tragen. Denn so sensibilisieren wir für das zugrunde liegende Problem und können es so wirklich an der Wurzel packen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeit in Bündnissen ==&lt;br /&gt;
foodsharing ist Teil von mehreren Bündnissen, die sich für eine Wende hin zu einer nachhaltigen Ernährung einsetzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://buendnislebensmittelrettung.de/ueber-uns/ Bündnis Lebensmittelrettung]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis Lebensmittelrettung wurde 2018 von foodsharing mitgegründet, um sich politisch für eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette einzusetzen. Das Bündnis plant Kampagnen und Aktionen, führt Gespräche mit Abgeordneten und Ministeriumsmitarbeitenden und stellt [https://buendnislebensmittelrettung.de/unsere-forderungen/ Forderungen] zur aktuellen Politik. Weitere bekannte Mitglieder sind: WWF, Deutsche Umwelthilfe und To Good To Go. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://www.wir-haben-es-satt.de/ueber-uns/traegerkreis Wir haben es satt Bündnis]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis setzt sich zusammen aus Landwirt*innen, Naturschutzorganisationen und weiteren Gruppen mit Bezug zu Landwirtschaft und Ernährung. Jedes Jahr wird zum Auftakt der Agrarmesse „Grüne Woche“ in Berlin eine Demonstration organisiert, die auch foodsharing als Teil des Trägerkreises unter dem Motto „Wir haben Lebensmittelverschwendung satt“ unterstützt. Das Bündnis setzt sich für eine ökologische und bäuerliche Landwirtschaft ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://www.klima-allianz.de/ueber-uns/das-buendnis Klima-Allianz]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klima-Allianz ist ein breites gesellschaftliches Bündnis, in dem Organisationen mit Schwerpunkt Umwelt, Sozialem, Religion und Bildung vertreten sind. Es setzt sich ein für sozial gerechte Klimapolitik auf allen Ebenen. Als Mitgliedsorganisation arbeitet foodsharing an Stellungnahmen und Forderungen mit und bringt unsere Perspektive auf das Thema Ernährung ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
BMEL (2023a): Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.zugutfuerdietonne.de/strategie (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2023b): Schutz gegen unlautere Handelspraktiken. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/DE/themen/internationales/aussenwirtschaftspolitik/handel-und-export/utp-richtlinie.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2022): Über den Umgang mit Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/Flyer-Poster/Flyer-MHD.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=10 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2020): Handel unterzeichnet Erklärung: Lebensmittelverschwendung reduzieren. Pressemitteilung 102/2020 vom 19. Jun 2020. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/102-lebensmittelverschwendung.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMF (2021): Fragen und Antworten zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung von Sachspenden. Bundesministerium der Finanzen (BMF), Berlin. Online unter: https://bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/2021-03-23-FAQ-sachspenden.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BVL (o.J.): Pflichten als Lebensmittelunternehmer. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Braunschweig. Online unter: https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/04_AntragstellerUnternehmen/13_FAQ/FAQ_Pflichten/FAQ_Pflichten_node.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DUH (2023): Ackern für die Tonne. Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Radolfzell. Online unter: https://www.duh.de/ackern-fuer-die-tonne/ (letzter Zugriff: 23.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eckert K.-H. (2021): Umsatzsteuerliche Erleichterungen für Sachspenden. BBK 2021 Seite 409 - 416. NWB Verlag, Herne. Online unter: https://www.nwb.de/rechnungswesen/umsatzsteuerliche-erleichterungen-fuer-sachspenden-25052021 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EESC (2014): Gesetzliche Bestimmungen und die Verfahren der EU-Mitgliedstaaten bezüglich Lebensmittelspenden. Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss, Brüssel. Online unter: https://www.eesc.europa.eu/sites/default/files/resources/docs/qe-05-14-069-de-n.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
European Commission (o.J.): Food law general requirements. European Commission, Brussel. Online unter: https://food.ec.europa.eu/horizontal-topics/general-food-law/food-law-general-requirements_en (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herzberg R, Schmidt T, Keck M. Market power and food loss at the producer-retailer interface of fruit and vegetable supply chains in Germany. Sustain Sci. 2022;17(6):2253-2267. doi: 10.1007/s11625-021-01083-x. Epub 2022 Jan 15. PMID: 35069917; PMCID: PMC8760580.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübsch H, Adlwarth W. (2017): &amp;quot;SYSTEMATISCHE ERFASSUNG VON LEBENSMITTELABFÄLLEN DER PRIVATEN HAUSHALTE IN DEUTSCHLAND&amp;quot; - Schlussbericht zur Studie. GfK SE, Nürnberg. Durchgeführt für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittelverschwendung/Studie_GfK.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=3 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
L’ASSEMBLÉE NATIONALE (2018): JOURNAL OFFICIEL DE LA RÉPUBLIQUE FRANÇAISE. Année 2018. – no 29 A.N. (Q) Online unter: http://www2.assemblee-nationale.fr/static/15/questions/jo/jo_anq_201829.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverband Deutschland (2018): Wie legen Hersteller das MHD fest? Lebensmittelverband Deutschland e. V., Berlin. Online unter: https://www.lebensmittelverband.de/de/aktuell/20180918-mindesthaltbarkeitsdatum-mhd-wie-legen-hersteller-es-fest (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nolen N, Stockebrandt P. (2021): Kann eine Reform der Datumsangaben auf Lebensmitteln deren Verschwendung verringern? cepInput, Nr. 13 | 19. Oktober 2021. Centrum für Europäische Politik, Freiburg, Berlin. Online unter: https://www.cep.eu/fileadmin/user_upload/cep.eu/Studien/cepInput_Date_Marking_on_Food_Products/cepInput_Kann_eine_Reform_der_Datumsangaben_auf_Lebensmitteln_deren_Verschwendung_verringern.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtlinie (EU) 2019/633 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2019 über unlautere Handelspraktiken in den Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette. Online unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32019L0633&amp;amp;qid=1628586259953 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WWF (2022): Essen wir das Klima auf? World Wide Fund For Nature (WWF), Berlin. Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZEV (2023): Anti-Wegwerf-Gesetz in Frankreich. Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V., Kehl. Online unter: https://www.cec-zev.eu/de/themen/umwelt/anti-wegwerf-gesetz-in-frankreich/ (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Artikel von&#039;&#039;: &amp;amp;nbsp; [[Arbeitsgruppen-Liste#PolKa_-_Politische_Kampagnen| politische Kampagnen]] &amp;amp;nbsp; (&#039;&#039;[mailto:politik@foodsharing.network Kontakt]&#039;&#039;)&amp;lt;br&amp;gt;​&#039;&#039;Letzte Überarbeitung am 07.03.2023&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>324039</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Foodsharing_und_Politik&amp;diff=12809</id>
		<title>Polka:Foodsharing und Politik</title>
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		<updated>2026-05-23T17:35:42Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:SEITENTITEL: foodsharing und Politik }}&lt;br /&gt;
{{Wiki-Artikel-Typ|Typ=2 (Info-Artikel)}}&#039;&#039;&#039;foodsharing ist politisch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2012 setzt sich foodsharing gegen Lebensmittelverschwendung ein: Unsere [https://wiki.foodsharing.de/Vision_und_Mission Vision] ist es, diese Verschwendung zu beenden und so foodsharing letztendlich überflüssig zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lebensmittelverschwendung erfolgt auf vielen verschiedenen Ebenen: Von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zur Endverbraucher*in landen noch genießbare Lebensmittel in der Tonne: Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, werden aussortiert, es wird unachtsam mit ihnen umgegangen oder sie werden durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen. Damit werden auch die Energie, Zeit und Ressourcen, die in den Lebensmitteln stecken, einfach entsorgt. Der [https://www.google.com/url?q=https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf&amp;amp;sa=D&amp;amp;source=docs&amp;amp;ust=1779559743806441&amp;amp;usg=AOvVaw1FfUZ_Qr50-Sw5M0cGkOU7 WWF schätzt], dass so insgesamt zehn Prozent aller Treibhausgasemissionen auf Lebensmittelverschwendung zurückgehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung ist damit ein strukturelles Problem. Solange wir bei foodsharing, aber auch anderen Organisationen Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass diese im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht – im Gegenteil, wir sorgen dafür, dass das Problem bei den Verursachenden weniger gegenwärtig ist. Deshalb müssen wir hinterfragen, welche Strukturen oder Verhaltensweisen zu dem Problem führen. Wir bei foodsharing können durch unser Handeln, z. B. indem wir beim Fairteilen auf die Ursachen der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen, ein Bewusstsein in der Gesellschaft für die strukturellen Probleme schaffen und überlegen, wie eine Lösung aussehen könnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wollen, dass Lebensmitteln in unserer Gesellschaft wieder ihr gerechter Wert zugeschrieben wird. Nur wenn wir gemeinsam als Community daran arbeiten, erfüllen wir unsere Mission und kommen unserer Vision ein Stück näher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unsere Forderungen ==&lt;br /&gt;
Wir möchten die Lebensmittelverschwendung an der Wurzel packen. Doch dafür braucht es mehr als das bloße Retten von übriggebliebenen Lebensmitteln aus Betrieben oder Aufklärung von Konsument*innen. Stattdessen muss sich politisch etwas bewegen: Wir benötigen verbindliche Reduktionsziele für die Verschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Außerdem müssen aktuell bestehende Handelsnormen überdacht und gelockert werden sowie Organisationen, die Lebensmittel retten oder Bildung rund um das Thema Ernährung anbieten, gestärkt werden. Dafür und für vieles mehr setzt sich foodsharing auf politischer Ebene ein. Der folgende Abschnitt des Wiki-Artikels bietet eine Übersicht über einige der aktuellen Missstände und mögliche Lösungsansätze, für die wir uns engagieren. Wenn ihr mehr über die zugrunde liegenden Zahlen und Studien wissen möchtet, dann schaut in den Wiki-Artikel [[Polka:Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage|„Zahlen bitte – Lebensmittelverschwendung: Die Datenlage“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung findet entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zum Endverbrauch statt. Die Politik adressiert allerdings aktuell nur die Verbraucher*innen mit Aufklärungskampagnen wie „Zu gut für die Tonne“ und den Handel mit freiwilligen „Verpflichtungen“. Das Wegwerfen von noch genießbaren Waren in Lebensmittelbetrieben wird aktuell nicht sanktioniert. Dazu kommt, dass ein großer Teil der Lebensmittelverschwendung von der Politik nicht berücksichtigt wird, da er in der Wertschöpfungskette vor dem Handel liegt: Verschiedene Handelsstandards und Qualitätsanforderungen, die bestimmte Ansprüche z. B. an das Aussehen von Obst und Gemüse stellen, führen dazu, dass gute und sehr wohl genießbare Lebensmittel überhaupt nicht in den Handel gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So werden genießbare Lebensmittel noch auf dem Hof vernichtet. Ein Bericht vom WWF aus dem Jahr 2022 zeigt, dass die Lebensmittelverluste in der Landwirtschaft deutlich höher sind als bisher angenommen. Auf dieser Datenbasis hat die Deutsche Umwelthilfe berechnet, dass in der Landwirtschaft 16,5 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr verschwendet werden, anstatt der 0,2 Millionen Tonnen, die vom Agrarministerium in Deutschland kommuniziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese nicht geernteten Produkte nach der geltenden EU-Regelung nicht als “Lebensmittel” definiert sind, werden sie auch nicht erfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing fordert, dass Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette mittels verpflichtender Regelungen reduziert wird. Dabei muss eine besondere Berücksichtigung den Vor-Handels-Verlusten gelten. Die EU-Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken ist ein erster guter Ansatz dafür: Sie verbietet schädliche Handelspraktiken wie z. B. kurzfristige Bestellungsstornierungen oder einseitige Änderungen von Lieferbedingungen durch einen einzelnen Vertragspartner. Allerdings geht die Richtlinie nicht weit genug; beispielsweise greift sie nicht bei der Problematik von ästhetischen Standards im Handel. Hier muss dringend nachgebessert werden, denn dort besteht noch Potenzial zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steuerliche Anreize für Lebensmittelspenden ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Supermärkte Lebensmittel spenden möchten, stellt das für sie einen zusätzlichen Aufwand dar: Sie müssen die Lebensmittel sortieren, lagern und mit Organisationen wie z. B. der Tafel Abholtermine festlegen. Zudem müssen in Deutschland für gespendete Lebensmittel Steuern gezahlt werden. Eine Ausnahme dabei ist, wenn die Unternehmen nachweisen können, dass die Lebensmittel zu dem Zeitpunkt der Spende einen finanziellen Wert von 0 Euro innehaben. Eine Lebensmittelspende ist also mit einem zusätzlichen Personal- sowie Verwaltungsaufwand verbunden, weshalb es für Betriebe im Arbeitsalltag einfacher sein kann, Lebensmittel zu entsorgen, anstatt sie zu spenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein möglicher Lösungsansatz kommt aus unserem Nachbarland Frankreich: Dort gilt für Supermärkte ab einer bestimmten Betriebsgröße ein Wegwerfverbot, sodass sie ihre aussortierten Lebensmittel zur Spende anbieten müssen. Damit die Lebensmittelspende attraktiv ist, können die Supermärkte sogar 60 Prozent des Einkaufspreises der Lebensmittel von der Steuer absetzen.  Um die kostenfreie Weitergabe von Lebensmitteln zusätzlich zu erleichtern, könnte zur Dokumentation von Lebensmittelspenden das vereinfachte Lieferscheinverfahren angewandt werden. Dieses Verfahren dient zur Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und ist unbürokratischer als das übliche Verfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr Rechtssicherheit für Lebensmittelrettungsorganisationen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 30 Jahren sind die Tafeln nun schon in Deutschland aktiv, foodsharing feierte 2022 sein zehnjähriges Jubiläum und zahlreiche kleinere Organisationen engagieren sich bei der Lebensmittelrettung. An Initiativen zur Lebensmittelrettung mangelt es also nicht – und trotzdem landet in Supermärkten immer noch aussortierte, aber genießbare Ware im Müll. Das liegt auch an rechtlichen Unsicherheiten bei der Weitergabe von Lebensmitteln, wie z. B. Haftungsrisiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst einmal gilt für jede Person, dass sie nur sichere Lebensmittel weitergeben darf – unabhängig davon, ob sie gewerblich oder privat handelt. Wer allerdings regelmäßig Lebensmittel weitergibt, egal ob gegen Geld oder kostenfrei, gilt rechtlich als Lebensmittelunternehmer. Lebensmittelunternehmer haben weitere Pflichten, wie beispielsweise die Kennzeichnung von Allergenen in Lebensmitteln oder die Dokumentationspflicht von Warenein- und -ausgängen. foodsharing und auch Fairteiler werden aktuell teilweise als Lebensmittelbetriebe eingestuft, wodurch zusätzliche Haftungsrisiken für die Weitergabe von Lebensmitteln entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir fordern bundesweit einheitlich geltende politische Rahmenbedingungen, die die Weitergabe von Lebensmitteln rechtlich absichern. Ein Vorbild dafür ist das „Gute-Samariter-Gesetz“, welches in Italien gilt und Lebensmittelrettungsorganisationen wie die Tafel rechtlich als Endverbraucherin einstuft, ohne dass die Hygienestandards darunter leiden. Ein ähnliches Gesetz wäre auch für Deutschland denkbar und wird von der Tafel und foodsharing bereits gefordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anpassungen des Mindesthaltbarkeitsdatums ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in privaten Haushalten kommt es immer wieder zu Missverständnissen bezüglich  des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Das MHD ist allerdings keine Haltbarkeitskennzeichnung, sondern lediglich eine Qualitätsgarantie für die Produkteigenschaften. In etwa der Hälfte aller Fälle prüfen Privatpersonen aber nicht, ob das Lebensmittel noch genießbar wäre: 45,7 Prozent aller entsorgten Lebensmittel mit Wegwerfgrund „MHD überschritten“ werden in ungeöffneter Verpackung entsorgt. Das Verbrauchsdatum (VD) beschreibt dagegen die Lebensmittelsicherheit. Lebensmittel, die das VD überschritten haben, sollten nicht mehr verzehrt und dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vergabe des MHD liegt im Ermessen des Herstellers. So kann es sein, dass gleichartige Produkte verschiedener Hersteller unterschiedliche Mindesthaltbarkeitsangaben aufweisen. Das ist für die Konsumierenden oft intransparent. Beispielsweise kann ein Hersteller ein kurzes MHD angeben, um bei den Verbraucher*innen mehr Frische zu suggerieren oder seine Warenströme besser leiten zu können. Auch bei saisonal verkaufter Ware wie Weihnachtsschokolade wird das MHD zeitlich so begrenzt, dass die Produkte in der nächsten Saison nicht mehr verkauft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns dafür ein, dass das MHD für Produkte mit sehr langer Haltbarkeit wie z. B. Reis oder Nudeln abgeschafft wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Produkte, die weiterhin MHD-pflichtig sind, muss die Willkürlichkeit bei der Festlegung des MHD aufgehoben werden, sodass die Vergabe nur noch nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgt. Zusätzlich dazu sollten die aktuellen EU-Datumskennzeichnungsregeln überarbeitet werden, um Missverständnisse auf Seiten der Verbraucher*innen bezüglich der Bedeutung von MHD und VD zu vermeiden. Die beiden Arten der Datumskennzeichnung sollten durch ein Piktogramm visualisiert und/oder durch eine differenzierte Wortwahl deutlich zu unterscheiden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EU hat bereits angekündigt, die Vergabe des MHD zu überarbeiten und wägt aktuell mehrere Optionen dazu ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernährungsbildung &amp;amp; die Wertschätzung von Lebensmitteln verbindlich stärken ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Essgewohnheiten und der Umgang mit Lebensmitteln werden bereits im frühen Alter maßgeblich geprägt. Ernährungsbildung muss deshalb bereits in der Kita beginnen, sodass die Wertschätzung von Lebensmitteln innerhalb der Gesellschaft gefördert wird. Das Bewusstsein der nächsten Generation bezüglich des Umgangs mit Ressourcen muss geschärft werden, um diese zum nachhaltigen Handeln zu befähigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns dafür ein, dass die Ernährungsbildung im Lehrplan aller Bundesländer verankert und dabei das Thema Lebensmittelverschwendung besonders berücksichtigt wird. Außerdem muss der Zusammenhang von Klima- und Umweltschutz mit unserer Ernährung vermittelt werden. Dazu wünschen wir uns Weiterbildungen für Lehrkräfte, Bildungsbeauftragte und Erzieher*innen. Die [https://www.foodsharing-akademie.org/ foodsharing-Akademie] stellt bereits Materialien zu dem Thema bereit und hilft dabei, Wissen über Lebensmittel und deren Wertschätzung zu vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== foodsharing und Parteipolitik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unsere Grundsätze zur politischen Arbeit ===&lt;br /&gt;
foodsharing arbeitet unabhängig von politischen Parteien und Konfessionen. Unsere Handlungen haben einen politischen Hintergrund, aber wir unterstützen aktiv keine Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parteipolitische oder religiöse Überzeugungen der einzelnen Freiwilligen betrachten wir als deren Privatsache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen von foodsharing dulden wir keine diskriminierenden, rassistischen, sexistischen, diffamierenden und menschenverachtenden Vorgehensweisen oder Äußerungen. foodsharing kooperiert daher nicht mit Parteien, Organisationen, Betrieben oder Einzelpersonen, die öffentlich rassistische, antisemitische, sexistische oder sonstige menschenverachtende Positionen vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing als der Nachhaltigkeit verpflichtete Umweltbewegung betrachtet eine drastische Reduzierung der Lebensmittelverschwendung als eine ethische, ökologische und klimapolitische Notwendigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing setzt sich deshalb für ein ressourcenschonendes, zukunftsfähiges Ernährungssystem und eine umfassende Eindämmung der Emission von Treibhausgasen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was bedeutet das in der Praxis? ===&lt;br /&gt;
Die politische Tätigkeit im Rahmen von foodsharing muss sich auf Veranstaltungen und Initiativen beschränken, welche die gleichen Themen wie foodsharing behandeln, vor allem ökologische Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung mit allen klimatischen und ethischen Auswirkungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle anderen politischen Initiativen können persönlich unterstützt und beworben werden, aber nicht im Namen von foodsharing. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei foodsharing-Veranstaltungen oder in foodsharing-Räumlichkeiten keine Flyer ausgelegt und keine Poster aufgehängt werden dürfen, die von diesen anderen Initiativen stammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um mehr Aufmerksamkeit für die Ideen und Grundsätze von foodsharing zu erreichen, treten wir mit vielen Menschen in den Dialog. Sofern eine Organisation oder Partei nicht den foodsharing Grundsätzen widerspricht, ist auch ein Austausch mit politischen Entscheidungsträger*innen möglich.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Dos and Don’ts ===&lt;br /&gt;
Die folgenden Beispiele dienen als Orientierungshilfe:&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;&amp;quot; | Ja !! style=&amp;quot;&amp;quot; | Nein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Infostand bei Straßenfesten, Stadtteilfesten u.Ä. || style=&amp;quot;&amp;quot; | Infostand bei Parteiveranstaltungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von FridaysForFuture, ProVeg|| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von Pegida, Querdenken, Deutsche Wohnen &amp;amp;Co enteignen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver bringen Lebensmittel zu oder retten Lebensmittel bei einer Partei, einer politischen oder einer kirchlichen Initiative || style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver:innen retten Lebensmittel bei Parteien, politischen oder kirchlichen Initiativen oder bringen Lebensmittel dorthin, wenn diese gegen die oben genannten Grundsätze verstoßen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver treten als Expert*innen über foodsharing und Lebensmittelverschwendung bei einer Veranstaltung einer Partei oder Organisation auf - außer die Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. || style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver rufen im Namen von foodsharing und auf der foodsharing-Plattform zur Teilnahme an einer politischen Veranstaltung auf, die nichts mit Nachhaltigkeit oder Lebensmittelverschwendung zu tun hat. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver bringen Flyer, Poster etc mit Inhalten von foodsharing in Umlauf.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Inhaltliche Positionen der Parteien zum Thema Lebensmittelverschwendung werden durch Foodsaver kommuniziert, verglichen und kommentiert.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Foodsaver führen Hintergrundgespräche zu den Themen Lebensmittelverschwendung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in parteipolitischen Kontexten, z.B. mit Abgeordneten, außer die betreffende Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver werben im Namen oder im Rahmen von foodsharing für einzelne Parteien.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|In eine Bürgersprechstunde eines Politiker/einer Polikterin gehen und für foodsharing-Themen und -Positionen werben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilnahme an Podiumsdiskussionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Initiativ&#039;&#039;&#039; Politiker:innen per E-Mail anschreiben, um foodsharing-Forderungen einzubringen oder um ein persönliches Gespräch zu bitten.&lt;br /&gt;
|Während eines Wahlkampfs erscheint foodsharing im direkten Kontext mit einer kandidierenden Person, z. B. durch öffentlichkeitswirksame Spenden für einen Fairteiler von Kandidierenden im Wahlkampf.&lt;br /&gt;
(Hintergrund: Wir wollen uns vor Instrumentalisierung durch eine politische Partei für den eigenen Wahlkampf schützen. &#039;&#039;&#039;Insbesondere in Wahlkampfzeiten sollten öffentlichkeitswirksame Auftritte mit Politiker*innen vermieden werden&#039;&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Politiker*innen verschiedener Parteien zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen wie einer Eröffnung eines Fairteilers einladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgermeister*in und hochrangige Verwaltungsvertreter*innen zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen.&lt;br /&gt;
|Politiker*innen von Parteien, welche gegen oben genannte Grundsätze verstoßen, zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur Politiker*innen einer einzigen Partei zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen einladen (da unsere politische Unabhängigkeit angezweifelt werden könnte). &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Falls du dir unsicher bist, wende dich per Mail an: politik@foodsharing.network. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitsgruppe Politische Kampagnen ==&lt;br /&gt;
In der Arbeitsgruppe Politische Kampagnen (AG PolKA) treffen sich engagierte Foodsaver*innen auf überregionaler Ebene, um gemeinsam politische Arbeit zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vorbereitung öffentlichkeitswirksamer Kampagnen,  z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung &lt;br /&gt;
* Forderungen und Stellungnahmen zu politischen Themen ausarbeiten&lt;br /&gt;
* Petitionen gegen Lebensmittelverschwendung und für mehr Lebensmittelwertschätzung anstoßen und begleiten&lt;br /&gt;
* Wahlprüfsteine vor Bundestags- oder Europawahlen vorbereiten: Wahlprüfsteine sind Fragen, die den zur Wahl stehenden Parteien geschickt werden und die diese beantworten – die Antworten werden von uns gegenübergestellt und in der Community bzw. öffentlich geteilt, um zu vergleichen, welche Parteien sich für unsere Anliegen in welcher Form einsetzen&lt;br /&gt;
* Lobbyarbeit mit unseren Bündnispartner*innen für mehr Lebensmittelwertschätzung und die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Protokolle können auf der foodsharing Plattform im Europaforum [https://foodsharing.de/region?bid=741&amp;amp;sub=forum&amp;amp;tid=175788 gelesen] und [https://foodsharing.de/region?bid=741&amp;amp;sub=forum&amp;amp;tid=175789 diskutiert] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie kann ich zu politischer Arbeit beitragen? ===&lt;br /&gt;
Du kannst ganz einfach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* foodsharing-Kampagnen in deinem Bezirk organisieren, z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung&lt;br /&gt;
* an Demonstrationen teilnehmen, die inhaltlich mit den foodsharing-Forderungen zur ökologischen Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung übereinstimmen&lt;br /&gt;
* Petitionen unterschreiben und weiterverbreiten &lt;br /&gt;
* mit den Abgeordneten aus deinem Wahlkreis einen Termin vereinbaren und mit ihnen über Lebensmittelverschwendung und die foodsharing-Forderungen sprechen – beachte dafür den Leitfaden für Gespräche mit Menschen aus der Politik und sprich dich mit den Botschaftenden deines Bezirks ab&lt;br /&gt;
* dich innerhalb der [https://foodsharing-staedte.org/de/ideenkatalog foodsharing-Städte] vernetzen und in deinem Bezirk durch Dialoge, z. B. mit dem Gemeinde- oder Stadtrat sowie der Verwaltung gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du möchtest dich aktiv in die überregionale politische Arbeit von foodsharing einbringen? Du bist in der AG PolKa herzlich willkommen! Bewirb dich für die AG und erzähle etwas von deiner Motivation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wende dich bei Fragen an [mailto:politik@foodsharing.network politik@foodsharing.network]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wollen wir damit erreichen? ===&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung ist ein strukturelles Problem. Sie entsteht, weil Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, aussortiert werden, weil unachtsam mit ihnen umgegangen wird oder weil sie durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen werden. Solange wir Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass die Lebensmittel im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht. Deshalb wünschen wir uns einen politischen Diskurs: Welche Strukturen oder Verhaltensweisen führen zu dem Problem? Wo können wir Bewusstsein für solche Missstände schaffen? Und wie könnte eine Lösung aussehen? Wir möchten diesen Diskurs nach innen in unsere foodsharing-Community und nach außen in die Öffentlichkeit und die Politik tragen. Denn so sensibilisieren wir für das zugrunde liegende Problem und können es so wirklich an der Wurzel packen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeit in Bündnissen ==&lt;br /&gt;
foodsharing ist Teil von mehreren Bündnissen, die sich für eine Wende hin zu einer nachhaltigen Ernährung einsetzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://buendnislebensmittelrettung.de/ueber-uns/ Bündnis Lebensmittelrettung]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis Lebensmittelrettung wurde 2018 von foodsharing mitgegründet, um sich politisch für eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette einzusetzen. Das Bündnis plant Kampagnen und Aktionen, führt Gespräche mit Abgeordneten und Ministeriumsmitarbeitenden und stellt [https://buendnislebensmittelrettung.de/unsere-forderungen/ Forderungen] zur aktuellen Politik. Weitere bekannte Mitglieder sind: WWF, Deutsche Umwelthilfe und To Good To Go. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://www.wir-haben-es-satt.de/ueber-uns/traegerkreis Wir haben es satt Bündnis]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis setzt sich zusammen aus Landwirt*innen, Naturschutzorganisationen und weiteren Gruppen mit Bezug zu Landwirtschaft und Ernährung. Jedes Jahr wird zum Auftakt der Agrarmesse „Grüne Woche“ in Berlin eine Demonstration organisiert, die auch foodsharing als Teil des Trägerkreises unter dem Motto „Wir haben Lebensmittelverschwendung satt“ unterstützt. Das Bündnis setzt sich für eine ökologische und bäuerliche Landwirtschaft ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://www.klima-allianz.de/ueber-uns/das-buendnis Klima-Allianz]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klima-Allianz ist ein breites gesellschaftliches Bündnis, in dem Organisationen mit Schwerpunkt Umwelt, Sozialem, Religion und Bildung vertreten sind. Es setzt sich ein für sozial gerechte Klimapolitik auf allen Ebenen. Als Mitgliedsorganisation arbeitet foodsharing an Stellungnahmen und Forderungen mit und bringt unsere Perspektive auf das Thema Ernährung ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
BMEL (2023a): Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.zugutfuerdietonne.de/strategie (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2023b): Schutz gegen unlautere Handelspraktiken. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/DE/themen/internationales/aussenwirtschaftspolitik/handel-und-export/utp-richtlinie.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2022): Über den Umgang mit Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/Flyer-Poster/Flyer-MHD.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=10 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2020): Handel unterzeichnet Erklärung: Lebensmittelverschwendung reduzieren. Pressemitteilung 102/2020 vom 19. Jun 2020. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/102-lebensmittelverschwendung.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMF (2021): Fragen und Antworten zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung von Sachspenden. Bundesministerium der Finanzen (BMF), Berlin. Online unter: https://bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/2021-03-23-FAQ-sachspenden.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BVL (o.J.): Pflichten als Lebensmittelunternehmer. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Braunschweig. Online unter: https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/04_AntragstellerUnternehmen/13_FAQ/FAQ_Pflichten/FAQ_Pflichten_node.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DUH (2023): Ackern für die Tonne. Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Radolfzell. Online unter: https://www.duh.de/ackern-fuer-die-tonne/ (letzter Zugriff: 23.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eckert K.-H. (2021): Umsatzsteuerliche Erleichterungen für Sachspenden. BBK 2021 Seite 409 - 416. NWB Verlag, Herne. Online unter: https://www.nwb.de/rechnungswesen/umsatzsteuerliche-erleichterungen-fuer-sachspenden-25052021 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EESC (2014): Gesetzliche Bestimmungen und die Verfahren der EU-Mitgliedstaaten bezüglich Lebensmittelspenden. Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss, Brüssel. Online unter: https://www.eesc.europa.eu/sites/default/files/resources/docs/qe-05-14-069-de-n.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
European Commission (o.J.): Food law general requirements. European Commission, Brussel. Online unter: https://food.ec.europa.eu/horizontal-topics/general-food-law/food-law-general-requirements_en (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herzberg R, Schmidt T, Keck M. Market power and food loss at the producer-retailer interface of fruit and vegetable supply chains in Germany. Sustain Sci. 2022;17(6):2253-2267. doi: 10.1007/s11625-021-01083-x. Epub 2022 Jan 15. PMID: 35069917; PMCID: PMC8760580.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübsch H, Adlwarth W. (2017): &amp;quot;SYSTEMATISCHE ERFASSUNG VON LEBENSMITTELABFÄLLEN DER PRIVATEN HAUSHALTE IN DEUTSCHLAND&amp;quot; - Schlussbericht zur Studie. GfK SE, Nürnberg. Durchgeführt für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittelverschwendung/Studie_GfK.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=3 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
L’ASSEMBLÉE NATIONALE (2018): JOURNAL OFFICIEL DE LA RÉPUBLIQUE FRANÇAISE. Année 2018. – no 29 A.N. (Q) Online unter: http://www2.assemblee-nationale.fr/static/15/questions/jo/jo_anq_201829.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverband Deutschland (2018): Wie legen Hersteller das MHD fest? Lebensmittelverband Deutschland e. V., Berlin. Online unter: https://www.lebensmittelverband.de/de/aktuell/20180918-mindesthaltbarkeitsdatum-mhd-wie-legen-hersteller-es-fest (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nolen N, Stockebrandt P. (2021): Kann eine Reform der Datumsangaben auf Lebensmitteln deren Verschwendung verringern? cepInput, Nr. 13 | 19. Oktober 2021. Centrum für Europäische Politik, Freiburg, Berlin. Online unter: https://www.cep.eu/fileadmin/user_upload/cep.eu/Studien/cepInput_Date_Marking_on_Food_Products/cepInput_Kann_eine_Reform_der_Datumsangaben_auf_Lebensmitteln_deren_Verschwendung_verringern.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtlinie (EU) 2019/633 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2019 über unlautere Handelspraktiken in den Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette. Online unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32019L0633&amp;amp;qid=1628586259953 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WWF (2022): Essen wir das Klima auf? World Wide Fund For Nature (WWF), Berlin. Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZEV (2023): Anti-Wegwerf-Gesetz in Frankreich. Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V., Kehl. Online unter: https://www.cec-zev.eu/de/themen/umwelt/anti-wegwerf-gesetz-in-frankreich/ (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Artikel von&#039;&#039;: &amp;amp;nbsp; [[Arbeitsgruppen-Liste#PolKa_-_Politische_Kampagnen| politische Kampagnen]] &amp;amp;nbsp; (&#039;&#039;[mailto:politik@foodsharing.network Kontakt]&#039;&#039;)&amp;lt;br&amp;gt;​&#039;&#039;Letzte Überarbeitung am 07.03.2023&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>324039</name></author>
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		<id>https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Foodsharing_und_Politik&amp;diff=12808</id>
		<title>Polka:Foodsharing und Politik</title>
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		<updated>2026-05-23T17:34:24Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:SEITENTITEL: foodsharing und Politik }}&lt;br /&gt;
{{Wiki-Artikel-Typ|Typ=2 (Info-Artikel)}}&#039;&#039;&#039;foodsharing ist politisch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2012 setzt sich foodsharing gegen Lebensmittelverschwendung ein: Unsere [https://wiki.foodsharing.de/Vision_und_Mission Vision] ist es, diese Verschwendung zu beenden und so foodsharing letztendlich überflüssig zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lebensmittelverschwendung erfolgt auf vielen verschiedenen Ebenen: Von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zur Endverbraucher*in landen noch genießbare Lebensmittel in der Tonne: Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, werden aussortiert, es wird unachtsam mit ihnen umgegangen oder sie werden durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen. Damit werden auch die Energie, Zeit und Ressourcen, die in den Lebensmitteln stecken, einfach entsorgt. Der [https://www.google.com/url?q=https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf&amp;amp;sa=D&amp;amp;source=docs&amp;amp;ust=1779559743806441&amp;amp;usg=AOvVaw1FfUZ_Qr50-Sw5M0cGkOU7 WWF schätzt], dass so insgesamt zehn Prozent aller Treibhausgasemissionen auf Lebensmittelverschwendung zurückgehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung ist damit ein strukturelles Problem. Solange wir bei foodsharing, aber auch anderen Organisationen Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass diese im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht – im Gegenteil, wir sorgen dafür, dass das Problem bei den Verursachenden weniger gegenwärtig ist. Deshalb müssen wir hinterfragen, welche Strukturen oder Verhaltensweisen zu dem Problem führen. Wir bei foodsharing können durch unser Handeln, z. B. indem wir beim Fairteilen auf die Ursachen der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen, ein Bewusstsein in der Gesellschaft für die strukturellen Probleme schaffen und überlegen, wie eine Lösung aussehen könnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wollen, dass Lebensmitteln in unserer Gesellschaft wieder ihr gerechter Wert zugeschrieben wird. Nur wenn wir gemeinsam als Community daran arbeiten, erfüllen wir unsere Mission und kommen unserer Vision ein Stück näher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unsere Forderungen ==&lt;br /&gt;
Wir möchten die Lebensmittelverschwendung an der Wurzel packen. Doch dafür braucht es mehr als das bloße Retten von übriggebliebenen Lebensmitteln aus Betrieben oder Aufklärung von Konsument*innen. Stattdessen muss sich politisch etwas bewegen: Wir benötigen verbindliche Reduktionsziele für die Verschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Außerdem müssen aktuell bestehende Handelsnormen überdacht und gelockert werden sowie Organisationen, die Lebensmittel retten oder Bildung rund um das Thema Ernährung anbieten, gestärkt werden. Dafür und für vieles mehr setzt sich foodsharing auf politischer Ebene ein. Der folgende Abschnitt des Wiki-Artikels bietet eine Übersicht über einige der aktuellen Missstände und mögliche Lösungsansätze, für die wir uns engagieren. Wenn ihr mehr über die zugrunde liegenden Zahlen und Studien wissen möchtet, dann schaut in den Wiki-Artikel [[Polka:Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage|„Zahlen bitte – Lebensmittelverschwendung: Die Datenlage“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung findet entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zum Endverbrauch statt. Die Politik adressiert allerdings aktuell nur die Verbraucher*innen mit Aufklärungskampagnen wie „Zu gut für die Tonne“ und den Handel mit freiwilligen „Verpflichtungen“. Das Wegwerfen von noch genießbaren Waren in Lebensmittelbetrieben wird aktuell nicht sanktioniert. Dazu kommt, dass ein großer Teil der Lebensmittelverschwendung von der Politik nicht berücksichtigt wird, da er in der Wertschöpfungskette vor dem Handel liegt: Verschiedene Handelsstandards und Qualitätsanforderungen, die bestimmte Ansprüche z. B. an das Aussehen von Obst und Gemüse stellen, führen dazu, dass gute und sehr wohl genießbare Lebensmittel überhaupt nicht in den Handel gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So werden genießbare Lebensmittel noch auf dem Hof vernichtet. Ein Bericht vom WWF aus dem Jahr 2022 zeigt, dass die Lebensmittelverluste in der Landwirtschaft deutlich höher sind als bisher angenommen. Auf dieser Datenbasis hat die Deutsche Umwelthilfe berechnet, dass in der Landwirtschaft 16,5 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr verschwendet werden, anstatt der 0,2 Millionen Tonnen, die vom Agrarministerium in Deutschland kommuniziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese nicht geernteten Produkte nach der geltenden EU-Regelung nicht als “Lebensmittel” definiert sind, werden sie auch nicht erfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing fordert, dass Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette mittels verpflichtender Regelungen reduziert wird. Dabei muss eine besondere Berücksichtigung den Vor-Handels-Verlusten gelten. Die EU-Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken ist ein erster guter Ansatz dafür: Sie verbietet schädliche Handelspraktiken wie z. B. kurzfristige Bestellungsstornierungen oder einseitige Änderungen von Lieferbedingungen durch einen einzelnen Vertragspartner. Allerdings geht die Richtlinie nicht weit genug; beispielsweise greift sie nicht bei der Problematik von ästhetischen Standards im Handel. Hier muss dringend nachgebessert werden, denn dort besteht noch Potenzial zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steuerliche Anreize für Lebensmittelspenden ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Supermärkte Lebensmittel spenden möchten, stellt das für sie einen zusätzlichen Aufwand dar: Sie müssen die Lebensmittel sortieren, lagern und mit Organisationen wie z. B. der Tafel Abholtermine festlegen. Zudem müssen in Deutschland für gespendete Lebensmittel Steuern gezahlt werden. Eine Ausnahme dabei ist, wenn die Unternehmen nachweisen können, dass die Lebensmittel zu dem Zeitpunkt der Spende einen finanziellen Wert von 0 Euro innehaben. Eine Lebensmittelspende ist also mit einem zusätzlichen Personal- sowie Verwaltungsaufwand verbunden, weshalb es für Betriebe im Arbeitsalltag einfacher sein kann, Lebensmittel zu entsorgen, anstatt sie zu spenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein möglicher Lösungsansatz kommt aus unserem Nachbarland Frankreich: Dort gilt für Supermärkte ab einer bestimmten Betriebsgröße ein Wegwerfverbot, sodass sie ihre aussortierten Lebensmittel zur Spende anbieten müssen. Damit die Lebensmittelspende attraktiv ist, können die Supermärkte sogar 60 Prozent des Einkaufspreises der Lebensmittel von der Steuer absetzen.  Um die kostenfreie Weitergabe von Lebensmitteln zusätzlich zu erleichtern, könnte zur Dokumentation von Lebensmittelspenden das vereinfachte Lieferscheinverfahren angewandt werden. Dieses Verfahren dient zur Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und ist unbürokratischer als das übliche Verfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr Rechtssicherheit für Lebensmittelrettungsorganisationen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 30 Jahren sind die Tafeln nun schon in Deutschland aktiv, foodsharing feierte 2022 sein zehnjähriges Jubiläum und zahlreiche kleinere Organisationen engagieren sich bei der Lebensmittelrettung. An Initiativen zur Lebensmittelrettung mangelt es also nicht – und trotzdem landet in Supermärkten immer noch aussortierte, aber genießbare Ware im Müll. Das liegt auch an rechtlichen Unsicherheiten bei der Weitergabe von Lebensmitteln, wie z. B. Haftungsrisiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst einmal gilt für jede Person, dass sie nur sichere Lebensmittel weitergeben darf – unabhängig davon, ob sie gewerblich oder privat handelt. Wer allerdings regelmäßig Lebensmittel weitergibt, egal ob gegen Geld oder kostenfrei, gilt rechtlich als Lebensmittelunternehmer. Lebensmittelunternehmer haben weitere Pflichten, wie beispielsweise die Kennzeichnung von Allergenen in Lebensmitteln oder die Dokumentationspflicht von Warenein- und -ausgängen. foodsharing und auch Fairteiler werden aktuell teilweise als Lebensmittelbetriebe eingestuft, wodurch zusätzliche Haftungsrisiken für die Weitergabe von Lebensmitteln entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir fordern bundesweit einheitlich geltende politische Rahmenbedingungen, die die Weitergabe von Lebensmitteln rechtlich absichern. Ein Vorbild dafür ist das „Gute-Samariter-Gesetz“, welches in Italien gilt und Lebensmittelrettungsorganisationen wie die Tafel rechtlich als Endverbraucherin einstuft, ohne dass die Hygienestandards darunter leiden. Ein ähnliches Gesetz wäre auch für Deutschland denkbar und wird von der Tafel und foodsharing bereits gefordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anpassungen des Mindesthaltbarkeitsdatums ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in privaten Haushalten kommt es immer wieder zu Missverständnissen bezüglich  des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Das MHD ist allerdings keine Haltbarkeitskennzeichnung, sondern lediglich eine Qualitätsgarantie für die Produkteigenschaften. In etwa der Hälfte aller Fälle prüfen Privatpersonen aber nicht, ob das Lebensmittel noch genießbar wäre: 45,7 Prozent aller entsorgten Lebensmittel mit Wegwerfgrund „MHD überschritten“ werden in ungeöffneter Verpackung entsorgt. Das Verbrauchsdatum (VD) beschreibt dagegen die Lebensmittelsicherheit. Lebensmittel, die das VD überschritten haben, sollten nicht mehr verzehrt und dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vergabe des MHD liegt im Ermessen des Herstellers. So kann es sein, dass gleichartige Produkte verschiedener Hersteller unterschiedliche Mindesthaltbarkeitsangaben aufweisen. Das ist für die Konsumierenden oft intransparent. Beispielsweise kann ein Hersteller ein kurzes MHD angeben, um bei den Verbraucher*innen mehr Frische zu suggerieren oder seine Warenströme besser leiten zu können. Auch bei saisonal verkaufter Ware wie Weihnachtsschokolade wird das MHD zeitlich so begrenzt, dass die Produkte in der nächsten Saison nicht mehr verkauft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns dafür ein, dass das MHD für Produkte mit sehr langer Haltbarkeit wie z. B. Reis oder Nudeln abgeschafft wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Produkte, die weiterhin MHD-pflichtig sind, muss die Willkürlichkeit bei der Festlegung des MHD aufgehoben werden, sodass die Vergabe nur noch nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgt. Zusätzlich dazu sollten die aktuellen EU-Datumskennzeichnungsregeln überarbeitet werden, um Missverständnisse auf Seiten der Verbraucher*innen bezüglich der Bedeutung von MHD und VD zu vermeiden. Die beiden Arten der Datumskennzeichnung sollten durch ein Piktogramm visualisiert und/oder durch eine differenzierte Wortwahl deutlich zu unterscheiden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EU hat bereits angekündigt, die Vergabe des MHD zu überarbeiten und wägt aktuell mehrere Optionen dazu ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernährungsbildung &amp;amp; die Wertschätzung von Lebensmitteln verbindlich stärken ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Essgewohnheiten und der Umgang mit Lebensmitteln werden bereits im frühen Alter maßgeblich geprägt. Ernährungsbildung muss deshalb bereits in der Kita beginnen, sodass die Wertschätzung von Lebensmitteln innerhalb der Gesellschaft gefördert wird. Das Bewusstsein der nächsten Generation bezüglich des Umgangs mit Ressourcen muss geschärft werden, um diese zum nachhaltigen Handeln zu befähigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns dafür ein, dass die Ernährungsbildung im Lehrplan aller Bundesländer verankert und dabei das Thema Lebensmittelverschwendung besonders berücksichtigt wird. Außerdem muss der Zusammenhang von Klima- und Umweltschutz mit unserer Ernährung vermittelt werden. Dazu wünschen wir uns Weiterbildungen für Lehrkräfte, Bildungsbeauftragte und Erzieher*innen. Die [https://www.foodsharing-akademie.org/ foodsharing-Akademie] stellt bereits Materialien zu dem Thema bereit und hilft dabei, Wissen über Lebensmittel und deren Wertschätzung zu vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== foodsharing und Parteipolitik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unsere Grundsätze zur politischen Arbeit ===&lt;br /&gt;
foodsharing arbeitet unabhängig von politischen Parteien und Konfessionen. Unsere Handlungen haben einen politischen Hintergrund, aber wir unterstützen aktiv keine Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parteipolitische oder religiöse Überzeugungen der einzelnen Freiwilligen betrachten wir als deren Privatsache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen von foodsharing dulden wir keine diskriminierenden, rassistischen, sexistischen, diffamierenden und menschenverachtenden Vorgehensweisen oder Äußerungen. foodsharing kooperiert daher nicht mit Parteien, Organisationen, Betrieben oder Einzelpersonen, die öffentlich rassistische, antisemitische, sexistische oder sonstige menschenverachtende Positionen vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing als der Nachhaltigkeit verpflichtete Umweltbewegung betrachtet eine drastische Reduzierung der Lebensmittelverschwendung als eine ethische, ökologische und klimapolitische Notwendigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing setzt sich deshalb für ein ressourcenschonendes, zukunftsfähiges Ernährungssystem und eine umfassende Eindämmung der Emission von Treibhausgasen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was bedeutet das in der Praxis? ==&lt;br /&gt;
Die politische Tätigkeit im Rahmen von foodsharing muss sich auf Veranstaltungen und Initiativen beschränken, welche die gleichen Themen wie foodsharing behandeln, vor allem ökologische Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung mit allen klimatischen und ethischen Auswirkungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle anderen politischen Initiativen können persönlich unterstützt und beworben werden, aber nicht im Namen von foodsharing. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei foodsharing-Veranstaltungen oder in foodsharing-Räumlichkeiten keine Flyer ausgelegt und keine Poster aufgehängt werden dürfen, die von diesen anderen Initiativen stammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um mehr Aufmerksamkeit für die Ideen und Grundsätze von foodsharing zu erreichen, treten wir mit vielen Menschen in den Dialog. Sofern eine Organisation oder Partei nicht den foodsharing Grundsätzen widerspricht, ist auch ein Austausch mit politischen Entscheidungsträger*innen möglich.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dos and Don’ts ==&lt;br /&gt;
Die folgenden Beispiele dienen als Orientierungshilfe:&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;&amp;quot; | Ja !! style=&amp;quot;&amp;quot; | Nein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Infostand bei Straßenfesten, Stadtteilfesten u.Ä. || style=&amp;quot;&amp;quot; | Infostand bei Parteiveranstaltungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von FridaysForFuture, ProVeg|| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von Pegida, Querdenken, Deutsche Wohnen &amp;amp;Co enteignen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver bringen Lebensmittel zu oder retten Lebensmittel bei einer Partei, einer politischen oder einer kirchlichen Initiative || style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver:innen retten Lebensmittel bei Parteien, politischen oder kirchlichen Initiativen oder bringen Lebensmittel dorthin, wenn diese gegen die oben genannten Grundsätze verstoßen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver treten als Expert*innen über foodsharing und Lebensmittelverschwendung bei einer Veranstaltung einer Partei oder Organisation auf - außer die Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. || style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver rufen im Namen von foodsharing und auf der foodsharing-Plattform zur Teilnahme an einer politischen Veranstaltung auf, die nichts mit Nachhaltigkeit oder Lebensmittelverschwendung zu tun hat. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver bringen Flyer, Poster etc mit Inhalten von foodsharing in Umlauf.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Inhaltliche Positionen der Parteien zum Thema Lebensmittelverschwendung werden durch Foodsaver kommuniziert, verglichen und kommentiert.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Foodsaver führen Hintergrundgespräche zu den Themen Lebensmittelverschwendung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in parteipolitischen Kontexten, z.B. mit Abgeordneten, außer die betreffende Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver werben im Namen oder im Rahmen von foodsharing für einzelne Parteien.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|In eine Bürgersprechstunde eines Politiker/einer Polikterin gehen und für foodsharing-Themen und -Positionen werben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilnahme an Podiumsdiskussionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Initiativ&#039;&#039;&#039; Politiker:innen per E-Mail anschreiben, um foodsharing-Forderungen einzubringen oder um ein persönliches Gespräch zu bitten.&lt;br /&gt;
|Während eines Wahlkampfs erscheint foodsharing im direkten Kontext mit einer kandidierenden Person, z. B. durch öffentlichkeitswirksame Spenden für einen Fairteiler von Kandidierenden im Wahlkampf.&lt;br /&gt;
(Hintergrund: Wir wollen uns vor Instrumentalisierung durch eine politische Partei für den eigenen Wahlkampf schützen. &#039;&#039;&#039;Insbesondere in Wahlkampfzeiten sollten öffentlichkeitswirksame Auftritte mit Politiker*innen vermieden werden&#039;&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Politiker*innen verschiedener Parteien zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen wie einer Eröffnung eines Fairteilers einladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgermeister*in und hochrangige Verwaltungsvertreter*innen zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen.&lt;br /&gt;
|Politiker*innen von Parteien, welche gegen oben genannte Grundsätze verstoßen, zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur Politiker*innen einer einzigen Partei zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen einladen (da unsere politische Unabhängigkeit angezweifelt werden könnte). &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Falls du dir unsicher bist, wende dich per Mail an: politik@foodsharing.network. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitsgruppe Politische Kampagnen ==&lt;br /&gt;
In der Arbeitsgruppe Politische Kampagnen (AG PolKA) treffen sich engagierte Foodsaver*innen auf überregionaler Ebene, um gemeinsam politische Arbeit zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vorbereitung öffentlichkeitswirksamer Kampagnen,  z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung &lt;br /&gt;
* Forderungen und Stellungnahmen zu politischen Themen ausarbeiten&lt;br /&gt;
* Petitionen gegen Lebensmittelverschwendung und für mehr Lebensmittelwertschätzung anstoßen und begleiten&lt;br /&gt;
* Wahlprüfsteine vor Bundestags- oder Europawahlen vorbereiten: Wahlprüfsteine sind Fragen, die den zur Wahl stehenden Parteien geschickt werden und die diese beantworten – die Antworten werden von uns gegenübergestellt und in der Community bzw. öffentlich geteilt, um zu vergleichen, welche Parteien sich für unsere Anliegen in welcher Form einsetzen&lt;br /&gt;
* Lobbyarbeit mit unseren Bündnispartner*innen für mehr Lebensmittelwertschätzung und die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Protokolle können auf der foodsharing Plattform im Europaforum [https://foodsharing.de/region?bid=741&amp;amp;sub=forum&amp;amp;tid=175788 gelesen] und [https://foodsharing.de/region?bid=741&amp;amp;sub=forum&amp;amp;tid=175789 diskutiert] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie kann ich zu politischer Arbeit beitragen? ===&lt;br /&gt;
Du kannst ganz einfach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* foodsharing-Kampagnen in deinem Bezirk organisieren, z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung&lt;br /&gt;
* an Demonstrationen teilnehmen, die inhaltlich mit den foodsharing-Forderungen zur ökologischen Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung übereinstimmen&lt;br /&gt;
* Petitionen unterschreiben und weiterverbreiten &lt;br /&gt;
* mit den Abgeordneten aus deinem Wahlkreis einen Termin vereinbaren und mit ihnen über Lebensmittelverschwendung und die foodsharing-Forderungen sprechen – beachte dafür den Leitfaden für Gespräche mit Menschen aus der Politik und sprich dich mit den Botschaftenden deines Bezirks ab&lt;br /&gt;
* dich innerhalb der [https://foodsharing-staedte.org/de/ideenkatalog foodsharing-Städte] vernetzen und in deinem Bezirk durch Dialoge, z. B. mit dem Gemeinde- oder Stadtrat sowie der Verwaltung gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du möchtest dich aktiv in die überregionale politische Arbeit von foodsharing einbringen? Du bist in der AG PolKa herzlich willkommen! Bewirb dich für die AG und erzähle etwas von deiner Motivation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wende dich bei Fragen an [mailto:politik@foodsharing.network politik@foodsharing.network]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wollen wir damit erreichen? ===&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung ist ein strukturelles Problem. Sie entsteht, weil Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, aussortiert werden, weil unachtsam mit ihnen umgegangen wird oder weil sie durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen werden. Solange wir Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass die Lebensmittel im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht. Deshalb wünschen wir uns einen politischen Diskurs: Welche Strukturen oder Verhaltensweisen führen zu dem Problem? Wo können wir Bewusstsein für solche Missstände schaffen? Und wie könnte eine Lösung aussehen? Wir möchten diesen Diskurs nach innen in unsere foodsharing-Community und nach außen in die Öffentlichkeit und die Politik tragen. Denn so sensibilisieren wir für das zugrunde liegende Problem und können es so wirklich an der Wurzel packen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeit in Bündnissen ==&lt;br /&gt;
foodsharing ist Teil von mehreren Bündnissen, die sich für eine Wende hin zu einer nachhaltigen Ernährung einsetzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://buendnislebensmittelrettung.de/ueber-uns/ Bündnis Lebensmittelrettung]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis Lebensmittelrettung wurde 2018 von foodsharing mitgegründet, um sich politisch für eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette einzusetzen. Das Bündnis plant Kampagnen und Aktionen, führt Gespräche mit Abgeordneten und Ministeriumsmitarbeitenden und stellt [https://buendnislebensmittelrettung.de/unsere-forderungen/ Forderungen] zur aktuellen Politik. Weitere bekannte Mitglieder sind: WWF, Deutsche Umwelthilfe und To Good To Go. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://www.wir-haben-es-satt.de/ueber-uns/traegerkreis Wir haben es satt Bündnis]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis setzt sich zusammen aus Landwirt*innen, Naturschutzorganisationen und weiteren Gruppen mit Bezug zu Landwirtschaft und Ernährung. Jedes Jahr wird zum Auftakt der Agrarmesse „Grüne Woche“ in Berlin eine Demonstration organisiert, die auch foodsharing als Teil des Trägerkreises unter dem Motto „Wir haben Lebensmittelverschwendung satt“ unterstützt. Das Bündnis setzt sich für eine ökologische und bäuerliche Landwirtschaft ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://www.klima-allianz.de/ueber-uns/das-buendnis Klima-Allianz]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klima-Allianz ist ein breites gesellschaftliches Bündnis, in dem Organisationen mit Schwerpunkt Umwelt, Sozialem, Religion und Bildung vertreten sind. Es setzt sich ein für sozial gerechte Klimapolitik auf allen Ebenen. Als Mitgliedsorganisation arbeitet foodsharing an Stellungnahmen und Forderungen mit und bringt unsere Perspektive auf das Thema Ernährung ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
BMEL (2023a): Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.zugutfuerdietonne.de/strategie (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2023b): Schutz gegen unlautere Handelspraktiken. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/DE/themen/internationales/aussenwirtschaftspolitik/handel-und-export/utp-richtlinie.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2022): Über den Umgang mit Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/Flyer-Poster/Flyer-MHD.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=10 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2020): Handel unterzeichnet Erklärung: Lebensmittelverschwendung reduzieren. Pressemitteilung 102/2020 vom 19. Jun 2020. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/102-lebensmittelverschwendung.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMF (2021): Fragen und Antworten zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung von Sachspenden. Bundesministerium der Finanzen (BMF), Berlin. Online unter: https://bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/2021-03-23-FAQ-sachspenden.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BVL (o.J.): Pflichten als Lebensmittelunternehmer. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Braunschweig. Online unter: https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/04_AntragstellerUnternehmen/13_FAQ/FAQ_Pflichten/FAQ_Pflichten_node.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DUH (2023): Ackern für die Tonne. Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Radolfzell. Online unter: https://www.duh.de/ackern-fuer-die-tonne/ (letzter Zugriff: 23.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eckert K.-H. (2021): Umsatzsteuerliche Erleichterungen für Sachspenden. BBK 2021 Seite 409 - 416. NWB Verlag, Herne. Online unter: https://www.nwb.de/rechnungswesen/umsatzsteuerliche-erleichterungen-fuer-sachspenden-25052021 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EESC (2014): Gesetzliche Bestimmungen und die Verfahren der EU-Mitgliedstaaten bezüglich Lebensmittelspenden. Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss, Brüssel. Online unter: https://www.eesc.europa.eu/sites/default/files/resources/docs/qe-05-14-069-de-n.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
European Commission (o.J.): Food law general requirements. European Commission, Brussel. Online unter: https://food.ec.europa.eu/horizontal-topics/general-food-law/food-law-general-requirements_en (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herzberg R, Schmidt T, Keck M. Market power and food loss at the producer-retailer interface of fruit and vegetable supply chains in Germany. Sustain Sci. 2022;17(6):2253-2267. doi: 10.1007/s11625-021-01083-x. Epub 2022 Jan 15. PMID: 35069917; PMCID: PMC8760580.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübsch H, Adlwarth W. (2017): &amp;quot;SYSTEMATISCHE ERFASSUNG VON LEBENSMITTELABFÄLLEN DER PRIVATEN HAUSHALTE IN DEUTSCHLAND&amp;quot; - Schlussbericht zur Studie. GfK SE, Nürnberg. Durchgeführt für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittelverschwendung/Studie_GfK.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=3 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
L’ASSEMBLÉE NATIONALE (2018): JOURNAL OFFICIEL DE LA RÉPUBLIQUE FRANÇAISE. Année 2018. – no 29 A.N. (Q) Online unter: http://www2.assemblee-nationale.fr/static/15/questions/jo/jo_anq_201829.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverband Deutschland (2018): Wie legen Hersteller das MHD fest? Lebensmittelverband Deutschland e. V., Berlin. Online unter: https://www.lebensmittelverband.de/de/aktuell/20180918-mindesthaltbarkeitsdatum-mhd-wie-legen-hersteller-es-fest (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nolen N, Stockebrandt P. (2021): Kann eine Reform der Datumsangaben auf Lebensmitteln deren Verschwendung verringern? cepInput, Nr. 13 | 19. Oktober 2021. Centrum für Europäische Politik, Freiburg, Berlin. Online unter: https://www.cep.eu/fileadmin/user_upload/cep.eu/Studien/cepInput_Date_Marking_on_Food_Products/cepInput_Kann_eine_Reform_der_Datumsangaben_auf_Lebensmitteln_deren_Verschwendung_verringern.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtlinie (EU) 2019/633 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2019 über unlautere Handelspraktiken in den Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette. Online unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32019L0633&amp;amp;qid=1628586259953 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WWF (2022): Essen wir das Klima auf? World Wide Fund For Nature (WWF), Berlin. Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZEV (2023): Anti-Wegwerf-Gesetz in Frankreich. Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V., Kehl. Online unter: https://www.cec-zev.eu/de/themen/umwelt/anti-wegwerf-gesetz-in-frankreich/ (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Artikel von&#039;&#039;: &amp;amp;nbsp; [[Arbeitsgruppen-Liste#PolKa_-_Politische_Kampagnen| politische Kampagnen]] &amp;amp;nbsp; (&#039;&#039;[mailto:politik@foodsharing.network Kontakt]&#039;&#039;)&amp;lt;br&amp;gt;​&#039;&#039;Letzte Überarbeitung am 07.03.2023&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>324039</name></author>
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	<entry>
		<id>https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Foodsharing_und_Politik&amp;diff=12807</id>
		<title>Polka:Foodsharing und Politik</title>
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		<updated>2026-05-23T17:33:47Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:SEITENTITEL: foodsharing und Politik }}&lt;br /&gt;
{{Wiki-Artikel-Typ|Typ=2 (Info-Artikel)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== foodsharing und Parteipolitik ==&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;foodsharing ist politisch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2012 setzt sich foodsharing gegen Lebensmittelverschwendung ein: Unsere [https://wiki.foodsharing.de/Vision_und_Mission Vision] ist es, diese Verschwendung zu beenden und so foodsharing letztendlich überflüssig zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lebensmittelverschwendung erfolgt auf vielen verschiedenen Ebenen: Von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zur Endverbraucher*in landen noch genießbare Lebensmittel in der Tonne: Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, werden aussortiert, es wird unachtsam mit ihnen umgegangen oder sie werden durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen. Damit werden auch die Energie, Zeit und Ressourcen, die in den Lebensmitteln stecken, einfach entsorgt. Der [https://www.google.com/url?q=https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf&amp;amp;sa=D&amp;amp;source=docs&amp;amp;ust=1779559743806441&amp;amp;usg=AOvVaw1FfUZ_Qr50-Sw5M0cGkOU7 WWF schätzt], dass so insgesamt zehn Prozent aller Treibhausgasemissionen auf Lebensmittelverschwendung zurückgehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung ist damit ein strukturelles Problem. Solange wir bei foodsharing, aber auch anderen Organisationen Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass diese im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht – im Gegenteil, wir sorgen dafür, dass das Problem bei den Verursachenden weniger gegenwärtig ist. Deshalb müssen wir hinterfragen, welche Strukturen oder Verhaltensweisen zu dem Problem führen. Wir bei foodsharing können durch unser Handeln, z. B. indem wir beim Fairteilen auf die Ursachen der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen, ein Bewusstsein in der Gesellschaft für die strukturellen Probleme schaffen und überlegen, wie eine Lösung aussehen könnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wollen, dass Lebensmitteln in unserer Gesellschaft wieder ihr gerechter Wert zugeschrieben wird. Nur wenn wir gemeinsam als Community daran arbeiten, erfüllen wir unsere Mission und kommen unserer Vision ein Stück näher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unsere Forderungen ==&lt;br /&gt;
Wir möchten die Lebensmittelverschwendung an der Wurzel packen. Doch dafür braucht es mehr als das bloße Retten von übriggebliebenen Lebensmitteln aus Betrieben oder Aufklärung von Konsument*innen. Stattdessen muss sich politisch etwas bewegen: Wir benötigen verbindliche Reduktionsziele für die Verschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Außerdem müssen aktuell bestehende Handelsnormen überdacht und gelockert werden sowie Organisationen, die Lebensmittel retten oder Bildung rund um das Thema Ernährung anbieten, gestärkt werden. Dafür und für vieles mehr setzt sich foodsharing auf politischer Ebene ein. Der folgende Abschnitt des Wiki-Artikels bietet eine Übersicht über einige der aktuellen Missstände und mögliche Lösungsansätze, für die wir uns engagieren. Wenn ihr mehr über die zugrunde liegenden Zahlen und Studien wissen möchtet, dann schaut in den Wiki-Artikel [[Polka:Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage|„Zahlen bitte – Lebensmittelverschwendung: Die Datenlage“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung findet entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zum Endverbrauch statt. Die Politik adressiert allerdings aktuell nur die Verbraucher*innen mit Aufklärungskampagnen wie „Zu gut für die Tonne“ und den Handel mit freiwilligen „Verpflichtungen“. Das Wegwerfen von noch genießbaren Waren in Lebensmittelbetrieben wird aktuell nicht sanktioniert. Dazu kommt, dass ein großer Teil der Lebensmittelverschwendung von der Politik nicht berücksichtigt wird, da er in der Wertschöpfungskette vor dem Handel liegt: Verschiedene Handelsstandards und Qualitätsanforderungen, die bestimmte Ansprüche z. B. an das Aussehen von Obst und Gemüse stellen, führen dazu, dass gute und sehr wohl genießbare Lebensmittel überhaupt nicht in den Handel gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So werden genießbare Lebensmittel noch auf dem Hof vernichtet. Ein Bericht vom WWF aus dem Jahr 2022 zeigt, dass die Lebensmittelverluste in der Landwirtschaft deutlich höher sind als bisher angenommen. Auf dieser Datenbasis hat die Deutsche Umwelthilfe berechnet, dass in der Landwirtschaft 16,5 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr verschwendet werden, anstatt der 0,2 Millionen Tonnen, die vom Agrarministerium in Deutschland kommuniziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese nicht geernteten Produkte nach der geltenden EU-Regelung nicht als “Lebensmittel” definiert sind, werden sie auch nicht erfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing fordert, dass Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette mittels verpflichtender Regelungen reduziert wird. Dabei muss eine besondere Berücksichtigung den Vor-Handels-Verlusten gelten. Die EU-Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken ist ein erster guter Ansatz dafür: Sie verbietet schädliche Handelspraktiken wie z. B. kurzfristige Bestellungsstornierungen oder einseitige Änderungen von Lieferbedingungen durch einen einzelnen Vertragspartner. Allerdings geht die Richtlinie nicht weit genug; beispielsweise greift sie nicht bei der Problematik von ästhetischen Standards im Handel. Hier muss dringend nachgebessert werden, denn dort besteht noch Potenzial zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steuerliche Anreize für Lebensmittelspenden ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Supermärkte Lebensmittel spenden möchten, stellt das für sie einen zusätzlichen Aufwand dar: Sie müssen die Lebensmittel sortieren, lagern und mit Organisationen wie z. B. der Tafel Abholtermine festlegen. Zudem müssen in Deutschland für gespendete Lebensmittel Steuern gezahlt werden. Eine Ausnahme dabei ist, wenn die Unternehmen nachweisen können, dass die Lebensmittel zu dem Zeitpunkt der Spende einen finanziellen Wert von 0 Euro innehaben. Eine Lebensmittelspende ist also mit einem zusätzlichen Personal- sowie Verwaltungsaufwand verbunden, weshalb es für Betriebe im Arbeitsalltag einfacher sein kann, Lebensmittel zu entsorgen, anstatt sie zu spenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein möglicher Lösungsansatz kommt aus unserem Nachbarland Frankreich: Dort gilt für Supermärkte ab einer bestimmten Betriebsgröße ein Wegwerfverbot, sodass sie ihre aussortierten Lebensmittel zur Spende anbieten müssen. Damit die Lebensmittelspende attraktiv ist, können die Supermärkte sogar 60 Prozent des Einkaufspreises der Lebensmittel von der Steuer absetzen.  Um die kostenfreie Weitergabe von Lebensmitteln zusätzlich zu erleichtern, könnte zur Dokumentation von Lebensmittelspenden das vereinfachte Lieferscheinverfahren angewandt werden. Dieses Verfahren dient zur Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und ist unbürokratischer als das übliche Verfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr Rechtssicherheit für Lebensmittelrettungsorganisationen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 30 Jahren sind die Tafeln nun schon in Deutschland aktiv, foodsharing feierte 2022 sein zehnjähriges Jubiläum und zahlreiche kleinere Organisationen engagieren sich bei der Lebensmittelrettung. An Initiativen zur Lebensmittelrettung mangelt es also nicht – und trotzdem landet in Supermärkten immer noch aussortierte, aber genießbare Ware im Müll. Das liegt auch an rechtlichen Unsicherheiten bei der Weitergabe von Lebensmitteln, wie z. B. Haftungsrisiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst einmal gilt für jede Person, dass sie nur sichere Lebensmittel weitergeben darf – unabhängig davon, ob sie gewerblich oder privat handelt. Wer allerdings regelmäßig Lebensmittel weitergibt, egal ob gegen Geld oder kostenfrei, gilt rechtlich als Lebensmittelunternehmer. Lebensmittelunternehmer haben weitere Pflichten, wie beispielsweise die Kennzeichnung von Allergenen in Lebensmitteln oder die Dokumentationspflicht von Warenein- und -ausgängen. foodsharing und auch Fairteiler werden aktuell teilweise als Lebensmittelbetriebe eingestuft, wodurch zusätzliche Haftungsrisiken für die Weitergabe von Lebensmitteln entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir fordern bundesweit einheitlich geltende politische Rahmenbedingungen, die die Weitergabe von Lebensmitteln rechtlich absichern. Ein Vorbild dafür ist das „Gute-Samariter-Gesetz“, welches in Italien gilt und Lebensmittelrettungsorganisationen wie die Tafel rechtlich als Endverbraucherin einstuft, ohne dass die Hygienestandards darunter leiden. Ein ähnliches Gesetz wäre auch für Deutschland denkbar und wird von der Tafel und foodsharing bereits gefordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anpassungen des Mindesthaltbarkeitsdatums ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in privaten Haushalten kommt es immer wieder zu Missverständnissen bezüglich  des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Das MHD ist allerdings keine Haltbarkeitskennzeichnung, sondern lediglich eine Qualitätsgarantie für die Produkteigenschaften. In etwa der Hälfte aller Fälle prüfen Privatpersonen aber nicht, ob das Lebensmittel noch genießbar wäre: 45,7 Prozent aller entsorgten Lebensmittel mit Wegwerfgrund „MHD überschritten“ werden in ungeöffneter Verpackung entsorgt. Das Verbrauchsdatum (VD) beschreibt dagegen die Lebensmittelsicherheit. Lebensmittel, die das VD überschritten haben, sollten nicht mehr verzehrt und dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vergabe des MHD liegt im Ermessen des Herstellers. So kann es sein, dass gleichartige Produkte verschiedener Hersteller unterschiedliche Mindesthaltbarkeitsangaben aufweisen. Das ist für die Konsumierenden oft intransparent. Beispielsweise kann ein Hersteller ein kurzes MHD angeben, um bei den Verbraucher*innen mehr Frische zu suggerieren oder seine Warenströme besser leiten zu können. Auch bei saisonal verkaufter Ware wie Weihnachtsschokolade wird das MHD zeitlich so begrenzt, dass die Produkte in der nächsten Saison nicht mehr verkauft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns dafür ein, dass das MHD für Produkte mit sehr langer Haltbarkeit wie z. B. Reis oder Nudeln abgeschafft wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Produkte, die weiterhin MHD-pflichtig sind, muss die Willkürlichkeit bei der Festlegung des MHD aufgehoben werden, sodass die Vergabe nur noch nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgt. Zusätzlich dazu sollten die aktuellen EU-Datumskennzeichnungsregeln überarbeitet werden, um Missverständnisse auf Seiten der Verbraucher*innen bezüglich der Bedeutung von MHD und VD zu vermeiden. Die beiden Arten der Datumskennzeichnung sollten durch ein Piktogramm visualisiert und/oder durch eine differenzierte Wortwahl deutlich zu unterscheiden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EU hat bereits angekündigt, die Vergabe des MHD zu überarbeiten und wägt aktuell mehrere Optionen dazu ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernährungsbildung &amp;amp; die Wertschätzung von Lebensmitteln verbindlich stärken ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Essgewohnheiten und der Umgang mit Lebensmitteln werden bereits im frühen Alter maßgeblich geprägt. Ernährungsbildung muss deshalb bereits in der Kita beginnen, sodass die Wertschätzung von Lebensmitteln innerhalb der Gesellschaft gefördert wird. Das Bewusstsein der nächsten Generation bezüglich des Umgangs mit Ressourcen muss geschärft werden, um diese zum nachhaltigen Handeln zu befähigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns dafür ein, dass die Ernährungsbildung im Lehrplan aller Bundesländer verankert und dabei das Thema Lebensmittelverschwendung besonders berücksichtigt wird. Außerdem muss der Zusammenhang von Klima- und Umweltschutz mit unserer Ernährung vermittelt werden. Dazu wünschen wir uns Weiterbildungen für Lehrkräfte, Bildungsbeauftragte und Erzieher*innen. Die [https://www.foodsharing-akademie.org/ foodsharing-Akademie] stellt bereits Materialien zu dem Thema bereit und hilft dabei, Wissen über Lebensmittel und deren Wertschätzung zu vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== foodsharing und Parteipolitik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unsere Grundsätze zur politischen Arbeit ===&lt;br /&gt;
foodsharing arbeitet unabhängig von politischen Parteien und Konfessionen. Unsere Handlungen haben einen politischen Hintergrund, aber wir unterstützen aktiv keine Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parteipolitische oder religiöse Überzeugungen der einzelnen Freiwilligen betrachten wir als deren Privatsache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen von foodsharing dulden wir keine diskriminierenden, rassistischen, sexistischen, diffamierenden und menschenverachtenden Vorgehensweisen oder Äußerungen. foodsharing kooperiert daher nicht mit Parteien, Organisationen, Betrieben oder Einzelpersonen, die öffentlich rassistische, antisemitische, sexistische oder sonstige menschenverachtende Positionen vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing als der Nachhaltigkeit verpflichtete Umweltbewegung betrachtet eine drastische Reduzierung der Lebensmittelverschwendung als eine ethische, ökologische und klimapolitische Notwendigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing setzt sich deshalb für ein ressourcenschonendes, zukunftsfähiges Ernährungssystem und eine umfassende Eindämmung der Emission von Treibhausgasen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was bedeutet das in der Praxis? ==&lt;br /&gt;
Die politische Tätigkeit im Rahmen von foodsharing muss sich auf Veranstaltungen und Initiativen beschränken, welche die gleichen Themen wie foodsharing behandeln, vor allem ökologische Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung mit allen klimatischen und ethischen Auswirkungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle anderen politischen Initiativen können persönlich unterstützt und beworben werden, aber nicht im Namen von foodsharing. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei foodsharing-Veranstaltungen oder in foodsharing-Räumlichkeiten keine Flyer ausgelegt und keine Poster aufgehängt werden dürfen, die von diesen anderen Initiativen stammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um mehr Aufmerksamkeit für die Ideen und Grundsätze von foodsharing zu erreichen, treten wir mit vielen Menschen in den Dialog. Sofern eine Organisation oder Partei nicht den foodsharing Grundsätzen widerspricht, ist auch ein Austausch mit politischen Entscheidungsträger*innen möglich.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dos and Don’ts ==&lt;br /&gt;
Die folgenden Beispiele dienen als Orientierungshilfe:&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;&amp;quot; | Ja !! style=&amp;quot;&amp;quot; | Nein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Infostand bei Straßenfesten, Stadtteilfesten u.Ä. || style=&amp;quot;&amp;quot; | Infostand bei Parteiveranstaltungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von FridaysForFuture, ProVeg|| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von Pegida, Querdenken, Deutsche Wohnen &amp;amp;Co enteignen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver bringen Lebensmittel zu oder retten Lebensmittel bei einer Partei, einer politischen oder einer kirchlichen Initiative || style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver:innen retten Lebensmittel bei Parteien, politischen oder kirchlichen Initiativen oder bringen Lebensmittel dorthin, wenn diese gegen die oben genannten Grundsätze verstoßen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver treten als Expert*innen über foodsharing und Lebensmittelverschwendung bei einer Veranstaltung einer Partei oder Organisation auf - außer die Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. || style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver rufen im Namen von foodsharing und auf der foodsharing-Plattform zur Teilnahme an einer politischen Veranstaltung auf, die nichts mit Nachhaltigkeit oder Lebensmittelverschwendung zu tun hat. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver bringen Flyer, Poster etc mit Inhalten von foodsharing in Umlauf.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Inhaltliche Positionen der Parteien zum Thema Lebensmittelverschwendung werden durch Foodsaver kommuniziert, verglichen und kommentiert.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Foodsaver führen Hintergrundgespräche zu den Themen Lebensmittelverschwendung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in parteipolitischen Kontexten, z.B. mit Abgeordneten, außer die betreffende Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver werben im Namen oder im Rahmen von foodsharing für einzelne Parteien.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|In eine Bürgersprechstunde eines Politiker/einer Polikterin gehen und für foodsharing-Themen und -Positionen werben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilnahme an Podiumsdiskussionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Initiativ&#039;&#039;&#039; Politiker:innen per E-Mail anschreiben, um foodsharing-Forderungen einzubringen oder um ein persönliches Gespräch zu bitten.&lt;br /&gt;
|Während eines Wahlkampfs erscheint foodsharing im direkten Kontext mit einer kandidierenden Person, z. B. durch öffentlichkeitswirksame Spenden für einen Fairteiler von Kandidierenden im Wahlkampf.&lt;br /&gt;
(Hintergrund: Wir wollen uns vor Instrumentalisierung durch eine politische Partei für den eigenen Wahlkampf schützen. &#039;&#039;&#039;Insbesondere in Wahlkampfzeiten sollten öffentlichkeitswirksame Auftritte mit Politiker*innen vermieden werden&#039;&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Politiker*innen verschiedener Parteien zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen wie einer Eröffnung eines Fairteilers einladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgermeister*in und hochrangige Verwaltungsvertreter*innen zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen.&lt;br /&gt;
|Politiker*innen von Parteien, welche gegen oben genannte Grundsätze verstoßen, zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur Politiker*innen einer einzigen Partei zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen einladen (da unsere politische Unabhängigkeit angezweifelt werden könnte). &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Falls du dir unsicher bist, wende dich per Mail an: politik@foodsharing.network. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitsgruppe Politische Kampagnen ==&lt;br /&gt;
In der Arbeitsgruppe Politische Kampagnen (AG PolKA) treffen sich engagierte Foodsaver*innen auf überregionaler Ebene, um gemeinsam politische Arbeit zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vorbereitung öffentlichkeitswirksamer Kampagnen,  z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung &lt;br /&gt;
* Forderungen und Stellungnahmen zu politischen Themen ausarbeiten&lt;br /&gt;
* Petitionen gegen Lebensmittelverschwendung und für mehr Lebensmittelwertschätzung anstoßen und begleiten&lt;br /&gt;
* Wahlprüfsteine vor Bundestags- oder Europawahlen vorbereiten: Wahlprüfsteine sind Fragen, die den zur Wahl stehenden Parteien geschickt werden und die diese beantworten – die Antworten werden von uns gegenübergestellt und in der Community bzw. öffentlich geteilt, um zu vergleichen, welche Parteien sich für unsere Anliegen in welcher Form einsetzen&lt;br /&gt;
* Lobbyarbeit mit unseren Bündnispartner*innen für mehr Lebensmittelwertschätzung und die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Protokolle können auf der foodsharing Plattform im Europaforum [https://foodsharing.de/region?bid=741&amp;amp;sub=forum&amp;amp;tid=175788 gelesen] und [https://foodsharing.de/region?bid=741&amp;amp;sub=forum&amp;amp;tid=175789 diskutiert] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie kann ich zu politischer Arbeit beitragen? ===&lt;br /&gt;
Du kannst ganz einfach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* foodsharing-Kampagnen in deinem Bezirk organisieren, z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung&lt;br /&gt;
* an Demonstrationen teilnehmen, die inhaltlich mit den foodsharing-Forderungen zur ökologischen Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung übereinstimmen&lt;br /&gt;
* Petitionen unterschreiben und weiterverbreiten &lt;br /&gt;
* mit den Abgeordneten aus deinem Wahlkreis einen Termin vereinbaren und mit ihnen über Lebensmittelverschwendung und die foodsharing-Forderungen sprechen – beachte dafür den Leitfaden für Gespräche mit Menschen aus der Politik und sprich dich mit den Botschaftenden deines Bezirks ab&lt;br /&gt;
* dich innerhalb der [https://foodsharing-staedte.org/de/ideenkatalog foodsharing-Städte] vernetzen und in deinem Bezirk durch Dialoge, z. B. mit dem Gemeinde- oder Stadtrat sowie der Verwaltung gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du möchtest dich aktiv in die überregionale politische Arbeit von foodsharing einbringen? Du bist in der AG PolKa herzlich willkommen! Bewirb dich für die AG und erzähle etwas von deiner Motivation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wende dich bei Fragen an [mailto:politik@foodsharing.network politik@foodsharing.network]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wollen wir damit erreichen? ===&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung ist ein strukturelles Problem. Sie entsteht, weil Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, aussortiert werden, weil unachtsam mit ihnen umgegangen wird oder weil sie durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen werden. Solange wir Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass die Lebensmittel im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht. Deshalb wünschen wir uns einen politischen Diskurs: Welche Strukturen oder Verhaltensweisen führen zu dem Problem? Wo können wir Bewusstsein für solche Missstände schaffen? Und wie könnte eine Lösung aussehen? Wir möchten diesen Diskurs nach innen in unsere foodsharing-Community und nach außen in die Öffentlichkeit und die Politik tragen. Denn so sensibilisieren wir für das zugrunde liegende Problem und können es so wirklich an der Wurzel packen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeit in Bündnissen ==&lt;br /&gt;
foodsharing ist Teil von mehreren Bündnissen, die sich für eine Wende hin zu einer nachhaltigen Ernährung einsetzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://buendnislebensmittelrettung.de/ueber-uns/ Bündnis Lebensmittelrettung]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis Lebensmittelrettung wurde 2018 von foodsharing mitgegründet, um sich politisch für eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette einzusetzen. Das Bündnis plant Kampagnen und Aktionen, führt Gespräche mit Abgeordneten und Ministeriumsmitarbeitenden und stellt [https://buendnislebensmittelrettung.de/unsere-forderungen/ Forderungen] zur aktuellen Politik. Weitere bekannte Mitglieder sind: WWF, Deutsche Umwelthilfe und To Good To Go. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://www.wir-haben-es-satt.de/ueber-uns/traegerkreis Wir haben es satt Bündnis]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis setzt sich zusammen aus Landwirt*innen, Naturschutzorganisationen und weiteren Gruppen mit Bezug zu Landwirtschaft und Ernährung. Jedes Jahr wird zum Auftakt der Agrarmesse „Grüne Woche“ in Berlin eine Demonstration organisiert, die auch foodsharing als Teil des Trägerkreises unter dem Motto „Wir haben Lebensmittelverschwendung satt“ unterstützt. Das Bündnis setzt sich für eine ökologische und bäuerliche Landwirtschaft ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://www.klima-allianz.de/ueber-uns/das-buendnis Klima-Allianz]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klima-Allianz ist ein breites gesellschaftliches Bündnis, in dem Organisationen mit Schwerpunkt Umwelt, Sozialem, Religion und Bildung vertreten sind. Es setzt sich ein für sozial gerechte Klimapolitik auf allen Ebenen. Als Mitgliedsorganisation arbeitet foodsharing an Stellungnahmen und Forderungen mit und bringt unsere Perspektive auf das Thema Ernährung ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
BMEL (2023a): Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.zugutfuerdietonne.de/strategie (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2023b): Schutz gegen unlautere Handelspraktiken. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/DE/themen/internationales/aussenwirtschaftspolitik/handel-und-export/utp-richtlinie.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2022): Über den Umgang mit Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/Flyer-Poster/Flyer-MHD.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=10 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2020): Handel unterzeichnet Erklärung: Lebensmittelverschwendung reduzieren. Pressemitteilung 102/2020 vom 19. Jun 2020. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/102-lebensmittelverschwendung.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMF (2021): Fragen und Antworten zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung von Sachspenden. Bundesministerium der Finanzen (BMF), Berlin. Online unter: https://bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/2021-03-23-FAQ-sachspenden.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BVL (o.J.): Pflichten als Lebensmittelunternehmer. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Braunschweig. Online unter: https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/04_AntragstellerUnternehmen/13_FAQ/FAQ_Pflichten/FAQ_Pflichten_node.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DUH (2023): Ackern für die Tonne. Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Radolfzell. Online unter: https://www.duh.de/ackern-fuer-die-tonne/ (letzter Zugriff: 23.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eckert K.-H. (2021): Umsatzsteuerliche Erleichterungen für Sachspenden. BBK 2021 Seite 409 - 416. NWB Verlag, Herne. Online unter: https://www.nwb.de/rechnungswesen/umsatzsteuerliche-erleichterungen-fuer-sachspenden-25052021 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EESC (2014): Gesetzliche Bestimmungen und die Verfahren der EU-Mitgliedstaaten bezüglich Lebensmittelspenden. Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss, Brüssel. Online unter: https://www.eesc.europa.eu/sites/default/files/resources/docs/qe-05-14-069-de-n.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
European Commission (o.J.): Food law general requirements. European Commission, Brussel. Online unter: https://food.ec.europa.eu/horizontal-topics/general-food-law/food-law-general-requirements_en (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herzberg R, Schmidt T, Keck M. Market power and food loss at the producer-retailer interface of fruit and vegetable supply chains in Germany. Sustain Sci. 2022;17(6):2253-2267. doi: 10.1007/s11625-021-01083-x. Epub 2022 Jan 15. PMID: 35069917; PMCID: PMC8760580.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübsch H, Adlwarth W. (2017): &amp;quot;SYSTEMATISCHE ERFASSUNG VON LEBENSMITTELABFÄLLEN DER PRIVATEN HAUSHALTE IN DEUTSCHLAND&amp;quot; - Schlussbericht zur Studie. GfK SE, Nürnberg. Durchgeführt für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittelverschwendung/Studie_GfK.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=3 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
L’ASSEMBLÉE NATIONALE (2018): JOURNAL OFFICIEL DE LA RÉPUBLIQUE FRANÇAISE. Année 2018. – no 29 A.N. (Q) Online unter: http://www2.assemblee-nationale.fr/static/15/questions/jo/jo_anq_201829.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverband Deutschland (2018): Wie legen Hersteller das MHD fest? Lebensmittelverband Deutschland e. V., Berlin. Online unter: https://www.lebensmittelverband.de/de/aktuell/20180918-mindesthaltbarkeitsdatum-mhd-wie-legen-hersteller-es-fest (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nolen N, Stockebrandt P. (2021): Kann eine Reform der Datumsangaben auf Lebensmitteln deren Verschwendung verringern? cepInput, Nr. 13 | 19. Oktober 2021. Centrum für Europäische Politik, Freiburg, Berlin. Online unter: https://www.cep.eu/fileadmin/user_upload/cep.eu/Studien/cepInput_Date_Marking_on_Food_Products/cepInput_Kann_eine_Reform_der_Datumsangaben_auf_Lebensmitteln_deren_Verschwendung_verringern.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtlinie (EU) 2019/633 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2019 über unlautere Handelspraktiken in den Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette. Online unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32019L0633&amp;amp;qid=1628586259953 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WWF (2022): Essen wir das Klima auf? World Wide Fund For Nature (WWF), Berlin. Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZEV (2023): Anti-Wegwerf-Gesetz in Frankreich. Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V., Kehl. Online unter: https://www.cec-zev.eu/de/themen/umwelt/anti-wegwerf-gesetz-in-frankreich/ (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Artikel von&#039;&#039;: &amp;amp;nbsp; [[Arbeitsgruppen-Liste#PolKa_-_Politische_Kampagnen| politische Kampagnen]] &amp;amp;nbsp; (&#039;&#039;[mailto:politik@foodsharing.network Kontakt]&#039;&#039;)&amp;lt;br&amp;gt;​&#039;&#039;Letzte Überarbeitung am 07.03.2023&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>324039</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Foodsharing_und_Politik&amp;diff=12806</id>
		<title>Polka:Foodsharing und Politik</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Foodsharing_und_Politik&amp;diff=12806"/>
		<updated>2026-05-23T17:32:58Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: Grundsätzliche Überarbeitung des Wiki-Artikels&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{DISPLAYTITLE:SEITENTITEL: foodsharing und Politik }}&lt;br /&gt;
{{Wiki-Artikel-Typ|Typ=2 (Info-Artikel)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
= foodsharing und Parteipolitik =&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;foodsharing ist politisch!&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 2012 setzt sich foodsharing gegen Lebensmittelverschwendung ein: Unsere [https://wiki.foodsharing.de/Vision_und_Mission Vision] ist es, diese Verschwendung zu beenden und so foodsharing letztendlich überflüssig zu machen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Lebensmittelverschwendung erfolgt auf vielen verschiedenen Ebenen: Von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zur Endverbraucher*in landen noch genießbare Lebensmittel in der Tonne: Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, werden aussortiert, es wird unachtsam mit ihnen umgegangen oder sie werden durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen. Damit werden auch die Energie, Zeit und Ressourcen, die in den Lebensmitteln stecken, einfach entsorgt. Der [https://www.google.com/url?q=https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf&amp;amp;sa=D&amp;amp;source=docs&amp;amp;ust=1779559743806441&amp;amp;usg=AOvVaw1FfUZ_Qr50-Sw5M0cGkOU7 WWF schätzt], dass so insgesamt zehn Prozent aller Treibhausgasemissionen auf Lebensmittelverschwendung zurückgehen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung ist damit ein strukturelles Problem. Solange wir bei foodsharing, aber auch anderen Organisationen Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass diese im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht – im Gegenteil, wir sorgen dafür, dass das Problem bei den Verursachenden weniger gegenwärtig ist. Deshalb müssen wir hinterfragen, welche Strukturen oder Verhaltensweisen zu dem Problem führen. Wir bei foodsharing können durch unser Handeln, z. B. indem wir beim Fairteilen auf die Ursachen der Lebensmittelverschwendung aufmerksam machen, ein Bewusstsein in der Gesellschaft für die strukturellen Probleme schaffen und überlegen, wie eine Lösung aussehen könnte. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir wollen, dass Lebensmitteln in unserer Gesellschaft wieder ihr gerechter Wert zugeschrieben wird. Nur wenn wir gemeinsam als Community daran arbeiten, erfüllen wir unsere Mission und kommen unserer Vision ein Stück näher. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Unsere Forderungen ==&lt;br /&gt;
Wir möchten die Lebensmittelverschwendung an der Wurzel packen. Doch dafür braucht es mehr als das bloße Retten von übriggebliebenen Lebensmitteln aus Betrieben oder Aufklärung von Konsument*innen. Stattdessen muss sich politisch etwas bewegen: Wir benötigen verbindliche Reduktionsziele für die Verschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Außerdem müssen aktuell bestehende Handelsnormen überdacht und gelockert werden sowie Organisationen, die Lebensmittel retten oder Bildung rund um das Thema Ernährung anbieten, gestärkt werden. Dafür und für vieles mehr setzt sich foodsharing auf politischer Ebene ein. Der folgende Abschnitt des Wiki-Artikels bietet eine Übersicht über einige der aktuellen Missstände und mögliche Lösungsansätze, für die wir uns engagieren. Wenn ihr mehr über die zugrunde liegenden Zahlen und Studien wissen möchtet, dann schaut in den Wiki-Artikel [[Polka:Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage|„Zahlen bitte – Lebensmittelverschwendung: Die Datenlage“]].&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung findet entlang der gesamten Wertschöpfungskette von der Produktion über die Verarbeitung und den Handel bis zum Endverbrauch statt. Die Politik adressiert allerdings aktuell nur die Verbraucher*innen mit Aufklärungskampagnen wie „Zu gut für die Tonne“ und den Handel mit freiwilligen „Verpflichtungen“. Das Wegwerfen von noch genießbaren Waren in Lebensmittelbetrieben wird aktuell nicht sanktioniert. Dazu kommt, dass ein großer Teil der Lebensmittelverschwendung von der Politik nicht berücksichtigt wird, da er in der Wertschöpfungskette vor dem Handel liegt: Verschiedene Handelsstandards und Qualitätsanforderungen, die bestimmte Ansprüche z. B. an das Aussehen von Obst und Gemüse stellen, führen dazu, dass gute und sehr wohl genießbare Lebensmittel überhaupt nicht in den Handel gelangen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
So werden genießbare Lebensmittel noch auf dem Hof vernichtet. Ein Bericht vom WWF aus dem Jahr 2022 zeigt, dass die Lebensmittelverluste in der Landwirtschaft deutlich höher sind als bisher angenommen. Auf dieser Datenbasis hat die Deutsche Umwelthilfe berechnet, dass in der Landwirtschaft 16,5 Millionen Tonnen Lebensmittel pro Jahr verschwendet werden, anstatt der 0,2 Millionen Tonnen, die vom Agrarministerium in Deutschland kommuniziert werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Da diese nicht geernteten Produkte nach der geltenden EU-Regelung nicht als “Lebensmittel” definiert sind, werden sie auch nicht erfasst.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing fordert, dass Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette mittels verpflichtender Regelungen reduziert wird. Dabei muss eine besondere Berücksichtigung den Vor-Handels-Verlusten gelten. Die EU-Richtlinie gegen unfaire Handelspraktiken ist ein erster guter Ansatz dafür: Sie verbietet schädliche Handelspraktiken wie z. B. kurzfristige Bestellungsstornierungen oder einseitige Änderungen von Lieferbedingungen durch einen einzelnen Vertragspartner. Allerdings geht die Richtlinie nicht weit genug; beispielsweise greift sie nicht bei der Problematik von ästhetischen Standards im Handel. Hier muss dringend nachgebessert werden, denn dort besteht noch Potenzial zur Reduktion von Lebensmittelverschwendung.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Steuerliche Anreize für Lebensmittelspenden ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wenn Supermärkte Lebensmittel spenden möchten, stellt das für sie einen zusätzlichen Aufwand dar: Sie müssen die Lebensmittel sortieren, lagern und mit Organisationen wie z. B. der Tafel Abholtermine festlegen. Zudem müssen in Deutschland für gespendete Lebensmittel Steuern gezahlt werden. Eine Ausnahme dabei ist, wenn die Unternehmen nachweisen können, dass die Lebensmittel zu dem Zeitpunkt der Spende einen finanziellen Wert von 0 Euro innehaben. Eine Lebensmittelspende ist also mit einem zusätzlichen Personal- sowie Verwaltungsaufwand verbunden, weshalb es für Betriebe im Arbeitsalltag einfacher sein kann, Lebensmittel zu entsorgen, anstatt sie zu spenden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Ein möglicher Lösungsansatz kommt aus unserem Nachbarland Frankreich: Dort gilt für Supermärkte ab einer bestimmten Betriebsgröße ein Wegwerfverbot, sodass sie ihre aussortierten Lebensmittel zur Spende anbieten müssen. Damit die Lebensmittelspende attraktiv ist, können die Supermärkte sogar 60 Prozent des Einkaufspreises der Lebensmittel von der Steuer absetzen.  Um die kostenfreie Weitergabe von Lebensmitteln zusätzlich zu erleichtern, könnte zur Dokumentation von Lebensmittelspenden das vereinfachte Lieferscheinverfahren angewandt werden. Dieses Verfahren dient zur Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und ist unbürokratischer als das übliche Verfahren. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Mehr Rechtssicherheit für Lebensmittelrettungsorganisationen ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Seit 30 Jahren sind die Tafeln nun schon in Deutschland aktiv, foodsharing feierte 2022 sein zehnjähriges Jubiläum und zahlreiche kleinere Organisationen engagieren sich bei der Lebensmittelrettung. An Initiativen zur Lebensmittelrettung mangelt es also nicht – und trotzdem landet in Supermärkten immer noch aussortierte, aber genießbare Ware im Müll. Das liegt auch an rechtlichen Unsicherheiten bei der Weitergabe von Lebensmitteln, wie z. B. Haftungsrisiken.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Zunächst einmal gilt für jede Person, dass sie nur sichere Lebensmittel weitergeben darf – unabhängig davon, ob sie gewerblich oder privat handelt. Wer allerdings regelmäßig Lebensmittel weitergibt, egal ob gegen Geld oder kostenfrei, gilt rechtlich als Lebensmittelunternehmer. Lebensmittelunternehmer haben weitere Pflichten, wie beispielsweise die Kennzeichnung von Allergenen in Lebensmitteln oder die Dokumentationspflicht von Warenein- und -ausgängen. foodsharing und auch Fairteiler werden aktuell teilweise als Lebensmittelbetriebe eingestuft, wodurch zusätzliche Haftungsrisiken für die Weitergabe von Lebensmitteln entstehen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir fordern bundesweit einheitlich geltende politische Rahmenbedingungen, die die Weitergabe von Lebensmitteln rechtlich absichern. Ein Vorbild dafür ist das „Gute-Samariter-Gesetz“, welches in Italien gilt und Lebensmittelrettungsorganisationen wie die Tafel rechtlich als Endverbraucherin einstuft, ohne dass die Hygienestandards darunter leiden. Ein ähnliches Gesetz wäre auch für Deutschland denkbar und wird von der Tafel und foodsharing bereits gefordert.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Anpassungen des Mindesthaltbarkeitsdatums ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Gerade in privaten Haushalten kommt es immer wieder zu Missverständnissen bezüglich  des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD). Das MHD ist allerdings keine Haltbarkeitskennzeichnung, sondern lediglich eine Qualitätsgarantie für die Produkteigenschaften. In etwa der Hälfte aller Fälle prüfen Privatpersonen aber nicht, ob das Lebensmittel noch genießbar wäre: 45,7 Prozent aller entsorgten Lebensmittel mit Wegwerfgrund „MHD überschritten“ werden in ungeöffneter Verpackung entsorgt. Das Verbrauchsdatum (VD) beschreibt dagegen die Lebensmittelsicherheit. Lebensmittel, die das VD überschritten haben, sollten nicht mehr verzehrt und dürfen nicht mehr in Verkehr gebracht werden.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Vergabe des MHD liegt im Ermessen des Herstellers. So kann es sein, dass gleichartige Produkte verschiedener Hersteller unterschiedliche Mindesthaltbarkeitsangaben aufweisen. Das ist für die Konsumierenden oft intransparent. Beispielsweise kann ein Hersteller ein kurzes MHD angeben, um bei den Verbraucher*innen mehr Frische zu suggerieren oder seine Warenströme besser leiten zu können. Auch bei saisonal verkaufter Ware wie Weihnachtsschokolade wird das MHD zeitlich so begrenzt, dass die Produkte in der nächsten Saison nicht mehr verkauft werden können.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns dafür ein, dass das MHD für Produkte mit sehr langer Haltbarkeit wie z. B. Reis oder Nudeln abgeschafft wird.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Für Produkte, die weiterhin MHD-pflichtig sind, muss die Willkürlichkeit bei der Festlegung des MHD aufgehoben werden, sodass die Vergabe nur noch nach wissenschaftlichen Kriterien erfolgt. Zusätzlich dazu sollten die aktuellen EU-Datumskennzeichnungsregeln überarbeitet werden, um Missverständnisse auf Seiten der Verbraucher*innen bezüglich der Bedeutung von MHD und VD zu vermeiden. Die beiden Arten der Datumskennzeichnung sollten durch ein Piktogramm visualisiert und/oder durch eine differenzierte Wortwahl deutlich zu unterscheiden sein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die EU hat bereits angekündigt, die Vergabe des MHD zu überarbeiten und wägt aktuell mehrere Optionen dazu ab.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Ernährungsbildung &amp;amp; die Wertschätzung von Lebensmitteln verbindlich stärken ===&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Das Problem:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Essgewohnheiten und der Umgang mit Lebensmitteln werden bereits im frühen Alter maßgeblich geprägt. Ernährungsbildung muss deshalb bereits in der Kita beginnen, sodass die Wertschätzung von Lebensmitteln innerhalb der Gesellschaft gefördert wird. Das Bewusstsein der nächsten Generation bezüglich des Umgangs mit Ressourcen muss geschärft werden, um diese zum nachhaltigen Handeln zu befähigen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&amp;lt;u&amp;gt;Mögliche Lösungsansätze:&amp;lt;/u&amp;gt;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wir setzen uns dafür ein, dass die Ernährungsbildung im Lehrplan aller Bundesländer verankert und dabei das Thema Lebensmittelverschwendung besonders berücksichtigt wird. Außerdem muss der Zusammenhang von Klima- und Umweltschutz mit unserer Ernährung vermittelt werden. Dazu wünschen wir uns Weiterbildungen für Lehrkräfte, Bildungsbeauftragte und Erzieher*innen. Die [https://www.foodsharing-akademie.org/ foodsharing-Akademie] stellt bereits Materialien zu dem Thema bereit und hilft dabei, Wissen über Lebensmittel und deren Wertschätzung zu vermitteln.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== foodsharing und Parteipolitik ==&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Unsere Grundsätze zur politischen Arbeit ===&lt;br /&gt;
foodsharing arbeitet unabhängig von politischen Parteien und Konfessionen. Unsere Handlungen haben einen politischen Hintergrund, aber wir unterstützen aktiv keine Parteien.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Parteipolitische oder religiöse Überzeugungen der einzelnen Freiwilligen betrachten wir als deren Privatsache.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Im Rahmen von foodsharing dulden wir keine diskriminierenden, rassistischen, sexistischen, diffamierenden und menschenverachtenden Vorgehensweisen oder Äußerungen. foodsharing kooperiert daher nicht mit Parteien, Organisationen, Betrieben oder Einzelpersonen, die öffentlich rassistische, antisemitische, sexistische oder sonstige menschenverachtende Positionen vertreten.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing als der Nachhaltigkeit verpflichtete Umweltbewegung betrachtet eine drastische Reduzierung der Lebensmittelverschwendung als eine ethische, ökologische und klimapolitische Notwendigkeit.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
foodsharing setzt sich deshalb für ein ressourcenschonendes, zukunftsfähiges Ernährungssystem und eine umfassende Eindämmung der Emission von Treibhausgasen ein.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Was bedeutet das in der Praxis? ==&lt;br /&gt;
Die politische Tätigkeit im Rahmen von foodsharing muss sich auf Veranstaltungen und Initiativen beschränken, welche die gleichen Themen wie foodsharing behandeln, vor allem ökologische Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung mit allen klimatischen und ethischen Auswirkungen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Alle anderen politischen Initiativen können persönlich unterstützt und beworben werden, aber nicht im Namen von foodsharing. Das bedeutet zum Beispiel, dass bei foodsharing-Veranstaltungen oder in foodsharing-Räumlichkeiten keine Flyer ausgelegt und keine Poster aufgehängt werden dürfen, die von diesen anderen Initiativen stammen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Um mehr Aufmerksamkeit für die Ideen und Grundsätze von foodsharing zu erreichen, treten wir mit vielen Menschen in den Dialog. Sofern eine Organisation oder Partei nicht den foodsharing Grundsätzen widerspricht, ist auch ein Austausch mit politischen Entscheidungsträger*innen möglich.  &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Dos and Don’ts ==&lt;br /&gt;
Die folgenden Beispiele dienen als Orientierungshilfe:&lt;br /&gt;
{| class=&amp;quot;wikitable&amp;quot;&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
! style=&amp;quot;&amp;quot; | Ja !! style=&amp;quot;&amp;quot; | Nein&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Infostand bei Straßenfesten, Stadtteilfesten u.Ä. || style=&amp;quot;&amp;quot; | Infostand bei Parteiveranstaltungen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von FridaysForFuture, ProVeg|| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver betreuen einen foodsharing-Infostand bei einer Veranstaltung von Pegida, Querdenken, Deutsche Wohnen &amp;amp;Co enteignen&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver bringen Lebensmittel zu oder retten Lebensmittel bei einer Partei, einer politischen oder einer kirchlichen Initiative || style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver:innen retten Lebensmittel bei Parteien, politischen oder kirchlichen Initiativen oder bringen Lebensmittel dorthin, wenn diese gegen die oben genannten Grundsätze verstoßen.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver treten als Expert*innen über foodsharing und Lebensmittelverschwendung bei einer Veranstaltung einer Partei oder Organisation auf - außer die Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. || style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver rufen im Namen von foodsharing und auf der foodsharing-Plattform zur Teilnahme an einer politischen Veranstaltung auf, die nichts mit Nachhaltigkeit oder Lebensmittelverschwendung zu tun hat. &lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver bringen Flyer, Poster etc mit Inhalten von foodsharing in Umlauf.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Inhaltliche Positionen der Parteien zum Thema Lebensmittelverschwendung werden durch Foodsaver kommuniziert, verglichen und kommentiert.&lt;br /&gt;
 &lt;br /&gt;
Foodsaver führen Hintergrundgespräche zu den Themen Lebensmittelverschwendung, Umweltschutz und Nachhaltigkeit in parteipolitischen Kontexten, z.B. mit Abgeordneten, außer die betreffende Partei/Organisation verstößt gegen oben genannte Grundsätze. &lt;br /&gt;
| style=&amp;quot;&amp;quot; | Foodsaver werben im Namen oder im Rahmen von foodsharing für einzelne Parteien.&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|In eine Bürgersprechstunde eines Politiker/einer Polikterin gehen und für foodsharing-Themen und -Positionen werben. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Teilnahme an Podiumsdiskussionen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Initiativ&#039;&#039;&#039; Politiker:innen per E-Mail anschreiben, um foodsharing-Forderungen einzubringen oder um ein persönliches Gespräch zu bitten.&lt;br /&gt;
|Während eines Wahlkampfs erscheint foodsharing im direkten Kontext mit einer kandidierenden Person, z. B. durch öffentlichkeitswirksame Spenden für einen Fairteiler von Kandidierenden im Wahlkampf.&lt;br /&gt;
(Hintergrund: Wir wollen uns vor Instrumentalisierung durch eine politische Partei für den eigenen Wahlkampf schützen. &#039;&#039;&#039;Insbesondere in Wahlkampfzeiten sollten öffentlichkeitswirksame Auftritte mit Politiker*innen vermieden werden&#039;&#039;&#039;).&lt;br /&gt;
|-&lt;br /&gt;
|Politiker*innen verschiedener Parteien zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen wie einer Eröffnung eines Fairteilers einladen.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Bürgermeister*in und hochrangige Verwaltungsvertreter*innen zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen.&lt;br /&gt;
|Politiker*innen von Parteien, welche gegen oben genannte Grundsätze verstoßen, zu Gesprächsrunden oder foodsharing-Veranstaltungen einladen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nur Politiker*innen einer einzigen Partei zu Gesprächsrunden zu foodsharing-Themen oder foodsharing-Veranstaltungen einladen (da unsere politische Unabhängigkeit angezweifelt werden könnte). &lt;br /&gt;
|}&lt;br /&gt;
Falls du dir unsicher bist, wende dich per Mail an: politik@foodsharing.network. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeitsgruppe Politische Kampagnen ==&lt;br /&gt;
In der Arbeitsgruppe Politische Kampagnen (AG PolKA) treffen sich engagierte Foodsaver*innen auf überregionaler Ebene, um gemeinsam politische Arbeit zu gestalten. Dazu gehören beispielsweise:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Vorbereitung öffentlichkeitswirksamer Kampagnen,  z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung &lt;br /&gt;
* Forderungen und Stellungnahmen zu politischen Themen ausarbeiten&lt;br /&gt;
* Petitionen gegen Lebensmittelverschwendung und für mehr Lebensmittelwertschätzung anstoßen und begleiten&lt;br /&gt;
* Wahlprüfsteine vor Bundestags- oder Europawahlen vorbereiten: Wahlprüfsteine sind Fragen, die den zur Wahl stehenden Parteien geschickt werden und die diese beantworten – die Antworten werden von uns gegenübergestellt und in der Community bzw. öffentlich geteilt, um zu vergleichen, welche Parteien sich für unsere Anliegen in welcher Form einsetzen&lt;br /&gt;
* Lobbyarbeit mit unseren Bündnispartner*innen für mehr Lebensmittelwertschätzung und die Bekämpfung der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Protokolle können auf der foodsharing Plattform im Europaforum [https://foodsharing.de/region?bid=741&amp;amp;sub=forum&amp;amp;tid=175788 gelesen] und [https://foodsharing.de/region?bid=741&amp;amp;sub=forum&amp;amp;tid=175789 diskutiert] werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Wie kann ich zu politischer Arbeit beitragen? ===&lt;br /&gt;
Du kannst ganz einfach:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* foodsharing-Kampagnen in deinem Bezirk organisieren, z. B. eine „Gemüsedemo“ zum Tag gegen Lebensmittelverschwendung&lt;br /&gt;
* an Demonstrationen teilnehmen, die inhaltlich mit den foodsharing-Forderungen zur ökologischen Nachhaltigkeit und Lebensmittelverschwendung übereinstimmen&lt;br /&gt;
* Petitionen unterschreiben und weiterverbreiten &lt;br /&gt;
* mit den Abgeordneten aus deinem Wahlkreis einen Termin vereinbaren und mit ihnen über Lebensmittelverschwendung und die foodsharing-Forderungen sprechen – beachte dafür den Leitfaden für Gespräche mit Menschen aus der Politik und sprich dich mit den Botschaftenden deines Bezirks ab&lt;br /&gt;
* dich innerhalb der [https://foodsharing-staedte.org/de/ideenkatalog foodsharing-Städte] vernetzen und in deinem Bezirk durch Dialoge, z. B. mit dem Gemeinde- oder Stadtrat sowie der Verwaltung gegen Lebensmittelverschwendung einsetzen&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Du möchtest dich aktiv in die überregionale politische Arbeit von foodsharing einbringen? Du bist in der AG PolKa herzlich willkommen! Bewirb dich für die AG und erzähle etwas von deiner Motivation. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wende dich bei Fragen an [mailto:politik@foodsharing.network politik@foodsharing.network]. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
=== Was wollen wir damit erreichen? ===&lt;br /&gt;
Lebensmittelverschwendung ist ein strukturelles Problem. Sie entsteht, weil Lebensmittel, die „nicht gut genug aussehen“, aussortiert werden, weil unachtsam mit ihnen umgegangen wird oder weil sie durch schlechte Planung zu lange liegen gelassen werden. Solange wir Lebensmittel retten, verhindern wir zwar, dass die Lebensmittel im Müll landen. Die Strukturen, die überhaupt erst zu der Verschwendung geführt haben, ändern wir aber nicht. Deshalb wünschen wir uns einen politischen Diskurs: Welche Strukturen oder Verhaltensweisen führen zu dem Problem? Wo können wir Bewusstsein für solche Missstände schaffen? Und wie könnte eine Lösung aussehen? Wir möchten diesen Diskurs nach innen in unsere foodsharing-Community und nach außen in die Öffentlichkeit und die Politik tragen. Denn so sensibilisieren wir für das zugrunde liegende Problem und können es so wirklich an der Wurzel packen. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Arbeit in Bündnissen ==&lt;br /&gt;
foodsharing ist Teil von mehreren Bündnissen, die sich für eine Wende hin zu einer nachhaltigen Ernährung einsetzen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://buendnislebensmittelrettung.de/ueber-uns/ Bündnis Lebensmittelrettung]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis Lebensmittelrettung wurde 2018 von foodsharing mitgegründet, um sich politisch für eine Reduktion der Lebensmittelverschwendung entlang der gesamten Wertschöpfungskette einzusetzen. Das Bündnis plant Kampagnen und Aktionen, führt Gespräche mit Abgeordneten und Ministeriumsmitarbeitenden und stellt [https://buendnislebensmittelrettung.de/unsere-forderungen/ Forderungen] zur aktuellen Politik. Weitere bekannte Mitglieder sind: WWF, Deutsche Umwelthilfe und To Good To Go. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://www.wir-haben-es-satt.de/ueber-uns/traegerkreis Wir haben es satt Bündnis]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Das Bündnis setzt sich zusammen aus Landwirt*innen, Naturschutzorganisationen und weiteren Gruppen mit Bezug zu Landwirtschaft und Ernährung. Jedes Jahr wird zum Auftakt der Agrarmesse „Grüne Woche“ in Berlin eine Demonstration organisiert, die auch foodsharing als Teil des Trägerkreises unter dem Motto „Wir haben Lebensmittelverschwendung satt“ unterstützt. Das Bündnis setzt sich für eine ökologische und bäuerliche Landwirtschaft ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;[https://www.klima-allianz.de/ueber-uns/das-buendnis Klima-Allianz]&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Klima-Allianz ist ein breites gesellschaftliches Bündnis, in dem Organisationen mit Schwerpunkt Umwelt, Sozialem, Religion und Bildung vertreten sind. Es setzt sich ein für sozial gerechte Klimapolitik auf allen Ebenen. Als Mitgliedsorganisation arbeitet foodsharing an Stellungnahmen und Forderungen mit und bringt unsere Perspektive auf das Thema Ernährung ein. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
== Quellen ==&lt;br /&gt;
BMEL (2023a): Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.zugutfuerdietonne.de/strategie (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2023b): Schutz gegen unlautere Handelspraktiken. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/DE/themen/internationales/aussenwirtschaftspolitik/handel-und-export/utp-richtlinie.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2022): Über den Umgang mit Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/Broschueren/Flyer-Poster/Flyer-MHD.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=10 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMEL (2020): Handel unterzeichnet Erklärung: Lebensmittelverschwendung reduzieren. Pressemitteilung 102/2020 vom 19. Jun 2020. Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Bonn. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Pressemitteilungen/DE/2020/102-lebensmittelverschwendung.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BMF (2021): Fragen und Antworten zur umsatzsteuerrechtlichen Behandlung von Sachspenden. Bundesministerium der Finanzen (BMF), Berlin. Online unter: https://bundesfinanzministerium.de/Content/DE/FAQ/2021-03-23-FAQ-sachspenden.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
BVL (o.J.): Pflichten als Lebensmittelunternehmer. Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL), Braunschweig. Online unter: https://www.bvl.bund.de/DE/Arbeitsbereiche/01_Lebensmittel/04_AntragstellerUnternehmen/13_FAQ/FAQ_Pflichten/FAQ_Pflichten_node.html (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DUH (2023): Ackern für die Tonne. Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Radolfzell. Online unter: https://www.duh.de/ackern-fuer-die-tonne/ (letzter Zugriff: 23.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Eckert K.-H. (2021): Umsatzsteuerliche Erleichterungen für Sachspenden. BBK 2021 Seite 409 - 416. NWB Verlag, Herne. Online unter: https://www.nwb.de/rechnungswesen/umsatzsteuerliche-erleichterungen-fuer-sachspenden-25052021 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
EESC (2014): Gesetzliche Bestimmungen und die Verfahren der EU-Mitgliedstaaten bezüglich Lebensmittelspenden. Europäischer Wirtschafts- und Sozialausschuss, Brüssel. Online unter: https://www.eesc.europa.eu/sites/default/files/resources/docs/qe-05-14-069-de-n.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
European Commission (o.J.): Food law general requirements. European Commission, Brussel. Online unter: https://food.ec.europa.eu/horizontal-topics/general-food-law/food-law-general-requirements_en (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Herzberg R, Schmidt T, Keck M. Market power and food loss at the producer-retailer interface of fruit and vegetable supply chains in Germany. Sustain Sci. 2022;17(6):2253-2267. doi: 10.1007/s11625-021-01083-x. Epub 2022 Jan 15. PMID: 35069917; PMCID: PMC8760580.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Hübsch H, Adlwarth W. (2017): &amp;quot;SYSTEMATISCHE ERFASSUNG VON LEBENSMITTELABFÄLLEN DER PRIVATEN HAUSHALTE IN DEUTSCHLAND&amp;quot; - Schlussbericht zur Studie. GfK SE, Nürnberg. Durchgeführt für das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), Berlin. Online unter: https://www.bmel.de/SharedDocs/Downloads/DE/_Ernaehrung/Lebensmittelverschwendung/Studie_GfK.pdf?__blob=publicationFile&amp;amp;v=3 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
L’ASSEMBLÉE NATIONALE (2018): JOURNAL OFFICIEL DE LA RÉPUBLIQUE FRANÇAISE. Année 2018. – no 29 A.N. (Q) Online unter: http://www2.assemblee-nationale.fr/static/15/questions/jo/jo_anq_201829.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Lebensmittelverband Deutschland (2018): Wie legen Hersteller das MHD fest? Lebensmittelverband Deutschland e. V., Berlin. Online unter: https://www.lebensmittelverband.de/de/aktuell/20180918-mindesthaltbarkeitsdatum-mhd-wie-legen-hersteller-es-fest (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Nolen N, Stockebrandt P. (2021): Kann eine Reform der Datumsangaben auf Lebensmitteln deren Verschwendung verringern? cepInput, Nr. 13 | 19. Oktober 2021. Centrum für Europäische Politik, Freiburg, Berlin. Online unter: https://www.cep.eu/fileadmin/user_upload/cep.eu/Studien/cepInput_Date_Marking_on_Food_Products/cepInput_Kann_eine_Reform_der_Datumsangaben_auf_Lebensmitteln_deren_Verschwendung_verringern.pdf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Richtlinie (EU) 2019/633 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 17. April 2019 über unlautere Handelspraktiken in den Geschäftsbeziehungen zwischen Unternehmen in der Agrar- und Lebensmittelversorgungskette. Online unter: https://eur-lex.europa.eu/legal-content/DE/TXT/?uri=CELEX%3A32019L0633&amp;amp;qid=1628586259953 (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WWF (2022): Essen wir das Klima auf? World Wide Fund For Nature (WWF), Berlin. Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
ZEV (2023): Anti-Wegwerf-Gesetz in Frankreich. Zentrum für Europäischen Verbraucherschutz e. V., Kehl. Online unter: https://www.cec-zev.eu/de/themen/umwelt/anti-wegwerf-gesetz-in-frankreich/ (letzter Zugriff: 25.02.2023)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Artikel von&#039;&#039;: &amp;amp;nbsp; [[Arbeitsgruppen-Liste#PolKa_-_Politische_Kampagnen| politische Kampagnen]] &amp;amp;nbsp; (&#039;&#039;[mailto:politik@foodsharing.network Kontakt]&#039;&#039;)&amp;lt;br&amp;gt;​&#039;&#039;Letzte Überarbeitung am 07.03.2023&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>324039</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Zahlen_bitte:_Lebensmittelverschwendung_-_die_Datenlage&amp;diff=12801</id>
		<title>Polka:Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Zahlen_bitte:_Lebensmittelverschwendung_-_die_Datenlage&amp;diff=12801"/>
		<updated>2026-05-18T18:59:35Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Wiki-Artikel-Typ|Typ=2 (Info-Artikel)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele Lebensmittel werden denn überhaupt weggeworfen und wo? Dazu gibt es verschiedene Studien, die verschiedene Zahlen liefern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Auftrag gegebenen Studie Baseline 2015 vom Thünen Institut ist von etwa 12 Millionen Tonnen Lebensmittelabfall pro Jahr in Deutschland die Rede. &lt;br /&gt;
* In einer Studie vom WWF von 2015 ist von gut 18 Millionen Tonnen die Rede. &lt;br /&gt;
* Das sind nicht die einzigen Studien, die es gibt, aber in unserer foodsharing-Kommunikation bislang die relevantesten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Verteilung der Lebensmittelverschwendung auf verschiedene Sektoren ist unterschiedlich: Für den Anteil der privaten Haushalte an der Lebensmittelverschwendung nennen die Studien folgende Zahlen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Baseline 2015 (Thünen Institut): 52 %&lt;br /&gt;
* Das Große Wegschmeißen (WWF): ca. 40 %&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Doch woher kommen diese unterschiedlichen Zahlen?&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unterschiedliche Definitionen von Lebensmittelabfall zugrunde gelegt. Die offizielle Definition der EU schließt momentan Tiere vor der Schlachtung, Obst und Gemüse vor der Ernte und Futtermittel aus. Pflanzen, die also noch vor dem Ernten aussortiert werden oder Tiere, die auf dem Weg zum Schlachthof sterben, sind in den Zahlen der Bundesregierung nicht mit eingerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Was wird in welcher Studie berücksichtigt?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Studien werden berücksichtigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verluste, die in der Landwirtschaft nach der Ernte passieren&lt;br /&gt;
* Verluste in der Verarbeitung&lt;br /&gt;
* Verluste im Handel&lt;br /&gt;
* Verluste in privaten Haushalten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der WWF-Studie werden zusätzlich berücksichtigt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Tierfütterung&lt;br /&gt;
* Verluste während der Ernte&lt;br /&gt;
* Lebensmittel, die durch die Tafeln und foodsharing „gerettet“ werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorernte- und Aufzuchtverluste werden aber in beiden Studien nicht berücksichtigt. Der WWF hat allerdings 2022 eine neue Studie „Essen wir das Klima auf?“ herausgebracht, in der Zahlen für solche Verluste zu finden sind. Die Deutsche Umwelthilfe hat auf Basis dieser Zahlen 2023 berechnet, dass in Deutschland etwa 16,5 Millionen Tonnen an bisher nicht erfasster Lebensmittelverschwendung in diesem Bereich dazukommen. Das bedeutet, dass die Verschwendung auf der Ebene der Landwirtschaft bis zu 10 Mal größer ist als bisher kommuniziert. Daraufhin hat die Deutsche Umwelthilfe gemeinsam mit foodsharing eine [https://www.google.com/url?q=https://www.change.org/p/lebensmittelverschwendung-10x-gr%25C3%25B6%25C3%259Fer-als-bisher-angenommen-cem-%25C3%25B6zdemir-muss-jetzt-handeln&amp;amp;sa=D&amp;amp;source=docs&amp;amp;ust=1779095282253782&amp;amp;usg=AOvVaw05rBwwrT44St_aaqQTmQbZ Petition] dazu gestartet, damit diese Verluste künftig auch in der Statistik erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verschwendung ist insgesamt also wesentlich größer als die von der Bundesregierung kommunizierten Zahlen vermuten lassen. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass etwa 10 % aller Treibhausgasemissionen weltweit allein durch Lebensmittelverschwendung verursacht werden. Diese Zahl kommt aus der WWF-Studie 2022. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
​&#039;&#039;&#039;Hier findet ihr die oben genannten Studien zum Nachlesen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thünen Institut (2015): Baseline 2015 – Lebensmittelabfälle in Deutschland, Online unter: https://www.zugutfuerdietonne.de/fileadmin/zgfdt/inhalt/hintergrund/Thuenen_Kurzfassung.pdf (letzter Zugriff: 16.04.24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WWF (2015): Das Große Wegschmeißen – Vom Acker bis zum Verbraucher: Ausmaß und Umwelteffekte der Lebensmittelverschwendung in Deutschland, Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/lebensmittelverschwendung/das-grosse-wegschmeissen (letzter Zugriff: 29.04.24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WWF (2022): Essen wir das Klima auf? World Wide Fund For Nature (WWF), Berlin. Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf (letzter Zugriff: 29.04.24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DUH (2023): Ackern für die Tonne. Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Radolfzell. Online unter: https://www.duh.de/ackern-fuer-die-tonne/ (letzter Zugriff: 23.02.2023).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
----&#039;&#039;Artikel von&#039;&#039;:    [[Arbeitsgruppen-Liste#PolKa - Politische Kampagnen|politische Kampagnen]]   (&#039;&#039;[mailto:politik@foodsharing.network Kontakt]&#039;&#039;)&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;Letzte Überarbeitung am 18.05.2026&#039;&#039;&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>324039</name></author>
	</entry>
	<entry>
		<id>https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Zahlen_bitte:_Lebensmittelverschwendung_-_die_Datenlage&amp;diff=12767</id>
		<title>Polka:Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage</title>
		<link rel="alternate" type="text/html" href="https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Zahlen_bitte:_Lebensmittelverschwendung_-_die_Datenlage&amp;diff=12767"/>
		<updated>2026-05-18T08:26:19Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;{{Wiki-Artikel-Typ|Typ=2 (Info-Artikel)}}&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Wie viele Lebensmittel werden denn überhaupt weggeworfen und wo? Dazu gibt es verschiedene Studien, die verschiedene Zahlen liefern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Auftrag gegebenen Studie Baseline 2015 vom Thünen Institut ist von etwa 12 Millionen Tonnen Lebensmittelabfall pro Jahr in Deutschland die Rede. &lt;br /&gt;
* In einer Studie vom WWF von 2015 ist von gut 18 Millionen Tonnen die Rede. &lt;br /&gt;
* Das sind nicht die einzigen Studien, die es gibt, aber in unserer foodsharing-Kommunikation bislang die relevantesten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Verteilung der Lebensmittelverschwendung auf verschiedene Sektoren ist unterschiedlich: Für den Anteil der privaten Haushalte an der Lebensmittelverschwendung nennen die Studien folgende Zahlen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Baseline 2015 (Thünen Institut): 52 %&lt;br /&gt;
* Das Große Wegschmeißen (WWF): ca. 40 %&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Doch woher kommen diese unterschiedlichen Zahlen?&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unterschiedliche Definitionen von Lebensmittelabfall zugrunde gelegt. Die offizielle Definition der EU schließt momentan Tiere vor der Schlachtung, Obst und Gemüse vor der Ernte und Futtermittel aus. Pflanzen, die also noch vor dem Ernten aussortiert werden oder Tiere, die auf dem Weg zum Schlachthof sterben, sind in den Zahlen der Bundesregierung nicht mit eingerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Was wird in welcher Studie berücksichtigt?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Studien werden berücksichtigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verluste, die in der Landwirtschaft nach der Ernte passieren&lt;br /&gt;
* Verluste in der Verarbeitung&lt;br /&gt;
* Verluste im Handel&lt;br /&gt;
* Verluste in privaten Haushalten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der WWF-Studie werden zusätzlich berücksichtigt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Tierfütterung&lt;br /&gt;
* Verluste während der Ernte&lt;br /&gt;
* Lebensmittel, die durch die Tafeln und foodsharing „gerettet“ werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorernte- und Aufzuchtverluste werden aber in beiden Studien nicht berücksichtigt. Der WWF hat allerdings 2022 eine neue Studie „Essen wir das Klima auf?“ herausgebracht, in der Zahlen für solche Verluste zu finden sind. Die Deutsche Umwelthilfe hat auf Basis dieser Zahlen 2023 berechnet, dass in Deutschland etwa 16,5 Millionen Tonnen an bisher nicht erfasster Lebensmittelverschwendung in diesem Bereich dazukommen. Das bedeutet, dass die Verschwendung auf der Ebene der Landwirtschaft bis zu 10 Mal größer ist als bisher kommuniziert. Daraufhin hat die Deutsche Umwelthilfe gemeinsam mit foodsharing eine [https://www.google.com/url?q=https://www.change.org/p/lebensmittelverschwendung-10x-gr%25C3%25B6%25C3%259Fer-als-bisher-angenommen-cem-%25C3%25B6zdemir-muss-jetzt-handeln&amp;amp;sa=D&amp;amp;source=docs&amp;amp;ust=1779095282253782&amp;amp;usg=AOvVaw05rBwwrT44St_aaqQTmQbZ Petition] dazu gestartet, damit diese Verluste künftig auch in der Statistik erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verschwendung ist insgesamt also wesentlich größer als die von der Bundesregierung kommunizierten Zahlen vermuten lassen. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass etwa 10 % aller Treibhausgasemissionen weltweit allein durch Lebensmittelverschwendung verursacht werden. Diese Zahl kommt aus der WWF-Studie 2022. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
​&#039;&#039;&#039;Hier findet ihr die oben genannten Studien zum Nachlesen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thünen Institut (2015): Baseline 2015 – Lebensmittelabfälle in Deutschland, Online unter: https://www.zugutfuerdietonne.de/fileadmin/zgfdt/inhalt/hintergrund/Thuenen_Kurzfassung.pdf (letzter Zugriff: 16.04.24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WWF (2015): Das Große Wegschmeißen – Vom Acker bis zum Verbraucher: Ausmaß und Umwelteffekte der Lebensmittelverschwendung in Deutschland, Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/lebensmittelverschwendung/das-grosse-wegschmeissen (letzter Zugriff: 29.04.24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WWF (2022): Essen wir das Klima auf? World Wide Fund For Nature (WWF), Berlin. Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf (letzter Zugriff: 29.04.24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DUH (2023): Ackern für die Tonne. Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Radolfzell. Online unter: https://www.duh.de/ackern-fuer-die-tonne/ (letzter Zugriff: 23.02.2023).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>324039</name></author>
	</entry>
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		<id>https://wiki.foodsharing.network/w/index.php?title=Polka:Zahlen_bitte:_Lebensmittelverschwendung_-_die_Datenlage&amp;diff=12766</id>
		<title>Polka:Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage</title>
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		<updated>2026-05-18T08:18:54Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: &lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wie viele Lebensmittel werden denn überhaupt weggeworfen und wo? Dazu gibt es verschiedene Studien, die verschiedene Zahlen liefern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Auftrag gegebenen Studie Baseline 2015 vom Thünen Institut ist von etwa 12 Millionen Tonnen Lebensmittelabfall pro Jahr in Deutschland die Rede. &lt;br /&gt;
* In einer Studie vom WWF von 2015 ist von gut 18 Millionen Tonnen die Rede. &lt;br /&gt;
* Das sind nicht die einzigen Studien, die es gibt, aber in unserer foodsharing-Kommunikation bislang die relevantesten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Verteilung der Lebensmittelverschwendung auf verschiedene Sektoren ist unterschiedlich: Für den Anteil der privaten Haushalte an der Lebensmittelverschwendung nennen die Studien folgende Zahlen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Baseline 2015 (Thünen Institut): 52 %&lt;br /&gt;
* Das Große Wegschmeißen (WWF): ca. 40 %&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Doch woher kommen diese unterschiedlichen Zahlen?&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unterschiedliche Definitionen von Lebensmittelabfall zugrunde gelegt. Die offizielle Definition der EU schließt momentan Tiere vor der Schlachtung, Obst und Gemüse vor der Ernte und Futtermittel aus. Pflanzen, die also noch vor dem Ernten aussortiert werden oder Tiere, die auf dem Weg zum Schlachthof sterben, sind in den Zahlen der Bundesregierung nicht mit eingerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Was wird in welcher Studie berücksichtigt?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Studien werden berücksichtigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verluste, die in der Landwirtschaft nach der Ernte passieren&lt;br /&gt;
* Verluste in der Verarbeitung&lt;br /&gt;
* Verluste im Handel&lt;br /&gt;
* Verluste in privaten Haushalten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der WWF-Studie werden zusätzlich berücksichtigt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Tierfütterung&lt;br /&gt;
* Verluste während der Ernte&lt;br /&gt;
* Lebensmittel, die durch die Tafeln und foodsharing „gerettet“ werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorernte- und Aufzuchtverluste werden aber in beiden Studien nicht berücksichtigt. Der WWF hat allerdings 2022 eine neue Studie „Essen wir das Klima auf?“ herausgebracht, in der Zahlen für solche Verluste zu finden sind. Die Deutsche Umwelthilfe hat auf Basis dieser Zahlen 2023 berechnet, dass in Deutschland etwa 16,5 Millionen Tonnen an bisher nicht erfasster Lebensmittelverschwendung in diesem Bereich dazukommen. Das bedeutet, dass die Verschwendung auf der Ebene der Landwirtschaft bis zu 10 Mal größer ist als bisher kommuniziert. Daraufhin hat die Deutsche Umwelthilfe gemeinsam mit foodsharing eine [https://www.google.com/url?q=https://www.change.org/p/lebensmittelverschwendung-10x-gr%25C3%25B6%25C3%259Fer-als-bisher-angenommen-cem-%25C3%25B6zdemir-muss-jetzt-handeln&amp;amp;sa=D&amp;amp;source=docs&amp;amp;ust=1779095282253782&amp;amp;usg=AOvVaw05rBwwrT44St_aaqQTmQbZ Petition] dazu gestartet, damit diese Verluste künftig auch in der Statistik erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verschwendung ist insgesamt also wesentlich größer als die von der Bundesregierung kommunizierten Zahlen vermuten lassen. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass etwa 10 % aller Treibhausgasemissionen weltweit allein durch Lebensmittelverschwendung verursacht werden. Diese Zahl kommt aus der WWF-Studie 2022. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
​&#039;&#039;&#039;Hier findet ihr die oben genannten Studien zum Nachlesen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thünen Institut (2015): Baseline 2015 – Lebensmittelabfälle in Deutschland, Online unter: https://www.zugutfuerdietonne.de/fileadmin/zgfdt/inhalt/hintergrund/Thuenen_Kurzfassung.pdf (letzter Zugriff: 16.04.24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WWF (2015): Das Große Wegschmeißen – Vom Acker bis zum Verbraucher: Ausmaß und Umwelteffekte der Lebensmittelverschwendung in Deutschland, Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/lebensmittelverschwendung/das-grosse-wegschmeissen (letzter Zugriff: 29.04.24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WWF (2022): Essen wir das Klima auf? World Wide Fund For Nature (WWF), Berlin. Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf (letzter Zugriff: 29.04.24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DUH (2023): Ackern für die Tonne. Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Radolfzell. Online unter: https://www.duh.de/ackern-fuer-die-tonne/ (letzter Zugriff: 23.02.2023).&lt;/div&gt;</summary>
		<author><name>324039</name></author>
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		<title>Polka:Zahlen bitte: Lebensmittelverschwendung - die Datenlage</title>
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		<updated>2026-05-18T08:17:52Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: Neuer Wiki-Artikel zur Studien- und Datenlage zu Lebensmittelverschwendung&lt;/p&gt;
&lt;hr /&gt;
&lt;div&gt;Wie viele Lebensmittel werden denn überhaupt weggeworfen und wo? Dazu gibt es verschiedene Studien, die verschiedene Zahlen liefern:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* In der vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft in Auftrag gegebenen Studie Baseline 2015 vom Thünen Institut ist von etwa 12 Millionen Tonnen Lebensmittelabfall pro Jahr in Deutschland die Rede. &lt;br /&gt;
* In einer Studie vom WWF von 2015 ist von gut 18 Millionen Tonnen die Rede. &lt;br /&gt;
* Das sind nicht die einzigen Studien, die es gibt, aber in unserer foodsharing-Kommunikation bislang die relevantesten. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Auch die Verteilung der Lebensmittelverschwendung auf verschiedene Sektoren ist unterschiedlich: Für den Anteil der privaten Haushalte an der Lebensmittelverschwendung nennen die Studien folgende Zahlen:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Baseline 2015 (Thünen Institut): 52 %&lt;br /&gt;
* Das Große Wegschmeißen (WWF): ca. 40 %&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Doch woher kommen diese unterschiedlichen Zahlen?&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Es werden unterschiedliche Definitionen von Lebensmittelabfall zugrunde gelegt. Die offizielle Definition der EU schließt momentan Tiere vor der Schlachtung, Obst und Gemüse vor der Ernte und Futtermittel aus. Pflanzen, die also noch vor dem Ernten aussortiert werden oder Tiere, die auf dem Weg zum Schlachthof sterben, sind in den Zahlen der Bundesregierung nicht mit eingerechnet.&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Was wird in welcher Studie berücksichtigt?&#039;&#039;&#039;&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In beiden Studien werden berücksichtigt:&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* Verluste, die in der Landwirtschaft nach der Ernte passieren&lt;br /&gt;
* Verluste in der Verarbeitung&lt;br /&gt;
* Verluste im Handel&lt;br /&gt;
* Verluste in privaten Haushalten&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
In der WWF-Studie werden zusätzlich berücksichtigt: &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
* die Tierfütterung&lt;br /&gt;
* Verluste während der Ernte&lt;br /&gt;
* Lebensmittel, die durch die Tafeln und foodsharing „gerettet“ werden&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Vorernte- und Aufzuchtverluste werden aber in beiden Studien nicht berücksichtigt. Der WWF hat allerdings 2022 eine neue Studie „Essen wir das Klima auf?“ herausgebracht, in der Zahlen für solche Verluste zu finden sind. Die Deutsche Umwelthilfe hat auf Basis dieser Zahlen 2023 berechnet, dass in Deutschland etwa 16,5 Millionen Tonnen an bisher nicht erfasster Lebensmittelverschwendung in diesem Bereich dazukommen. Das bedeutet, dass die Verschwendung auf der Ebene der Landwirtschaft bis zu 10 Mal größer ist als bisher kommuniziert. Daraufhin hat die Deutsche Umwelthilfe gemeinsam mit foodsharing eine Petition dazu gestartet, damit diese Verluste künftig auch in der Statistik erfasst werden. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Die Verschwendung ist insgesamt also wesentlich größer als die von der Bundesregierung kommunizierten Zahlen vermuten lassen. Insgesamt kann man davon ausgehen, dass etwa 10 % aller Treibhausgasemissionen weltweit allein durch Lebensmittelverschwendung verursacht werden. Diese Zahl kommt aus der WWF-Studie 2022. &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
&#039;&#039;&#039;Hier findet ihr die oben genannten Studien zum Nachlesen:&#039;&#039;&#039; &lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
Thünen Institut (2015): Baseline 2015 – Lebensmittelabfälle in Deutschland, Online unter: https://www.zugutfuerdietonne.de/fileadmin/zgfdt/inhalt/hintergrund/Thuenen_Kurzfassung.pdf (letzter Zugriff: 16.04.24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WWF (2015): Das Große Wegschmeißen – Vom Acker bis zum Verbraucher: Ausmaß und Umwelteffekte der Lebensmittelverschwendung in Deutschland, Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/lebensmittelverschwendung/das-grosse-wegschmeissen (letzter Zugriff: 29.04.24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
WWF (2022): Essen wir das Klima auf? World Wide Fund For Nature (WWF), Berlin. Online unter: https://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/essen-wir-das-klima-auf (letzter Zugriff: 29.04.24).&lt;br /&gt;
&lt;br /&gt;
DUH (2023): Ackern für die Tonne. Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH), Radolfzell. Online unter: https://www.duh.de/ackern-fuer-die-tonne/ (letzter Zugriff: 23.02.2023).&lt;/div&gt;</summary>
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		<updated>2026-01-31T18:45:04Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: create user page&lt;/p&gt;
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&lt;div&gt;{{Userpage standard content}}&lt;/div&gt;</summary>
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		<title>User blog:324039</title>
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		<updated>2026-01-31T18:45:03Z</updated>

		<summary type="html">&lt;p&gt;324039: Haupt-Blogseite erstellt&lt;/p&gt;
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